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Ego und Sein im Alltag

sabrina

Ego und Sein im Alltag

Beitragvon sabrina » Mi 6. Mär 2019, 12:51

...
Ich bin. Das weiß ich seit gute einem halben Jahr.
Wissen das auch andere? Wie treffe ich Menschen auf dieser Ebene?

ich kann mich, seit persönlichen Ereignissen im letzten Sommer, nicht mehr mit anderen - für mich zufriedenstellend - im Alltagsleben austauschen.

Wie mitteilen ohne in eine Rolle –in mein Ego (?) zu schlüpfen
und das Spiel der Gesellschaft (Gut gegen Böse, Status -einer über den anderen) im AlltagsLeben - Beruf - Politik, ect. aktiv mitwirken?

Wie lebt ihr ? handelt ihr aus dem Selbst?

Was oder wer ist das Ego?
wenn es stets heißt wir sollen das Ego töten, wozu haben wir es erschaffen?

Amo

Re: Ego und Sein im Alltag

Beitragvon Amo » Mi 6. Mär 2019, 15:57

Andere wissen nicht, das du bist. Nur unter Freunden, Familien und Partnern lebt man wirklich. Im Alltag gibt es diese Ebene kaum. Wir haben alle viele Rollen. Der Fußgänger geht und bleibt nicht stehen.

Ich habe früher gedacht wo es mir gut ging, dass wir diese Grenzen überwinden müssen. Die Antworten und die Bewegung gibt es trotzdem nicht. Dieser merkwürdige Spirit den man fühlen kann. So als ob die anderen auch da verbunden sind.

Doch je mehr ich versuchte etwas zu finden in anderen, erfand ich nur mehr Möglichkeiten in mir und wurde immer fremder. Ich wurde Strange. Für den einen ist ein Bild vielleicht etwas Philosophisches, Gefühlvolles, Bedeutendes, Magisches, Geniales und ein Wunder. Für den anderen nur Dekoration. Ich will nicht von den anderen hören, dass mein heiliges Moment nur Wahnsinn ist. Also führe ich nur noch Smalltalk und so bin ich entfernt von mehreren möglichen Freundschaften, die ich hätte haben können. Das sind alles Zeichen unserer Zeit. So viel Bildung und Bewusstsein über uns selbst. Myriaden von Gedanken. Mein Ego ist genauso liebenswert wie eklig und grausam. Mein Ich sitzt zum größten Teil in der Brust- und Bauchbereich und im Kopf sind die Schreie.

Das Ego töten? Egotod ist doch was aus dem Bereich Psychonautik und Spiritualität. Wer sagt denn man soll das Ego töten?

Ich lebe und krieche als Wurm. Ich handle nicht selbst. Das Universum handelt durch mich.

Schöne Grüße
Klaro

Night

Re: Ego und Sein im Alltag

Beitragvon Night » Mi 6. Mär 2019, 18:34

Hallo Sabrina,

das Ego ist für mich in erster Linie eine Rolle die von Anderen für mich vorgesehen wurde. Wenn man diese Rolle nicht erfüllen will sind Missverständnisse vorprogrammiert. Weil man nicht so reagiert wie es üblich ist kommt man bei anderen seltsam rüber.

Ich habe einfach irgendwann aufgehört eine Fassade aufrecht zu halten und das verunsichert die Menschen weil sie draufkommen, dass das Pflegen des eigenen Egos nicht der Zweck des Lebens (wenn es den einen Zweck gibt) sein kann.

Ich glaube nicht, dass man das eigene Ego töten kann. Es gibt vielleicht Momente die in denen es vollkommen verblasst aber das sind zumindest für mich besondere Momente. Im Alltag sollte man es einfach nicht so wichtig nehmen. Damit wäre schon viel geschafft. Und das bringt auch Andere zum Nachdenken.

