Warum sehen die Menschen Hypomanie als harmlos an?

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Re: Warum sehen die Menschen Hypomanie als harmlos an?

Beitrag von MOD » Sa 7. Jul 2018, 07:03

@Klaro, @Schattenmann
Euer Gespräch wurde etwas Offtopic und verschoben in:

viewtopic.php?f=10&t=1839

Re: Warum sehen die Menschen Hypomanie als harmlos an?

Beitrag von Klaro » Do 5. Jul 2018, 13:59

Ich stecke auch in einer depressiven Phase. Ich wollte mein Abitur nachholen, kam aber nur bis zum Fachabi. Ich hab ohne Ende gelernt. Nebenbei gemalt wie verrückt, dass ich dachte ich könnte es an die Uni schaffen. Hab mich auch in so etwas ähnlichem wie die Bibel hinein gesteigert. Dachte ich sei auf der Spur von irgendeinem Geheimnis. Habe versucht in allen Aussagen von Menschen, versteckte Botschaften zu finden. Als ob in Sprichwörtern, Gesten, Blicken und Zitaten, eine Einladung steckt. Irgendwann wurde es immer merkwürdiger und andere Menschen haben wohl so etwas auch. Als es dann doch Rückmeldung gab, war ich völlig verwirrt. Ist das echt oder Einbildung? Bevor ich mich noch ganz blamiere oder etwas finde, das ich nie gesucht habe, habe ich mich zurückgezogen und bin schlafend zu Hause geblieben. Ich habe nichts mehr gemacht und wurde depressiv. Ich dachte ich wäre besonders und könnte alles erreichen was ich will. Es hat sich wie ein Parasit im Verstand festgesetzt und die Verarbeitung von Informationen fällt mir manchmal immernoch schwer. Ich hatte Bestnoten. Ich hab gute Dinge gemalt. Ich hab Musik gemacht. Ich hab gefeiert auf Techno- und Goapartys. Ich war im Gospelchor. Ich dachte ich fühle im Wald die Natur. Ich habe mich echt geliebt. Es war so eine schöne Zeit. Jetzt traue ich mich nichts mehr. Nichtmal Spazieren. Nichtmal mich für eine neue Schule oder eine Ausbildung zu bewerben. Ich lieg rum und warte. Jeden Tag. Die Menschen um mich rum reagieren komisch. Dieser Wahn oder Manie hat die Beziehungen zerstört. Ich schäme mich einfach. Diese Phase war auf dem Höhepunkt, voller Paranoia und Angst und halt Scham. Ich bin jetzt gegenüber Menschen total unterwürfig und fühl mich wie der letzte Dreck. So als hätte ich es nicht geschafft das Geheimnis zu lüften und alle wissen es, dass ich so tat als wäre ich einer von ihnen.

Das war meine Hypomanie. Ich sperre mich halt ein, damit dieser Wahnsinn mich nicht treffen kann aber diese Depression jetzt ist genauso schlimm. Ich kann da echt nicht mit jemanden reden. Fühle mich wie ein überflüssiger Versager.

Re: Warum sehen die Menschen Hypomanie als harmlos an?

Beitrag von Schattenmann » Di 26. Jun 2018, 22:37

Hi Updown, ich bin seit ca. 25Jahren Bipolar und ich weiß von was du Sprichst, zur Zeit stecke ich wieder in einer tiefen Depression, habe die Arbeit wieder Verloren, da kommt dann alles Zusammen! Es ist schon richtig, das eine Depression die Hölle ist und man wird immer Einsamen dabei, den man will oder kann keinen Kontakt zur Aussenwelt haben, man Vegetiert nur noch dahin! Eine Hypo ist natürlich Super, da glaubst du jetzt kannst du wieder Leben, nur du musst diese Kontrollieren können und selbst dann machst du vieles Kaputt, weil du einfach keinen Realitätssinn mehr hast und wenn du es nicht Registriest ist es eine Manie! Meine erste Depression dauerte ca. 3Jahre, dann setzte ich meine Medis selbständig ab, da ich Selbständig war und Geld verdienen musste und es kam die Manie, die ich nicht Erkannte und als Belohnung vom Leben ansah, da ich nicht mehr zum Arzt ging, mir gings ja mehr als Gut, ich hätte die Ärzte Behandeln können, nach meiner Meinung! Da Zerstörte ich auf 3 Jahre das wozu ich 25 Jahre zuvor Geschufftet habe, ob Finanziell oder Familiär!!! Seit diesen Zeitpunkt nehme ich Litium, gegen die Manie, denn ich komme nicht über 0,7 Blutwert, habe keine Manie mehr, aber alle 4-5Jahre eine tiefe Depression , die ganz ganz Schrecklich ist, aber ich Zerstöre nichts!!! Wünsche dir für deine Gesundheit alles Gute.

Schattenmann

Re: Warum sehen die Menschen Hypomanie als harmlos an?

