Die Sinnlosigkeit des Daseins

Keine Ank├╝ndigungen, bitte!
Tim

Die Sinnlosigkeit des Daseins

Beitragvon Tim » 18.01.2019, 16:52

Ich wei├č nicht, was ich damit bezwecke hier zu schreiben.

Mir ist nicht klar, weshalb ich mich nicht umbringe und vielleicht ist es das, die Suche nach einer Antwort darauf. Ich ├╝berlege, ob mein Leben f├╝r mich selbst letztlich doch ein wie auch immer gearteten Wert hat oder ob ich einfach Angst habe vor dem Tod oder ob ich mich einfach schon so an das Leben gew├Âhnt habe, mich so in meinem Elend eingerichtet habe, dass es schlicht schon Gewohnheit ist, dass Leben einfach weiterlaufen zu lassen oder ob es ein genetischer ├ťberlebensinstinkt ist oder eine Mischung aus etwas davon oder etwas ganz anders. Oder vielleicht einfach
Gleichg├╝ltigkeit. Ich denke der Freitod w├Ąre mir ebenso gleichg├╝ltig. Ich glaube w├╝rde mich jemand mit einer Waffe bedrohen, ich h├Ątte keine Angst, ich w├Ąre nur w├╝tend und w├╝rde denjenigen anbr├╝llen, dass er ein W***** ist und mich doch erschie├čen soll, es ist mir egal. Vielleicht ist es auch die gef├╝hlte Gewissheit, dass der Tod genauso sinnlos ist wie dieses Leben. Ich bin sicher, man kann sich nichteinmal dar├╝ber freuen tot zu sein, einfach weil man nicht mehr ist.

Die meiste Zeit empfinde ich Hass, Verachtung, Abscheu f├╝r dieses Leben. Ich hasse dieses Leben und ich hasse Menschen. Auch wenn mir klar ist, dass die meisten Menschen ganz normale Menschen sind, sie mir nichts getan haben und es eigentlich nicht gerechtfertigt ist, abgrundtief zu hassen. Und ich hasse Gott, an dessen Existenz ich nicht glaube. Es frustiert mich unheimlich, dass niemand f├╝r all das verantwortlich ist, wenn ich Gott t├Âten k├Ânnte, ich w├╝rde es sofort tun. Es frustriert mich unfassbar, dass das nicht m├Âglich ist.

Ich komme dem Leben an sich nicht zurecht. Noch nie. Ich komme nicht damit zurecht, dass man im Leben auch immer Gl├╝ck braucht und es - nach meinem Verst├Ąndnis - v├Âllig egal ist, wie talentiert, f├Ąhig, usw. man ist, an irgendeiner Stelle wird man auch Gl├╝ck brauchen und ich hasse es, dass sich dieser Zufall g├Ąnzlich der Kontrolle entzieht. Es gibt keine Garantie auf ein gutes Leben, es gibt nur eine Garantie auf Leid. Daf├╝r ich hasse ich das Leben. Abgrundtief. Es war immer so. Ich bin 38 Jahre alt. Es war noch nie wesentlich anders. Ich habe schon als Jugendlicher meine Eltern beim Abendessen verachtet oder die Situation verachtet, zu essen, nur damit man auch morgen weiterleben darf. Obwohl ich gar nicht leben will. Ich habe
mich oft gefragt, wieso man mir das angetan hat, wieso Menschen Kinder bekommen, ich wollte nie leben, ich will nicht leben, in diesem Gef├Ąngnis festzusitzen, lebenslang, ist mein schlimmster Alptraum. Ich habe nie das Konzept von Himmel und H├Âlle verstanden, ich habe nie verstanden weshalb es ewiges Leben (im Paradies) erstrebenswert sein sollte.

Mit Therapie komme ich nicht weiter. Ich habe in vielf├Ąltiger Hinsicht keine guten Erfahrungen gemacht. Und wieder ist da dieses Gef├╝hl: wie kann es sein, dass die Dinge stets so schlecht laufen? All die Anstrengung, wieder - wie immer - f├╝r nichts. Ich habe sehr viel in meinem Leben gemacht, ganz sicher viel mehr als andere, nur um viel weniger daf├╝r zu bekommen. Ich h├Ątte mir alles sparen k├Ânnen, es hat mir nichts gen├╝tzt. Ich habe den Eindruck, dass Therapeuten schon gar nicht verstehen wie ich ticke und was genau mein Problem ist. Wahrscheinlich bin ich traumatisiert (Therapeuten sehen das auch so), es ist mir jedoch nicht m├Âglich belastende Erinnerungen aufzusp├╝ren. Ich f├╝hle: nichts. Therapeuten meinen, es sei abgespalten. Vielleicht ist das so. Jedenfalls komme ich nicht weiter und die Therapeuten wissen offensichtlich auch nicht weiter.

Mein Dasein ist v├Âllig sinnlos. Nach den ├Ąu├čeren Umst├Ąnden stehe ich nicht schlecht da (habe Job von dem man vern├╝nftig leben kann, bei Frauen komme ich relativ gut an), aber es n├╝tzt mir ├╝berhaupt nichts. Oft f├╝hle ich mich miserabel, Todessehnsucht, ich muss aufpassen mich nicht selbst zu hassen, daf├╝r dass ich noch immer lebe. Ich denke h├Ąufiger, wer sich nicht t├Âtet, muss als Strafe dann eben weiterleben. Und ich will nicht leben. Es ist mehr ein Sichtum.

Ich habe gegenw├Ąrtig eine Partnerin, oder wie immer man das nennen m├Âchte, ich wei├č nicht, ob ich irgendetwas f├╝r sie empfinde, ich denke nicht. Sie klebt an mir, anscheinend findet sie mich richtig super. Das Problem ist, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass es bei irgendeiner anderen Frau anders sein k├Ânnte. Frauen haben mich immer sehr interessiert, aber auch auf diesem Gebiet ist inzwischen die Luft raus. Ich kann mir Partnerschaft, Heirat, Familiengr├╝ndung nicht mehr vorstellen. Ich kann mir nicht mehr vorstellen, nocheinmal zu lieben. H├Ątte ich Kinder, ich glaube ich w├╝rde mich nicht um sie k├╝mmern (nur das N├Âtigste). Mich interessiert einfach ├╝berhaupt nichts mehr. Ich habe lange gebraucht um mir das einzugestehen. Ich habe in meiner letzten Wohnung ├╝ber ein Jahr auf dem Fu├čboden geschlafen, in einer Wohnung ohne M├Âbel, weil es mir schlicht gleichg├╝ltig war. Inzwischen habe ich nun in einer anderen Wohnung ein Bett, aber auch hier ist es wieder, ich mache viele Dinge nicht, weil sie mich einfach nicht interessieren. Ich habe auch kein Spa├č an Dingen, es gibt nichts was mir Freude bereitet (manchmal doch, aber sehr oft nicht) und es interessiert
mich auch - die meiste Zeit - nichts mehr. Auf der Arbeit nehme ich keinen Urlaub, weil ich nicht wei├č was ich damit anfangen k├Ânnte.
Ich regeniere mich auch nicht im Urlaub. Gleichzeitig f├╝hle ich mich im Dauer-Burnout.

Ich denke ich m├╝sste mich einfach entscheiden, ob ich mich nocheinmal berappeln will oder ob ich mich in meinem Ungl├╝ck so eingerichtet habe,
dass ich eben nichts mehr tue bis es mir irgendwann dann doch reicht und ich Suizid begehe. Ich sehe nicht, wie ich nocheinmal hochkommen k├Ânnte und ehrlich gesagt denke ich auch nicht, dass ich das ├╝berhaupt noch will. Ich denke auch im besten Fall w├╝rde noch eine lange Wegstrecke vor mir liegen und daf├╝r reichts einfach nicht mehr und ich will das auch nicht mehr.

Ich habe hier unter verschiedenen Nicks zu Themen anderer geschrieben und ich glaube, dass ich anderen durchaus helfen und sie weiterbringen kann. Nur mir selbst, mir selbst kann ich nicht helfen.

