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Hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen

Weitere psychische Störungen, Erkrankungen, Symptome
YamaYve

Hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen

Beitragvon YamaYve » Mo 6. Mai 2019, 04:47

Ich weiß garnicht wo ich anfangen soll...
Ich bin sowas von am Ende und verzweifelt. Alles was ich mir wünsche, ist dass mein Sohn die Hilfe bekommt, die er benötigt.
Seit Jahren mache ich alle möglichen Elterntrainings, war in diversen KJPs vorstellig, habe mit unzähligen Psychiatern und Psychologen gesprochen und auch sonst sämtliche möglichen Maßnahmen ergriffen.
Momentan lebt mein Sohn in einer Einrichtung, die mir nun mitteilt, mein Kind sei zu viel für sie (vorher natürlich ausführlich darüber gesprochen und sämtliche Berichte zukommen lassen, es war also keine Überraschung, dass er "anstrengend" ist).
Momentane Diagnosen (woher auch immer):
Hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens (F90.1)
kombinierte Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen (F92.8)
rezeptive Sprachstörung mit entsprechenden Symptomen auf expressiver Ebene (F80.2; F80.1)
Adipositas (E66.09)
Asthma bronchiale (J45.9)
ernsthafte soziale Beeinträchtigung in mindestens ein oder zwei Bereichen
multiple psychosoziale Belastungsfaktoren
durchschnittliche Intelligenz

Ich denke, dass der Bereich psychische Störungen in diesem Fall Vorstufen von Persönlichkeitsstörungen bei Kindern einfach zu wenig erforscht sind und die wenigstens Ärzte wirklich ausführliche Erfahrungen in dem Bereich haben, aber welcher Arzt gibt zu, dass er da überfordert ist? Also wird das Kind mit Medikamenten vollgepumpt, egal welche Rückmeldungen er bezüglich seines Gemüts- und Körperzustand gibt und im Zweifelsfall der Mutter erzählt, wie unfähig sie ist und dem Kind aufgrund dessen nicht zu helfen sei.

Ich habe unzählige wissenschaftliche Artikel und Publikationen von Psychologen und Psychiatern gelesen in denen so einige Maßnahmen beschrieben wurden, wie man einem Kind mit diesen Störungen vielleicht zumindest teilweise helfen könne...

In einem waren sich jedoch fast alle einig: DAS KIND SOLLTE WEITESTMÖGLICH VON GLEICHGESINNTEN FERNGEHALTEN WERDEN!

Da liegt schon der erste Hund begraben: Wer soll das Kind aufnehmen, wo es keine Kinder mit ähnlichen Störungen gibt?
Alle Schulen haben meinen Sohn verwiesen, selbst KJP, HPT und nun die Einrichtung für Kinder mit psychischen Störungen.

Es wird nun zwanghaft eine alternative (durch den Erziehungsleiter und den ASD) gesucht, ohne ehrlich zu überlegen, wo er gut aufgehoben wäre. Ich habe das Gefühl, einziges Kriterium ist: Bereitschaft zur Aufnahme des Kindes!

Gibt es denn irgendwo in Deutschland, eine kompetente Beratungsmöglichkeit mit Erfahrung in dem Gebiet?

Ich wäre so unendlich dankbar für jeden noch so kleinen Hinweis!

Amo

Re: Hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen

Beitragvon Amo » Mo 6. Mai 2019, 10:08

YamaYve

Das sind Diagnosen. Wie verhält sich dein Kind? Was sind seine Probleme? Das sind echt mehrere Diagnosen, die jetzt irgendwie kaum was aussagen über Verhalten in Gruppen; mit Anderen; was kann es denn ausdrücken und was nicht? Wie alt ? Bitte ein paar mehr Infos. Ich meine damit nichts Privates. Nur ein paar Anhaltspunkte ohne diese Diagnosen. Und wann und über welchen Zeitraum wurden diese gestellt und warum? Von wie vielen Ärzten? Welche Medikamente? Lass dir Zeit zum Antworten. Der Text darf ruhig länger werden.

