Suizid: Letzter Ausweg?

Keine AnkĂĽndigungen, bitte!
Ceruleanribbon

Re: Suizid: Letzter Ausweg?

Beitragvon Ceruleanribbon » 30.12.2018, 14:17

Hallo liebe Sabrina,
Wie immer geben deine Worte mir Hoffnung und Halt, danke für deinen Schubser. Ich muss akzeptieren das auch ein Licht bin. So schwer es mir fällt nach all den Jahren bloßer Beobachtung anderer.
Das wachbleiben kann ich nur erreichen wenn ich Dinge in Bewegung setze. Also den Weg zu mir, ich träumte von Veränderungen und es ist sicher nur davon zu träumen. Dennoch ist Veränderung auch angstvoll doch dem muss ich mich stellen sonst werde ich wieder an den Punkt kommen. Ich will kein anderes Leben, ich möchte mit all meinen Verletzungen in mir und an mir, die mich zu der „Seele“ gemacht haben raus in die Welt...
ich hoffe inständig das unser Ausstausch hier auch weitergeht, zumindest von Zeit zu Zeit. Du verabschiedest dich nicht ganz oder?
Ich weiĂź das wahrscheinlich nur ich dich als Haltepunkt sehe, ich will dich nicht egoistisch aufhalten :)
Deine Erfahrungen und Berichte über dein Sein haben mich positiv bewegt und ich bewundere auch dein Licht und deine Stärke, ich hoffe das weißt du. Wenn nicht, jetzt weißt du es ;).
Ich wĂĽnsche dir ein friedliches Ausklingen der letzten beiden Jahrestage. :clap:

sabrina1001

Re: Suizid: Letzter Ausweg?

Beitragvon sabrina1001 » 31.12.2018, 07:19

hey Jenny, dass ich deine Worte lese zeigt schon was ich von meiner Idee halte, nicht mehr auf dem Forum unterwegs zu sein. WeiĂźt du, wenn du meinen Wertegang verfolgt hast, dann hast du gesehen, dass ich erst relativ kurz auf meinem Weg zum Ich oder auch zu unserem Sein bin.

Ehemals habe ich mich als nichtig gesehen, doch erkannte ich, dass ich am Arbeitsplatz und in meinen private Beziehungen meinen Platz beanspruchte, der mir nach reiflicher Überlegung gar nicht zustand. Oftmals wurde mir in meiner Vergangenheit vermittelt, dass ich Dinge zerstören würde und anderen Menschen Angst mache. Ich wurde in mir immer kleiner und wenn ich mich irgendwann nicht mehr spürte, so ich hatte provoziert, versuchte zu erfahren, ob mich andere noch sehen, letztlich hatte mich körperlich selber verletzt. Wenn ich dieser Situation jemand auf mich zu kam, konnte ich vor innerer Taubheit nur abwehren, ich war es in meinen Augen nicht wert weiter zu leben und so kannte ich im Sommer nur den Weg in meinen Tod.
Dass ich meinen Weg unterbrach, nicht alle Medikamente einnahm, war der Anfang.

Wenn wir großes Leid erfahren haben, so sind Verletzungen entstanden, die es gilt zu heilen, denn wir würden sonst daran zugrunde gehen. Heilen dauert und ist ein so langwieriger Prozess. Erst einmal die Erstversorgung, die Wundversorgung, dann die Narbenpflege, vllt auch Narben-Korrektur, dann die Geduld, bis die Narbe sich in unserem Lebensrhythmus einfügt bis hin zu Akzeptanz, dass das Erdenleben durch viele Narbe mit bestimmt ist… Heilen dauert und läuft parallel zum Leben, ist Teil vom Leben. Wichtig ist vor allem – Heilen kann jeder sich nur selber!