RedRose

Re: Die Sinnlosigkeit des Daseins

Beitragvon RedRose » 19.01.2019, 10:11

Hallo Tim,
hier in diesem Forum kannst Du dich "auskotzen", niemand wird hier f├╝r was verurteilt, jeder darf/kann was schreiben. Du hilfst also anderen mit Tipps/Hilfestellungen/Erfahrungen: finde ich super von Dir ! Du kannst Dir selbst nicht so richtig helfen ? Kenn' ich auch von mir.
Welche Tipps willst DU denn ? Ich wei├č es nicht. Ich lese hier raus, dass Du massiv unzufrieden bist, um es mal so auszudr├╝cken. Vielleicht hilft Dir mein Tipp ein bisschen, dass Du dich mit Menschen, Erlebnissen umgeben k├Ânntest, die Dir gut tun. Das kann alles sein, was dich nicht aufregt, nicht runterzieht. Viel. stellt sich dann ein dauerhaftes gutes Gef├╝hl ein ?
Die Welt ist kein Ponyhof, es gibt viel Schlechtes auf der Welt: Menschen sind eiskalt, kein Mitgef├╝hl, jeder gegen jeden, die Umwelt geht den Bach runter, wir Menschen zerst├Âren uns, andere, unseren Planeten. Da kann man ja nur die Krise kriegen, bei so vielen schlechten Nachrichten/Erfahrungen...
Nur Du selbst kannst gut f├╝r Dich sorgen, dass es Dir gut geht u. damit meine ich nicht, Augen zu, Ellbogen rausfahren u. ab durch die Mitte.
Keine Ahnung, ob Dir das weiterhilft, viel. ist es ein kleiner Denkanstoss...LG RedRose

Versagerinn

Re: Die Sinnlosigkeit des Daseins

Beitragvon Versagerinn » 20.01.2019, 00:22

Hi Tim
Ich finde mich in vielen deiner Gedankeng├Ąnge wieder. Tipps kann ich dir nicht geben,wie denn auch,wenn sich auch mein Leben nach dem Tode sehnt.
W├╝nsche dir viel Erfolg bei was auch immer

Jacky

Re: Die Sinnlosigkeit des Daseins

Beitragvon Jacky » 20.01.2019, 22:26

Hallo Tim,
vielleicht wolltest du damit bezwecken dir die ganze sch...e mal von der Seele zu schreiben was ich auch gerade getan habe aber nur f├╝r mich auf ein Blatt Papier was sp├Ąter wohl im M├╝ll landen wird. Aber das macht die ganze Sache auch nicht leichter­čÖü. Das was du geschrieben hast kommt mir so so bekannt vor, mir geht es genauso und ich habe auch an allem das Interesse verloren ich kann mich f├╝r nichts mehr begeistern oder f├╝r das Leben begeistern und ich hab das Gef├╝hl es wird immer schlimmer am liebsten w├╝rde ich nur noch auf dem Sofa oder im Bett liegen und schlafen so das ich gar nichts mehr mit bekommen. Das einzigste wo ich noch funktioniere ist auf Arbeit zu gehen aber selbst da bin ich im letzten Jahr richtig schlecht geworden und kann mir nichts neues merken was mich nochmehr fertig macht. Ich kann schon keine Menschen mehr ertragen die gl├╝cklich sind und am Leben Teil nehmen......Aber ja es geht hier ja um dich und naja vielleicht ist es ja ein kleiner Trost zu Wissen das es da noch viele andere Menschen da draussen gibt denen es genauso geht das man nicht der einzigste Mensch auf der Welt ist dem es so geht. Und ich w├╝nsche dir und mir und all den anderen denen es so geht das sich das Blatt f├╝r uns wendet und wir noch erfahren d├╝rfen wie es ist einfach nur gl├╝cklich und positiv im Leben zu sein.
LG Jacky

Tim

Re: Die Sinnlosigkeit des Daseins

Beitragvon Tim » 26.01.2019, 10:55

Danke f├╝r die Antworten.
Ich m├╝sste versuchen ├╝berhaupt irgendwie mal wieder auf die Beine zu kommen. Ich liege nur noch am Boden, das war zwar einerseits schon immer so (von au├čen nicht sichtbar, von au├čen betrachtet ist es mehr oder minder immer gelaufen), aber diese komplett resignative Haltung, dieses komplette Dauer-Tief habe ich erst seit ein paar Jahren (seit Trennung letzter Ex, das hat mir ziemlich das Genick gebrochen und ich bis heute anscheinend nicht davon erholt).

Mir ist klar, dass ich die einzige Person bin, die es - vielleicht - letztlich ├Ąndern kann; jedenfalls denke ich das. Es ist jedoch ├Ąu├čerst fraglich, ob ich noch die Kraft oder ├╝berhaupt den Willen dazu habe. Ich glaube die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass ich eben nicht mehr hochkommen werde und vor allem auch gar kein Interesse mehr daran habe. Ich verstehe, dass sich die Frage stellt, weshalb ich dann hier schreibe, ich wei├č es selbst nicht. Ich erhoffe mir jedenfalls nicht, dass irgendjemand etwas Tolles schreibt, was alles ├Ąndert. Ich glaube, es geht darum mir selbst nocheinmal klar zu werden.

Meine derzeitige Freundin. Sie hat einmal gesagt, manchmal denke sie, sie sei nur meine Freundin, weil sie auf diesen Status gedr├Ąngt h├Ątte und eigentlich ist nur eine weitere Aff├Ąre f├╝r mich. Es kann gut sein, dass sie Recht hat. In meinem Herzen habe ich mich wohl nie bekannt. Von meinem Gef├╝hl liebe ich sie nicht, aber kann ich meinem Gef├╝hl denn trauen? G├Ąbe es ├╝berhaupt eine Frau, die ich lieben w├╝rde? Das ist f├╝r mich die entscheidende Frage. Daran h├Ąngt es, ob sie nicht die "Richtige" ist oder ob es so ist, dass es gar keine "Richtige" in meiner momentanen Verfassung gibt. Manchmal denke ich, ich klaue ihr die Lebenszeit, denn es wird nichts werden, irgendwann in unbestimmter Zukunft wird es auseinandergehen, sp├Ątestens dann, wenn ich ultimativ Farbe bekennen muss. Wenn ich denke, ich klaue ihr Lebenszeit, f├╝hle ich mich nichteinmal mehr schlecht dabei. Fr├╝her bei anderen Frauen w├Ąre das so gewesen, ich erinnere mich. Bei ihr aber nicht, bei ihr sagt mir das nur mein Verstand und ich glaube es liegt daran, dass ich einfach ├╝berhaupt nicht mehr in der Lage bin, ├╝berhaupt noch irgendein Gef├╝hl aufzubringen. Ich f├╝hle mich h├Ąufiger wie auf der Suche nach meinen verlorenen Emotionen. Oft habe ich versucht ihr klarzumachen, dass es vermutlich nichts Dauerhaftes wird, ich habe ihr h├Ąufiger gesagt, ich sei gar nicht beziehungsf├Ąhig, ich habe versucht ihr klarzumachen, dass es f├╝r mich gegenw├Ąrtig nur noch ums ├ťberleben geht und ich absolut keinen Nerv f├╝r Partnerschaft habe (so deutlich w├╝rde ich das normalerweise nie sagen, bei ihr habe ich das aber so deutlich gesagt) oder dass ich, wenn es sie nicht g├Ąbe, mich diesmal nicht mehr nach einen anderen Frau umsehen w├╝rde, weil das Problem bei Partnerschaften mir selbst liegt und Partnerschaft keinen Sinn macht, solange das nicht gel├Âst ist. Ich habe auch bereits zweimal konkret gesagt, dass wir es lassen und es aus ist. Sie klammert und nat├╝rlich w├╝rde das keinen Unterschied machen, w├╝rde ich gleichwohl bei meiner Auffassung bleiben. Sie k├Ânnte einfach sagen, ok und gehen, aber das tut sie nicht. In diesen Momenten sind dann wieder meine Zweifel: w├╝rde ich denn eine andere Frau lieben, kann man also sagen sie ist die Falsche? oder w├Ąre das unabh├Ąngig von der Frau immer wieder und immer wieder so? Es gibt starke Hinweise, dass es so ist. Ist das immer der gleiche Kreislauf? Kann es sein, dass sie doch die Richtige ist und mir irgendwann, sollte ich tats├Ąchlich nochmal auf die Beine kommen, mir klar wird was f├╝r einen riesigen Fehler ich m├Âglicherweise mit der Trennung begangen habe und ich wiedermal alles zerst├Ârt habe? Und au├čerdem schwingt die Angst mit, dass ich ein paar Tage sp├Ąter, Wochen sp├Ąter, die Trennung nicht verkrafte. Es muss nicht passieren, aber es kann passieren und die Wahrscheinlichkeit ist nicht gering, dass das t├Âdlich f├╝r mich enden k├Ânnte.

