Immer wieder Morgens angst

lucky

Immer wieder Morgens angst

Beitragvon lucky » Di 23. Jan 2018, 08:41

Jeden Morgen seit nen Paar tagen wache ich auf, der erste gedanke im Kopf Angst verrückt zu werden, Angst keine Hilfe zu finden......
und vieles mehr. Hauptsache dinge dir mir Angst und Bange machen. Heute habe ich nach ner Stunde liegen bleiben geschafft die Angst zu verdrängen dennoch stehe ich total erschlagen auf und habe kaum noch kraft das hier zu tippen!
Ich nehme keine Medis ein, hatte ne Baldrian zur Nacht.

WIe werde ich das wieder Los :( falle grade in ne Depri Phase

ghjb

Re: Immer wieder Morgens angst

Beitragvon ghjb » Di 23. Jan 2018, 13:10

Hast du denn bestimmte Ängste und Sorgen - also worauf beziehen diese sich? Oder ist es tatsächlich rein die Ansgt davor, verrückt zu werden, wie du sie beschreibst?
Und wie ändert sich das im Laufe des Tages? Ich kann gut verstehen, dass dich das sehr belasten muss. Wichtig ist wahrscheinlich, dass man nicht schon abends vor dem Schlafengehen daran denkt, man könnte am nächsten Morgen wieder mit dieser Angst aufwachen (also quasi eine Angst vor der Angst entwickeln).

Hattest du denn zuvor bereits schon einmal Probleme mit so etwas?

ghjb

Re: Immer wieder Morgens angst

Beitragvon ghjb » Mo 29. Jan 2018, 10:48

apropos: Verrückt werden oder die Kontrolle verlieren wirst du NICHT!

Andromeda

Re: Immer wieder Morgens angst

Beitragvon Andromeda » Mo 29. Jan 2018, 14:06

Hallo Lucky,

wenn ich deine Worte lese, kommen mir beinah die Tränen. Nicht aus Mitleid, sondern aus Mitgefühl. Einige Sätze könnten von mir stammen. Wie gut ich diese Aufwachängste kenne, in den letzten Jahren besonders! Mit dem Unterschied, dass ich dann nicht nur ne Stunde liegen bleibe, sondern mindestens bis mittags. Oftmals komme bzw. traue ich mich sogar nicht vor 15 oder 16 Uhr aus dem Bett, ...

... friere außerhalb meiner schützenden Bettdecke, will kein Licht, will Dunkelheit, will nicht wach sein, nur schlafen bzw. träumen, in einer "Traumwelt" sein, in der es mir besser geht. Es kam auch schon vor, dass ich das Bett nur für die Notdurft verließ und selbst das kostete mich Kraft, die ich eigentlich gar nicht hatte. Manchmal schaffe ich es zwischendurch in die Sitzposition im Bett und/oder kann mich auf eine TV Sendung einlassen. An nicht ganz so schlimmen Tagen schaffe ich es auch mal an meinen Schreibtisch und den Computer. Nicht selten bleibt er aber auch tagelang aus, weil ich nicht mal das Bedürfnis nach sozialen Netzwerken oder Foren habe.

Es sind Ängste, deren Herkunft ich manchmal kenne, die manchmal aber auch anonym sind. Besonders dramatisch sind Tage, an denen ich wirklich gar nichts schaffe, nicht mal die kleinsten und kürzesten Dinge. Nicht einmal Dinge, die ich sonst besonders gerne mache. Alles ist mir zu viel, während es mich gleichzeitig in den "Wahnsinn" treibt, dass ich diese "geistige Lähmung" nicht beeinflussen kann und zusehen darf, wie u.a. immer mehr Dinge im Haus liegen bleiben, ...

... was die Angst und die Depression nur noch verstärkt. Übermäßiges Schlafen bzw. Herumliegen und/oder allgemein Untätigkeit forciert die ganze Symptomatik per se. Mitunter manifestiert sich quasi eine Wechselwirkung zwischen Angst und Depression, ... eine Endlosspirale in ein endloses tiefes schwarzes Loch, das keinen Ausgang hat.