Nach dem Wundenversorgen ging es für mich im Sommer ans Aufräumen. Alle alten Gedanken (z.B. Aufzeichnungen) weg, teilweise in eine große Kiste – teilweise einfach in den Müll, dann kamen meine Akten, mein Arbeitsplatz kann jederzeit von jemanden anderen besetzt werden, meine Rolle als Mutter offenbar nicht. Hierfür habe ich Vorgesorgt, eine Beerdigungvorsorge, eine Ruheplatz ausgesucht, mein Testament und Abschied gestaltet, saubere Sache,
und – das kommt dir bekannt vor – eine Frist gesetzt, die an dem Wochenende als ich zufällig auf das Forum getroffen bin, abgelaufen ist.

Ich habe Grenzen erfahren, meine Grenzen zu anderen, auf der subjektiven Ebene der vielen Egos, die sich immerfort begegnen. Aber auch meine Grenzen der Auflösung. Ich bin, nun stellte sich nur die Frage wer ist Ich und was ist Sein.

Hier Jenny fängt meine Geschichte erst an richtig zu laufen, denn was hatte ich schon zu verlieren. Ich dachte es ginge nur um das Erdendasein und irgendein angestrebtes Glück. So ist es nicht! Ein sinnvolles Leben macht „glücklich“ ist es aber nicht immer.

Eigentlich habe ich aus Dankbarkeit das Forum weiter besucht, erkenne allerdings auch, dass geschriebene Worte auch meiner Entwicklung gut tun. Wir können zwar alleine erwachen, leben heißt für mich mit anderen Lebewesen eine Verbindung erkennen. Du weißt inzwischen was das heißt – über dein Ich auf einer Ebene des Wir auf andere Menschen, nicht (nur) auf ihre egoistischen Daseinsformen zu treffen. Wenn du Menschen helfen willst, das ist der Ort des Wirkens und ich bin mir bei dir sicher, dass du dies in deinem Leben auf den Wegen der Kunst erreichen wirst. Über die Kunst können Menschen sich verständigen und eine gemeinsame Richtung entwickeln, die uns alle, Dich – mich und alle Mitleser auf diesen Forumsseiten, voranbringt.

Ich weiß, dass ich in den kommenden Jahren von dir lesen werde und ich bin sehr gespannt, in welchen Körper ich dich vorfinde ;)

Dein Erkennen durfte ich bereits begleiten. Das war toll, denn viele auf dem Forum Schreibende wollen keine Änderung, sie wollen ihr Leben nicht ändern und machen andere für ihr Verhalten verantwortlich. Unbestritten habe andere Verantwortung, die größte Verantwortung aber liegt stets bei jedem von uns selber!

Alles was du dir erdacht hast ist deins und du brauchst unsere Konversation eigentlich nicht. Gerne habe ich geschubst, deine Richtung hast du dir ausgesucht. Ja, bleib in Bewegung, bleibe wach!

Ob du akzeptierst, dass du ein Licht bist oder nicht, du bist ein Erdenwesen, ein leuchtender Punkt und das musst du nicht erfahren, du hast es schlicht erfahren. Von Veränderungen träumen, ein erster Schritt, Veränderungen leben und wenns nur kleine Dinge, oftmals für dich gedachte Dinge, das ist dein Weg!

„Dennoch ist Veränderung auch angstvoll doch dem muss ich mich stellen sonst werde ich wieder an den Punkt kommen. Ich will kein anderes Leben, ich möchte mit all meinen Verletzungen in mir und an mir, die mich zu der „Seele“ gemacht haben raus in die Welt... „

Ja, wir haben irgendwann gelernt, dass Veränderungen Angst machen. Das in meinen Augen dusseliger Quatsch!