Nach ihrer Aussage ist sie die meiste Zeit gl├╝cklich, wenn sie bei mir ist. Immerhin. Ich glaube ihr das auch. Sie hat es nie gesagt, aber ich glaube sie liebt mich, aufrichtig.

Mir ist klar, jedenfalls denke ich das, dass ich selbst der Schl├╝ssel zu allem bin. Ich m├╝sste mich aus meinem Sichtum wieder berappeln, mich zum Leben bekennen, Verantwortung f├╝r mich selbst ├╝bernehmen (auch das habe ich schoneimal gesagt: im umgekehrten Fall w├╝rde ich die Person einfach in ihrer Sch**** sitzenlassen, bis sie sich ├╝berlegt hat, ob sie nochmal hochkommen m├Âchte oder eben nicht...; und dass ich f├╝r mich sehe, dass die Wahrscheinlichkeit nicht gering ist, dass es eben nicht passiert und ich diesmal nicht mehr hochkomme). Ich mache nur noch ├ťberlebensmodus, alles l├Ąuft notgedrungen weiter, aber mehr ist da nicht. Ich habe schon erhebliche Probleme mich ├╝berhaupt mit Nahrung zu versorgen. Ich esse unregelm├Ą├čig und nur, wenn ich unbedingt musss. Ansonsten interessiert mich das wie alles andere nicht. Ich gehe zur Arbeit, an vielen Tagen arbeite ich eigentlich gar nicht oder kaum, aber zum Gl├╝ck (oder zu meinem Pech) kann ich das recht gut vertuschen. Ich habe einfach keinen Nerv daf├╝r, es ist mir alles zuviel. W├╝rde ich jedoch krankgeschrieben zuhause bleiben, w├╝rde mir das auch nicht weiterhelfen. Ich w├╝sste nichts mit der Zeit anzufangen. Bald fahre ich mit ein paar Jungs in eine Villa f├╝r ein paar Tage Urlaub, das ist jedes Jahr so. Wir sind dieses Jahr 14. Oft habe ich dabei Leere empfunden, es wird einfach Rumgesaufe und besoffen im Indoor-Pool liegen. Oft hat es jedoch auch Spa├č gemacht und war ein gutes Ereignis. Im letzten Jahr wollte ich die meiste Zeit nur sterben. Ich habe oft (eigentlich in den letzten Jahren stets) gar keinen Bock teilzunehmen, so wie ich auf alles andere auch keinen Bock habe (und ich mich zu kraftlos f├╝hle, ich m├╝sste ja auch daf├╝r packen usw.). Es ist jedoch Erfahrungswissen, dass es meistens dann doch ganz nett wird, also eigentlich war es immer positiv teilzunehmen (Todessehnsucht h├Ątte ich auch alleine f├╝r mich zuhause...). Demn├Ąchst werde ich einen Freund am anderen Ende der Republik besuchen. Eigentlich wollte ich das letztes Jahr schon machen, habe es aber das ganze Jahr nicht geschafft, weil zu kraftlos. Und auch nun w├╝rde ich am liebsten absagen, weil ich keine Kraft habe, um das zu organisieren und mich damit auseinandersetzen. Und auch daf├╝r ist es so, wenn es einmal stattfindet, wenn ich erst einmal dort bin, wird es mit Sicherheit grandios werden (besser als die Villa). Ich wei├č das, es ist immer so. Und deswegen werde ich es auch tun (und vor allem weil ich ihn nicht ein weiteres Jahr vertr├Âsten kann). Aber vom Gef├╝hl will ich nichts davon, am liebsten w├╝rde ich mich h├Ąufig mindestens 6 Monate ins Bett legen, Rollladen runter, ein Topf f├╝r Toilette, das wars. Ich m├╝sste mich nochmal wieder berappeln, aber es gelingt mir nicht mehr. Ich wei├č nicht, was im Leben noch Positives kommen sollte und habe keine Energie mehr f├╝r irgendetwas. Mir fehlt die Perspektive und die Hoffnung. Selbst wenn mir morgen meine Traumfrau begegnen w├╝rde, ich glaube ich k├Ânnte gar nichts mehr mit ihr anfangen, ich glaube es w├╝rde mir gar nichts mehr n├╝tzen, weil ich emotional bereits zu gesch├Ądigt bin. Ich glaube es w├Ąre ganz einfach zu sp├Ąt, der Zug ist bereits unwiderbringlich abgefahren.

Eigentlich bin ich ein guter Typ und die Ausgangsbasis ist zwar in vielerlei Hinsicht schlecht, aber grundlegende Substanz ist durchaus vorhanden (ich sehe ganz gut aus, Menschen m├Âgen mich im Allgemeinen, ich bin klug, ich bin durchaus f├Ąhig usw.). Oft denke ich, ich br├Ąuchte nocheinmal einen kompletten Neustart...ich habe allerdings bereits all meine Energie verballert (es war meine letzte Energie und ein gro├čer Kraftakt) um an diese Stelle zu kommen (Job, Ort usw.), nur hat es mir ├╝berhaupt nichts gen├╝tzt. Alle Vorteile und m├Âglichen positiven Aussichten haben sich nicht erf├╝llt, im Gegenteil.

RedRose

Re: Die Sinnlosigkeit des Daseins

Beitragvon RedRose » 26.01.2019, 16:45

Hallo Tim,
Du reflektierst dich u. deine Situation - das ist ein Fortschritt u. ein Anfang. Stehenbleiben, Stillstand - da kann sich nichts ver├Ąndern. Das Leben ist ein Fluss. Ich finde auch bei mir im Leben einiges zum Kotzen. Irgendwann gibt es aber eine Entscheidung: Dableiben oder Gehen u. f├╝r beides sind Konsequenzen zu tragen. Du schreibst, dass Du deine Freundin wahrscheinlich nicht aufrichtig liebst. Gegenseitigkeit z.B. ist eine von vielen Umschreibungen f├╝r die Liebe. Warum bist Du mit ihr (noch) zusammen ? Angst, Bequemlichkeit ? Du musst erst mit Dir selbst klar kommen, um mit anderen klarzukommen. Suche nicht nach einer Freundin, nimm' Dich erst mal an. K├╝mmere Dich erst um dich selbst. Was kannst Du tun, damit es dir besser geht ? Warum denkst Du, dass Du deine Liebe zu ihr erst noch entdecken musst ? Ist sie es, oder nicht ? Ich kann Dir nicht sagen, was Du brauchst, um ein einigerma├čen zufriedenes Leben f├╝hren zu k├Ânnen. Daf├╝r habe ich kein Patentrezept u. ich w├╝rde es mir auch nie anma├čen, jemanden vorzuschreiben, wie das Leben geht. Das versuche ich schon selbst bei mir. Deinem Text entnehme ich jedoch, dass Du dir vorstellen k├Ânntest zu k├Ąmpfen, was zu ver├Ąndern (in etwas, was positiv ist u. Dich zufrieden machen k├Ânnte). Du hast dich noch nicht aufgegeben - das entnehme ich hier auch. Fahre erstmal zu deinem Freund, auch wenn das wieder Kraftanstrengung, Aufrappeln, Organisation etc. bedeutet. Dieser Besuch k├Ânnte ein positives Ereignis werden. Wenn Dich das sinnlose Besaufen u. Herumliegen nervt, dich unruhig werden l├Ąsst u. Du dadurch ins negative Gr├╝beln hineinger├Ątst, wie w├Ąre es dann mit anderen Unternehmungen (Wander-, Bike-, Schiffstour, Tag am Meer...). Das k├Ânnte ein positives Ereignis werden, wenn Du dich darauf einl├Ąsst u. eine gute Erinnerung. Du wei├čt eh nie, was noch alles im Leben auf Dich zukommt... LG RedRose u. ich w├╝nsche Dir Kraft !

