was ist Multiple Persönlichkeit / Dissoziative Identitätsstörung

(außer Borderline)
deluse

was ist Multiple Persönlichkeit / Dissoziative Identitätsstörung

Beitragvon deluse » Mo 6. Apr 2015, 14:30

1. Was ist MPS/DIS?

----- MPS ist eine Überlebenstaktik. Sie ist der kreative Versuch schwersttraumatisierter Kinder, sich selbst vor dem Trauma und dem Mißbrauch zu schützen (z. B.: "Das alles passiert gar nicht mir"). Das "Abtrennen" von Traumata wird durch das dissoziieren (abblocken, verdrängen) dieser Kinder zu "separaten Persönlichkeiten/Anteilen in oder neben ihrem einzigen Ich". Nur Kinder haben die ausreichende Flexibilität (und Verwundbarkeit), um sich an die Traumata so anzupassen, daß sie Innenpersonen erschaffen.



2. Ich dachte, daß MPS/DIS und Schizophrenie das gleiche wäre.

----- MPS ist NICHT Schizophrenie! Die meisten Leute denken, daß Schizophrenie "gespaltene Persönlichkeit" bedeutet. Tatsächlich ist dies völlig unzutreffend. Nicht Schizophrenie bedeutet "aufgespaltene Persönlichkeit", sondern MPS. Schizophrenie ist eine chronische Form der Psychose, die auf einer biochemischen/genetischen Störung des Gehirns beruht. SCHIZOPHRENE HABEN KEINE ANDEREN PERSÖNLICHKEITEN. Schizophrenie wird nicht durch Traumata ausgelöst, und bringt auch nicht Amnesien und Flashbacks mit sich. Multiple hören Stimmen in ihrem Innern. Schizophrene hören Stimmen, die von außen her kommen.



3. Wann kann ein Mensch multipel werden?

----- MPS entsteht in der Kindheit, meist zwischen dem dritten und dem neunten Lebensjahr. Es gibt jugendlichen Diabetes und Diabetes, der im Erwachsenenalter beginnt, aber es gibt keine MPS, die im Erwachsenenalter beginnt. Nur Kinder haben die ausreichende Flexibilität (und die Verwundbarkeit) auf die Traumata so zu reagieren, daß sie ihr "noch vereinigtes" Selbst in unterschiedliche, dissoziierte Teile auseinanderbrechen. Erwachsene haben nicht die Kapazitäten um sich mit der Erschaffung von Innenpersonen an ein Trauma anzupassen. (Davon ausgenommen sind Erwachsene die in ihrer Kindheit multipel wurden und die als Erwachsene weiterhin neue Innenpersonen ausbilden.)



4. Ist MPS nicht einfach nur eine Art, um Aufmerksamkeit zu erregen?

----- Es wird oft angenommen, daß MPS/DIS vorgetäuscht wird und eine bizarre Form von "Spielverhalten" ist, welches von manipulierenden und nach Aufmerksamkeit heischenden Personen ausagiert wird. Das ist es nicht. MPS ist eine "versteckte Störung". 80-90 % der PatientInnen haben keinerlei Anhaltspunkte, daß sie multipel sind. Die meisten wissen, daß da etwas mit ihnen nicht stimmt; viele befürchten, daß sie verrückt sind - aber nur wenige wissen, daß sie multipel sind.



5. Ist MPS/DIS nicht nur eine Übertreibung der verschiedenen Teile unserer Persönlichkeit; sind wir nicht alle ein bißchen multipel?

----- Ja, wir haben alle unterschiedliche Aspekte in unseren Persönlichkeiten. Nein, MPS/DIS ist nicht "nur eine besondere Ausgeprägtheit" dieser Teile. Ein Aspekt einer Persönlichkeit wird nicht die Kreditkarte benutzen und sich dann nicht mehr daran erinnern.



