Angst eines Persönlichkeitsanteils

(außer Borderline)
Multilei

Angst eines Persönlichkeitsanteils

Beitragvon Multilei » Do 6. Jul 2017, 16:55

Hallo,

ich hoffe das mein Beitrag hier richtig ist, sonst einfach verschieben.
Mich belastet, dass ich verschiedenen Innenanteile habe und zwei davon haben oft Angst, vor allem im Moment das Kind. Manchmal fühle ich mich gut und dann switche ich wegen irgendeinem Trigger und dann habe ich Angst, also der Anteil in den ich geswitcht bin hat große Angst, aber ich weiß nie vor was und wie ich helfen soll. Ich werde dann mit der Zeit auch aggressiv deswegen.
Gibt es hier jemanden der auch abgespaltende Innenanteile hat die Angst haben? Und was hilft euch bzw hat jemand einen Ratschlag?

vom

Re: Angst eines Persönlichkeitsanteils

Beitragvon vom » Do 13. Jul 2017, 10:04

Wieviele 'Innenanteile' hast Du - und wie bezeichnest Du sie im Einzelnen?
Kind. Und sonst?

Multilei

Re: Angst eines Persönlichkeitsanteils

Beitragvon Multilei » Mo 17. Jul 2017, 10:05

Danke für deine Antwort! Also es gibt 3 Anteile, ich habe keine richtige Bezeichnung für sie, also sie haben Namen und Eigenschaften und so. Mein Therapeut sagt, einer ist der Beschützer und die andere ist ein traumatisierter Anteil und dann noch das Kind eben. Wir sind diesbezüglich noch nicht so weit in der Therapie. Irgendwie sind die einfach da, ich weiß nicht welche Aufgabe sie erfüllen oder wie ich sie bezeichnen soll.

windblown

Re: Angst eines Persönlichkeitsanteils

Beitragvon windblown » Sa 22. Jul 2017, 11:53

Es ist nicht einfach, sich in Dein Thema hineinzuversetzen. Deshalb fragt man ...

Wie erlebst Du den von Deinem Therapeuten so bezeichneten "Beschützer"?
Als Person? Männlich? Weiblich?
Erinnert "er" Dich an jemanden?

Wie fühlst Du Dich, wenn "er" auftaucht?

Multilei

Re: Angst eines Persönlichkeitsanteils

Beitragvon Multilei » Do 27. Jul 2017, 18:43

Der Beschützer ist weiblich und da habe ich zweigeteilte Gefühle. Ich mag sie weil sie immer Spaß hat, aber sie ist schnell aggressiv und hat tatsächlich auch täteridentifizierte Anteile weshalb sie für den Rest des Systems triggernd ist.
Manchmal wenn es mir schlecht geht weil ich mich bedroht fühle und sie taucht auf, dann bin ich froh, weil dann kann ich
untertauchen und muss keine Angst haben, weil sie alles regelt. Aber sie regelt es halt auf ihre eigene Art, also mit Wut. Sie schlägt verbal um sich um den Rest des Systems zu schützen.

windblown

Re: Angst eines Persönlichkeitsanteils

Beitragvon windblown » Di 1. Aug 2017, 08:39

Wie war Deine Kindheit insgesamt?
Und welche Beziehung hattest Du speziell zu Deiner Mutter?

Danach hat Dein Therapeut ja sicherlich auch gefragt.

Multilei

Re: Angst eines Persönlichkeitsanteils

Beitragvon Multilei » Fr 4. Aug 2017, 18:05

Hat er mich auch gefragt hab nicht geantwortet, schwieriges Thema. Die Beziehung zur Mutter war auch wiedersprüchlich. Mal hat sie mich aufgewertet, dann abgewertet im Minutentakt. Ich wusste nie wer sie ist und was sie will. Ich habe mich dann verschlossen. Vielleicht kann ich deswegen nicht so gut mit dem ängstlichen Kind umgehen?!

windblown

Re: Angst eines Persönlichkeitsanteils

Beitragvon windblown » Mo 7. Aug 2017, 18:06

Ich muß zur Diskussion sagen: ich bin NICHT vom Fach (Psychoanalyse).
Mich interessieren Deine Probleme.
Wenn Du Dich bedrängt fühlst, schreib' es bitte.