Ina

Re: Die Sinnlosigkeit des Daseins

Beitragvon Ina » 29.01.2019, 00:43

Hallo Tim,

du stellst dir die Fragen, die sich jeder stellt, fr├╝her oder sp├Ąter.

Der typische Denkfehler dabei ist: sich selbst als Mittelpunkt des Universums zu begreifen.

Wir sehen uns nicht im Gesamtzusammenhang.

Du bist im Grunde nur ein winziger, kaum sichtbarer Punkt in einer langen Linie, die aus Punkten besteht. Jeder Punkt steht f├╝r das Leben eines Menschen, der vor dir gelebt hat und dessen Leben zu dir gef├╝hrt hat.

Wenn du diese Linie siehst, dann bist du nur ein winziger Punkt, der gerade mal "Huch, da bin ich" sagen kann... Und dann ist der n├Ąchste Punkt dran.

Menschen haben es geschafft, in der Steinzeit zu ├╝berleben. Sie haben Kinder in die Welt gesetzt, jeden Tag ums ├ťberleben gek├Ąmpft, usw... damit heute du am Ende dieser Kette stehst. Deine Verwandten vor dir haben Hunger, K├Ąlte, Krankheiten, Katastrophen ├╝berwunden, damit es eine Kette zu dir gibt, damit du heute leben kannst.

Wir haben das angenehmste Leben, das man f├╝hren kann. Wir haben alles, sogar Zeit daf├╝r, nach dem Sinn des Lebens zu suchen...

Wenn ich mal wieder triste Gedanken habe, denke ich an die Frau im 13. Jh., die bei der Geburt ihres Kindes mit 15 gestorben ist, damit ich heute leben kann... Das geborene Kind setzte die Kette fort bis zum Zeitalter der Pest.. Damals hat ein Kind beide Eltern verloren und hat ├╝berlebt und hat wieder ein Kind in die Welt gesetzt... Es haben so viele Menschen gelebt und gelitten, damit es uns heute gibt. Wir tragen die Gene dieser Menschen in uns, deren Blut. Diese Menschen haben genau so geliebt und gelitten wie wir.

Wenn ich an mir selbst zweifele, dann denke ich an die Frau vor Hunderten von Jahren, die im Januar barfu├č durch tiefsten Schnee gestampft ist, mit zwei kleinen Kindern auf dem Arm... Sie ist gefl├╝chtet aus einem Dorf, das niedergebrannt wurde. Sie hat nicht die geringste Chance zu ├╝berleben, aber sie ├╝berlebt und rettet ihre Kinder. Und die Gene dieser Frau sind heute ein Teil von mir.

Solche tapferen und starken Menschen sind meine Vorfahren.

Welches Recht habe ich hier herumzusitzen und zu jammern, in meiner warmen Wohnung mit einem Becher Kakao? Ich bin nicht der Mittelpunkt der Welt.

Das ist der Sinn des Lebens: Kakao trinken und dankbar sein,dass man nicht mehr durch den Schnee barfuss fliehen muss... vor Menschen, die einen abschlachten wollen...

In diesem Sinne... Finde deinen Becher Kakao!

Tim

Re: Die Sinnlosigkeit des Daseins

Beitragvon Tim » 29.01.2019, 14:16

Liebe Ina,

ich halte mich ganz sicher nicht f├╝r den Mittelpunkt der Welt oder des Universums und es ist mir einigerma├čen schleierhaft wie du darauf kommst, dass es anders sein k├Ânnte. Ich bin einfach nur ein Mensch wie andere Menschen, nicht mehr und nicht weniger, mir ist das durchaus klar. Wenn ich tot bin oder die Menschheit nicht mehr ist, dann existiert das Universum oder der Planet gleichwohl weiter. Aus meiner Sicht hast du alles Recht herumzusitzen und zu jammern, denn du bist deinen Vorfahren absolut nichts schuldig, sowenig wie sie dir etwas schuldig gewesen sind. Wenn das mit der warmen Wohnung und dem Becher Kakao f├╝r dich funktioniert, ist das sch├Ân. Mir gibt es leider nichts und ich empfinde auch absolut keine Dankbarkeit. Nur weil wir existieren, haben wir Bed├╝rfnisse. Das Bed├╝rfnis in der warmen Wohnung zu sitzen und den Becher Kakao zu trinken, was dich offensichtlich zufriedenstellt, hast du lediglich, weil du existierst. Man musste dich also erst auf die Welt bringen, um damit gleichzeitig ein Bed├╝rfnis zu erzeugen, welches du nun gl├╝cklicherweise sogar erf├╝llen kannst. Das Leben als reiner Selbstzweck. Aber ja, so ist das Leben eben. Jeder muss f├╝r sich selbst wissen, ob so ein Leben irgendeine Lebensqualit├Ąt besitzt oder ob man das in den M├╝ll schmeissen kann, weil es der gr├Â├čte Schwachsinn ever ist.


RedRose, danke f├╝r deine Antwort. Ich werde an einem anderen Tag noch etwas dazu schreiben.

sabrina

Re: Die Sinnlosigkeit des Daseins

Beitragvon sabrina » 29.01.2019, 16:57

lieber Tim,
ich kann Ina gut verstehen,
wir werden geboren um zu sterben und weshalb? Das k├Ânnen wir uns selber ausdenken - ob wir unsere Antwort im Glauben finden oder rein durch das Leben selber, so wie Ina, beides okay. Auch ist es legitim nichts zu finden, sondern sein Leben zu beenden.
Mach was du willst, dennoch stellt sich f├╝r dich die Frage:
wenn du sterben willst, wieso schreibst du dann hier im Forum?

Es gibt unendlich viel Tim, aber keine eindeutige Antwort -
wieso leben?, vielleicht wird uns das im Tod klarer, einen Weg zur├╝ck aber wird es dann nicht geben!
Leb in diesem Sinne wohl!

Anna

Re: Die Sinnlosigkeit des Daseins

Beitragvon Anna » 30.01.2019, 21:41

Hallo Tim,
so habe ich mich gef├╝hlt als ich eine schwere Depression hatte,will damit nicht sagen,dass Du auch betroffen bist aber viele Dinge h├Âren sich so an!
Du sagst,eine Therapie w├╝rde nicht helfen,es gibt aber viele verschiedene Formen von Therapien, vielleicht war es nicht die richtige.
Alleine ist es schwer da raus zu kommen,denke Du brauchst schon Unterst├╝tzung.Liebe Gr├╝├če Anna

rainbow

Re: Die Sinnlosigkeit des Daseins

Beitragvon rainbow » 30.01.2019, 23:29

Ich sehe das etwas anders als Sabrina und Ina. Dieses Forum ist f├╝r Leute da, die eben nicht unbedingt leben wollen und denen es nicht gut geht. Wer leben will, braucht ein solches Forum nicht. Dem gehts n├Ąmlich nicht so schlecht. Und auch Tim hat das Recht, sich hier mal so richtig auszukotzen.

Maik

Re: Die Sinnlosigkeit des Daseins

Beitragvon Maik » 28.05.2019, 22:04

Der Thread ist von mir.

