narzisstische Persönlichkeitsstörung?!

(außer Borderline)
amoureux

narzisstische Persönlichkeitsstörung?!

Beitragvon amoureux » Di 9. Jul 2013, 19:52

Hallo Zusammen,
ich möchte euch hier einen Fall aus meinem engeren Umkreis
erläutern und vielleicht weiß Jemand, wie ich der betreffenden Person helfen
kann. Ich habe einen Mann kennen gelernt, mit dem ich auch später eine
Beziehung begonnen habe, wenn man dies so nennen kann. Anfangs verlief noch
alles harmonisch, später wurde immer deutlicher, dass er ein großes Problem
hat. Er war geradezu zwanghaft darauf aus, Aufmerksamkeit zu erhalten, sein Leben
drehte dich nur darum, was er später mal für einen tollen Job ausüben möchte,
wie er das schaffen würde und dass er dann endlich so viel „Prestige“
erlangen würde, wie er eigentlich schon immer verdient hatte (dazu muss man
allerdings sagen, dass er dazu nicht die Grundvoraussetzungen mitgebracht hat,
weder durch die Schulbildung, noch durch seine spätere Ausbildung oder dem
folgenden beruflichen Werdegang…Wunschdenken also!).

Auf andere Leute reagierte er immer eigenartig, richtige Freunde hatte er eigentlich nur zwei
Personen und diese standen „unter seinem Scheffel“! Von Anfang an,
habe ich nur zu hören bekommen, was ICH falsch mache, dass ich ihm nicht
genügend meine Gefühle zeige, dass er doch so toll ist und man doch wohl
verlangen könne, dass der Partner genauso ist. Er wollte, dass man um ihn
kämpft, aber jegliche Versuche, um ihn zu kämpfen, waren nicht „gut genug“,
man hätte sich mehr anstrengen müssen und so weiter. Nach Außen wirkte er immer
extrem selbstbewusst, man merkte aber, dass er alles andere als das war und das
durch sein Verhalten zu kompensieren versuchte. Zuhause flippte er häufig aus,
bekam Wutausbrüche, fing an zu weinen und meinte, dass jeder versuchen würde,
mich ihm wegzunehmen. Er suchte „zwanghaft“ nach dem perfekten
Partner, alles musste genau so sein, wie er es wollte. Kompromisse gab es
nicht. Seine Gefühle waren vordergründig, man musste sich um ihn kümmern, die Aufmerksamkeit
musste immer ihm zuteil werden, tat man dies nicht, wurde man wieder mit
Vorwürfen bombardiert, dass man einfach nicht genug Gefühle für ihn hätte. Ein normales
Miteinander war nicht möglich, sobald andere Leute da waren, gab es Ärger. Er
war nicht willens, die Gefühle und Bedürfnisse anderer zu erkennen oder sich
mit ihnen zu identifizieren. Sein Auftreten strotzte nur vor Arroganz und
Überheblichkeit und er sagte auch immer wieder, dass andere nur neidisch auf
ihn wären, wenn sie ihm widersprochen haben.

Als die Beziehung beendet wurde, hagelte es nur Vorwürfe, wie schlecht ich war,
was ich alles getan bzw. nicht getan hätte, dass ich ihn betrogen und belogen habe
und er keinen Fehler gemacht hat und sich jede Frau einen Partner wie ihn wünschen würde.
Er konnte nicht einsehen, dass seine Eifersucht alles kaputt gemacht hat und stellte mich
letztendlich noch als „die Kranke“ hin. Im Nachhinein hatte ich die
Möglichkeit mit der Partnerin zu reden, die er nach mir hatte. In dieser Beziehung
lief alles genauso ab, ich konnte mich somit vergewissern, dass es nicht nur
ein Einzelfall war. Nun frage ich euch: Kann man ihm auf irgendeine Weise
helfen? Oder muss er selbst begreifen, dass er ein Problem hat?

Kaki

Re: narzisstische Persönlichkeitsstörung?!

Beitragvon Kaki » Mi 2. Okt 2013, 19:52

Tja, du kannst ihm nicht helfen. Du siehst ja, daß du gegen eine Wand redest. Schwer zu akzeptieren, so ist es wohl.
(Ich weiß, man faßt es in der Situation einfach nicht, denn es ist ja genau anderherum, als er es darstellt...)

Lighthouse

Re: narzisstische Persönlichkeitsstörung?!

Beitragvon Lighthouse » So 22. Nov 2015, 08:55

Moin, Moin amoureux,

ich kann Deine Beschreibung sehr gut nachvollziehen, da ich selber Narzisst bin. Erfolgreich im Büro, bewundert von seinen Kollegen, durch das Provisionssystem meiner Firma immer unter den ersten drei von 40 Mitarbeitern. Eine Ehefrau, die mich anhimmelte, 3 Kinder von denen 2 Vorzeigekinder waren oder sind. Abi, Studium, Prädikatsabschlüsse. Ein Haus wie im Bilderbuch so wie in der Sparkassenwerbung: mein Haus mein Auto, mein Boot.............

Und dann hörte es auch auf.....

Meine Frau wandte sich von mir ab wegen meiner Ungleichbehandlung meiner Töchter und meinem "missratenen Sohn". Der Junge machte nicht anderes als meine Leistungsvorgaben nicht zu erfüllen. "Er spurte nicht so, wie ich es wollte". Mit 15 wandte sich meine jüngste Tochter von mir ab und ging in die Opposition. Die zweite mit 25. Dann ein "Glücksfall" für mich. Meine Frau betrog mich und ich konnte mich elegant aus der um den
Hals gelegten Schlinge befreien. Natürlich war meine Frau Schuld und nichts wert.

