Dissoziation - mit mir stimmt etwas nicht

(außer Borderline)
Bosse
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Registriert: Mi 9. Aug 2017, 21:16

Dissoziation - mit mir stimmt etwas nicht

Beitragvon Bosse » Mi 9. Aug 2017, 21:44

Ich weiß selbst nicht genau was mit mir nicht stimmt, fühlt sich auch unangenehm an darüber zu berichten. Leide wahrscheinlich an Dissoziation schon seit ich mich erinnern kann, bin jetzt 21. Als ich 5 war kam ich in eine Pflegefamilie, weil meine Mutter psychotisch war und ab und zu immer noch ist. Meine Eltern haben sich, als ich 4 war, voneinander getrennt. In der Kindheit bei der Pflegefamilie und in der Schule habe ich mich oft unverstanden und angegriffen gefühlt, war dauerhaft im "Verteidigungsmodus" und aggressiv, aber nicht körperlich. Hab mich auch energisch gegen alles gewehrt, was mir nicht passte. Dann so ab 10 bis 18 war ich eigentlich dauerhaft nur vorm PC, habe kaum soziale Kontakte gehabt und mich abgekapselt. Dann mit 19 habe ich versucht so zu sein wie die anderen, d.h. endlich eine Freundin haben und sozial "gesund" sein etc., weil mir langsam aufgefallen ist das mit mir was nicht stimmt. Seit etwa einem halben Jahr bin ich in Behandlung bei einem Psychotherapeuten und nehme auch Medikamente (Venlafaxin morgens und abends Quetiapin zum Einschlafen).
Ich habe keine richtigen Gefühle, wo ich sagen kann, das ist genau das was ich jetzt fühle. Mein Therapeut sind nach einer Zeit darauf gekommen, dass ich Dissoziationen habe und mittlerweile vergessene Traumata damit verarbeitet habe. Möglicherweise auch Multiple Persönlichkeitsstörung, darüber habe ich aber noch nicht geredet mit ihm. Alles fühlt sich unwirklich an. Sehe auch keinen richtigen Sinn im Leben und habe keinen Ansatz, dem ich folgen könnte. Oft frage ich mich was jetzt die "richtige" Art und Weise ist zu denken und zu handeln, besonders im Umgang mit anderen Menschen.
Wenn ich sehr müde bin und/oder Quetiapin genommen habe fühlt sich manchmal das Sitzen auf dem Stuhl oder das Liegen im Bett an, als ob ich levitiere. Es fühlt sich an als ob ich gleichzeitig versinken und schweben würde. Aber diesen Zustand kann ich nur etwa eine Sekunde aushalten, weil ich dann starke Angst bekomme, bis es wieder vorbei ist. Möglicherweise ist dort meine Erlösung versteckt? Eines Abends im Bett habe ich es immer wieder versucht diesen Zustand auszuhalten und dann kam ein heftiges Herzpochen, aber weniger Angst, ich wusste das gleich etwas passieren würde, wovor ich Angst habe, und dann war es vorbei und diese Gefühle kamen lange nicht mehr. Wurde dort ein Trauma verarbeitet? Jetzt fängt es wieder an mit den komischen Gefühlen. Vielleicht sind das Trigger? Ich weiß es nicht, was mich so demotiviert, denn ich keine genauen Weg und weiß auch nicht was ich tun kann, außer diese Gefühle auszuhalten lernen, um meine Störung(en) wegzukriegen. Ich will endlich leben wie ein freier, selbstbewusster, normaler Mensch. Das war alles. Hab den Text nur geschrieben um evtl. jemanden zu finden, der ähnliches erlebt oder erlebt hat wie ich. Danke fürs Lesen.

motu

Re: Dissoziation - mit mir stimmt etwas nicht

Beitragvon motu » Do 10. Aug 2017, 09:42

Hast du schon mit deinem Therapeuten über den letzten Absatz gesprochen? Ich könnte mir vorstellen, dass wenn du das (also das 'levitieren') unter 'Aufsicht' noch mal versuchst, dass es zu Therapiefortschritten kommen kann.

Bosse
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Re: Dissoziation - mit mir stimmt etwas nicht

Beitragvon Bosse » Fr 11. Aug 2017, 13:42

Leider kann ich das nicht geplant hervorrufen, es kommt einfach manchmal.





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