Nach zig Anl├Ąufen in denen ich f├╝r mich schreibe und es doch nicht schaffe, dass dann auch zu ver├Âffentlichen, diesmal also auch mit posten.
Ob ich nur jammern will oder mir tats├Ąchlich einen Impuls von au├čen erhoffe, kann ich nicht sagen. Vielleicht einen Impuls selbst erschaffen durch Jammern (lol).

Ich f├╝hle mich einfach v├Âllig degeneriert, ohne Hoffnung, ohne Orientierung, ohne Sinn, ohne Ziele, ohne Tr├Ąume.
Ich habe seit der letzten gro├čen Verwerfung vor einigen Jahren (Trennung Partnerin, Umzug, andere Stadt, anderer Job) kein Bein mehr auf den Boden bekommen.

Eigentlich habe ich noch immer Substanz, jedenfalls scheint es so. Ich sehe nicht schlecht aus, ich arbeite, die Menschen m├Âgen mich im Allgemeinen. Ich bin einfach nur am Boden zerst├Ârt. Ich denke bestimmt schon fast 30 Jahre an Selbstmord (bin 39), mein Leben ist gef├╝hlt vorbei. Ich wei├č gar nicht was noch kommen k├Ânnte, was etwas ├Ąndern w├╝rde. Es interessiert mich nichts mehr. Fr├╝her bin ich z.B. gerne im Urlaub irgendwohin verreist. Auch alleine. Interessiert mich nicht mehr. Die Luft ist komplett raus, schon ein paar Jahre. Es interessiert mich nicht nur nicht, ich will es nicht mehr. Generell habe ich keinerlei Verwendung f├╝r Urlaub. Ob ich Urlaub habe oder einfach das ganze Jahr durcharbeite, ist mir egal. Und das, obwohl ich meinen Job nicht besonders mag. Er macht mir keinen Spa├č. Allerdings wirft er gen├╝gend Geld ab, dass man vern├╝nftig davon leben kann.

Frauen interessieren mich nicht mehr, gar nicht mehr. Ich habe derzeit eine Partnerin, allerdings wohl eher, weil sie klammert (sie will sich gar nicht trennen, ich glaube sie liebt mich ziemlich arg) und ich nicht die Kraft habe sie so wegzuschubsen, dass sie weg bleibt und weil ich mich bem├╝he R├╝cksicht zu nehmen und einen geeigneten Zeitpunkt abzupassen (inzwischen denke ich allerdings, es wird nie einen geeigneten Zeitpunkt geben, weil sie die Sachen absichtlich so legt, dass nie ein guter Zeitpunkt ist, also sie l├Ądt sich wichtige Sachen auf bei denen sie eine Trennung nicht gebrauchen kann...).

W├Ąre sie weg, w├╝rde ich mich wohl nicht nach einer neuen Frau umsehen. Bzw. wahrscheinlich doch. Aber nur, weil ich keine Ahnung habe, was ich sonst tun k├Ânnte. Aber ich glaube nicht, dass irgendetwas Tiefergehendes von meiner Seite enstehen kann, ich verliebe mich einfach nicht mehr (bzw. verliebe mich h├Âchstens, wenn Frau garantiert kein Interesse hat...lol; ich glaube das hat schon System). Ich kann eindeutig sagen, dass ich in meinem Leben mehr K├Ârbe verteilt als erhalten habe. Mir ist klar, dass es an mir liegt. Ich habe in den letzten Jahren nach der Trennung extrem viele Frauen kennengelernt (soviele, dass es mir peinlich ist, die genaue Anzahl zu schreiben...es waren abartig viele). Mein Verstand sagt mir, dass das nicht alles schlechte Frauen waren, es waren sehr viele gute Frauen darunter. Meine derzeitige Partnerin ist die mit Abstand am hartn├Ąckigsten, die sich einfach nicht absch├╝tteln l├Ąsst. Sonst w├Ąre das schon lange gelaufen und ich bin mir sicher, es w├Ąre mir egal. Ich w├╝rde sie nicht vermissen. So wie ich auch sonst keine vermisse.

Wenn ich das schon wieder lese was ich hier schreibe, denke ich, es ist doch klar wie es ausgeht. Ich wollte immer sterben, das Leben war nie gut zu mir, es ist mir gleichg├╝ltig, es w├╝rde mir nicht fehlen, ich werde dem Leben keine einzige Tr├Ąne nachweinen. Ich habe es immer gehasst. Immer verachtet. Es hat mich immer schon angewidert. Ich lebe nicht gerne und habe das nie getan. Ich kann mir nicht mehr vorstellen Familie zu gr├╝nden, Kinder zu bekommen. Fr├╝her war das anders, fr├╝her w├Ąre das das Gr├Â├čte f├╝r mich gewesen. Alles weg. Ich kann mir nicht mehr vorstellen irgendeine
emotionale Bindung zu einem anderen Menschen aufzubauen. Selbst wenn ich es wollte, ich sehe nicht, dass das noch m├Âglich ist. Es f├╝hlt sich an, als sei dieser Zug f├╝r alle Zeiten abgefahren.

Ich habe oft dar├╝ber nachgedacht, dass ich irgendeine Besch├Ądigung im Gehirn haben muss. Mir ist klar, dass das was mir in meinem Leben so passiert, nicht unbedingt rechtfertigt wie ich mich in der Vergangenheit gef├╝hlt habe und auch keinen Grund Selbstmord zu begehen. Ja, es war schlimm, aber es war nicht so schlimm, dass man ├╝ber seinem Leben unbedingt die Atombombe z├╝nden muss. Heute f├╝hle ich mich ├╝brigens nicht mehr schlecht und ich glaube auch nicht, dass ich mich jemals wieder so schlecht f├╝hlen werde, wie es schon war. Ich glaube, es liegt daran, dass ich mich auf irgendeine Weise entschieden habe, mich nie wieder derma├čen schlecht zu f├╝hlen. Es w├Ąre h├Ąufiger als w├╝rde sich die H├Âlle selbst unter meinen F├╝├čen ├Âffnen. Es waren so abartig schlechte Gef├╝hle, dass ich glaube das viele Menschen das in ihrem ganzen Leben niemals sp├╝ren, denn ansonsten w├╝rde es ├╝berall tote Menschen herumliegen, die Selbstmord begangen haben. Gleichzeitig hat es jedoch wahrscheinlich gleichzeitig meine Empfindungsf├Ąhigkeit f├╝r positive Gef├╝hle beeintr├Ąchtigt, so dass ich auch hier keine tiefen Gef├╝hle mehr sp├╝ren kann. Und es verhindert nicht ├ťberlegungen Selbstmord zu begehen. Statt Selbstmord aufgrund schlechter Gef├╝hle, w├Ąre es diesmal jedoch Selbstmord aus Gleichg├╝ltigkeit oder weil es einfach nichts gibt, was mir etwas Postitives gibt.

Therapie habe ich mehrmals versucht, es hat mir nie etwas gebracht. Ich glaube nicht, dass ich therapierbar bin. Ich habe auch kein Bed├╝rfnis konkret ├╝ber irgendetwas zu sprechen. Das Leben an sich, das Leben belastet mich. Aber nichts, was irgendwie zu ├Ąndern w├Ąre. Der Therapeut w├╝rde fragen, wo kommen die Gef├╝hle her, Sie sind doch nicht so geboren worden?! Genau das ├╝berlege ich, ob ich nicht so geboren wurde.

