Erfahrungen mit dem sozialpsychatrischen Dienst

Amo

Erfahrungen mit dem sozialpsychatrischen Dienst

Beitragvon Amo » Do 14. Mär 2019, 14:38

So leer ist es hier doch nicht. Bald muss ich zum Psychiater. Nicht weil ich will sondern weil es Auflage des Kostenträgers zu sein scheint. Welcher Hilfebedarf besteht beim Klient? Wenn ich nicht hilfsbedürftig genug bin, bedeutet es, dass ich mich für Hartz IV kümmern muss oder wenn das nicht gelingt, weil ich wieder ängstlich-vermeide, könnte es sein das ich durch die gesetzliche Betreueng, also wenn ich nichts finde, in ein Obdachlosenheim komme. Ich bin so verantwortungsvoll, dass ich gepflegt bin und die Wohnung auch. Ich ermähre mich selbst "gesund". Achso ich habe eine Wohnung, die bezahlt wird mit Strom und Wasser. Ich selbst zahle da nichts. Ich habe psychische Probleme. Ganz sicher. Ich habe es geschafft die Fachhochschulreife mit guten Durchschnitt ohne Medikamente zu erreichen. Ich wollte das Vollabitur aber meine Sinnkrise brachte mir wieder Depression. Ich weiß nicht wie ich mich vor dem Kostenträger rechtfertigen soll. Ich habe Depression mit kleinen hypomanen Ausschlägen und ansonsten passe ich ins Bild der Ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung. Bin aber hier wegen der Diagnose Schizoaffektive Psychose die ich vor 10 Jahren bekam. Mit der ich absolut nicht einverstanden bin. Dies wird mir auch immer unterstellt. Ich kann mich normal verhalten, trotzdem hat die Person vom sozialpsychatrischen Dienst mich nochmal für wahnhaft erklärt. Was mir aber den Platz weiterhin gesichert hat. Ich frage mich zurzeit was ich machen soll. Ich sollte schon mal zum Psychater und ich bestehe auf zwei Sachen:
1. Tabula Rasa Nein ich bin nicht damit einverstanden das sie Einsicht in alte Akten haben.

2. Keine Medikamente

Das wäre unüblich, dass jemand keine Medikamente will, meinte die Person. Erstes Gespräch, keine Infos aber Medikamente.
Wie werde ich stark und kann dagegen halten? Und wie kann ich das dem Kostenträger verständlich machen? Das macht mir Angst. Zurzeit glaube ich nicht an Therapie und ich habe Antipsychotika, Neuroleptika und Antidepressiva durch. Erst als ich clean war, konnte ich innerhalb ein paar Jahre, die neunte Klasse bis zum Fachabi auf den zweiten Bildungsweg nachholen. Erst zum Vollabitur verschwendete ich 2 Jahre an die Depression aber nur durch meine Ziellosigkeit und Ängste vor einer Entscheidung für ein Berufsleben in dem die Gefahr wieder in Depression zu verfallen mich auf die Straße und in Schulden bringen würde.

Hier komm ich auch nicht mehr mit Metaphern weiter. So träume ich von einer Zeit in der, der Müllerssohn Müller wurde und es kaum freie Entscheidung gab. Dann wäre ich jetzt Müller und nicht Sozialhilfebezieher. Ich wünschte ich wäre stark und nicht einer der "ewig" im Kreis denkt.

Krähe

Re: Erfahrungen mit dem sozialpsychatrischen Dienst

Beitragvon Krähe » So 17. Mär 2019, 00:18

Hey Amo,

kann mir nicht vorstellen, dass Dir das hilft, aber ich kann Dich sooo gut verstehen.

Ich hatte bisher einmal Kontakt mit einem Neurologen und einmal ein Gespräch mit einer Therapeutin.