Wir leben in einer egozentrischen Zeit, unsere Kinder werden schon so erzogen. Hättest du kein Ego würdest du untergehen. Ich denke du bist einfach durch deine Erfahrungen drauf gekommen, wie unwichtig das eigene Ego im Angesicht des Todes ist. Andere Menschen haben diese Erfahrung nicht deshalb tust du dich momentan schwer mit ihnen.

Ich denke du wünscht dir einfach mehr Miteinander und Solidarität. Etwas das leider momentan nicht besonders aktuell ist. Egoismus und Statusdenken lassen sich viel besser Vermarkten. Und ein Volk das nicht solidarisch ist lässt sich viel besser kontrollieren, manipulieren und ausbeuten. Vielleicht ist das auch der Grund warum der Tod in unserer Gesellschaft keinen Platz mehr hat. Die Menschen sollen möglicht nicht aufgeweckt werden aus ihrem "Egotrip".

Wie ich lebe? Ich lebe im Wissen das die Welt so funktioniert. Aber ich lebe auch im Wissen das ich da nicht überall mitspielen muss.

LG

Krähe

Re: Ego und Sein im Alltag

Beitragvon Krähe » Mi 6. Mär 2019, 22:03

Hallo ihr Lieben,

da ich noch auf der Suche nach dem Selbst bin, kann ich dazu nicht allzu viel sagen, nur mutmaßen.
Meine gerade erstmal einen Unterschied zwischen Ich und Selbst erkannt zu haben.

Im Alltag funktioniert normale Kommunikation bei mir fast gar nicht. Ich glaube ständig mißzuverstehen bzw. befürchte mißverstanden zu werden. Da dies so ist, klopfe ich jeden Satz darauf hin ab; das Ego - wie ich es verstehe - stellt das Sein in Frage. Mein Sein und das Sein meines Gegenübers. Ungezwungenes Miteinander ist so praktisch nicht möglich.

Lasse ich diese Zweifel beiseite und rede und handle aus mir heraus, bricht die Kommunikation schnell ab, da Oberflächlichkeiten, Vorurteile aus Herdentrieb, nachplappern von Allgemeinplätzen, oben buckeln...unten treten, das Nichtzugebenkönnen von eigenen Fehlern so gar nicht Meins sind. Also sind tiefergehende Gespräche Mangelware und ich stelle mich nicht selten bewußt ins Abseits oder flüchte in Sarkasmus, da ich Obiges nicht unwidersprochen lassen kann. Fassaden bröckeln dann schon Mal, fallen aber äußerst selten. Ohne Selbst bin ich zwar nicht viel, aber das Eintreten für meine Überzeugung - ist das mein Ego? - möchte ich mir nicht nehmen lassen. Dann bin ich noch weniger!


In der Arbeitswelt werde ich mich wohl nie zurecht finden. Mir widerstrebt schon das Konzept von Mehrwert den ich für meinen Arbeitgeber erwirtschafte. Diesen Mehrwert kann dann der Arbeitgeber zum Beispiel dafür nutzen, sich eine Mietwohnung zu kaufen in die ich dann einziehe und ihm Miete zahle ..... Das Ausbeuten der Vielen durch sehr Wenige, welche den Vielen alle paar Jahre den Knochen der scheinbaren Wahlmöglichkeit hinwerfen, will mir nicht einleuchten. Die letztendlich plumpen und durchschaubaren Versuche der Oberen verfangen bei mir nicht ... nicht im Kopf ...in den Füßen, die ja doch zur Arbeit gehen, leider doch.
Also handle ich da nicht gegen mein Selbst?

Ich lebe im Wissen das die Welt so funktioniert. Aber ich lebe auch im Wissen das ich da nicht überall mitspielen muss.
So ist es Night!!!