6. Warum?

----- Aus nicht weniger als 6 Gründen:

1. Weil wir nicht alle eine dissoziative Störung haben;

2. Weil nicht alle von uns schweren und andauernden Mißbrauch in der Kindheit oder Traumata erlitten haben;

3. Weil wir nicht alle Amnesien im Bezug auf unser Tun haben, wenn ein anderer Teil (eine Innenperson) unserer Persönlichkeit im Vordergrund ist;

4. Weil der "Grund des Daseins" der verschiedenen Seiten unserer Persönlichkeit nicht der ist, daß Informationen oder Gefühle über Traumata vor uns versteckt werden;

5. Weil wir nicht alle eine erhöhte Hypnotisierbarkeit haben;

und

6. Weil wir nicht alle eine POSTTRAUMATISCHE BELASTUNGSSTÖRUNG entwickeln.



7. Wieviel Innenpersonen gibt es?

----- Die Anzahl der Innenpersonen kann aus drei Faktoren heraus erklärt werden:

* 1) die Schwere der Traumata;

* 2) wie lange die Traumata angedauert haben;

und

* 3) das Maß der Verwundbarkeit des Kindes. Demnach wird eine Multiple Persönlichkeit, die im Alter zwischen 7 und 10 ein halbes dutzend Mal von einem entfernten Verwandten mißbraucht worden ist, weit weniger Innenpersonen haben als eine Multiple Persönlichkeit, die von beiden Eltern während der gesamten Kindheit bis zum 16. Lebensjahr schwer körperlich, sexuell und emotional mißbraucht worden ist. Die letztgenannte Person könnte tatsächlich ziemlich leicht auf eine Anzahl von 30 bis 50 (oder mehr) Innenpersonen kommen; sogar bis zu Hunderten von Personen sind möglich. Es ist wichtig sich daran zu erinnern, daß jede Person verschieden ist, und so kann es einige Leute geben, die nicht so viel Mißbrauch erlitten haben und dennoch viele Innenpersonen haben oder auch Leute, die sehr viel Mißbrauch erlebt haben und nicht ganz so viele Innenpersonen haben.



8. Wie kann eine Person so viele unterschiedliche Innenpersonen bei sich haben?
Wie würdest Du die Unterschiede zwischen den einzelnen erklären?

----- Die Antworten auf diese Frage erfordert das Klarstellen mehrerer Punkte.

* Zunächst: MPS ist ein irreführender Begriff - "Dissoziierte-Selbst-Störung" wäre vielleicht ein besseres Wort. Es gibt nur ein Selbst, das in multiple Teile dissoziiert ist. Durch den Begriff MPS ist man geneigt, diesen als "Multiple-Selbst-Störung" mißzuverstehen. Tatsächlich ist da nur ein Selbst, wie sehr aufgeteilt oder dissoziiert dieses auch immer sein mag.

* Zweitens: normalerweise sind nur 3 bis 6 Alter/Innenpersonen im Alltag besonders aktiv (die z. Bsp. die volle ausübende Kontrolle haben). Die restlichen der Innenpersonen sind relativ ruhig (oft sogar über einen langen Zeitraum schlafend).

* Drittens: ES IST KEINE VORAUSSETZUNG, DASS VERSCHIEDENE INNENPERSONEN FÜR EINEN BEOBACHTER ALS VERSCHIEDEN ZU ERKENNEN SIND. Das einzige, was notwendig ist, ist daß jede der Personen die grundlegende Funktion einer Innenperson ausfüllt - und die ist, die Hostpersönlichkeit zu schützen. Und zwar davor, etwas über die Traumata zu wissen, und auch davor, diese erleben zu müssen. Diese Aufgabe wird durch die dissoziative Barrieren oder amnestische Mauern erfüllt. Folglich ist es denkbar, daß eine Multiple Persönlichkeit Dutzende von Innenpersonen hat, die alle gleich aussehen, die aber trotzdem die Funktion ausfüllen, Traumata vor der Hostperson abzuschotten (und sie unter vielen Innenpersonen aufzusplittern). Die Antworten auf die obigen Fragen können nun leichter im Licht der grundlegenden Aufgabe einer Innenperson verstanden werden. Wenn der Grund des Daseins von Innenpersonen der ist, Traumata von der Hostpersönlichkeit abzukapseln, damit diese fähig ist, weiterhin zu funktionieren ohne überflutet zu werden, dann können auch zusätzliche Innenpersonen geschaffen werden, die helfen das Trauma einzuschließen. Es ist weder erforderlich daß diese neuen Innenpersonen unterschiedlich aussehen, noch ist es nötig, daß sie alle zur selben Zeit aktiv sind; es ist nur notwendig, daß sie ihre Arbeit tun (die, das Trauma des Mißbrauchs abzukapseln).