Ich denke manchmal, mein Problem ist, dass ich einfach gar nicht leben will und mich deshalb stets im Kreis drehe und kein Therapeut etwas machen kann. Ich will einfach nicht. Ich will dieses Leben einfach nicht. Ich will auch kein anderes Leben. Ich will kein anderer Mensch sein. Ich bin mit mir zufrieden, ich denke ich habe es an sich ganz gut getroffen. Ich kann nur mit diesem Leben nichts anfangen, noch nie konnte ich das. Ich habe zwei Hochschulabschl├╝sse, beides ziemlich gut abgeschlossen, ich habe Abitur, lief auch gut, ich habe nie wirklich etwas daf├╝r getan, ich musste mich gar nicht anstrengen, dabei waren es auf dem Papier durchaus anspruchsvolle Studieng├Ąnge. Ich habe mich immer unterfordert gef├╝hlt und mich schon in der Schulzeit gefragt, was ich eigentlich hier mache, warum sie mich nicht jetzt schon dieses besch***** Abitur schreiben lassen, anstatt dass ich meine Zeit in der Schule vertr├Âdeln muss (ich habe h├Ąufiger geschw├Ąnzt, aber dennoch). Ich habe mich auch schon gefragt, ob ich einfach zu klug f├╝r dieses Leben bin. Ob ich nicht damit zurechtkomme diesen sinnlosen Schwachsinn auch als solchen zu erkennen. Vielleicht ist gro├če Begabung und Um-die-Ecke-denken-k├Ânnen der Preis f├╝r Depressionen. Vielleicht bin ich aber auch einfach zu dumm (oder zu arrogant), zwar einerseits klug f├╝r die Universit├Ąt und Job usw., aber zu dumm f├╝r das Leben.

Wie dem auch sei, ich finde aus diesem Labyrinth einfach nicht mehr hinaus.

sabrina

Re: Die Sinnlosigkeit des Daseins

Beitragvon sabrina » 29.05.2019, 20:32

Hallo Maik, also Tim,
auch wir schreiben f├╝reinander bereits eine ganze Weile ÔÇô ich Sabrina oder auch Marie, f├╝r mich und f├╝r dich, du f├╝r dich und f├╝r mich. Deine Kommentare sind so oft auf meiner Wellenl├Ąnge und dar├╝ber hinaus, dass ich etwas erschrecke, dass deine eigene Entwicklung gerade so stockt.

Deine suizidalen Gedanken liegen bereits so lange zur├╝ck, dass das Gehirn sich offensichtlich immer wieder in die Richtung bewegt, so zusagen als Grundausstattung deines Daseins. Wenn du schreibst, dass du eigentlich Substanz hast, aber ÔÇ×einfach nurÔÇť am Boden zerst├Ârt bist, dann schrecke ich hoch.
Du siehst dich zerst├Ârt und meinst das noch als ÔÇ×einfach nurÔÇť bezeichnen zu m├╝ssen? Wenn du zerst├Ârt bist ist das unendlich schlimm, nicht einfach nur!!!!!

Das Schlimme ist, dass du das siehst. Kannst du auch was anderes sehen?

Kannst du sehen, dass du lebst? Sp├╝rst du dass du leben willst? Du bist einer der aktivsten Schreiber (Helfer) auf dem Forum. Das machst du, um zu leben oder deinen Lebensraum zu bereichern, also um zu leben!

W├Ąrst du nicht, so w├Ąre heute mein Kopf nicht mit meinem Schreiben bei dir. Du lebst und bist. Allerdings bist du angeschlagen, ich w├╝rde mal sagen sogar heftigst.

Wenn du keine Vorstellung hast, wie du dich heilen kannst (und das hast du oft genug geschrieben, kannst du nur selber) dann wird es schwer mit dem Heilen. Wie hast du es bereits versucht? Wie versuchst du zu sehen?

Dass du mitten in einer sehr schweren Depression gefangen bist, das brauch ich nicht zu schreiben. Es gibt in der Welt der Depressiven kein Gut und B├Âse mehr ÔÇô ich beschreibe es so, als ob wir an einer reich gedeckten Tafel sitzen und den Geschmackssinn verloren haben, besser noch komplett gel├Ąhmt sind und nur den lachenden Anderen beim Essen zusehen k├Ânnen. Das betrifft alle Werte, alles was das eigene Leben betrifft ÔÇô die Einrichtung einer Wohnung, die Liebe anderer Menschen, ÔÇŽ. Alles theoretisch wunderbar und gef├╝hlt die H├Âlle. Depressionen, so habe ich erst in den letzten Wochen geschrieben, sind das Schlimmste, das ein Mensch erfahren kann. Das Aufl├Âsen des eigenen Selbst ist grausam. Dennoch, es gibt einen Weg daraus.

Menschen sind sehr unterschiedliche komplexe Universien, jeder f├╝r sich, allerdings verbunden im Fluss des irdischen Daseins. Ich werde nicht mit allen Ans├Ątzen ├╝ber das Sein und das Selbst anfangen, nicht ├╝ber das Leben und den Tod anfangen. Alle diese Themen habe ich monatelang unter eigenen Threads gepostet.

Was w├╝rde es ├Ąndern, wenn wir w├╝ssten warum wir leben oder wo uns das Leben bzw. Ableben hinf├╝hrt? Ich gehe davon aus, dass es einen Grund gibt, warum wir den Grund unseres Daseins im Leben nicht offiziell kennenlernen d├╝rfen. Hier geht es um Vertrauen, um das Vertrauen zum Dasein und zu dir selber. Nun aber fehlt es dir offensichtlich genau an diesem Vertrauen.

Jede Erkrankung, k├Ârperlicherseits wie auch geistig oder psychischer Art, w├╝rde ich als individuelle Besch├Ądigung bezeichnen. So stimmt es durchaus, dass du besch├Ądigt und kaputt bist. Gegen Depressionen gibt es Tabletten, um den als individuelle positiv empfundenen Zustand der Gef├╝hle her zustellen. Ich hatte diesen Weg eingeschlagen. Tabletten und Verhaltenstherapie, netter Ansatz. Das war nicht mein Weg. ├ťberlege ob es dein Weg sein k├Ânnte oder war. Wenn nicht dann schau auf weitere M├Âglichkeiten.


Du schreibst:

ÔÇ×Mir ist klar, dass das was mir in meinem Leben so passiert, nicht unbedingt rechtfertigt wie ich mich in der Vergangenheit gef├╝hlt habe und auch keinen Grund Selbstmord zu begehen.
Ja, es war schlimm, aber es war nicht so schlimm, dass man ├╝ber seinem Leben unbedingt die Atombombe z├╝nden muss. Heute f├╝hle ich mich ├╝brigens nicht mehr schlecht und ich glaube auch nicht, dass ich mich jemals wieder so schlecht f├╝hlen werde, wie es schon war. Ich glaube, es liegt daran, dass ich mich auf irgendeine Weise entschieden habe, mich nie wieder derma├čen schlecht zu f├╝hlen. Es w├Ąre h├Ąufiger als w├╝rde sich die H├Âlle selbst unter meinen F├╝├čen ├Âffnen. Es waren so abartig schlechte Gef├╝hle, dass ich glaube das viele Menschen das in ihrem ganzen Leben niemals sp├╝ren, denn ansonsten w├╝rde es ├╝berall tote Menschen herumliegen, die Selbstmord begangen haben. Gleichzeitig hat es jedoch wahrscheinlich gleichzeitig meine Empfindungsf├Ąhigkeit f├╝r positive Gef├╝hle beeintr├Ąchtigt, so dass ich auch hier keine tiefen Gef├╝hle mehr sp├╝ren kann.ÔÇť


Meiner Meinung nach sehr gut reflektiert. Du selber hast es geschafft dich vor deinem Tod ÔÇô dem Aufl├Âsen deines Individiums ÔÇô zu sch├╝tzen und hast mit Gleichg├╝ltigkeit (Gleicher G├╝ltigkeit gegen├╝ber aller Dinge) auf die zerreissenden Gef├╝hle reagiert. Deine Depression ist ein kluger Schachzug des ├ťberlebens, das du ganz offensichtlich willst!


