schizoide Persöhnlichkeitsstörung

(außer Borderline)
Gast

schizoide Persöhnlichkeitsstörung

Beitragvon Gast » Di 22. Nov 2016, 20:36

Hallo auch!

Mal sehen, wo ich da anfange. Ich denke, ich werde mich mal vorstellen. Bin 43 (endlich Halbzeit), männlich und extrem introvertiert. Seit meiner Kindheit wußte ich, mit mir stimmt was nicht. Ich habe viel Mist hinter mir und bin jetzt in einer Situation, die mir erlaubt, mal so eine Art Lebenszeichen zu geben. Ich "leide" an einer sogenannten schizoiden Persönlichkeitsstörung. Kommunikation und zwischenmenschliche Beziehungen liegen mir einfach nicht. Obwohl sich etwas in mir fragt, was mache ich hier eigentlich, werde einfach mal fortfahren.
Neben Depressionen, wurde mir auch eine generalisierte Angsterkrankung diagnostiziert. Ich halte von Diagnosen eigentlich nicht viel, aber in der
heutigen leistungsorientierten Gesellschaft, in der Du nichts bist, wenn Du nicht arbeitest, habe ich mit dieser Diagnose eine Erklärung dafür, wie alles gelaufen ist.
Ich bin ein Scheidungskind. Wurde viel gemobbt. Keine Freunde, keine Freude. Folge: Interessenlosigkeit und Berufsunfähigkeit. Und so habe ich den Mensch kennengelernt: Vertrauensunwürdig, militant, arrogant, sadistisch, empathielos, gefühllos, narzisstisch und egomanisch (nur um einige zu nennen). Ja sicher, jetzt werden einige sagen: es sind nicht alle so. Tja, ich habe keine anderen kennengelernt. Vielleicht bin ich zu eigenbrötlerisch, z u eigen. Aber egal, wie es jetzt ist. Zum Thema:
Ich habe viel über diese Erkrankung gelesen, Damals Bücher, heute Internet. Die meißten Menschen, die an einer schizoiden Persönlichkeitsstörung "erkrankt" sind, wollen auch keine Kontakte, und werden sich ganz sicher nicht mit Kontakten zumüllen.
Warum ich mich jetzt mal melde, heißt nicht, das ich es gar nicht erwarten kann, mich von Menschen einzukesseln zu lassen.
Der Umgang mit dem Menschen ist für mich eine Qual. Schon die Vorstellung, jetzt einkaufen zu müssen, sorgt für ein Unbehagen. Mein Kontakt zu Menschen geht nie über ein "Hallo" oder ein "Wiedersehen" hinaus.
Da ist der Winter echt von Vorteil. Mit Mütze und Schal vermummt geht das schon.
Wahnsinn, was ich bisher überlebt habe. Gönne ich meinen ärgsten Feinden nicht.

Ich werde jetzt nicht weiter auf mich eingehen und es kann sein, daß ich mich die nächsten 30 Jahre nicht mehr melde, aber mich würde mal interessieren, ob es noch Menschen gibt, die ähnlich ticken.

Grüße

Yildiron
Beiträge: 3
Registriert: Sa 13. Mai 2017, 22:18

Re: schizoide Persöhnlichkeitsstörung

Beitragvon Yildiron » Do 1. Jun 2017, 22:09

Selber Hallo!

also wie du es beschreibst, kann ich mich da selber ganz gut mit identifizieren. Ich hatte auch seit meiner Kindheit mit Angstattacken zu tun, die sich über die Jahre zu einer ernstzunehnenden Krankheit entwickelt haben. Ich war noch nie gut im Umgang mit Menschen und bin durch meine Mutter narzisstisch veranlagt, bis ich meine Barrieren für ein Mädchen aufgab und tief tief in ein schwarzes Loch fiel, nachdem sie mich zurückwies. Gespräche mit der Kassiererin sind bei mir auch die längsten Gespräche die ich am Tag führe, ich verstehe meine eigene Muttersprache nicht bzw. den Inhalt während eines “normalen“ Gesprächs. Wenn es mehrere Personen sind ist es noch schlimmer. Empathievermögen ist bei mir unter 0 und ich bin erst 24. Vielleicht hilft es dir ja, auch mal sowas zu hören, weil ich glaube ich verstehe, in welcher Situation du dich befindest und wie du leidest.





Zurück zu „Persönlichkeitsstörungen-Forum“



cron