"Dummerweise" kann man halt nicht nur schlafen. Mein Körper dreht irgendwann durch, schreit nach Bewegung oder Schwerkraft aus der aufrechten Position. Aber ich kann ihm keine Bewegung verschaffen, geschweige denn, dafür das Haus verlassen. Mein Kopf liefert keinen Antrieb. Der "Anlasser" ist außer Funktion. Irgendwann tut mir konsequenterweise fast alles weh. Oder es tut mal hier, mal da weh, dann wieder hier und schließlich hier und da, ... bis mich dieses erbärmliche Körpergefühl notgedrungen aus dem Bett "treibt". Eine Quälerei, weil keine Motivation da ist, sodass ich nicht selten ne Stunde später wieder im Bett lande...

So ergeht es mir in solchen Phasen, die kommen und gehen. Manchmal durch eigene "Schuld", was aber ein anderes Thema ist...

Aktuell geht es mir ganz gut, sonst könnte ich das hier nicht so schreiben. Außer Energie brauche dafür nämlich auch ein gewisses Maß an Emotionalität. Wenn ich mich wie tot fühle, fühle ich auch keine Emotionen.

Ghjb hat Recht mit der Angst vor der Angst, auch damit, dass du nicht verrückt wirst! Ich kenne das bzw. befürchte das gleiche, wenn es mir so geht.

Bei mir läuft das Ganze also schon ein bisschen länger. Wenn es dir aber erst seit ein paar Tagen so ergeht, fühlt sich das natürlich besonders beängstigend an. Möglicherweise ist vor diesen Tagen bzw. zeitnah davor etwas vorgefallen, das dieses Bangen getriggert hat. Ich bin keine Psychologin, auch kein Klugscheißer oder sowas. Aber ich habe Erfahrung mit Ängsten und Depressionen und Therapieerfahrung.

Wenn du es mal schaffst, deinen morgendlichen Zustand genauer unter die Lupe zu nehmen, dann mach das. Vielleicht gelingt es dir bspw., zunächst den Auslöser für deinen aktuellen Zustand zu ermitteln. Die Ursache liegt oft weiter zurück und bedarf evtl. psychologischer Unterstützung. Vielleicht ist alles aber auch weniger schlimm, als es sich anfühlt...

Bis hier hin erstmal. Melde dich, wenn es dir möglich ist!

Herzliche Grüße aus Niedersachsen! :)

Thomi

Re: Immer wieder Morgens angst

Beitragvon Thomi » Di 30. Jan 2018, 20:41

bei mir ist es meist Abends gewesen als ich Zeit zum Grübeln hatte.

ninos

Re: Immer wieder Morgens angst

Beitragvon ninos » Fr 2. Feb 2018, 09:30

mein thema,
ich leide unter einer panikstörung mit depression... seit etwa 3 jahren. hatte jetzt ein jahr nichts und nun geht es wieder von vorne los. nehme zusätzlich wieder citalopram 20mg seit einer woche, aber bis die wieder wirken brauch ich wohl noch geduld.

meine frage ist: wieso ist die panik/depression morgens am schlimmsten? legt sich das mit dem citalopram?

ich wache morgens sehr früh auf und bin total unruhig, sobald ich aufstehe wird mir richtig übel, an manchen tagen muss ich mich auch übergeben. dann heule ich und habe das gefühl, ich kann nicht mal duschen gehen. essen geht auch erst ein klein wenig später am tag. schrecklich, aber kennen einige von euch sicher auch. was tut ihr dann? hilft mir das citalopram da auch durch? ich weiß nicht mehr wie es damals war, denn da hatte ich das den ganzen tag, jetzt ja nur morgens. abends fühle ich mich fast normal.

Andromeda

Re: Immer wieder Morgens angst

Beitragvon Andromeda » Fr 2. Feb 2018, 14:09

Mit Panikattacken habe ich keine Erfahrung, mit Depressionen schon.

Es sind ganz typische Anzeichen einer Depression, wenn man sich
- morgens am schlechtesten fühlt
- morgens ganz früh aufwacht
- abends besser oder normal fühlt
- allgemein das Gefühl hat, nichts machen zu können.

Da ich von ADs persönlich aber nicht viel halte, kann ich dazu nur Folgendes sagen:
Solche Mittel brauchen i.d.R. zwei, drei Wochen, u.U. länger, bis sich Verbesserungen zeigen.