Multilei

Re: Angst eines Persönlichkeitsanteils

Beitragvon Multilei » Mo 14. Aug 2017, 18:42

Huch, das habe ich doch gar nicht gesagt! Fühle mich nicht bedrängt, alles gut! :) Du fragst ja nur!
Wie kommst du darauf, weil ich geschrieben habe, dass ich meinem Thera nicht geantwortet habe?

windblown

Re: Angst eines Persönlichkeitsanteils

Beitragvon windblown » Do 17. Aug 2017, 21:00

Nein - nein.
Nur sicherheitshalber.
Damit nicht irgendein Leser auf die Idee kommt, ich würde mich hier als Fachmann aufführen. :)

Multilei

Re: Angst eines Persönlichkeitsanteils

Beitragvon Multilei » Mo 21. Aug 2017, 21:06

Ach was! Ich habe ja diesen thread erstellt und was gefragt, da ist es ja normal das man nachfragt zum Verständnis. Irgendwie ist das ja der Sinn und deine Fragen waren sehr sinnvoll weil sie viel mit der Thematik zu tun haben!
Ich hätte das gleiche auch gefragt beziehungsweise sind das Fragen die ich mir selbst auch stelle innerlich und über die ich nachdenke. Das Thema ist echt kompliziert.

windblown

Re: Angst eines Persönlichkeitsanteils

Beitragvon windblown » So 27. Aug 2017, 20:04

Soweit ich mich informiert habe, denke ich jedenfalls, daß Deine jetzigen Schwierigkeiten ihre Ursache in Deiner Kindheit haben. Es wird etwas dauern, sie aufzuarbeiten.

Zum Thema "unter der Mutter gelitten haben" möchte ich aus eigenem Erleben sagen: manchmal hilft es vielleicht, wenn man sich mit ihr (innerlich) versöhnt. Die wenigsten Mütter - so meine Meinung - haben ihre Kinder bewußt gequält.

Multilei

Re: Angst eines Persönlichkeitsanteils

Beitragvon Multilei » Fr 1. Sep 2017, 21:43

innerlich versöhnen finde ich super, guter Ansatz, bisher war mein Wunsch immer eine reale Versöhnung was nicht soooo gut klappt und dann war ich verzweifelt, aber innerlich wieder versöhnen ist eine gute Idee.

Meine Schwierigkeiten entspringen nur zu einem kleinen Teil meiner Kindheit. Ich habe leider 3 traumatische Jahre durchleben müssen, da begann das Abspalten der Anteile auch. Aber sicherlich ist eine komplizierte Kindheit eine gute Vorlage gewesen um mich vulnerabel und anfälliger zu machen.

windblown

Re: Angst eines Persönlichkeitsanteils

Beitragvon windblown » So 10. Sep 2017, 21:14

"3 traumatische Jahre"

... das Monster ... :shock:

***
Über meine Mutter könnte ich Seitennnnnn ... schreiben.
Sie hat traumatisiert - schlimm.

Meine Brüder haben sich später streitig mit ihr auseinandergesetzt. Ihren Lieblingssohn hat sie sodann "verstoßen".
Mich fragte sie später: "Und was hast DU mir vorzuwerfen?" Ich sagte: "Nichts".
Sie tat mir leid; ihr Leben war sehr schwer.

Heute bin ich froh, SO geantwortet zu haben.
Alles andere wäre Schuldzuweisung gewesen, die sie aufgrund ihrer Veranlagung und der sie schädigenden Lebensumstände nicht verdient hat.

wassel

Re: Angst eines Persönlichkeitsanteils

Beitragvon wassel » Mi 20. Sep 2017, 20:34

Ich wußte leider durch verschiedene Bezugspersonen und Pflegefamilien bzw. Heimaufenthalte auch nie wo ichmich einordnen konnte.
Dieses Auf-und Abwerten habe ich ebenfalls sehr schrecklich für mich gefunden. Mal war ich also richtig, dann wieder falsch. Das tat sehr weh.