Veränderungen bedingen ein neue Betrachten, das wiederum fordert und nun ist es an uns die Situation einzuschätzen – für mich gut oder für mich schlecht. Wenn ich gegen meine Einschätzung handel – angstvoller Rückzieher! Angst ist eines unserer Werkzeuge unseres Erdendaseins, eines unserer Gefühle! Manches Mal kann Angst sogar schön sein (z.B. in einer Geisterbahn, um die eigentliche Sicherheit voll zu genießen).
Wenn du nun keine Angst haben willst, schau wo deine Angst entsteht, ob die Entscheidung für dich in diesem Moment richtig oder falsch ist - entscheiden und weiterlaufen. Dein Gefühl der Angst hilft dir bei der Orientierung, wenn das Laufen sich richtig anfühlt wirst du dein Gefühl verändern und vllt als nächstes Freude empfinden.

„ich hoffe inständig das unser Ausstausch hier auch weitergeht, zumindest von Zeit zu Zeit. Du verabschiedest dich nicht ganz oder?
Deine Erfahrungen und Berichte über dein Sein haben mich positiv bewegt und ich bewundere auch dein Licht und deine Stärke, ich hoffe das weißt du. Wenn nicht, jetzt weißt du es .“

Ich wollte dir mitteilen, dass ich noch immer bei dir bin, ganz häufig in meinen Gedanken! Okay, unser Austausch macht auch Spass und auch wenn ich weiss, dass du sicher alleine läufst, wenn auch nicht immer ganz gradlinig, so ist der Austausch oftmals behilflich, nicht nur für dich Jenny. Ich werde in den nächsten Monaten gerne um den 20. Tag nach dir Ausschau halten, sei gewiss, gedanklich sehr viel öfter,
ich bin gespannt, wann und wie und von wo du schreibst
komme wohlbehĂĽtet ins neue Jahr 2019
herzlichst Sabrina

Ceruleanribbon

Re: Suizid: Letzter Ausweg?

Beitragvon Ceruleanribbon » 19.01.2019, 20:54

Liebe Sabrina,
Es ist um den 20. herum :). Ich hoffe so sehr das deine Reise bisher gut verlaufen ist.
Ich habe es jetzt verstanden. Mein Ego stand mir lange Jahre im Weg. Ich lerne derzeit den Prozess...
Ich gehe. Ich hoffe du gehst auch :) und wir werden uns diesem Weg begegnen,in welcher Form auch immer
Liebste GrĂĽĂźe, Jennifer

sabrina1001

Re: Suizid: Letzter Ausweg?

Beitragvon sabrina1001 » 19.01.2019, 23:23

Liebe Sabrina,
Es ist um den 20. herum :). Ich hoffe so sehr das deine Reise bisher gut verlaufen ist.
hey du, es ist so schön von dir zu hören! Ich bin seit ein paar Tagen auf dem Forum,
ja, es geht weiter, ich finde mich, vermutlich genau wie du, gerade am wachsen. Bis noch vor einem halben Jahr habe ich so viel (er)wartet, immer wieder ĂĽber andere mein Selbst versucht zu entdecken,
ich sehe heute, dass ich meine Gedanken und mein Sein selber definiere. Ich weiß nicht wie es dir geht, allerdings bin ich immer noch am Anfang einer spannenden Reise, die viel mit Selbstverantwortung zu tun hat. Nicht jeder Tag ist ein Hochgefühl, viele Bilder aus dem leltzten Jahr muss ich noch aufarbeiten, denn ich bin im letzten Sommer einen sehr gefährlichen Weg gegangen und denke viel über Verantwortung und Schuld (bei mir und meiner Umwelt) nach.
Oftmals erkenne ich ausgepowert den Lebensweg nicht, um in den nächsten Tage wieder kraftvoller weiter zu gehen.

Ich wĂĽnsche mir sehr, dass du auch die Geduld hast, damit wir uns wirklich mal begenen D

[/quote]
Ich habe es jetzt verstanden. Mein Ego stand mir lange Jahre im Weg. Ich lerne derzeit den Prozess...
Ich gehe. Ich hoffe du gehst auch :) und wir werden uns diesem Weg begegnen,in welcher Form auch immer
Liebste GrĂĽĂźe, Jennifer
[/quote]

sei gedanklich mehr als lieb umarmt, wir sind uns nah!
schreib, wenn dir danach ist, ich schaue bestimmt wieder um den 20. ins Forum! ))))

Ceruleanribbon

Re: Suizid: Letzter Ausweg?