9. Was für "Arten" von Innenpersonen können vorkommen?

----- Ich möchte an dieser Stelle kurz erwähnen, daß, genausowenig wie eine einzelne Person einer anderen Einzelperson gleicht, es auch keine zwei Multiplen gibt, die die selbe Zusammensetzung von Innenpersonen haben. (Multiple nennen die Gemeinschaft von inneren Familienmitgliedern/Innenpersonen eine Familie/ein System). Jede/r Multi (ein Spitzname für jemanden mit MPS) hat eine unterschiedliche Geschichte, und genauso ist es mit jedem Familienmitglied/jeder Innenperson innerhalb eines multiplen Systems. Was folgt ist nur eine Liste der Innenpersonen, die am häufigsten vorkommen können. Manche Familien/Systeme haben eventuell nicht alle der im folgenden aufgeführten Personen bei sich, oder eben auch welche bei sich, die unten nicht aufgeschrieben wurden.

Die Familienmitglieder/Innenpersonen die bei einer multiplen Persönlichkeit meistens vorkommen sind:

Kernpersönlichkeit: Fast alle Familien/Systeme haben eine Kernperson. Normalerweise ist diese Person das "erstgeborene Kind", das bei der ersten Mißbrauchshandlung, welche die erste Alterpersönlichkeit erzeugt hat, verschwunden ist.

Hostpersönlichkeit: Normalerweise verängstigt, depressiv und ohne Anhaltspunkt, daß sie/er multipel sein könnte.

Beschützer: Starke, ärgerliche Familienmitglieder/Alter, von denen manche die Verantwortung tragen, für die Sicherheit der Kindpersönlichkeiten zu sorgen. Andere haben die Aufgabe, das Geheimnis des Mißbrauchs zu bewahren.

Innerer Selbst-Helfer (ISH): Weiß vieles über die innere Familie/das System, und möchte allen helfen, Verbesserungen für das gesamte System zu erreichen. Manchmal haben sie sehr viele Informationen über die einzelnen Familienmitglieder/Alterpersonen. Und sie sind normalerweise eine große Hilfe im therapeutischen Prozeß.

Fragmente: Nicht voll ausgebildete Alter-Persönlichkeiten. Sie haben nur ein oder zwei Erinnerungen an bestimmte Mißbrauchssituationen.

Kinder: Sind in jedem Alter zu finden, vom Baby bis zu ca. 8 Jahren. Kindpersönlichkeiten verhalten sich wie Kinder. Sie wollen spielen, malen und Cartoons anschauen. Diejenigen, die Mißbrauch erlitten haben sind oft destruktiv und depressiv.

Pre-teen: Sind im Alter zwischen 9-11.

Teenager: Mitglieder/Alterpersonen die zwischen 12 und 18 Jahren alt sind. Sie sind typische Teenis, kauen Kaugummi, hören laute Musik, möchten gern auf Parties gehen und mit anderen Teenis herumhängen.

Erwachsene: Mitglieder/Alterpersonen in der Familie/im System, die älter als 18 Jahre alt sind. Sie sind sehr individualistisch und haben meist Fähigkeiten, die die Hostperson nicht hat.

Innerhalb der Gruppen der Kinder, Pre-teens, Teenis und Erwachsenen können auch Untergruppen vorhanden sein, in denen sich folgende Persönlichkeiten befinden können:

Künstlerische/Musische: Mitglieder/Alterpersonen, die Freude an der Beschäftigung mit Musik und Kunst haben. Oft gestalten sie schöne Kunstwerke, wobei die Hostperson keine Ahnung hat, woher diese kommen. Auch hat der/die Host selber nicht das Talent, jemals etwas in dieser Art zu schaffen.

Gegengeschlechtliche: Mitglieder/Alterpersonen, die das dem Körper entgegengesetzte Geschlecht haben. Sie haben eventuell eine andere sexuelle Orientierung als die Hostpersönlichkeit.

Verschiedene Hautfarben: Mitglieder/Alter die einer anderen Rasse angehören, als die, zu der der Körper gehört.