Multilei

Re: Angst eines Persönlichkeitsanteils

Beitragvon Multilei » So 24. Sep 2017, 17:01

Danke für eure Antworten!
@windblown: die Antwort die du deiner Mutter gegeben hast, berührt mich irgendwie. Vor allem die Fürsorge ihr gegenüber die du trotz allem gehabt zu haben scheinst. Du sagst, die hätte Anschuldigungen nicht verdient aufgrund ihrer Veranlagerung und ihrer Lebensumstände. Sicherlich ist das ein Grund, aber ich persönlich finde Lebensumstände sind keine Entschuldigung für Fehlverhalten. Ich habe auch Lebensumstände, vor allem hatte ich extrem schlimme Jahre, aber ich würde mich trotzdem niemals derartig verhalten. Es gibt Grenzen. Und ein Täter hat auch immer seine Umstände als Grund genannt, aber das ist mir egal. Weil getan hat er es trotzdem und man hat immer eine Entscheidung. Es sei denn die Person ist ein Tier oder geistig behindert, dann nicht. Aber ich glaube fest daran, dass der Punkt kommt wo man sich entscheiden kann wie man sich verhält.
Trotzdem denke ich das du mit deiner Reaktion ja einen guten Weg für dich gefunden zu haben scheinst und letztendlich darum geht es ja, um dich und darum das es dir weitgehend gut geht.

@wassel: das tut richtig weh, ja, das kann man auch gar nicht schön reden. Das schlimme ist, dass wenn man so aufwächst wird man ja darauf konditioniert, gerade Kinder die denken sowas ist normal und dann werden sie erwachsen und haben soziale Kontakte und dann merkt man wie verkorkst man selbst wird weil man das so verinnerlicht hat wie die Eltern einen behandelt haben. Da gehört harte Arbeit dazu um das zu durchschauen und sich selbst nicht so zu verhalten.

windblown

Re: Angst eines Persönlichkeitsanteils

Beitragvon windblown » Di 3. Okt 2017, 20:48

Multilei hat geschrieben:
"ich persönlich finde Lebensumstände sind keine Entschuldigung für Fehlverhalten."

Was Du schreibst, klingt unversöhnlich.
Die Formulierung "FEHL-Verhalten" beinhaltet anschuldigend ABSICHT: 'der/die müßte es eigentlich besser wissen'.

"Lebensumstände" können Auslöser für Angst, Verzweiflung, Krankheit sein.
Die (kriegsgeschädigten) Menschen damals haben sich noch keine (insbesondere therapeutische) Hilfe holen können.
Und diesen Menschen gilt mein ganzes Mitleid.
Vorwürfe, Anschuldigungen und das Setzen von "Grenzen" gibt es bei mir für diese Menschen nicht. (Wie gehabt.)

Multilei hat geschrieben:
Ich werde dann mit der Zeit auch aggressiv deswegen.


Und dann bist Du sicherlich froh, wenn Dir diese Aggressivität niemand verübelt.

Für mein eigenes "Fehlverhalten", das ich keinesfalls mit 'Charakterschwäche' gleichsetze, wünsche ich mir jedenfalls - wenn schon nicht Verständnis und/oder Akzeptanz, so doch Toleranz.

Multilei

Re: Angst eines Persönlichkeitsanteils

Beitragvon Multilei » So 8. Okt 2017, 10:14

Hallo,
ich weiß gar nicht ob es unbedingt unversöhnlich ist. Aber ich bin mir etwas wert und niemand hat das Recht meine Grenzen zu überschreiten bzw kann er es ja machen, muss aber mit Gegenwind rechnen. Ich nehme mich nicht selbst zurück wenn jemand mir was antut, nur weil der Mensch irgendwas erlebt hat. Weißt du, es ist schon hart wenn du ein paar Jahre missbraucht wirst und der Täter dann sagt: ach sorry... ich hatte halt eine schlimme Zeit und wurde als Kind misbraucht.
Ein Schlag ins Gesicht ist das. Gepaart mit Hohn. Es gibt Grenzen. Ich muss sie einhalten. Dann sollte das für andere auch gelten.
Sicherlich habe ich Mitleid dann und erkenne die Gründe die sich unbewusst und intrapsychisch abspielen und damit zum Fehlverhalten führen. Doch sie ändern ja dann nichts daran, dass mir was angetan wurde und ich nun leide. Da ist der Grund egal.
Es kommt für mich immer auf das Fehlverhalten an und natürlich ist Toleranz da ganz wichtig. Man muss immer ein bisschen um die Ecke denken und gucken was man tolerieren kann und was nicht. Ich habe Menschen ganz viel durchgehen lassen aus lauter Toleranz, weil ich immer das Leid dahinter gesehen habe bis ich gemerkt habe, dass das Fehlverhalten dadurch aufrechterhalten wird, denn man bekommt ja immer Mitleid und Verständnis. Der der sich fehlverhält leidet ja auch und will sich sicherlich gar nicht so verhalten, da ist es auch mal eine Hilfe diesem Menschen Grenzen zu setzen. Auf konstruktive liebevolle Weise.






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