Analfissur Angst - wird mein Leben je wieder normal sein?

birdy

Analfissur Angst - wird mein Leben je wieder normal sein?

Beitragvon birdy » Do 11. Mai 2017, 22:15

Hallo,

ich habe aktuell gerade eine Analfissur und rießengroße Angst, dass nach diesen 2-3 Wochen Schmerzen das Ganz ganz leicht wieder aufreißen wird. Hatte jemand schon mal sowas? Es ist für mich psychisch gerade die Hölle (mal abgesehen von den Schmerzen). Ich habe so Angst, dass mein Leben nie wieder so werden wird wie zuvor :(

semmel

Re: Analfissur Angst - wird mein Leben je wieder normal sein?

Beitragvon semmel » Di 16. Mai 2017, 22:42

Ich hatte das zwar noch nicht, kann mir aber vorstellen, dass das ein langwieriger Prozess ist, weil es sich ja ein bisschen um ein feuchtes Milieu handelt. Was sagt denn der Arzt ? Man nimmt ja auch vermutlich bis zur Abheilung Abführmittel ?

Gold

Re: Analfissur Angst - wird mein Leben je wieder normal sein?

Beitragvon Gold » Sa 20. Mai 2017, 09:00

Wünsch Dir gute Besserung. :) Was hat denn Dein Arzt für eine Zukunftsprognose für Dich? Vielleicht hilft da ein etwas ausführlicheres Gespräch weiter.

birdy

Re: Analfissur Angst - wird mein Leben je wieder normal sein?

Beitragvon birdy » Mi 24. Mai 2017, 21:48

Das ist ein sehr sehr schmerzhafter Prozess so ein Darmeinriss... jedes mal wenn man einen Stuhl hat, tut das so weh, dass man danach kaum aufstehen kann. Zusätzlich kommt immer wieder etwas Blut mit. Ich war jetzt schon 3 mal im Krankenhaus, weil ich so Schmerzen und Angst habe, aber das sei alles normal - das ist halt unangenehm und man kann da nicht viel machen. Ich habe eine Salbe bekommen, welche ein Lokalanasythätika ist, was aber nur maginal hilft.

Auch die Hausärztin meinte: Hier kann man nur warten, bis es heilt (ca. 2-3 Wochen!!!). Sie meinte nur, ich soll es mit Würde tragen :(.
Wenn das nicht von alleine heilt, dann hab ich einen kleine OP und es wird vernäht... Also das ist eine Tortur - körperlich, als auch psychisch! Ich weiß echt bald nicht mehr, wie ich damit umgehen soll.

Naja... durchhalten. Habe bald einen Termin bei einem Proktologen. Vielleicht weiß ja der noch ein paar Tricks, dass es nicht so weh tut.

Gold

Re: Analfissur Angst - wird mein Leben je wieder normal sein?

Beitragvon Gold » Sa 27. Mai 2017, 08:20

Vor allem würde ich mir nen Arzt suchen, der gescheite Schmerzmedikamente verschreibt und nicht nur ne blöde Salbe. Mit Würde tragen. Pffft. Der hätte ich was erzählt.

birdy

Re: Analfissur Angst - wird mein Leben je wieder normal sein?

Beitragvon birdy » Di 30. Mai 2017, 18:29

Der Arzt ist ein Privat Arzt - kostet mich zwar Geld, aber ich hoffe, dass der Raat weiß, es ist frustrierend und mühsam! Jeder Arzt sagt bisher nur: "Das glaub ich schon, dass das weh tut"... bla bla bla ... aber so wirklich ein Mittel zur Überbrückung gibt es scheinbar nicht, bis es geheilt ist. Man sagte mir, es ist wie, wenn man sich in die Lippe beißt. Das sind auch Schleimhäute. Wenn Sie was essen, dann geht es wieder auf und tut weh. Bis es abheilt dauert das. Wenn es nicht von alleine abheilt muss ich eben eine OP machen, wo sie es mit Fäden zunähen. Dann fang ich die erste Woche danach bei den Schmerzen aber wieder von Anfang an :(.

