Forumsperre - Wichtiger Hinweis!

Durch Job? Verhaltensstörung - Aggressionen - Panikattacken

Weitere psychische Störungen, Erkrankungen, Symptome
Zimmermädchen00

Durch Job? Verhaltensstörung - Aggressionen - Panikattacken

Beitragvon Zimmerm√§dchen00 » So 9. Sep 2018, 18:35

Sehr geehrtes Forum,
Ich (18) weiss nicht wie weit man mir hier helfen kann, aber mir ist einfach etwas an mir in den letzten Monaten aufgefallen, zu was ich gerne eine andere Meinung gehört hätte. Vielleicht kann mich hier jemand verstehen, das schon einmal selber durchgemacht hat oder ähnliches.
Angefangen hat alles wirklich seit ich meine Ausbildung vor 2 Jahren angefangen habe. Die Ausbildung als Hotelfachfrau hatte ich mir zwar von Anfang an nicht leicht vorgestellt, jedoch konnte ich nicht wissen um wie viel Negativit√§t ich umgeben sein werde Tag f√ľr Tag. Es sind nicht nur die Komplizierten G√§ste die einem das Leben in der Hotellerie schwer machen, sondern auch viele andere Aspekte welche ich gerne erl√§utern m√∂chte. Fangen wir an bei den Arbeitszeiten. Es gibt viele Monate, an welchen ich kein einziges Wochenende frei bekomme, mehrmals 6 Tage am Stuck arbeite oder auch viel Sp√§tdienst habe, nebenbei sollte man noch Schulaufgaben erf√ľllen und f√ľr die bald anstehende Lehr Abschlusspr√ľfung lernen. Durch diese Arbeitszeiten habe ich viele soziale Kontakte verloren, was mir auch je l√§nger je mehr zu schaffen macht. Das Zweite w√§re die t√§gliche √úberarbeitung. Jeden Tag nicht zu wissen wie man den Tag schaffen sollte, da man einfach so viel Arbeit erledigen muss, wird auch immer mehr zu einem Problem f√ľr mich. Weiter mit dem dritten Aspekt und zwar die Stimmung zwischen den Mitarbeitern. Das Zwischenmenschliche wird im Hotel durch die ganze √úberarbeitung jedes Einzelnen so vergessen, dass oft intern keine gute Stimmung herrscht.
Anfangs der Ausbildung kam ich noch eher mit all diesen Sachen klar, obwohl ich mich recht daran gew√∂hnen musste, damals war ich 15 Jahre jung und naja ich war einfach √ľberzeugt dass dies das Richtige ist! Nun im 3. Lehrjahr fallen mir einfach immer mehr Verhaltensver√§nderungen an mir auf, welche ich gerne wieder los h√§tte.
Seit einer Weile ist einfach eine tiefe Ungl√ľcklichkeit mein ewiger Begleiter, an den einen Tagen ist es schlimmer als an Anderen, aber Sie ist immer da. Oft bin ich auch genervt und lasse dies leider auch zu oft an nahestehenden Personen aus, was ich aber im Nachhinein immer bereue. Viele aussenstehende Menschen sehen doch dies nicht, viele bezeichnen mich als aufgestellte Person, welche viel lacht und es immer schafft andere zu motivieren. Wie es aber in mir drinnen aussieht sieht jedoch keiner wirklich. Aus diesem ungl√ľcklich und genervt sein ist nun ein kleines Aggressionsproblem geworden, so wie ich es betiteln w√ľrde. √Ėfters in Diskussionen fange ich an Sachen zu schmeissen, werde SEHR laut und verw√ľste Dinge, dies habe ich zuvor nie gemacht. Was mir auch etwas peinlich ist, ist dass mir einmal die Hand gegen√ľber meines Partners ausgerutscht ist, nicht fest, er wurde auch nicht verletzt, aber es ist passiert und es ist mir so unwohl! Da ich wirklich nicht so sein will. Nach meinen Aggressionen ist es auch schon vorgekommen dass ich eine Art Panikattacke bekommen habe. Ich weiss jedoch nicht genau ob es Panikattacken sind. Ich komme einfach unter Druck und ich sch√§me mich f√ľr mein Verhalten, so sehr das mein Kopf innerlich im Kreis anf√§ngt zu drehen, ich fange an ganz fest zu atmen, als ob ich keine Luft mehr bekomme, dabei sitze ich meistens am Boden und es braucht eine Weile bis ich wirklich wieder ansprechbar bin. Ich hatte dies bisher aber erst 2 Mal.

Ich weiss nicht genau was ich machen soll.
Was f√ľr mich klar ist, ist dass ich diese Lehre im Hotel umbedingt fertig machen m√∂chte, aber auch dass sich etwas √§ndern muss.
Ich habe mich bereits schon einmal mit meiner Mutter √ľber dieses Problem unterhalten, sie zieht in Erw√§gung dass es evtl. zu einem Burnout kommen k√∂nnte, aber es k√∂nnte vielleicht aber auch nur eine Phase sein die wieder vorbei geht.
Sie meint ich sollte mal schauen wie es sich entwickelt. Doch selbst nun als ich eine Woche Ferien hatte, √ľberkam ich heute wieder ein Aggressionsanfall. Dieses Mal bin ich jedoch nach Draussen gegangen bevor ich wirklichen Schaden anrichten konnte und habe gehofft dass etwas frische Luft und Abstand von Menschen mir helfen k√∂nnte mich etwas zu beruhigen, was auch geklappt hat.
Jedoch denke ich dass dies doch auch keine L√∂sung sein kann, jeglichen Konfrontationen so aus dem Weg zu gehen? Ich √ľberlege mir professionelle Hilfe zu holen, habe aber auch Angst Medikamente verschrieben zu bekommen, welche mich nur psychisch bet√§uben, die Lehre abbrechen zu m√ľssen oder in eine Klinik oder so eingewiesen zu werden. Denn ich m√∂chte unbedingt diese Ausbildung fertig machen, da es das letzte Jahr ist und ich nicht m√∂chte, dass all mein Aufwand umsonst war.

Ich m√∂chte gerne eure Meinung dazu h√∂ren. Was w√ľrdet ihr mir raten?
Ich hoffe auf gute Antworten und Danke f√ľrs Lesen.

S.

Ute

Re: Durch Job? Verhaltensstörung - Aggressionen - Panikattacken

Beitragvon Ute » Mo 19. Nov 2018, 17:19

Hallo!

Dein Beitrag hat mich echt bewegt. Das sind ja richtig lebensfeindliche Arbeitsbedingungen. Du solltest den Job aufgeben und eine andere Ausbildung beginnen. Was bringt es dir, das letzte Lehrjahr abzuschlie√üen, wenn du eh nicht in dem Beruf arbeiten kannst?! Du siehst ja, dass du daran kaputt gehst. Es ist kein Wunder, dass kaum mehr jemand in der Gastronomie arbeiten will. In meiner Umgebung arbeiten viele Fl√ľchtlinge in der Gastronomie. Der Job ist einfach Sch..√üe. Wenn man nie am Wochenende frei hat, hat man auch kein Privatleben mehr. Die Angestellten sollten Druck machen, damit sich was √§ndert. Es m√ľsste Ersatzpersonal her f√ľrs Wochenende. Und gute Behandlung durch G√§ste muss auch eingefordert werden. Niemand muss als Schuhabstreifer herhalten. Das musst du verinnerlichen.


Zur√ľck zu ‚ÄěForum f√ľr andere psychische Beschwerden‚Äú



cron