Beitragvon Ceruleanribbon » 20.01.2019, 15:13

Liebe Sabrina,
Deine Nachricht hat mich sehr gefreut. bei mir ist jeder Tag ein neuer „Kampf“, grade kein anderes Wort parat... mein Ego zu akzeptieren und auch einfach existieren zu lassen und darunter zu schaufeln und mein eigentliches „ich“ zu sehen ist eine Herausforderung der ich mich täglich stellen muss. Auch die Verbundenheit zu anderen Menschen irritiert mich immer noch sehr. Also eigentlich nicht meine Verbundenheit eher die Egos der Menschen um mich herum... meine Reise beginnt jeden Tag neu und ich muss immer noch schwer daran knabbern meine glaubensvorstellungen loszulassen um endlich meine eigene Realität zu schaffen ohne zu sehr abzudriften in die negativität um mich herum, die mich immer noch viel zu häufig herunterziehen kann. Meine eigentliche Realität soll jetzt nicht heißen Wunschvorstellungen usw. du verstehst mich oder?
Nenn es bitte nicht schuld ;)
Das du dich mit deinem Ego zu stark hast identifiziert hast, oder andere, würde ich nicht als schuld bezeichnen. In deinem Fall zeigt es deine Empathie und deine großartigkeit :). In manchen anderen Fällen zeigt es sich dass sie offenbar gerne in einem negativen Ego/Loch stecken bleiben und das es Ihnen offenbar gefällt. Lass uns lieber, liebe Sabrina, uns selbst sein, du und ich, jetzt gerade in dieser Form, in dieser Zeit. Lass uns jeden Tag ein neues Kapitel aufschlagen und die Vergangenheit verarbeitet, vergessend akzeptieren. Zwar macht uns die Vergangenheit und die Erlebnisse darin zu dem was wir sind, aber wir sind nicht die Vergangenheit sondern das heute, nicht wahr? Es ist nicht immer einfach nicht zerstörend auf seine Umwelt einzugehen, insbesondere wenn man Wertvorstellungen ausgesetzt ist um in eine, für alles und jeden, passende soziale Norm zu passen. Das kann ja nur schief gehen mit der Zeit...
In diesem Sinne, an diesem Sonntag, mit ganz viel lieben Gedanken an dich und neuer mentaler Kraft, bis zu nächsten 20. ;))

Ceruleanribbon

Re: Suizid: Letzter Ausweg?

Beitragvon Ceruleanribbon » 17.03.2019, 21:58

Wenn man realisiert dass man niemals einen Platz hatte wird es um einiges einfacher nicht wahr?
Wenn man realisiert dass es niemand kümmert, nur im „vielleicht“ Notfall, damit es keinen wirklich kümmern muss, damit es das eigene Gewissen nicht belastet, wenn man nur was getan hätte, das „danach“ zu verhindern

Selbst wenn ich mich selbst liebe, ist alles nur eine dicke fette LĂĽge. Ein Konstrukt das ich mir meine Psyche erschafft um zu ĂĽberleben

Maik

Re: Suizid: Letzter Ausweg?

Beitragvon Maik » 18.03.2019, 11:43

Liebe Ceruleanribbon,

wenn es niemanden gibt, den es kümmern würde, dann liegt es daran, dass dir bislang oder jedenfalls gegenwärtig so jemand einfach nicht über den Weg gelaufen ist und nicht, dass es nirgendwo jemanden gibt. Oder möchtest du uns erzählen, du seist so schrecklich und furchtbar, dass dich einfach gar niemand mögen, lieben oder wertschätzen kann?