Beides war ein Desaster. Der Neurologe ist auf die Idee gekommen, mir sehr schnell süchtigmachende Schlafmittel zu verschreiben, obwohl ich Ihm von einer Polytoxvergangenheit berichtete, die ich allein "überwunden" habe ( von Jetzt auf Heute mit Allem aufgehört ohne Substitution, ist mehr als zehn Jahre her, bis heute "clean"). Ich habe darauf hin das Gesundheitsamt angeschrieben, Ihnen den "Fall" geschildert und sie aufgefordert, zu handeln. Es ist nichts passiert. Das Verhalten des Neurologen empfinde ich bis heute als verantwortungslos. Hätte ich mich auf seine "Hilfe" eingelassen, wäre ich nun wohl abhängig von dem Schlafmittel. Die Gefahr Weckamine als Ausgleich zu konsumieren will ich mir garnicht ausmalen ...

Die Erfahrung mit der Therapeutin war zwar anders, aber im Ergebnis ähnlich. Eine unmögliche Person, deren erste "Amtshandlung" es war, den Wecker zu stellen und mir zu erklären, dass das nunmal so sei und dass die ersten drei von zehn "genehmigten" Sitzungen der Biografie dienen und sie nur zuhöre ohne zu reden ...

Dass ich da nicht mehr hingegangen bin, versteht sich von selbst.

Dass Du das Pech hattest, in die Mühle des Systems zu geraten, tut mir sehr leid, auch wenn Du dir davon natürlich nix kaufen kannst. Sowohl in Punkt 1 als auch in Punkt 2 stimme ich dir voll zu und hoffe, dass sich hier jemand findet, der nicht nur "zustimmt" sondern auch einen Weg aufzeigen kann, der dir hilft und der vor Allem für dich gangbar ist.
Ja, wir haben hier das Glück, dass es überhaupt psychische Untersützung gibt. Das ist nicht überall der Fall. Aber recht das aus?

In meinen Augen nicht. Das System / der sozialpsychatrische Dienst krankt an den handelnden Personen und ihrer Ausbildung.
Es ist zwar Konsens, dass jeder Mensch unterschiedlich ist durch Sozialisation, Denke, Erfahrung, Hirnchemie, Gene, Umfeld und und und ... aber trotzdem werden eben "Muster" gelehrt, "wenn-dann Schemata" abgearbeitet. Wie soll es auch anders gehen?
Der/Die Lehrende hat vom Lehrer/ der Lehrerin eine oder verschiedene Lehren gelernt.
Also wird jeder "Klient" in das Korsett des Erlernten gezwungen. Ob er/sie nun passt oder nicht, spielt keine Rolle. Müllerssohn hat Müller zu sein.

Ich als Krähe habe da nur marginale Probleme, um so mehr treibt es mich um.
Wünschte mir, helfen zu können ...

Lieber Müllerssohn, bitte kämpfe weiter für Dich. Bitte nimm keine Medikamente gegen deine Überzeugung, sie werden nicht helfen. Bleib unbequem. Bei Dir!!!
Denke weiter im Kreis ... glaub mir, es gibt Menschen, die runde Formen brauchen, sonst eckten Sie an ...

Liebes Forum, reißt Euch zusammen, findet JemandIn, der/ die helfen kann!!!

Krähe

KlaraGedanke

Re: Erfahrungen mit dem sozialpsychatrischen Dienst

Beitragvon KlaraGedanke » So 17. Mär 2019, 17:27

Hey Amo,
-Wie alt bist du?
-Bitte genauer: Welche Diagnosen wurden wann von wem gestellt?
-Welche Behandlungen/Therapie (Medis und/oder Psychotherapie, ambulant, stationär..) hast du wegen der Diagnosen bis heute bekommen/gemacht? -Wann (Chronologie)?
-Welcher Kostenträger zahlt? Seit wann?
-Wohnst du selbstständig in einer Wohnung alleine, in einer Wohngruppe, ambulant betreutes Wohnen?
-Wann ist der Termin beim Psychiater? ..bzw. wer hat dir wann geschrieben, dass du zu einem musst? Formulierung im Schreiben?
Srry, für's Kurzangebunden sein, hab wenig Kopfzeit gerade... mit mehr Infos, kann ich dir denk ich weiter helfen. LG






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