Alterpersonen, die Tiere o. ä. sind: Jede Art von Tieren, aber hauptsächlich mächtige Kämpfer, geboren um zu schützen (z. B. Wölfe oder Werwölfe, Drachen, Tiger, Vampire usw.).

Unbelebte Mitglieder/Alter: Objekte ohne jegliche Gefühle, die nicht sehen, hören oder sprechen (z. B. Felsen, Bäume, Mauern).



10. Wie häufig ist MPS?

----- Auch wenn die Angaben nicht alle gleich sind: die treffendste Schätzung des Auftretens von MPS ist die, daß ungefähr 1% der Bevölkerung davon betroffen ist. Das würde bedeuten, daß alleine in den USA mindestens 2.000.000 Menschen betroffen sind.



11. Warum sind es so viele?

----- Weil MPS direkt mit dem Auftreten von Kindesmißbrauch verknüpft ist. Und leider ist der Mißbrauch von Kindern nur allzuhäufig.



12. Wie sehr ist eine Person mit MPS/DIS beeinträchtigt?

----- Der Grad der Schädigung bei verschiedenen Personen mit MPS kann am besten mit den Schädigungen, die auf Alkoholismus zurückzuführen sind verglichen werden. Beeinträchtigungen durch Alkoholkonsum kann a) die unterschiedlichsten Leute treffen, vom gesellschaftlichen Außenseiter, bis hin zum gut funktionierenden Senator, Kongreßabgeordneten oder Firmchenchef und b) wechselt der Alkoholkonsum in verschiedenen Lebensabschnitten, wobei jede Form vorkommen kann. Mit MPS ist es sehr ähnlich. Es gibt einige Multiple, die ständige Psychiatrie-Patienten sind. Wieder andere landen aufgrund von selbstzerstörerischem Verhalten immer wieder in der Klinik. Und es gibt viele mehr, die Kinder aufziehen, zur Arbeit gehen, und die eventuell sogar sehr gut funktionierende Richter, Ärzte oder Psychotherapeuten sind.



13. Inwiefern ist es hilfreich multipel zu sein?

----- Wenn du multipel bist, sind die Alterpersonen überwiegend gute Freunde von dir. Sie sind gekommen, um dich zu retten, haben für dich Schmerzen ertragen. Sie haben viele deiner Gefühle versteckt, als es nicht sicher war, solche Gefühle zu haben, und als keine sichere Person zu finden war, der du diese Gefühle zeigen konntest.



14. Ist es schlecht ein "Multi" zu sein?

----- Sicherlich nicht. Multipel zu sein hilft einigen, am Leben zu bleiben. Es erlaubt ihnen, sich selbst zu schützen, und im Angesicht schweren Mißbrauchs geistig gesund zu bleiben. Es erlaubt ihnen, die schweren Zeiten zu ertragen und zu überstehen, und ihr Herz und ihre Seele vor den Tätern zu schützen.



15. Bin ich verrückt?

----- Multipel zu sein heißt nicht, daß du verrückt bist, aber es kann sich für dich anfühlen, als ob du verrückt bist. Wenn du auf diese Weise an dir zweifelst, kannst du verwirrt oder unsicher werden. Außerdem kannst du dich beschämt oder ängstlich fühlen. Oder du willst viel Zeit alleine verbringen. Diese Selbstzweifel und die Verwirrung können bewirken, daß du dich gegenüber dir selbst schlecht fühlst.



16. Wie lange wird das andauern? Wird es von selber weggehen?

----- Eine Person die multipel ist wird multipel BLEIBEN, bis sie erfolgreich behandelt worden ist. Ungefähr 90 % der Multiplen sind sich ihres multipelseins überhaupt nicht bewußt. Die Symptome von MPS nehmen zu und wieder ab. Mit einer Person die multipel ist, kann viele Jahre alles in Ordnung sein. Und dann beginnt sie auf einmal starke Symptome zu zeigen - die normalerweise durch Flashbacks an die früheren Traumata ausgelöst werden. MPS/DIS ist behandelbar, aber es geht nicht einfach so von selber weg.



17. Auf welche Anzeichen sollte ich achten, wenn ich denke, daß ich/oder ein Freund/Familienmitglied möglicherweise multipel sein könnte?