Im übrigen denke ich, lebten wir Alle im Selbst - einem Selbst das sich genügt, dem Gegegnüber nichts meint hinzufügen oder abverlangen zu müssen, einem Selbst, das sich der Allgemeinheit hinzufügt, miteinander nicht gegeneinander - dann stellten sich viele Fragen nicht mehr. Es gibt keine Rollen mehr. Ego ist dann überflüssig? Utopie ;)

Liebe Grüße und Euch viel Mut zu Gleichmut,

Krähe

Stille85

Re: Ego und Sein im Alltag

Beitragvon Stille85 » Do 7. Mär 2019, 12:31

Hey Sabrina,

es war nicht meine Absicht, dir irgendwelche Flausen in den Kopf zu setzen oder allgemein für mehr Verwirrung als Klarheit zu sorgen.
Hier werden Begriffe verwendet, die im Zusammenhang mit der Selbstverwirklichung stehen und eine ganz bestimmte Bedeutung haben.
Wenn der Kern immer noch nicht erfasst wurde, obwohl ich immer wieder anhand vieler Beispiele und Bilder versucht habe zu erklären, welcher tiefere Sinn dahintersteckt, könnte ich dem nichts mehr hinzufügen oder weitere Ratschläge geben, weil von meiner Seite bereits alles zum Thema gesagt wurde. Wenn euch Begriffe wie „das Selbst“ oder „Sein“ gefallen, dürft ihr sie natürlich gerne weiterhin benutzen, aber sie haben dann nichts mehr mit dem zu tun, was ich hier ursprünglich vermitteln wollte. Ich befürchte langsam, dass die ganze Diskussion auf das Spielchen namens „Stille Post“ hinausläuft, bei dem am Ende die Lehre der Selbsterkenntnis komplett auf den Kopf gestellt wird und verschiedene Begrifflichkeiten nach Belieben neu definiert werden - einmal ganz davon abgesehen, dass es bestimmt nicht Sinn und Zweck dieser Plattform ist, solche Themen bis ins kleinste Detail zu diskutieren...

Liebe Sabrina, ich würde dir vorschlagen, dass deine Vorstellung bezüglich der Selbstfindung für eine Weile in den Hintergrund rückt, damit du dich voll und ganz auf deine Trauma-Therapie konzentrieren kannst, die meiner Meinung nach oberste Priorität hat.
Mit dem Thema „Sein oder Nicht-Sein“ kann man sich später immer noch befassen ;)

Ich wünsche euch alles Gute! :wave:

Sabrina

Re: Ego und Sein im Alltag

Beitragvon Sabrina » Do 7. Mär 2019, 16:42

Danke für eure vielseitigen Antworten,
Lieben Dank Stille, nein verwirrt hast du mich nicht,
Ich habe für mich abklären können, dass, zumindest derzeit, meine Begrifflichkeiten passen,
Ich erkenne eine Verbindung zwischen den Menschen außerhalb aller Rollenbilder, gelebten Gefühlen und Gedanken,
Fühle mich den Menschen näher denn je, zeitgleich liebe ich aber auch das Alleinsein zunehmend!
Wie auch immer das genannt wird ist für mich 🙃
Liebe Night, ja genauso so erkenne ich das Zusammenleben im Alltag mehr und mehr,
Ich bewerte für mich, fühle und denke für mich, muss dies aber nicht, ich gewinne immer mehr an Freiheit...

Hey Krähe, Hi Klaro,
Ich weiß aufgrund des Handelns im Alltag, dass ich sehr wohl gesehen werde, aber vielleicht anderes als ich mich sehe,
Fakt ist, dass wir doch hundert Prozent sind, das ist nicht wenig!
Ohne dich Krähe, existiert gar keine Welt, denn alles was du als Welt siehst ist, wenn du als Subjekt , das habe ich als Ego bezeichnet, nicht mehr existent. Sogenommen ist es elementar, dass wir leben!
Alles was darüber hinaus gedacht ist, ist spirituelle Inspiration.

Passt auf einander, vorfallen auf euch Selber auf!


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