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Habe Fragen zu meinem Zustand - sozial isoliert, Videospielsucht?

Verfasst: Do 21. Jun 2018, 19:37
von Sauerbraten
Hallo, ich bin 23 Jahre alt und habe einige Fragen ob mein Verhalten normal ist, Ihr das vielleicht selber kennt und ob ihr vielleicht Tipps für den/die ersten Schritte habt. Da ich nicht wirklich gut im Vorrausplanen bin.


Zuerst einmal Informationen über mich:

Ich hatte keine schlimme oder ungeliebte Kindheit. Ich hatte schon einmal psychische Betreuung im Alter von 12-14 Jahren, habe es zu der Zeit aber nicht verstanden und hab es für normal gehalten. Jeden falls habe ich bereits seit meiner Kindheit Freundschaften und ähnliches nicht gepflegt, mir fehlte einfach das Interesse an anderen Personen und ich fühlte mich nie wirklich wohl.

Das mag daran liegen, dass viele Kinder in meinen Alter sich für Sport, Musik oder Veranstaltungen interessiert haben und ich schon im Alter von 7 eine große Faszination für Videospiele entwickelt habe. Dementsprechend verbrachte ich fast 100% meiner Freizeit (was natürlich nach besten Gewissen Versucht wurde von meiner Mutter zu regulieren, da sie es als Zeitverschwendung ansah) mit Videospielen, daraus folgt das ich natürlich nur selten Freunde fand (meistens nur über Parallelklassen).

Nun ja, die Schulzeit ging Vorbei und ich behaupte mal ich habe mich sehr stark selbst isoliert, ich hatte bis ich 20 war noch eine Ausbildung als Elektroniker gemacht und wurde oft von meinem Bruder (der viele Interessen teilte) zu Dingen wie Disco oder Veranstaltungen überredet. Diese Veranstaltungen haben mir aber nie zugesagt, genauso wie Partys hatte ich eigentlich nie jemanden getroffen der meine Interessen geteilt hat (ich mein klar ich hab jetzt nicht viele aber ich kann es nun mal auch nicht ändern). Meine Mutter hat mich als Faul angesehen weil ich oft länger schlafe als andere oder Nachmittags einfach mal 2 Stunden länger Ruhe brauchte (Keine Ahnung warum, aber ich bin sehr oft grundlos Niedergeschlagen und muss mich einfach regenerieren). Als mein Bruder (eigentlich der einzige mit dem ich bis dahin über meine Interessen reden konnte) 2014 Suizid begang habe ich angefangen mich komplett von allem zu isolieren.

Meine Familie kommt mir vor wie Fremde, bei denen ich jedesmal Angst habe falsch verstanden zu werden und ich keine Lösung finde wie ich Kontakt aufbauen kann und ihnen klar machen kann das ich mich nicht zurück ziehe weil ich sie nicht mag. Am Herzen liegen sie mir schon und ich habe ihnen auch viel zu verdanken, aber ich finde keinen Ansatzpunkt mich zu überwinden. Seit 2 Jahren lebe ich jetzt schon regelrecht zuhause eingesperrt, ganz alleine, aber ich empfinde keine Einsamkeit, kein Interesse nach draußen zu gehen, keine Neugier jemanden kennen zu lernen, ich gehe nicht ans Telefon und mach so gut wie nie auf wenn jemand klingelt. Das einzige was mir bisher bleibt ist das Interesse an Videospielen und klar telefoniere ich oft über Programme mit Leuten die das auch gerne Spielen, aber mit diesen Menschen kann ich meine Probleme auch nicht teilen, schließlich rede ich mit denen nicht über mich oder mein Leben sondern dann geht es eigentlich immer um das Spiel.



Nun zu meinen Fragen:

Sollte ich einen Arzt für eine ernsthafte Diagnose (ich hatte gelesen die Symptome einer Schizophrenie treten ähnlich auf) aufsuchen oder denkt ihr ich habe einfach nur eine Videospielsucht die eventuell das Problem ist?

Wie habt ihr gelernt eure Probleme zu teilen, am besten vielleicht Erfahrungen mit Verwandten (da ich keinen Freundeskreis habe)? Ich habe gelesen dass das aufschreiben ein guter erster Schritt wäre, deswegen wollte ich hier meinen ersten Schritt verewigen.