Also, mich wĂĽrde es kĂĽmmern und ich denke die meisten anderen hier auch. Viele lesen nur mit und schreiben nicht, du kannst getrost davon ausgehen, dass auf jeden der schreibt noch etliche kommen, die nur mitlesen, gleichwohl in Gedanken jedoch bei dir sind und verstehen, wie es dir geht und weshalb.

Ich habe gelesen wie du zu Therapie stehst und dass es offensichtlich bislang nicht sonderlich erfolgreich war (um das mal so auszudrĂĽcken). Mit dem
richtigen Therapeuten oder ggf. einem Klinikaufenthalt könnte es trotzdem einen Impuls geben um die Blase des eigenen Kosmos aufzubrechen. Ich habe deine Beiträge gelesen, es ist klar dass du schwerwiegende Probleme hast und es ist auch nachvollziehbar. Ich sehe nicht, dass das unlösbar wäre und ich habe aus eigenem Erleben und aus den Werdegängen anderer etliche wirklich sehr schwierige Konstellationen gesehen. Das sehe ich bei dir nicht. Ich denke mit Unterstützung und ggf. Anleitung, sollte es möglich sein, nochmal große Schritte voranzukommen. Ob es dir alleine gelingt, daran habe ich allerdings Zweifel.

Für mich ist auffällig, dass du selbst nicht so liebevoll mit dir umgehst, wie es angezeigt wäre. So ein Verhalten ist ganz natürlich, wenn man es sozusagen so durch andere gelernt hat. Du bist jedoch wichtig, ich finde dich wichtig und ich finde du bist es wert, dass man dir zuhört und dass dein Zustand einen nicht gleichgültig lässt. Aus diesem Grund schreibe ich dir auch. Wenn du dir etwas antun würdest, würde es mein Gewissen nicht belasten, ich schreibe dir nicht deshalb, ich schreibe weil ich denke es wäre die falsche Entscheidung und weil ich finde, dass du etwas Unterstützung gebrauchen kannst und weil du es aus meiner Sicht wert bist, Unterstützung zu bekommen. Du solltest dir das selbst auch wert sein.

Weißt du, um mich hat sich auch keiner gekümmert und keiner interessiert. Das Gefühle alleine auf der Welt zu sein, ist für mich seit früher Kindheit ganz prägend. Aber es stimmt nicht. Es gibt Menschen die mich lieben und wertschätzen, die gab es immer und wird es immer geben, nur manchmal begegnet man aktuell keinem solchen Menschen. Oft ist man auch gar nicht bereit dafür, einem solchen Menschen zu begegnen. Denn ein solcher Mensch wäre in der Lage, die Glaubenssätze die man über soviele Jahre in sich aufgebaut hat, einzureissen. Man würde auf einmal erkennen,
dass man sich geirrt hat und das es womöglich gar nicht so ist, wie man geglaubt hat. Und das wäre zunächst eine Bedrohung, denn das Leid kennt man, man hat sich darin eingerichtet. Das Glück ist unbekannt und alles was unbekannt ist, ist einem zunächst erstmal unheimlich, ungemütlich, man hat Angst davor. Hinter der Mauer der Angst wartet das Glück. Es ist nichts Bedrohliches und kein Schrecken dahinter. Versuche nochmal an den richtigen Therapeuten zu geraten. Ansonsten überlege dir, was an einem Tag schön war und was weniger schön, überlege dir, was du an dir magst und worin du dich noch verbessern könntest. Denke darüber nach wie du dich fühlst, warum du dich so fühlst und ob diese Gefühle wirklich immer zu dem gehören was du gerade tust, was gerade ist; oder ob diese Gefühle ganz woanders hingehören, an andere Orte, zu anderen Menschen. Achte darauf was dir guttut und was dir nicht guttut. Nimm darauf Rücksicht und sei nicht so streng mit dir. So wie es ist, muss es nicht für immer bleiben. Es ist möglich, das zu ändern. Alles Gute.

sabrina

Re: Suizid: Letzter Ausweg?