Meine Rückfragen:

Ist denn schon geklärt, woher die Panikstörungen kommen?
Sind das richtige Panikattacken oder "nur" Panikgefühle, die immer mit einer Depression zusammen kommen?

LG ;)

bina

Re: Immer wieder Morgens angst

Beitragvon bina » Mo 5. Feb 2018, 10:03

Hallo erstmal..
Ja bei mir ist es auch so seit gut drei jahren...ich leide an generalisierte angststörung Agoraphobie und depressionen. ..habe leider sehr viel körperliche symptome wie starke muskelverspannungen schmerzen hitzewallungen auch übelkeit. ..und Schlaf auch nicht wirklich viel...jeder Tag ein kampf und morgens ist es am schlimmsten...auch mein Blutdruck ist manchmal hoch...

duge

Re: Immer wieder Morgens angst

Beitragvon duge » Do 8. Feb 2018, 10:42

Hi,

kenne ich auch. Ich habe zwar nur noch manchmal wirklich Panikattacken, eher eine langanhaltende Angst. Ich bin irgendwie auch hypersensibel, bin schnell überfordert und deshalb auch schnell ausgelaugt.

Da ich auch ein totaler Morgenmuffel bin, ist das Aufstehen der Horror! Ich muss gestehen dass ich auch schon am Morgen den Gedanken hab: "Was wäre wenn...?" und bin dann auch ängstlicher..

Ich versuche daran zu arbeiten, morgens mal nichts zu denken, ausser "Neuer Tag- neue Chance!"..

apropos, zu schlimmen Zeiten war ich morgens so voller Panik dass ich die ersten 10Minuten vor dem Klo sass, vor lauter Übelkeit und Erbrechen..

ich denke man soll versuchen, den Stress (auch den der man sich selbst macht) zu reduzieren und für viiel Schlaf sorgen. Evt ein Lichtwecker???

Andromeda

Re: Immer wieder Morgens angst

Beitragvon Andromeda » Fr 9. Feb 2018, 13:49

Diese "Morgenmuffelei" und das horrende Aufstehen ist auch mir alles andere als unbekannt.
Von den (stimmungsbedingten) Angstzuständen mal abgesehen bin ich zudem eine absolute "Eule"! :!:

ringring

Re: Immer wieder Morgens angst

Beitragvon ringring » Sa 10. Feb 2018, 13:18

Bei mir war es immer so, dass ich mich etwa für zwei Minuten nach dem Aufwachen stimmungsmäßig und angstseitig ganz normal fühlte. Und dann fühlte es sich an wäre ein Schalter umgedtellt worden.

xena

Re: Immer wieder Morgens angst

Beitragvon xena » Mo 12. Feb 2018, 19:50

Die ersten Momente nach dem Aufwachen hab ich auch manchmal das Gefühl, dass alles "normal" ist, dann ist die "olle doofe" Angst auch wach und es wird "anstrengend". Habe mir angewöhnt, dann sofort nach meinem Handy zu greifen und zu schauen was es so alles gibt in der bunten weiten Welt (Fratzenbuch ;) ) und wenn dann noch mein bester Freund online ist, da gibts erst mal ein "Guten Morgen" und nen kurzen "Chat-Schwatz" Damit hab ich die erste Klippe bereits umschifft.

Tagsüber hab ich jetzt meistens Kopfhörer auf und höre meine Lieblingsmusik. Das hilft meistens, weil dadurch die Erinnerungen an die Konzerte und den Spass den ich hatte, verknüpft sind. Wichtig ist aber dass ich nur die Songs höre, die mir momentan gut tun.

Diese Strategie schaff ich aber auch nur, wenn ich ne relativ gute Zeit habe und die Depression nicht zu heftig ist. Ansonsten ist das morgendliche "Anbeten des Porzellan-Götzen" oder wie ich es gern nenne der"Anruf bei der Villeroy&Boch-Hotline" Standard. Ist unangenehm, gehört aber leider dazu.

Also meine Erfahrung ist, dass ich füh lieber eher wach werde und mir alles so einrichten kann, mit Ablenkung und so, dann wird es nicht ganz so heftig.