Eine Endorektoskopie muss ich wohl auch über mich ergehen lassen. Soll okay sein. Hier habe ich halt nur als Angst, dass sie vielleicht was mit Darmkrebs finden, aber hier sagte mir schon meine Frau, dass es hier noch andere Sympthome gibt, die ich nicht habe.

semmel

Re: Analfissur Angst - wird mein Leben je wieder normal sein?

Beitragvon semmel » Mi 31. Mai 2017, 10:15

Hilft denn kein Lokalanästhetikum gegen die Schmerzen ? Und nimmst Du Abführmittel um den Stuhl weich zu halten ? Penible Hygiene dürfte ja wohl klar sein.

birdy

Re: Analfissur Angst - wird mein Leben je wieder normal sein?

Beitragvon birdy » Mi 31. Mai 2017, 21:28

Ich hab schon was zum Betäuben, aber das ist dann, wenn ich am WC war. Damit der Stuhl dünn bleibt nehme ich Daflon in der Dosierung 2-1-1 wenn notwendig auf 2-2-2 erhöht. Ich trinke auch sehr sehr viel und achte nur Balaststoffe zu Essen (wenn ich was Esse). Abführend sollte es gar nicht sein, weil das ist nicht gut für den Darm. Die Reinigung erfolgt mittels abbrausen (lt. Arzt).

Es blutet heute nicht mehr ganz so stark beim Stuhl. Ich glaube, dass brennt nur extrem, wenn da was drüberkommt, da der Schmerz erst auftritt, wenn der Stuhl draußen ist - davor ziept es nur kurz. In den ersten 2 Tagen tat auch das schon extrem weh.

Ich hoffe nur, dass irgendwann das Blut komplett ausbleibt. Einer Endoskopie werde ich jedoch so oder so nicht entkommen, was ich auch für sinnvoll erachte. Hier werden mal die letzten 10 cm des Darmes untersucht.

Die Schmerzen verschwinden (zumindest heute) ca. 15 Minuten nach dem Stuhl (auch ohne Salbe). Mein Problem ist, dass ich sehr nervös bin und höllische Angst habe, dass das nie wieder besser wird. Daher gehe ich auch gute 4 mal am Tag, was das alles nicht besser macht :(. Ich hab große Angst vor einer OP, weitere Angst, dass wenn es mal besser ist, wieder aufreist usw....

Mein Leben geht psychisch gerade total den Bach runter. Ich verkrümle mich fast nur noch in meinem Bett und versuche alles zu verschlafen.

semmel

Re: Analfissur Angst - wird mein Leben je wieder normal sein?

Beitragvon semmel » Do 1. Jun 2017, 12:25

Was nimmt Dich denn so mit, dass es Dir so schlecht geht ? Also Du beschreibst es ja, aber so schlimm liest sich das bei Wikipedia auch nicht. Es braucht eben seine Zeit und man kann lokal mit entsprechender Salbe betäuben und den Stuhl weich und geschmeidig halten. Hab etwas Geduld, das wird bestimmt wieder.

birdy

Re: Analfissur Angst - wird mein Leben je wieder normal sein?

Beitragvon birdy » Do 1. Jun 2017, 20:23

Was mich so mitnimmt ist jetzt hauptsächlich mal der Schmerz und die Angst, dass es nicht besser wird und ich eine OP brauche.
Zusätzlich werden andere Ängste, die ich als Hypochonder ja habe, auch nochmals getriggert ... wobei wie eben geschrieben mein Hauptproblem diese Schmerzen sind :-( - Ich will einfach wieder mal normal aufs Klo gehen können. Es ist zur Zeit kein Ort der "Stille" wie man es so schön bezeichnet, sondern ein Ort des Schmerzes.

Meine Frau meint auch, dass ich etwas überdramatisiere und mein Vater meinte, dass im Gegensatz zu seinen Koliken, die er bei seiner Galle hatte, meine Schmerzen ein Jucken sind ... auch wenn ich das nicht nachvollziehen kann. Meint eh jeder, dass es wieder werden wird, aber ich hab halt ANGST. Aktuell Nr. 1 Schmerz und Nr. 2 eine OP, wenn es nicht besser wird (was ja dann danach wieder 1 Woche Schmerz beim Stuhl bedeutet).