----- MAN SOLLTE MPS IN ERWÄGUNG ZIEHEN, WENN EINE VORGESCHICHTE VON FOLGENDEN (VERHALTENS)MUSTERN AUFTRITT:

a. Vorgeschichte von Depression oder suizidalem Verhalten.

b. Kindheitsgeschichte von körperlichem, sexuellem, emotionalen oder seelischem Mißbrauch... Berichte darüber, daß ein Elternteil sehr kalt war und kritische Berichte über "wundervolle" Eltern von einer Person, die augenscheinlich gefühlsmäßige Probleme hat.

c. Mißbräuchliche Beziehungen als Erwachsener.

d. Sehr starke Schamgefühle, betrachtet sich selbst als schlecht oder unerwünscht, opfert sich selbst für andere auf, fühlt daß er/sie keine Hilfe verdient; ist bedrückt, bittet sehr ungern um Hilfe, ist sich sicher daß du nicht damit belästigt werden möchtest, ihn oder sie zu sehen.

e. Erzählt über die Fähigkeit, Schmerz ausschalten zu können oder "ihn aus meinem Bewußtsein herauszunehmen".

f. Selbstverstümmelndes oder selbstverletzendes Verhalten.

g. Hört Stimmen aus dem Inneren.

h. Flashbacks (visuell, auditorisch, somatisch, gefühlsmäßig, oder im Verhalten)

i. Geschichte von nicht erfolgreichen Therapien.

j. In der Vergangenheit verschiedene Diagnosen (z. B.: Depression, Schizophrenie, Bipolare Störung, Borderline Persönlichkeitsstörung, Substanzmißbrauch).

k. Geschichte eines Bildes sich verschiebender Symptome (Montags Symptome der einen Störung und Dienstags Symptome einer anderen Störung.)

l. Berichte von eigenartigen Veränderungen oder Abweichungen bei körperlichen Fähigkeiten oder bei Interessen.

m. Gute Freunden beschreiben die Person als ob sie 2 Persönlichkeiten hätte (à la "Dr. Jekyll & Mr. Hyde").

n. Familiengeschichte von Dissoziation.

o. Phobien oder Panikattacken.

p. Zeitverluste (Minuten, Stunden, Tage, Monate, Jahre).

q. Tagsüber einnässen oder einkoten.

r. Vorgeschichte von psychophysiologischen Symptomen (Psychosomatik).

s. Anfallsartige Episoden.

t. Vorgeschichte von Alpträumen und Schlafstörungen.

u. Vorgeschichte von Schlafwandeln.

v. Schulprobleme.

w. Berichte von telepathischen Erfahrungen.

x. Anorexie oder Bulimie.

y. Sexuelle Probleme.

z. Substanzmißbrauch.

Werden zwei Punkten unter a-p bestätigt, kann eine dissoziative Störung in Erwägung gezogen werden (z. B. DISNOS*, oder möglicherweise PTBS**.)
Bei vier oder mehr zutreffenden Punkten (speziell unter denen von a bis p) sollte man ernsthaft überlegen, ob MPS vorliegen könnte.

Für viele Beobachter ist MPS ein faszinierendes, exotisches und unheimliches Phänomen. Für den Patienten ist es verwirrend, unangenehm, manchmal erschreckend und eine ständige Quelle von unerwarteten Dingen. Die Behandlung von MPS ist schmerzhaft und unangenehm für den Patienten. Die abgespaltenen Traumata und Erinnerungen müssen angeschaut, erlebt, umgewandelt und in die Sicht des Patienten über sich selbst integriert werden. Auch muß die betroffene Person das Wesen der Eltern, die Beschaffenheit des Lebens und der alltäglichen Welt neu durchdenken. Wenn jede Innenperson sein oder ihr Trauma umgewandelt hat, dann kann die jeweilige Innenperson ihr Abgespaltensein aufgeben und sich zurück integrieren (weil diese Innenperson nicht länger gebraucht wird, um ein nicht verarbeitetes Trauma zu einzuschließen).
Die Heilung von MPS und von den Kindheitstraumata dauert in der Regel etwa fünf bis fünfzehn Jahre. Es ist ein langer Prozeß, der sich aber lohnt. Heilung passiert tatsächlich, also bleib dran und gib nicht auf.

*DSNNS: Dissoziative Störung, nicht näher spezifiziert
**PTBS: Posttraumatische Belastungsstörung





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