Typen - Menschen mit Ängsten - Persönliche Gedanken

RainerSkeptiker

Typen - Menschen mit Ängsten - Persönliche Gedanken

Beitragvon RainerSkeptiker » Di 5. Dez 2017, 21:37

Hallo,

jede Einteilung ist sicher willkürlich. Aber da ich mich zwangsweise, als Betroffener, jahrelang mit Ängsten und Zwängen beschäftigt habe, bin ich durch Erfahrungen in Foren und im realen Leben, für mich zu folgender Unterteilung gekommen:
Bei Menschen, welche Probleme mit nicht der Situation angemessenen Ängsten haben, stelle ich zwei verschiedene Typen fest. Selber gehöre ich mit Sicherheit zur zweiten Gruppe.

Der eine Typus ist von der Veranlagung und durch Erfahrungen vorsichtig und zurückhaltend. Scheut den direkten Kontakt zu anderen Menschen. Ist eher selbstkritisch, oft beladen mit Minderwertigkeits Kpmplexen und neigt zur Selbst Isolation. Fremdes, unbekanntes sind ihm/ihr nicht geheuer. Selbst Telefonate und Treffen werden zur Belastung. Die Fähigkeit über diese Dinge zu reden ist oft unausgeprägt. Dabei sind diese Personen eher sensibel und extrem überempfindlich bei Kritik und neigen deshalb oft zu depressivem Verhalten.

Ich glaube, hier kann die Umgebung sehr viel tun, durch vorsichtiges Eingehen auf diese Persönlichkeits Merkmale und wenn es Freunde oder die Familie nicht schaffen, dann kann eine therapeutische Hilfe sehr wirksam sein. Alles, was das Selbstbewusstsein, das Selbstvertrauen stärkt, ist von Nutzen. Mit viel Mühe lässt sich allerhand erreichen!

Beim Typ zwei gibt es kein einheitliches Bild., Keine einheitlichen Charakter Merkmale. Es kann Manager und Arbeiter, Männer und Frauen und angeblich starke Persönlichkeiten treffen. Nur Ähnlichkeiten in unangenehmen Symptomen sind vorhanden. Es geht vorwiegend um mehr oder weniger starke irrationale Angst vor nicht gefährlichen Situationen. Ob Fahren mit dem PKW, Friseur Besuche, Fahrstühle, Entfernung von der „sicheren“ Wohnung, das Einkaufen im Supermarkt usw, usw.. Das Unbehagen in solchen Momenten, wo das Bewältigen von normalen Lebens Aktivitäten als bedrohlich empfunden wird, kann im schlimmsten Fall zur totalen Isolation führen. Wann konkret ein sogenannte Panik Attacke beginnt oder ob es sich nur um ausgeprägte Angst handelt, wird sicher subjektiv unterschiedlich empfunden. Herzrasen, wackelige Beine, Schweiß Ausbrüche, gehören sicher immer dazu.

Ob Menschen sich der Konfrontation stellen können, mag in der Persönlichkeit begründet sein. Person A benötigt dazu vielleicht Medikamente. Person B versucht es ohne Hilfe. Person C geht zu Therapeuten. Ein wirklich Erfolg versprechendes Konzept gibt es nicht! Auch keine fundierten Kenntnisse über die Abläufe im Gehirn und deren Ursachen. Sicher ist, viele erreichen mit Mühe durch einen harten Kampf, sich mit der eigenen Psyche notdürftig zu arrangieren. Andere sind plötzlich für eine gewisse Zeit, manche sogar für immer, wieder befreit von diesen Zwängen. Einen Königsweg gibt es nicht. Wer nach mehreren VT`s und Klinik Aufenthalten immer noch auf Hilfe von außen hofft, ist ein unverbesserlicher, aber verzweifelter Optimist. Ich behaupte, eine wirklich beständige Heilung von der krankhaften Angst ist Glücksache. Schicksal und Zufall. Genau wie das Auftreten der Krankheit ist die „Heilung“ ein Willkür Akt der Psyche. Ob mit oder ohne Therapie!

sumsum

Re: Typen - Menschen mit Ängsten - Persönliche Gedanken

Beitragvon sumsum » So 10. Dez 2017, 19:54

"Ich behaupte, eine wirklich beständige Heilung von der krankhaften Angst ist Glücksache. Schicksal und Zufall."