Beitragvon sabrina » 18.03.2019, 20:28

Selbst wenn ich mich selbst liebe, ist alles nur eine dicke fette LĂĽge. Ein Konstrukt das ich mir meine Psyche erschafft um zu ĂĽberleben
Hey du,
schön von dir zu hören,
ach ja,
Genau so kann man das sehen. Oder auch anders D

Selbstliebe ist in der Tat ein Konstrukt unserer Psyche.
Ich meine, dass wir als allgemeinliebende kleine Menschen geboren werden, doch mit der Entwicklung unseres egozentrischen Selbstbildes – wohlgemerkt ein Bild, fühlen wir die Trennung von den anderen Menschen. Gerade, wenn in der Kindheit Menschen kein Selbstvertrauen und keine Selbstliebe aufbauen, richten sie ihr Leben darauf aus sich in anderen Menschen zu spiegeln und hier Wertigkeit zu erfahren.
Wenn das ausbleibt können sie sich ausgeschlossen fühlen oder aber sehen, dass auch andere Menschen in sich leben und schauen, ob es eine gemeinsame Basis gibt.

Ob es eine Basis gibt oder nicht, das kannst du dir jetzt selber ausdenken. Sein oder nicht Sein – das ist hier die alte Frage.J


Mit dem Alter – der Verweildauer auf Erden, nutzen sich Gefühle, unser Körper ja auch unsere Gedanken ab. Wenn wir uns nur auf der Ebene unsers alltäglichen Rollenverständnisses treffen, so brauchen wir immer mehr Zuwendung – immer mehr Anerkennung. Wer Macht hat befürchet sie zu verlieren. Diese stetige nach außen Wachsen bringt uns an unsere Grenzen, Jenny, an denen wir uns zerreiben.

Ich selber bin immer wieder auf der für mich falschen Spur, eigentlich immer noch täglich ;) es sind teils nur kurze Momente, manches mal tragische Augenblicke, in denen ich voller Panik versuche mich zu schützen und trauriger Weise abstürze. Momente, in denen ich mich selber gefährde, um dann wieder froh zu sein, dass ich mich korrigieren konnte. Ich kann mir gut vorstellen, dass du Ähnliches durchlebst, wohlgemerkt aber du lebst!

Mir geht um das Wachsen nach Innern, es geht darum mich Selber zu entdecken. Ich bin fest davon überzeugt, dass ich nicht die einzige Person bin, die diesen Weg läuft und ich treffe im Alltag immer mehr auf für mich richtig interessante Menschen. Das ist ein Entdecken das neugierig macht, denn es geht nicht mehr um Anerkennung, es geht darum den Lebensraum für mich sinnvoll mit Lebenszeit auszufüllen.

Es ist schön mit den anderen Menschen und du weißt, dass du deinen Platz hast. Du lebst und wir vermissen dich, wenn du nicht mehr schreibst – ich jedenfalls im vergangen Monat sehr.

Das hat nichts mit Gewissen oder Schuld zu tun. Ich habe mehrfach geschrieben, ich fĂĽhle mich nicht verantwortlich fĂĽr dich, ich fĂĽhle mich schlicht wohl, wenn ich mit dir Kontakt habe.

Entdecke weiter, das schaffst du!
Sabrina

Cerruleanribbon

Re: Suizid: Letzter Ausweg?