ÔÇ×Und es verhindert nicht ├ťberlegungen Selbstmord zu begehen. Statt Selbstmord aufgrund schlechter Gef├╝hle, w├Ąre es diesmal jedoch Selbstmord aus Gleichg├╝ltigkeit oder weil es einfach nichts gibt, was mir etwas Postitives gibt.ÔÇť


├ťberlegungen zum Selbstmord k├Ânnen sehr entlasten, kenne ich ja auch. Selbstmord aus Gleichg├╝ltigkeit ist eigentlich nicht m├Âglich, du m├╝sstest Kraft und Motivation an den Tag legen, woher aber nehmen ?DDD

Und da steht noch der Satz mit dem Positiven. Gut, dann kannst du hier beginnen ÔÇô du hast eine Vorstellung was das ist und du willst es wieder erfahren. Was positiv f├╝r dich ist, das entscheidest du ganz alleine, alles ist also m├Âglich. Ich halte dich f├╝r therapierbar. Du auch?

Du bist klug, k├Ârperlich offensichtlich gesund und hast Menschen um dich, die dich offenbar wertsch├Ątzen oder sogar lieben und somit eine von vielen St├╝tzen sein k├Ânnen. Sprichst du eigentlich mit deiner Freundin, Freunde, Familie ├╝ber deine Gedanken? Was ist mit deinen Eltern oder den Bezugspersonen aus Kindheitstagen?

Ich bin keine Psychologin, ich w├╝rde auch nicht fragen wo die Gef├╝hle herkommen. Ich erkenne nur und sehe, dass bei dir Gef├╝hl und Gedanken weit auseinander trifften. Du bist irgendwie nicht eins. Bei Geburt warst du vermutlich noch EINS.

Du h├Ârst dich wirklich traumatisiert an. Traumata k├Ânnen durch ein schreckliches ÔÇô individuell zu verarbeitendes Geschehen auftreten. M├Âglicherweise hast du gut verdr├Ąngt und sch├╝tzt dich bei Erinnerungen aus Kindheitstagen durch Vergessen? Traumata k├Ânnen sich aber immer und immer wieder einschleichen. Je instabiler der Unterbau, desto weniger ist der Mensch belastbar.

Traumata haben viel mit der individuellen Geschichte zu tun. Was sind deine Potentiale, was f├╝r Ereignisse gab es und wie kannst du mit deinem Leben, das derzeit gar nicht deins ist (jedenfalls schreibst du stets vom Leben in dritter Person) eins werden?
Ich w├╝rde dich zu einem tiefenpsychologischen Berater schicken.
Das nutzt aber recht wenig, da nur du diesen Weg antreten kannst. Willst du das? bzw. was in dir hindert dich daran?

Du schreibst: ÔÇ× Ich will dieses Leben einfach nicht.ÔÇť
Maik, ├Ąndere es und lebe dein Leben f├╝r DICH und damit f├╝r und mit anderen, in diesem Sinne auch f├╝r mich!


ÔÇ×Ich bin mit mir zufrieden, ich denke ich habe es an sich ganz gut getroffen.ÔÇť

Das Zeug zum Ändern hast du offensichtlich!

Geduld und Hoffnung !
Sabrina

Freiheit

Re: Die Sinnlosigkeit des Daseins

Beitragvon Freiheit » 31.05.2019, 04:00

Hallo Maik.

Ich habe mir deine Texte hier durchgelesen und es war unheimlich erleichternd und befreiend f├╝r mich, dass du so klar und deutlich und offen ausgesprochen hast, wie du denkst und f├╝hlst. Wie ein unschuldiges Kind. Und ich kann dir ganz ehrlich gemeint sagen - dein Dasein ist nicht sinnlos. Wenn Menschen wie du nicht so offen schreiben und sagen w├╝rden, wie sie Dinge wirklich sehen und f├╝hlen, w├╝rden andere Menschen verzweifeln, an dem Glauben, ganz allein auf diesem Planeten zu sein. Ich wei├č nicht wie ich dir helfen k├Ânnte. Denn ich kenne den Ausweg in die Freiheit auch noch nicht. Aber es muss ihn doch geben. Vielleicht sehen wir ihn ja nur nicht. Jedenfalls mag ich deine Art und ich hoffe, dass du das was du verloren hast wiederfindest und du dich wieder von Herzen freuen kannst. Steh doch bitte wieder auf vom Boden. Ich meine es wirklich ehrlich. Denn ich schreibe keine Floskeln mehr.

RedRose

Re: Die Sinnlosigkeit des Daseins

Beitragvon RedRose » 01.06.2019, 17:13

Hallo Mike,
jetzt lesen wir uns wieder u. das ist sch├Ân!
Du bist noch da, ich auch u. Viele andere, seit Er├Âffnung deines Themas.
Ich hatte vor ein paar Tagen eine Liste angefangen. War eine Art Hausaufgabe von meiner Therapeutin. "Was gibt mir ein gutes Gef├╝hl, wie ist das gute Gef├╝hl, kann ich es in Worte beschreiben ?"
Nicht so einfach f├╝r mich, weil ich meine Gef├╝hle nicht so gut wahrnehmen kann u. schwer, weil ich meine Gef├╝hle oft nicht konkret benennen kann.
Ich habe (immer noch) Depressionen.
Glaube an einem Tag, ich krieg' das wieder hin, berapple mich, finde Ziele, die ich durchziehen will, schmiede Pl├Ąne etc.
An einem anderen Tag traue ich mir nichts zu, f├╝hle mich klein u. dumm, denke, ich kriege eh nichts mehr auf die Reihe. Dann will ich alles inkl. meinem Leben hinschmei├čen. Einfach nach dem Motto: "so nicht, die Welt kann mich mal".
An der Liste habe ich richtig gesessen. Kleinigkeiten sind es geworden. Kleinigkeiten machen nicht das Leben aus. Gro├čes muss her, damit Pr├Ąsenz herrscht. Vielleicht ist dieser Gedankenansatz falsch. Vielleicht z├Ąhlen doch die Kleinigkeiten, die einem ein gutes Gef├╝hl geben k├Ânnen. Mal dar├╝ber nachdenken. Kleinigkeiten k├Ânnen sich summieren. Dann k├Ânnte es doch m├Âglich sein, dass ein gro├čes gutes Gef├╝hl entsteht, aus den vielen kleinen guten Gef├╝hlen. Wenn ich zulasse, dass ich was Sch├Ânes, Gutes f├╝hle, das Miese, Schlechte nicht allzu tief in mein Herz lasse, dann k├Ânnte eine grundlegende positive Sichtweise auf das Leben entstehen. K├Ânnte, muss nicht, aber k├Ânnte. Ich habe keine Ahnung, wie das Leben bei mir weitergeht. Momentan f├╝hle ich mich wie in einem Leergang. Ich habe eine berufl. Auszeit (nagt an meinem Selbstwertgef├╝hl: schlecht), Angst vor der berufl. Zukunft u. generell Angst vor dem Leben. Ich arbeite mit meiner Therapeutin u. ihr vertraue ich. Ich mag sie. Mal sehen, wie es weitergeht.
LG RedRose

