Tabu um die “Verrücktheit“ brechen

Weitere psychische Störungen, Erkrankungen, Symptome
Nora

Tabu um die “Verrücktheit“ brechen

Beitragvon Nora » Di 26. Sep 2017, 13:51

Psychische Störungen- das Tabu um die “Verrücktheit“ brechen.

Ich bin 27 Jahre alt und leide seit meinem 16. Lebensjahr an einer psychischen Störung. Ich habe in all den Jahren, in denen ich unter den schweren Symptomen meiner Krankheit gelitten hab , gelernt, dass der Deckmantel des Schweigens , der in unserer Gesellschaft über das Thema psychische Erkrankungen geworfen wird, die Situation für Erkrankte und deren Angehörige noch schlimmer und komplizierter macht. Wir alle sind Menschen und wir alle können krank werden, ob körperlich oder psychisch macht für mich keinen Unterschied in Bezug auf die Schuldfrage und den Umgang damit. Es spielen meist mehrere Faktoren zusammen, wenn jemand erkrankt, aber für den Ausbruch einer Erkrankung kann niemand verantwortlich gemacht werden.
Immer wieder hatte ich jedoch mit starken Schuld- und Schamgefühlen zu kämpfen, da unsere Gesellschaft sich anscheinend für psychisch kranke Mitglieder derart schämt, dass kaum darüber gesprochen wird, Reportagen darüber im TV erst zu später Stunde gezeigt werden und viele Erkrankte beruflich und/oder sozial ausgeschlossen werden. Ich bin es satt, mich dafür rechtfertigen zu müssen, krank zu sein. Wenn jemand eine Grippe hat ist er krank, aber wenn jemand Depressionen hat, ist er verrückt?
Ich möchte hiermit nicht alle Mitglieder unserer Gesellschaft ermahnen, es gibt Viele die offen über das Thema sprechen, mit und für psychisch Kranke arbeiten und sich dafür einsetzen, dass Aufklärungs- und Präventionsarbeit stattfindet, aber ein Großteil unserer Gesellschaft , so hab ich es erlebt, möchte dem Thema aus dem Weg gehen. Ich bin psychisch krank, meine Wahrnehmung war in Zeiten der akuten Krankheitsphase verzerrt, meine Gedanken und Gefühle anders als bei einem Gesunden, aber ich bin ein Mensch, ein Teil von euch! Schließt mich nicht aus und bitte redet darüber, denn nur so kann es gelingen Erkrankte zu inkludieren beziehungsweise führt es erst gar nicht dazu dass sie exkludiert werden.

#ich rede darüber

FehlamPlatz

Re: Tabu um die “Verrücktheit“ brechen

Beitragvon FehlamPlatz » Mi 27. Sep 2017, 15:57

Schweigen ist Mist. Manche fühlen sich aber überlastet mit den Problemen anderer. Das kann man auch verstehen. Besonders die deutsche Kultur ist aber sehr schambehaftet und perfektionistisch. Da wird oft über jemanden geurteilt, der "anders" ist. "Verrückt" zu sein, kann auch ein Zeichen von besonderer Intelligenz und Charakter sein.






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