Beitrag von Updown » So 20. Mai 2018, 19:07

Besser als eine Depression. Bis vor ein paar Monaten verbrachte ich etwa 20 Jahre leicht depressiv mit mehreren Episoden tieferer Depressionen, von denen einige schwerwiegend waren. Eine Handvoll meist unangenehmer hypomaner Episoden tauchten auch auf - reizbar, herablassend und fast immer von Kopfschmerzen begleitet. Ab und zu hatte man etwas mehr Spaß, aber nur ein paar Tage lang. Vor ein paar Monaten wurden meine Medikamente angepasst und meine Achse aus der Depression in einen leicht hypomanischen Zustand versetzt. Es gab ein paar Spitzen, wo es intensiver war, aber die meiste Zeit ist es nur leicht.
Nach ein paar Jahrzehnten in der Höhle, wenn du ins Licht trittst und die Leute dir sagen "es ist schlecht für deine Augen, geh zurück in die Höhle", ist es schwer, sehr empfänglich zu sein. Soweit ich sagen kann, ist "zentriert" ein Mythos. Meine Optionen scheinen Depression oder Hypomanie zu sein. Ich habe es wirklich satt, deprimiert zu sein.

Re: Warum sehen die Menschen Hypomanie als harmlos an?

Beitrag von Jel » Mo 5. Feb 2018, 17:07

Ich schätze, der Schweregrad variiert von Person zu Person. Aber Hypomanie ist eine "leichte" Form der Manie, deshalb ist sie nicht so schwerwiegend. Nach Lehrbüchern und dergleichen. Ich war noch nie hypo, also wüsste ich es nicht. Aber meine Manie hat mich veranlasst, Kokain zu konsumieren, eine Affäre mit einem verheirateten Mann zu haben, im Straßenverkehr zu rasen, mich bei der Arbeit zu betrinken und ALLE meine Ersparnisse auszugeben. Also ist deine Manie nicht so schlimm wie meine. Ich habe jedoch sicherere Manien gehabt - da war ich produktiver, hat nette Hobbys begonnen etc. Aber durch sie gebe ich immer jeden Cent aus, den ich habe, so dass sie an sich schon irgendwie destruktiv ist, schätze ich.

Re: Warum sehen die Menschen Hypomanie als harmlos an?

Beitrag von 777 » Do 7. Dez 2017, 19:02

Hypomanie ist für mich sehr angenehm. Ich bin viel selbstbewusster, abenteuerlustiger und kontaktfreudiger. Hypersexuell, mehr Risikobereitschaft, Feiern, Trinken, etc. Wenn ich es nicht erkenne und es nicht im Keim ersticke, gerät es schnell aus der Kontrolle. Dann steigen die Kreditkartenschulden und rücksichtsloses Verhalten meinersets stößt ziemlich viele Freunde vor den Kopf.

Re: Warum sehen die Menschen Hypomanie als harmlos an?

Beitrag von hilbert » Fr 24. Nov 2017, 07:50

Dem kann ich zustimmen. Ich war hypomanisch für ungefähr einen Monat während der Prüfungsphase letztes Jahr. Mein intensives Studium (auch weniger schlafen) hat mich wahrscheinlich hypoman gemacht. Ich schlief 4 Stunden am Tag und lief 20 km und lernte die ganze Nacht. Ich sagte meinen Eltern, dass ich sie hasste und wünschte, sie würden einfach tot umfallen, machte viele rassistische Witze, wurde besessen von der Bibel, verlor alle meine (langjährigen Freunde). Ich verbrachte die meiste Zeit der Nacht damit, entweder die Bibel zu studieren oder oder für die Uni zu arbeiten. Es war viel zerstörerischer als JEDE meiner manischen Episoden.

Re: Warum sehen die Menschen Hypomanie als harmlos an?

Beitrag von Holjuze » Fr 17. Nov 2017, 12:08

Ich denke, das Problem ist, dass die meisten nicht wissen, was eigentlich los ist. Ich wusste nicht einmal, was Hypomanie bedeutete, bis ich mit 30 diagnostiziert wurde. Auch einige können bei Hypomanie denken "Hui, dass der/die hat es echt drauf und geht ran" und realisieren nicht, dass das nur wegen der Hypomanie so ist ... hart arbeiten und so. Bei der Kreativität ist es oft aus dem gleichen Grund.

Bis es nicht für jeden umher erkennbar ist, denken viele wahrscheinlich, dass es zur außergewönlichen Persönlichkeit gehört.

Warum sehen die Menschen Hypomanie als harmlos an?

Beitrag von i-bipolar » So 12. Nov 2017, 12:52

Ist es nicht. Es ist schlimmer als Manie in mancher Hinsicht, weil die Leute Dinge tun können und es sieht so aus, als wären sie ein A...loch, aber eigentlich sind sie sehr krank. Ich habe so viele Freunde verloren und so viele Beziehungen während der Hypomanie ruiniert. Ich habe auch meinen Ruf in der Schule völlig zerstört, mehr noch als wenn ich manisch war, dank der schrecklichen Dinge, die ich während hypomanischer Episoden gesagt und getan habe.
Warum sind die Leute so naiv, dass sie denken, Hypomanie sei harmlos?
Ich würde VIEL eher eine ausgewachsene manische Episode haben wollen als eine hypomanische, was den verursachten Schaden angeht.

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