Sehe ich auch so .. ich hab ja nun alles therapeutische und medikamentöse durch und kann eine gewisse Stabilität verzeichnen, aber von Heilung kann keine Rede sein.

Ich würde aber auch nicht über Leichen gehen um die Angst loszuwerden. das habeich vielleicht früher gemacht und der Erfolg: die Panik kam wieder und die dazugehörigen Macken wurden immer ausgeprägter. Deshaln lebe ich heute vermeidend und strenge mich nur noch im besonderen Fall an.

Persönlichkeitsmässig habe ich gerne alles selbst geregelt und mir nix sagen lassen und somit habe ich eine ausgeprägte Angst vor Kontrollverlust. Einerseits war ich irgendwo ängstlich andererseits hammerhart und egoistisch.

Leila

Re: Typen - Menschen mit Ängsten - Persönliche Gedanken

Beitragvon Leila » Mi 13. Dez 2017, 10:21

Auf mich treffen aber beide Gruppen zu :???: aber ich bin auch Borderliner, tanze auf der grenze rum :D

miracle

Re: Typen - Menschen mit Ängsten - Persönliche Gedanken

Beitragvon miracle » So 17. Dez 2017, 10:21

Ich gehöre demnach definitiv zur zweiten Gruppe. ... danke, interessante Gedanken

RainerSkeptiker

Re: Typen - Menschen mit Ängsten - Persönliche Gedanken

Beitragvon RainerSkeptiker » Di 19. Dez 2017, 09:49

Hallo,

möchte noch einmal darauf hin weisen, mir ist klar, diese Einteilung ist willkürlich.
Aber ich unterscheide zwischen dem durch Veranlagung, Erziehung und Erfahrungen "ängstlichem" Typ und jenen Menschen, die die Hauptzeit in ihrem Leben selbstbewusst, "mutig" und sehr offen waren. Dann aber von irrationalen Ängsten überfallen wurden.
Beides ist für Betroffene gleich unangenehm.
Aber sicher nicht vergleichbar und vom psychischen Ansatz sehr unterschiedlich zu betrachten!

schatten

Re: Typen - Menschen mit Ängsten - Persönliche Gedanken

Beitragvon schatten » Sa 23. Dez 2017, 18:05

Ich denke mal es ist auch eine grobe Einteilung, man könnte jetzt natürlich noch weiter gehen und viele kleine "Untergruppen" bilden, welches aber warscheinlich den Rahmen sprengen würde! ;)

Fee

Re: Typen - Menschen mit Ängsten - Persönliche Gedanken

Beitragvon Fee » Di 26. Dez 2017, 09:55

"Die Angst aus heiterem Himmel" , halte ich persönlich für einen Trugschluss.

Sie ist weder wirklich aus heiterem Himmel gekommen und wird ebenso nicht wirklich aus heiterem Himmel gehen.

Es gibt eine Vielzahl von Ursachen und Gründen. Aus heiterem Himmel meint man nur wäre sie gekommen.

RainerSkeptiker

Re: Typen - Menschen mit Ängsten - Persönliche Gedanken

Beitragvon RainerSkeptiker » Fr 29. Dez 2017, 11:18

Hallo,

trotz Beschäftigung mit dem Thema, auch was andere Menschen betrifft, schildere ich eine subjektive Sicht.
Ich war in meiner Jugend ein Hasardeur, kannte keine Grenzen (leider), habe viele gefährliche Fehler gemacht.
Nach einigen Erlebnissen hatte ich plötzlich Angst vor normalem Fahren auf Autobahnen. Total irre!






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