Habt ihr vielleicht Tipps wie man soziales Interesse irgendwie wecken kann, weil ich mit meinem aktuellen Leben einfach total unzufrieden bin, ich aber auch keine Reize empfinde die mich davon abhalten (fast so als würde sich mein Geist dagegen sträuben)

Ich denke oft auch über Selbstmord nach, sei es weil ich mit meinem Leben unzufrieden bin oder weil ich oft von meinem Bruder träume. Ich bin mir zwar sicher das ich diesen Weg niemals gehen werde oder möchte, aber der Gedanke hält mich manchmal einfach fest und ich kann mich auf gar nichts mehr konzentrieren und ich kann in so einer Situation dann für eine ganze weile nichts mehr aufnehmen sondern will einfach nur still nichts tun, meistens schaue ich dann irgendwas unkompliziertes, spiele ein bisschen Videospiele oder lege mich einfach nur hin.



Ich bin für alle Tipps dankbar!

Vielen Dank fürs Lesen und vielleicht für den ein oder anderen Kommentar, Liebe Grüße Robin

Re: Habe Fragen zu meinem Zustand - sozial isoliert, Videospielsucht?

Verfasst: Fr 22. Jun 2018, 10:12
von Grumpf
Hi,

also den WEg zum Arzt, Psychologen solltest du machen, wenn es dir wirklich schlecht geht und du glaubst, da kommst du ohne Hilfe nicht mehr raus.

Wie viel/lange spielst du denn, damit das einschätzen kann?

Hast du überhaupt kein Interesse an anderen Menschen?

Re: Habe Fragen zu meinem Zustand - sozial isoliert, Videospielsucht?

Verfasst: Fr 22. Jun 2018, 16:02
von Sauerbraten
Also Videospiele spiele ich am Tag eigentlich so viel Zeit wie es geht, es ist jetzt nicht so, dass ich wichtige Termine dafür verschieben würde, aber zum Beispiel zögere ich Sachen wie einkaufen gehen oder ähnliches, so lange wie möglich raus. Sollte ich schätzen, würde ich 8 Stunden täglich sagen.

Das mit dem Interesse kann ich nicht so genau sagen, ich meine es gibt Momente wo ich gerne unter Freunden wäre, aber wenn ich Beispielsweise mit jemanden im vier Augen Gespräch bin, würde mir nie ein Gesprächsthema einfallen das mich interessiert und genauso denkt dann natürlich mein Gegenüber dass ich total langweilig bin. An einer Person selbst interessiert, war ich schon länger nicht mehr.
Als ich auf der Suche nach Liebe war (So circa 2010-2016) und hoffte ich finde eine Person die mich versteht und nimmt wie ich bin. Ich weis nicht ob es daran liegt dass ich noch jung bin, aber auf jeden Fall waren die Beziehungen die ich geführt habe für diese Personen zu langweilig oder so. Wobei ich oft das Konzept dann der Beziehung nicht verstehe, für mich war das immer etwas wo man Zuneigung und Zusammenhalt pflegt. Jedoch wollten meine bisherigen Freunde (keine Ahnung ob das normal ist) dann immer Dinge wie Eifersucht und Drama mit hineinbringen, wofür ich einfach nicht geschaffen bin (Ich reagiere richtig allergisch darauf, manchmal sogar richtig wütend weil ich es nicht verstehe). Wieso sollte ich Eifersucht empfinden wenn ich meinen Partner vertraue? Wieso sollte ich Drama akzeptieren wenn mir der Zusammenhalt wichtiger ist? Nun ja, letztendlich wurde ich dann jedesmal direkt ersetzt und ich hab mich damit abgefunden zu warten bis die Zeit reif ist.
Ich weis nicht ob das mein Interesse an Liebe wirklich gekillt hat, aber aktuell habe ich definitiv kein Interesse daran.

Danke für deine Antwort ich werde am Montag mal zu einem Arzt gehen, über welche Punkte spreche ich denn am besten. Bzw. denkst du bis auf die soziale Isolation (und Videospielsucht) bin ich normal?

Re: Habe Fragen zu meinem Zustand - sozial isoliert, Videospielsucht?

Verfasst: Fr 22. Jun 2018, 21:41
von Grumpf
Ich schätze dich als 'normal' ein. Dein Konzept von Liebe halte ich für ausgesprochen gesund, und dass dein Interesse daran durch "Drama-Queens" gekillt wurde, halte ich nicht für außergewöhnlich.

Warum willst du denn zum Arzt gehen? Du sagst zwar, du bist unzufrieden, aber ich lese jetzt überhaupt nicht heraus, dass du besonders unglücklich oder gar psychisch krank bist.