Andromeda

Re: Immer wieder Morgens angst

Beitragvon Andromeda » Di 13. Feb 2018, 06:33

Moin Xena,

klingt teilweise ganz nach meinem "Guten-Morgen-Schema", ... nur mit dem Unterschied, dass meine "angebeteten Götzen" ein paar Totenköpfe, mein ältester Teddy und ein Ölgemälde sind. Diese Totenköpfe (im Schlafzimmer) sind nur der Bruchteil einer Sammlung von Figuren "der Finsternis" (Totenköpfe, zum Teil mit Vampirgebiss, ganze Skelette, teilweise lebensgroß, Drachen, Hexen, Eulen, Raben), den Teddy habe ich seit meinem ersten Lebensjahr und von dem Gemälde kann ich unterdessen vermutlich jedes subatomare Strukturteilchen auswendig. :!:

Wer jetzt denkt, dass man beim Anblick solcher Fürchterlichkeiten ja Angst kriegen muss, dem sei natürlich mein vollstes Verständnis entgegengebracht. Aber als Sammlerin habe ich natürlich keine Angst vor meinen Götzen. Eher kriegen vermutlich die Angst vor mir, wenn ich sie so beglotze. :shock:

Der zweite Unterschied ist, dass ich zwar auch online unterwegs bin, mich aber ums Verrecken nicht bei FB anmelden würde.

Ich zu dieser Uhrzeit in Sitzposition ist eine Seltenheit. Ich bin gestern zu früh ins Bett und seit etwa 1:30 Uhr wach. Ende im Gelände, Feierabend mit schlafen. Toll. Irgendwann reichte es mir in diesem dämlichen Bett, ... aber ich schätze, ich werde trotzdem nochmal dorthin verschwinden... :arrow:

lucky

Re: Immer wieder Morgens angst

Beitragvon lucky » Mi 14. Feb 2018, 20:02

@ringring
so ists bei mir auch ... lösung gefunden?

Wisst ihr eigentlich wovor ihr Angst hast?

Ich habe die letzten Tage nachgedacht.

Habe einfach Angst verrückt zu werden, oder Schizophren zu sein. Meine gedanken drehen sich nur um das. Weil das das schlimmste für mich wäre! Ansgt mich, meine Freundin zu verletzten, traurig sein ich kanns nichtmal wirklich sagen warum ich ausgerechnet morgens Angst habe! Wache jede Nacht um 5 auf und habe Angst :) versuche dann weiter zu schlafen was meist auch klappt dennoch bin ich oft Wach. Wünschte es gibt einen Weg das das aufhört^^

blume

Re: Immer wieder Morgens angst

Beitragvon blume » Sa 17. Feb 2018, 19:06

Hey... ich kenne dieses Phänomen.
Ich fange grade mal wieder mit 5 mg an (dachte ich packe es ohne aber das war wohl keine gute Idee) :roll:
Beim Aufstehen alles gut und je mehr Zeit vergeht kommt eine Attacke nach der anderen. Auch beim Duschen was eigenlich entspannen soll. Ich hab das Gefühl ich bekomme keine Luft :(

Und diese Schluckblockade :evil: ich rast noch aus hab mega hunger trau mich aber net was zu essen :cry:

Wie du siehst bist du nicht alleine

lilie

Re: Immer wieder Morgens angst

Beitragvon lilie » Mi 21. Feb 2018, 12:04

Diese Angst Morgens kenne ich leider auch nur zu gut :(
Alleine bist du wie schon erwähnt wirklich nicht. Ich versuche mich immer iwie mit whatsapp oder so abzulenken...was leider auch nicht immer hilft :(

Mondenkind

Re: Immer wieder Morgens angst

Beitragvon Mondenkind » Mi 28. Feb 2018, 06:58

Hab auch ständig angst und morgens halte ich es kaum aus. Das ist so ein Gefühl, als würde man am liebsten wegrennen. Als wenn eine große Gefahr droht. Dazu kommt eine extreme GangUnsicherheit und vor anderen Menschen habe ich beim Eaßen schluckbeschwerden. Ich denke dann immer dass mein essen wieder hoch kommt.






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