Beitragvon Cerruleanribbon » 03.06.2019, 13:23

Hallo,

Es sind Monate vergangen in denen ich mich körperlich nicht verletzt habe, gedanklich ja. Ein ewiger Kampf tobt in mir und manchmal bin ich dankbar wenn ich bei der Arbeit aufs Korn genommen werde und ich mich darin versinken lassen kann, sprich ich suche die Bestätigung, indirekt, ein wertloses Leben zu haben, wertlos zu sein. Ich habe hier länger nicht geschrieben weil mir der Gedanke zuwider scheint, dass mir jemand der mich nicht kennt, sagt dass ich es wert bin. Und doch klammere ich mich zuweilen an diese Zeilen hier, die Interaktionen hier mit Menschen die mich wohl doch besser kennen als ich es anfangs wollte.
Ich bin seit kurzem an den Ort zurĂĽck gekehrt an dem dieser Anfangs Post mich gefĂĽhrt hatte. In dieses Hotel, in dieses Land.
Die letzten Monate hatte ich damit zugebracht, mich mit den Problemen anderer zu überhäufen um zu vergessen. Und das gelang mir gelegentlich auch ganz gut. Das hier ist der Test, ich weiß nicht ob ich so weit bin um ihn zu bestehen. Wenn nicht, dann sind das wohl meine letzten Gedankengänge, mein letzter Umtrieb, das Verlangen doch irgendwie zu überleben obwohl mein Ego mir tagtäglich sagt, ich sollte nicht mehr sein.
Da wären wir beim Punkt, ohne esoterisches Blabla, mein Seele will überleben doch mein Ego redet mir ein, ich muss gehen und wie soll man sagen, wann gebe ich nach und verlasse eine Welt, die eigentlich nichts als Schmerz, trug und Schein ist? Die Menschen existieren doch sowieso nur um sich am Ende gegenseitig zu belügen und zu betrügen, zu verletzen. In einem riesigen Fischbecken, in dem alle die keine Haie, es entweder lernen und verbittern( oder gefällt) oder elendlich verrecken. Entschuldigt die Analogie, mir fällt nichts besseres ein...

Maik

Re: Suizid: Letzter Ausweg?

Beitragvon Maik » 03.06.2019, 15:42

Liebe Jennifer,

die Beurteilung, ob man selbst etwas "wert" ist, ist ein reiner Glaubenssatz. Ich habe von dir hier noch nichts gelesen, dass ich denken wĂĽrde, du
seist eine ganz schreckliche, auf keinenfall liebenswerte Person.

Ich denke, dass du "wert" bist und deshalb schreibe ich dir auch. Ich muss mich nicht selbst lesen und mir ist auch nicht langweilig, dass ich sonst mit meiner Zeit nichts anzufangen wĂĽsste; ich nehme mir die Zeit um die zu schreiben, weil ich ĂĽberzeugt bin, dass du es wert bist. Und auch andere Menschen denken das, siehe die Personen die die hier schreiben. Und offensichtlich denken das auch Personen im echten Leben, siehe deine Ausbilder damals. Und es gibt mit Sicherheit weitere Personen.

Letztlich ist es aber nicht so entscheidend, was andere denken. Es ist schön, wenn einen andere mögen, aber letztlich geht es darum, dass man SELBST denkt man sei etwas wert. Man wird mit Selbstliebe geboren, das ist auch wichtig und richtig so. Problematisch wirds dann, wenn einem nahestehenden Personen das Gefühl geben oder direkt sagen, man sei irgendwie falsch, nicht richtig usw. Wenn man z.B. ein Kind ist und sowas den ganzen Tag hört, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man das irgendwann für wahr hält und glaubt.

Das mit dem Fischbecken und der Welt voller Lug und Betrug sind weitere Glaubenssätze. Ja, man kann das so sehen. Man muss es aber nicht so sehen. Aus meiner Sicht stimmt es nicht. Die meisten Menschen sind ganz normale Menschen, die einfach nur selber hoffentlich möglichst gut durchs Leben kommen wollen. Der normale Mensch will einem nichts böses. Ja, es gibt schlechte Menschen. Aber der normale Mensch ist nicht schlecht, nicht allgemein und erst recht nicht von Geburt. Das was im Leben schwierig ist, ist die Differenzierung. Viel einfacher ist es, die Sachen pauschal zu halten: alles sch***. Alles Lügner. usw. Aber das stimmt fast nie. Und es lohnt sich deshalb schon zu differenzieren.