PS: Danke übrigens an alle, welche mir hier zuhören und mich versuchen aufzumuntern.

birdy

Re: Analfissur Angst - wird mein Leben je wieder normal sein?

Beitragvon birdy » Mi 28. Jun 2017, 11:11

Hallo,

ich wollte mich mal wieder melden. Nach 1 Woche war das Gröbste der Schmerzen überstanden. Danach war 1 Woche eine Ruhe und dann kamen wieder Blutungen. Im Spital sagte mir, man könne nicht sagen, ob das von der Fissur, oder den Hämmhoriden kommt, ohne einen Befund einer Rektoskopie zu haben. Nach 3 Tagen hörte es eh wieder auf zu Bluten. Hatte dann eine Rektoskopie mit dem Befund, dass die Fissur abgeheilt ist - ich hatte dann auch bis 27. keine Schmerzen. Seither plagen mich scheinbar "normale" hämmhoridial Schmerzen, da es beim Stuhl danach weh tut, aber kein Blut zu sehen ist. *seufz* - Es ist ein auf und ab mit den Schmerzen. Ich würde gerne wieder einmal normal auf das WC gehen können, ohne Angst zu haben, dass es beim Stuhl weh tut. Naja... immerhin hatte ich dann kein Blut mehr im Stuhl. Morgen habe ich wieder einen Termin beim Proktologen zum Gespräche / kleine Überprüfung wie es mir hinten geht, da ich ja aktuell wieder Schmerzen habe. Ich bin gespannt, aber es ist eine Tortur. Ich habe jetzt schon so lange Probleme mit dem Stuhl und immer wieder Schmerzen dabei - ob das je wieder normal wird? Man sagte mir, dass ich daran schon nicht sterben werden - es tut halt weh... na ich hoffe, dass bekommen die Ärzte bei mir auch noch in den Griff. Man muss das ja irgendwie wieder auf "normal" bringen können. Ich werde auf alle Fälle wieder schreiben, wenn ich mehr weiß. Vielleicht interessiert es ja mal jemanden, der Gleiches hat und durchmachen muss. Mir geht nur schön langsam die Lebensqualität flöten und ich fühl mich jeden Tag recht frustriert :-(.

Gold

Re: Analfissur Angst - wird mein Leben je wieder normal sein?

Beitragvon Gold » Mo 3. Jul 2017, 09:25

Wenn der Schmerz nicht permanent ist und auch immer wieder relativ schnell verschwindet, könnte es da nicht eine Option sein, ihn hinzunehmen? Wie einen lästigen, aber nicht wirklich gefährlichen Besucher. Der kann ja immer wieder mal vorbeischauen. Klingt zwar zunächst unmöglich, wäre aber besser, als eine dauerhafte Furcht zu entwickeln. Nachher wird jeder quersitzende Furz zu einem Drama. Nur so als Idee.
Natürlich wünsch ich Dir eine komplette und dauerhafte Besserung. :)

birdy

Re: Analfissur Angst - wird mein Leben je wieder normal sein?

Beitragvon birdy » Mi 12. Jul 2017, 07:34

Puhh... also irgendwie komme ich hier in einen Teufelskreislauf rein. Ich hatte letztens wieder Schmerzen - ab zum Proktologen. Verdacht, dass die Fissur wieder aufgegangen ist. Um das zu bestätigen, werde ich jetzt bald eine anale Inspektion unter Narkose bekommen (da es so zu schmerzhaft wäre). Sollte die Fissur wieder offen sein, so muss eine OP her... hier warte ich mal auf einen Termin 4-6 Wochen und dann habe ich natürlich nach der OP auch wieder Schmerzen und es besteht die Gefahr von Entzündungen, etc. etc. und ggf. muss dann eine zweite OP durchgeführt werden. Ich habe höllisch Angst, dass die das nicht wieder hinbekommen und es ein Leben langes Leiden wird - ich bin doch erst 30 Jahre jung :-( . Das kann es ja nicht sein.