2 Jahre lebte ich allein mit 8 AuPair Mädeln aus allen Teilen der Welt, die mich vor den bösen Frauen beschützten........ Dann traf ich durch Zufall meine zweite Frau, meine ehemalige Jugendfreundin, mit der ich nur durch meinen Jahresaufenthalt in Australien getrennt wurde. Sie gab sofort Ihre Ehe auf. Wir erlebten ein Jahr, wie im Traum. Nach einem Jahr war der Traum aus geträumt. Brustkrebs mit Entfernung der Brust. 1998 war der Krebs
besiegt, glaubten wir. Heirateten am 30.12.98 und verbrachten ein Traumtage im Hochzeitszimmer einer westfälischen Burg. Keine 3 Wochen später war der Krebs wieder da. Metastasen in Leber, Lunge und Nieren. Sie starb unter grauenvollen Umständen am 31.12.2000.

Ich war von dem Augenblick alleine auf mich gestellt. Hatte niemanden mehr, der mich bewunderte und brach völlig zusammen. Sofort hörte ich auf zu arbeiten, verkaufte alles und zog zehn Jahre lang durch die Welt. in dieser Zeit verbitterte ich immer mehr. Es gab niemanden mehr, der mich bewunderte.

Heute lebe ich als Rentner völlig abgeschottet, weil mit Narzissten, will kein Mensch wirklich etwas zu tun haben, denn sie sind als Mitmenschen ehrlich gesagt Arschlöcher, die keinerlei Empathie haben. Mit ihnen ist es schwer auszukommen.

Liebe Grüße
Rolf :)

Gast

Re: narzisstische Persönlichkeitsstörung?!

Beitragvon Gast » Fr 29. Jun 2018, 15:58

Hallo zusammen,

nach fast 50 Jahren habe ich heute das Krankheitsbild Narzissmus kennengelernt. Klar hat man schon davon gehört, aber so richtig Bescheid darüber wusste ich nicht. Wie ich darauf kam nachzuschauen, ist ein wiederholter Vorfall von Schuldzuweisungen, gefordertes Mitleid und dicht machen von meiner Mutter. Das was nicht mit ihr stimmt habe ich schon gemerkt, aber wenn man damit aufwächst, ist ja vieles bereits Normalität. Da sie seit 20 Jahren im Ausland lebt sehe ich sie 2-3x im Jahr, was natürlich vieles vereinfacht (oder eben manchmal auch nicht).
Heute Abend wird sie wieder einmal zu uns auf Besuch kommen, da meine Tochter sie zu ihrer Abschlusspräsentation der Schule eingeladen hat. Eigentlich hatten wir garnicht damit gerechnet dass sie kommt, aber sie hat einen Flug gebucht und uns dann informiert. Ich hatte dann gleich geschrieben, dass wir heute Abend eingeladen sind und sie nicht vom Flughafen holen können, dachte aber dass meine jüngere Tochter daheim ist. Nun hat sie aber heute Abend auch etwas vor- das Drama begann! Per Whats App begannen wüste Beschuldigungen, man würde das extra machen, weil sie nicht erwünscht ist. Sie drohte den Flug nicht anzutreten da sich ja eh nie jemand um sie kümmert. Nun hatte ich heute Morgen zur Schadensbegrenzung nochmal geschrieben, und sie sozusagen beruhigt, dass unsere Einladung nicht so lange geht etc. Angeschaut hat sie die Nachricht, aber keine Antwort gegeben! Ich war nun mal gogeln und hatte mein gesamtes Matyrium der Kindheit (ich bin Einzelkind) vor Augen:

Schon mit sieben schmiss ich den gesamten Haushalt (sie musste ja arbeiten). Vorwürfe den ganzen Tag, du bist zu dick, du kannst nichts, ich verlasse dich bzw. du kommst in eine Heim.
Sie war die Beste, alle anderen machen alles falsch.
Auch heute ist es immer noch so, sie tischt alte Geschichten auf um mich zu verletzen oder bloss zu stellen. Wenn meine Familie nicht nach ihrer Pfeife tanzt, droht sie in ein Hotel zu ziehen. Jedes Jahr an Weihnachten droht sie nie wieder zu kommen, da sie eh nichts versteht (wir wohnen in der Schweiz) und niemand mit ihr hochdeutsch spricht.
Meine Töchter spielt sie ständig gegeneinander aus lästert und beleidigt ungeniert, wie damals bei mir.
Manchmal wenn sie das essen kocht und nicht sofort überschwenglich dafür gelobt wird, rastet sie aus, bemitleidet sich selber, niemand hätte gesagt es schmeckt ihm.
Meine Mutter lebt als Eremit. Freundschaften hat sie nicht. Bekanntschaften halten meistens ein paar Monate- sind intensiv solange sie von sich prahlen kann, wenn die anderen quasi alles wissen, werden sie aussortiert. Natürlich mit der Begründung, sie hätten irgendeinen gravierenden Fehler zwischenmenschlicher Art gemacht! Auch Ärzte, Handwerker etc. sind alles Luschen und werden kontinuierlich ausgewechselt.
Einen Mann hat sie sie auch nicht-sicher schon 20 Jahre nicht. Gut, ich denke der würde ihrer eh nicht gerecht sein.

Ich glaube ich liege mit der Diagnose nicht so ganz falsch, oder? Was meint ihr?






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