Glaubenssätze sind wie Programmierung im Gehirn. Die Software ist aufgrund von Prägungen, Erfahrungen darauf programmiert worden. Und weil man dass dann glaubt und so handelt, kommt man dann auch nur noch schwerlich auf einen grünen Zweig. Wer soll sich schon mit einem abgegeben, wenn derjenige denkt man hält ihn für einen Lügner und einen Verletzter wie alle anderen auch, die man im Leben getroffen hat? Man kann das Gehirn aber wieder umprogrammieren. Durch das Ändern der Glaubenssätze wird man in die Gelegenheit versetzt eher auch wieder oder überhaupt postitive Erfahrungen zu machen, was dann wiederum das Gehirn noch mehr positiv umprogrammiert. Gelingen tut das, indem man entweder gute Erfahrungen macht, durch Auto-Suggestion (für den Anfang; jeden Tag sich im Spiegel anschauen und sich klarmachen, man ist wert, hilft) oder durch Unterstützung eines Therapeuten, mit dem klarer wird, wie man überhaupt auf so eine schräge Bahn kommen konnte.

sabrina

Re: Suizid: Letzter Ausweg?

Beitragvon sabrina » 03.06.2019, 19:39

Jennyyyy! Endlich! Hallo;)
Ich habe auf dich gewartet, bin froh, dass du schreibst!
ja es ist viel geschehen. Dass du dir körperlich nicht mehr Verletzungen zufügst, ist eine sehr gute Nachricht! Der Kampf, der in dir tobt, ist nicht endlos – sicherlich nicht! Ich habe bereits vor langer Zeit geschrieben, es geht voran, allerdings nicht in großen Schritten. Betrachte dich heute und vor einem halben Jahr, als wir uns kennenlernen durften. Wie viele Schritte deines Lebens bist du bereits unterwegs gewesen!
Nun entscheidest du, wann du dir deinen, fĂĽr dich passenden, Wert zuschreibst.
Werte, Status, Gut und Böse, alles das entscheidest du für dich. Welch Chance und Last zugleich!
Andere Menschen sehen häufig diese Einschätzung und gleichen ihre Meinung an. Wenn du gefallen willst, gefalle dir selber!
Du meinst das ist leichter gesagt als getan? oh ja, das ist so, eine sehr groĂźe Aufgabe! Andere Menschen haben andere Aufgaben. Ich will nicht tauschen.

Dass du mir, trotz deiner schlechten Meinung über dich, gefällst, liegt wohl an deinem Willen zu laufen. Ich sehe deine Kreativität und innere Lebenslust. Das was du mir zeigst kommt aus dir, schau hin.

„Das hier ist der Test, ich weiß nicht ob ich so weit bin um ihn zu bestehen. Wenn nicht, dann sind das wohl meine letzten Gedankengänge, mein letzter Umtrieb, das Verlangen doch irgendwie zu überleben obwohl mein Ego mir tagtäglich sagt, ich sollte nicht mehr sein.“

Von welchem Test sprichst du? Willst du dir das Leben nehmen oder deine Irrfahrt im „falschen“ Leben beenden, um endlich deine (individuell begrenzte) Zeit auf Erden für dich richtig zu nutzen?!

Warum wir Menschen existieren? Um uns auszuprobieren – in alle Richtungen – ob das gut oder schlecht bewertet wird, entscheidest du bzw. ich – jeder für sich. Fakt ist, ohne die Anderen läuft es nicht.
Deine Sicht des Menschseins gefällt mir nicht, ich habe mich für anderes entschieden und das kann ich sagen läuft recht gut D

Bin gespannt wie du leben magst,
schreib mal wieder!

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