Gast

Re: Analfissur Angst - wird mein Leben je wieder normal sein?

Beitragvon Gast » Do 25. Okt 2018, 10:13

Hallo zusammen,

nach ca. 2 Jahren chronischer Analfissur und täglichen sehr starken, meist bis nachmittags anhaltenden Schmerzen, sowie Blutungen beim Stuhlgang, möchte ich euch mitteilen wie ich es geschafft habe, mittlerweile sechs Tage schmerzfrei zu sein und keine Blutungen beim Stuhlgang mehr zu haben.

Ich habe sämtliche Informationen aus vielen Foren aufgenommen und alles ausprobiert (vielen Dank an allen Schreibern).

Ich schreibe einfach mal meinen Tagesverlauf auf und alles was ich für diese Situation mache.

Meinen Stuhlgang habe ich immer morgens, zum Glück um die gleiche Uhrzeit. Ich habe mir vom Hausarzt die Salbe DoloPosterine verschrieben lassen, dies ist ein Lokalanästhetika, womit der After ca. 5min vor dem Stuhlgang eingerieben wird, sodass sich dieser entspannt für das eigentlichen Geschäft.

Danach fülle ich eine LubeTube Spritze (einfach mal googlen) mit einer selbstgemischten Mischung aus Oliven- und Kokosöl auf, führe diese ein, entleere die Spritze und lasse die jedoch noch für ca. 1min im After (hilft zur Entspannung und bereitet die Region auf das eigentlich Geschäft vor).

Nach dieser Prozedur nehme ich meinen Klistier (auch mal googlen), fülle ihn 1-2 mit Wasser (oder mit Kamillentee), führe diesen ein und entleere ihn langsam.

Nachdem dies erledigt ist, dauert es nicht mehr lange, bis der Gang zur Toilette kommt. Vorher nehme ich noch ein wenig Gleitgel und schmiere dies am After (flutscht einfach schneller :lol: ).

Für das eigentlich Geschäft nutze ich einen Hocker, um in einer optimalen Sitzposition zu sitzen (Hockstellung). Dann geht eigentlich alles ganz schnell, wichtig ist es, nicht zu verkrampfen.

Nach dem Geschäft säubere ich mich untenrum anständig mithilfe der Duschbrause und antibakterieller Seife (vom großen Drogeriemarkt).

Nach der Säuberung benutze ich noch einmal die Salbe, da diese Hilft es untenrum locker zu lassen. Nachdem die Salbe eingezogen ist bzw. nicht mehr wirkt, verwende ich medizinische Zinksalbe (vom gleichen Drogeriemarkt) und bei Bedarf, falls es noch brennt, Xylocain-Salbe (aus der Apotheke), dies ist auch ein Lokalanästhetika, welches man aber öfter benutzen darf.

Das war es vom eigentlichen Geschäft. Ansonsten achte ich am Tag drauf, dass ich viel trinke, Obst und Gemüse esse und 1-2 am Tag einen Löffel Flohsamenschalen mit Wasser zu mir nehme. Hilfreich ist es auch, abends Magnesium zu sich zu nehmen, das lockert den Stuhlgang. Darüber hinaus nehme ich noch Macrogol vor dem Schlafen zu mir, dass ist ein schonendes Abführmittel, welches länger genommen werden kann, ohne dass ein Gewöhnungseffekt eintritt.

Das war es eigentlich. Ich weiss, hört sich ziemlich viel an, ist es aber eigentlich gar nicht. Bei mir hat es sich bei mir gelohnt und ich bin seit 6 Tagen frei von Schmerzen. Ich weiss, das ist kein langer Zeitraum, aber wenn man jeden Tag mit extrem starken Schmerzen gelebt hat, ist das eine enorme Befreiung. Und weil ich damit so glücklich bin, versuche ich anderen auch damit zu helfen.

Ich wünsche euch noch einen schönen Tag






Zurück zu „Angststörungen-Forum“