Liebe Grüße

Gast

Re: Hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen

Beitragvon Gast » Mo 6. Mai 2019, 11:06

Hallo Verzweifelte,
wie alt ist dein Sohn?
Dein Problem ist wohl jedem, der mit Kinder-, Jugend- und Familienhilfe zu tun hat, bekannt. Wo gibt es den geeigneten Platz, wie und womit kann Familien am Besten geholfen werden...? Dass dein Sohn, trotz Elterntrainings und psychologischer Unterstützung, nicht mehr im elterlichen Haushalt lebt, macht mich stutzig. Was hat dazu geführt, dass er fremduntergebracht wurde? Sind wirklich alle ambulanten Maßnahmen (Familientherapie, SPFH, Tagesgruppe, Integrationshelfer für Schulbesuch, Adipositasbehandlung in Gruppen/Klinik, etc) ausgeschöpft worden? Mit Psychologen und anderen Fachleuten sprechen ist die eine Sache, tatsächlich in Behandlung sein, eine andere. Was sagt die Krankenkasse? Welche Behandlungsmöglichkeiten schlagen sie vor? Gutachter? Hat das Jugendamt sich ausreichend engagiert, euch ambulant zu fördern oder war fremdunterbringen schnell auf dem Tisch? Seit wann ist dein Sohn in der aktuellen Einrichtung? Warum genau schmeißen die jetzt das Handtuch? Bist du Sorgeberechtig? Die "Entlassung" darf dann nicht ohne deine Zustimmung erfolgen, egal, was sich "die Gruppe" wünscht.
Was sagt dein Sohn? Wo und wie will er leben? Warum klappt es nicht in der Gruppe? Wo/Wann ging es ihm in den letzten Jahren gut? Können Anhaltspunkte sein, wo etwas vielversprechendes zu finden ist.
Du hast die Möglichkeit selbst nach geeigneten Wohngruppen für deinen Sohn zu suchen. Eine Deutschlandweite Anfrage-Hilfe gibt es meines Wissens nach nicht, es läuft immer über den zuständigen Kostenträger (Jugendamt, Rententräger). Oftmals finden Bewohner/Klienten den Weg in eine Einrichtung, weil sie über Empfehlung, Internetsuche o.ä. von der Einrichtung erfahren haben und sich dann erstmal selbst an die Einrichtung mit ihrer Anfrage wenden. Diese entscheidet (in gemeinsamen Austausch), ob die Einrichtung passt. Dann wird ein Antrag auf Kostenübernahme beim Kostenträger gestellt.
Du hättest also Chancen, wenn du selbst nach Einrichtungen suchen würdest, die sich auf die Behandlung/Begleitung der Symptome deines Sohnes spezialisiert haben und diese dem ASD-Mitarbeiter als passend präsentieren könntest. Das können Wohngruppen sein, vielleicht ist eine Unterbringung in einer Sozialpädagogisches Pflegefamilie oder Einzelperson aber passender, weil kleiner (= engmaschige Betreuung).
Ich denke, natürlich auch der ASD-mitarbeiter sucht nach einer geeigneten Unterbringung (alles andere macht keinen Sinn. Beim "einfach nur abschieben", wie du es vermutest, hat er den Fall in kürzester Zeit wieder an der Backe und "verspielt" sich ggf. gute Kontakte zu Hilfeanbietern.... oder weiß er, dass er den Fall/deinen Sohn abgibt? dann Vorsicht!), hat aber weniger Zeit zur Verfügung für deinen Sohn als du als Mutter.
Manchmal sucht und sucht man auch und findet kein geeignetes Angebot... Ich habe mal ein Jahr lang nach einer geeigneten Einrichtung für eine Klientin gesucht! Alles andere, was wir uns angeguckt hatten, entsprach im Konzept unserer Idee von geeignet und vor Ort stellte sich raus, dass die viel aufpoliertes schreiben und sagen und letzten Endes doch "gewöhnlich" arbeiten. Da haben wir lieber "ausgeharrt", bis dann etwas gefunden war, wo sie sich nicht nur zwischengeparkt und wieder mal weitergereicht gefühlt hat.
Die großen, deutschlandweiten, Anbieter von Kinder- und Jugendhilfe, sind z.B. Caritas und Diakonie. Dort könntest du nach Angeboten googlen. Auch z.B. LWL, LVR, usw. Gib einfach mal Wohngruppe und hyperkinetische Störung ein- da wirst du was finden und kannst dich weiter reindenken. Oder du wendest dich an Leute von Erziehungsberatungsstellen oder dem sozialpsychiatrischen Dienst, vielleicht haben die Ideen und/oder kennen jemanden, der jemanden kennt....du brauchst halt Kontakte zu Leuten, die sich in der Hilfeangebotslandschaft auskennen, um geeignete Maßnahmen zu finden. Das sollten eigentlich die Jugendamtsmitarbeiter sein, aber, wie o.g. haben die oft nicht die Zeit und manchmal auch nicht
die Erfahrung/Kontakte bzw. sind auf bestimmte Hilfeanbieter eingeschossen.

Es tut mir leid, dass du dich alleine gelassen fühlst. Ich hoffe, etwas von dem was ich geschrieben habe, hilft dir irgendwie weiter. Ich habe gerade leider keine Idee, an wen ich dich für persönliche Unterstützung im Hilfedschungel noch verweisen könnte. Ich würde wirklich nochmal (auch zur eigenen Entlastung) Beratungsgespräche in einer Erziehungshilfestelle in Anspruch nehmen- die gibt es deutschlandweit kostenlos und anonym. Und die sind meist sehr erfahren und vernetzt.
Alles Gute!

Maik

Re: Hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen

Beitragvon Maik » Mo 6. Mai 2019, 11:11

Wichtig wäre auch:
wie alt ist dein Sohn?


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