Starke Stimmungsschwankungen

lxvan7

Starke Stimmungsschwankungen

Beitragvon lxvan7 » Fr 16. Mär 2018, 22:04

Hallo,
Ich bin 17 Jahre und war bis Dezember knapp 3 Jahre in Therapie.
Diagnostiziert wurde ich mit Depressionen, Angststörung, atypische Anorexie und Borderline.
Ich war 6 Monate in stationärer und teilstationärer Behandlung. Letzten Dezember habe ich meine ambulante Therapie beendet und meine Anti-Depressiva absetzen lassen, weil es mir nichts gebracht hat und ich schlichtweg keine Lust mehr hatte.
2016 hatte ich mit starken Suizidgedanken zu kämpfen. Diese treten nur noch ab und zu auf. Im Generellen geht es mir 'okay' zur Zeit. Ich habe immer wieder Phasen in denen es mir auf gut Deutsch gesagt richtig Sch..ße geht. Im Gegensatz habe ich aber auch Phasen, wo ich plötzlich super gut drauf bin, voller Euphorie und Tatendrang. Auf diese Höhen folgen dann meistens wieder Tiefen. Selbstverletztendes Verhalten spielt(e) auch eine Rolle. (Versuche clean zu bleiben)
Dabei spreche ich von Schneiden, Boxen und Alkohol.
Eine Zeit lang hatte ich das Gefühl, als wäre ich nicht alleine in meinem Körper. Als wäre noch eine 2. Person in mir (eventuell auch mehr, bin mir nur bei einer 2. sicher).
Das ging anfangs von inneren Konversation bis dahin über, dass sie (mein 2. Ich) mich regelrecht übernommen hat und ich quasi abwesend war. Mir fällt es schwer bis unmöglich mich an das Geschehene im Nachhinein zu erinnern. Andere haben mir gesagt, dass ich mich in den Situationen komplett anders und fremd verhalte. In der akuten Zeit hatte ich auch starke Probleme mit meinen Kurzzeitgedächtnis und Konzentration. Letztendlich ist meine Beziehung daran gescheitert. Ich habe in meiner Kindheit kein schweres Trauma erlebt, um eine dissoziative Störung entwickelt haben zu können oder ähnliches. Daher wurde es von all meinen Therapeuten, bei denen ich es angesprochen habe auch nie wirklich genauer betrachtet.
Im Moment ist es eher nebensächlich, weil ich nicht mehr wirklich solche Vorfälle erlebt habe.
Mir machen diese Stimmungsschwankungen echt zu schaffen, weil es von "Ich kann alles schaffen" zu "Ich sehe keine Zukunft, mein Leben ist sinnlos" in Sekunden wechseln kann. Ich weiß nicht, ob das "nur" von der Borderline kommt?
Ich möchte ungern mich an meine alte Therapeutin wenden. Schon alleine, weil ich es vor meinen Eltern nicht eingestehen möchte, dass es mir wieder bzw. immer noch, so schlecht geht. Es ist albern, ich weiß.
Oft denke ich, ich rede mir das ein oder übertreibe.
Wenn ich darüber rede oder schreibe, bekomme ich auch ein unkontrolliertes Zittern. Jetzt auch wieder. Woran liegt das?
Manchmal kommt es mir so vor, als wäre es nicht bloß Depressionen, sondern auch leicht bzw. anfängliche manische Phasen. Keine richtigen manische Phasen, da ich solche starken Symptome nicht habe. Aber ich kann das nicht beurteilen und weiß nicht, ob ich mich da zu sehr in etwas hinein steigern.
Manchmal überlege ich, ob gar ein Klinikaufenthalt nicht sinnvoll wäre, aber um ehrlich zu sein, will ich das nicht. Einerseits weil ich schlechte Erfahrungen gemacht habe und weil ich jetzt schon eine Klasse wiederholen muss aufgrund der Fehlzeiten.
Ich weiß nicht recht mit wem ich reden kann, daher versuche ich es hier.
LG, Anny

moffel

Re: Starke Stimmungsschwankungen

Beitragvon moffel » Sa 17. Mär 2018, 08:29

Hallo,
mit welchen Medikamenten bist du behandelt worden bislang und haben das ein oder andere was bewirkt?

lxvan7

Re: Starke Stimmungsschwankungen

Beitragvon lxvan7 » Sa 17. Mär 2018, 23:57

Hey,
Ich wurde bloß mit einem Medikament behandelt.
Und zwar Fluoxetin 40mg (höher konnten sie bei meinem Gewicht und Alter auch nicht mehr gehen). Ich hab das gute 1 1/2 Jahre genommen, aber wirklich gewirkt hat es meiner Meinung nach nicht.
Eine Psychiaterin, bei der ich kurzzeitig war, hatte überlegt mir Antipsychotika zu geben als ich bei ihr wegen des "zweiten Ichs" war, was natürlich ohne passende Diagnose nicht ging. Sie war die erste, wo ich das Gefühl hatte, mir wird mal zugehört, doch ich hatte nur 2 oder 3 Termine bei ihr, dann hat sie mich zurück in die PIA geschickt. Es gab da wohl Stress, weil ich im selben Quartal mir dort ein Rezept geholt habe, was auch immer. Das war ziemlich ernüchternd.
Kurz darauf habe ich auch die Tabletten absetzen lassen und meine Therapie beendet, weil ich es satt hatte immer nur hin und her geschoben zu werden, ohne dass jemand auf mich eingeht.






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