sabrina

Re: Die Sinnlosigkeit des Daseins

Beitragvon sabrina » 02.06.2019, 07:05

Hey ihr, Maik, hallo RedRose,
sch├Ân wieder von dir zu lesen. Das Leben geht f├╝r die meisten von uns weiter ÔÇô an manchen Tagen denke ich gar nicht an den Nebel, der mich nach meinem Unfall bis vor wenigen Wochen noch umgeben hat.
Suizid entsteht aus unendlich schrecklichem Leid heraus, das so gro├č ist, das die Flucht aus dem Leben der momentan einzige Weg ist. Ich schreibe ganz bewusst ist, denn jede Entscheidung ist individuell und wenn Menschen keine andere M├Âglichkeit im Moment sehen, dann gibt es keine anderen M├Âglichkeiten. Wir erschaffen unsere Welt.
Sch├Ân, wenn es Menschen gibt, die dieses Leid aushalten, mitf├╝hlen, auch mal mitdenken und Orientierung und Halt geben. Diese Menschen bieten uns die M├Âglichkeit unsere Energie in die Gestaltung des Lebens, statt des Todes umzulenken.
Ich habe durch mein Schreiben viel reflektiert, die Impulse gegen mein Leben habe ich ├╝berlebt und jetzt bin ich bereit anderes zu erkennen. Viele Ver├Ąnderungen sind angesto├čen, einige stehen noch direkt vor mir. Sehr froh, ja dankbar bin ich auch gegen├╝ber meinem derzeitigen Vorgesetzten, der mir trotz Traumatherapie ein Arbeiten erm├Âglichte. Die festen Strukturen des Alltags habe ich als Orientierung f├╝r mich gebraucht. Die immer noch anstehende Kliniktherapie m├Âchte ich als Festigung meiner Pers├Ânlichkeit, der Aufarbeitung meiner im Leben sehr kritischen Phasen und gewagten Entwicklungen nutzen. Ein Klinikaufenthalt als Aktutma├čnahme, um dann wieder in den Alltag zu gelangen, ist sicherlich sehr schwer (w├Ąre aber sicher gewesen ´üŐ, ich hatte viele aushaltende Helfer auf meinem Weg). Du RedRose hast es sicherlich nicht leicht, aber na all dem was war und was du ahnen kannst, das noch kommt, hast du die Energie voran zu gehen.
Was mir stets in Erinnerung bleiben wird ist, dass wir alle ÔÇô offensichtlich auch deine Psychologin ÔÇô oftmals nach etwas suchen, das es so nicht zu begreifen gibt. Wir suchen oftmals nach Gl├╝ck. Gl├╝ck aber ist unbegreiflich und kann nicht in der gelebten Vergangenheit oder geplanten Zukunft erfahren werden,
Gl├╝ck ist im Moment und die Energie aller Ereignisse die waren und die Energie, die wir brauchen um kommen Ereignisse werden zu lassen.
Wenn ich in einer depressiven, energielosen Phase, nach dem Gl├╝ck schaue, so ist es nicht da. Da ist nichts, denn das ist Depression. Der Blick und die Suche nach dem Gl├╝ck ist energieraubender als der Zustand selber. Bitte RedRose, Maik u.a. lasst euch nicht von anderen verwirren. Euer Gl├╝ck braucht ihr nicht zu suchen, das kommt, wenn ihr darauf vertrauen lernt.
Ich konnte in depressiven (langen) Momenten Gl├╝ck nur durch Leid erfahren, z.B. durch Selbstverletzung, bis die Schmerzen mir zeigten, dass ich bin und das Gl├╝ck darin bestand, dass die Schmerzen wieder nachlie├čen.
ÔÇŽWill sagen, manches Mal, nach Aktutbehandlung, nach ersten Ans├Ątzen der Verhaltenstherapie, m├╝ssen wir lernen das innere Leid, unsere innersten Blockaden zu erkennen und auf zu l├Âsen, letztlich jeder f├╝r sich. Nicht erst gl├╝cklich sein und dann losgehen, erst los gehen und so gl├╝cklich sein!
Ich denke im Leben geht es nicht um Gl├╝ck. Es geht vielmehr um ein erf├╝lltes Leben. Es geht um Ziele und Beziehungen, um Erfahrungen und Gestaltung. Daraus ergibt sich Gl├╝ck, das Gl├╝ck, das wir leben und das ist der Sinn unseres Lebens, das Leben selber.
In Liebe

Maik

Re: Die Sinnlosigkeit des Daseins

Beitragvon Maik » 04.06.2019, 16:37

Danke an alle.
Ich werde noch darauf eingehen, es braucht allerdings noch Zeit.

sabrina

Re: Die Sinnlosigkeit des Daseins

Beitragvon sabrina » 11.06.2019, 21:15

lieber Maik,
noch drei Tage bis wir hier nicht mehr schreiben k├Ânnen,
ich m├Âchte speziell dir nochmals liebe Gr├╝├če senden und hoffe sehr, dass du einen/deinen Sinn erkennst. Ich habe heute wieder einmal einen Tiefgangtag, der sich bereits seit einer Woche angek├╝ndigt hat. Mir geht es zu gut, um mein Lebnen zu verlassen, bin neugierig was kommt wenn die Schmerzen gehen. Leider kenne ich die Option der Selbtt├Âtung und wei├č, dass ich meine WirkstoffKombination noch immer habe. Ein Jahr nach meinem Impuls ist es schwer im Leben zu stehen .
Aber auch wenn ich am heutigen Tag nicht f├╝hlen kann, eher emotional genervt bin, so habe ich Hoffnung das es Morgen oder ├ťbermorgen wieder anders ausschaut. Es ist ein kleines Vorankommen. Ich w├╝nschte bei dir auch,
alles Liebe!
Sabrina

RedRose

Re: Die Sinnlosigkeit des Daseins

Beitragvon RedRose » 13.06.2019, 09:52

Hallo Sabrina,
Danke f├╝r Deine Worte, die ich ber├╝hrt gelesen habe !
Manchmal frage ich mich, warum wir (liebe Sabrina, lieber Maik, Arno, Night, Stille 85 ... und all die anderen hier, die sich angesprochen f├╝hlen) uns nicht mit weniger zufrieden geben k├Ânnen o. wollen.
Weil uns weniger nicht zufrieden macht, uns nicht erf├╝llt.
Stattdessen hinterfragen wir: uns selbst, andere, Beziehungen gleich welcher Art.
Vielleicht f├╝hlen wir uns unvollst├Ąndig, als Suchende u. Fragende (verdammt?). Denken zu komplex. Sind in unserer eigenen Welt. Jede/r hat eine eigene Welt, subjektive Wahrnehmung eben.
Es stimmt, jede/r hier sollte f├╝r sich rausfinden, was f├╝r ihn/sie stimmig im Umgang mit dem Leben ist.
Was erf├╝llt uns so, dass Zufriedenheit entstehen kann. Wer Zufriedenheit erlebt, will leben.
Was will ich, wie kann ich dahin kommen, was sind die ersten Schritte.
> Einen Schritt zur├╝ck, zwei Schritte vorw├Ąrts !
Irgendwann kommen wir vielleicht da an, wo wir sein m├Âchten. LG, eine nachdenkliche RedRose

Sabrina

Re: Die Sinnlosigkeit des Daseins

Beitragvon Sabrina » 13.06.2019, 16:40

Liebe Redrose,
Ich wei├č es nicht, ja es gibt uns Menschen, die sich au├čergew├Âhnlich schwer mit ihrem Leben tun!

Wei├čt du, ich vergleiche gerne, sehe andere und frage mich warum Gl├╝ck manches mal so einfach verschenkt wird. Doch wer verschenkt Gl├╝ck und was nennen wir Gl├╝ck?

Jeder erf├Ąhrt das Leben anders und wenn du vielleicht unendlich schmerzhafte Erfahrungen hinter dir hast, dann kannst du m├Âglicherweise von ebenso intensiven gl├╝cklichen Momenten berichten. M├Âglicherweise bist du in allen Bereichen sehr extrem. ich empfinde wirklich relativ extrem. Ich habe so viel schlimme Sachen erlebt und andererseits tolle Dinge erfahren. Letztlich will ich mit niemanden tauschen! Ich will mein Leben gestalten und setze alles daran, das ich mir selber gl├╝ckliche Momente zugestehe.
So geht es f├╝r mich Schritt f├╝r Schritt in einer Aufw├Ąrtsspirale.
Wie tief die Abst├╝rze sind und was Morgen ist, da muss ich sehr an meiner Angst, meinem traumatischen Erleben arbeiten.

Keine Ahnung ob das funktioniert, aber anders als im letzten Jahr habe ich so einen Blick ins Leben vor dem Tod,

Doch Selbst wenn ich Fortschritte mache und irgendwann die Zufriedenheit in Person bin, kann ich lediglich von meinem Weg berichten. Gut sich auszutauschen und nicht einsam in dunkle Gedanken zu versinken, doch laufen muss jeder selber.

Dir alles gute auf deinem Weg!

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