Leben in der Nacht.. Gedankenlabyrinth

Keine Ank├╝ndigungen, bitte!
Freiheit

Leben in der Nacht.. Gedankenlabyrinth

Beitragvon Freiheit » 19.03.2019, 03:55

Ich will nicht, dass der Tag kommt. Ich f├╝rchte den Tag. Wenn die Sonne scheint. Und alles sichtbar ist. IcH sichtbar bin. Und immer n├Ąher r├╝ckt der Morgen. Und zunehmend fr├╝her wird es hell. Bald wird es Wochenende sein. Und sie sind alle wieder da. Und ich muss mich verstecken und abwarten, bis es vorbei ist. Dann atme ich durch und bin erleichtert. Und der Sommer r├╝ckt immer n├Ąher. Und die Sonne kommt immer ├Âfter und bleibt immer l├Ąnger. Ich habe solche Angst. Wohin soll ich mich dann verstecken? Ich lebe nachts. Da war ich frei. Doch nun f├╝hle ich mich auch dann beobachtet. Als w├Ąre ich ein Verbrecher. Wie rauskommen hier? Ich will hier nicht sein. Es ist so b├Âse. Ein Alptraum. Wann wache ich nur auf? Und stelle fest, dass alles gut ist. F├╝r immer. Ich will frei sein. Ja, ich muss Das machen und Dies und ich habe es mir selbst so ausgesucht und nur Ich kann es ├Ąndern. Ja. Aber ich will nicht. Mehr. Ich habs mir halt anders ├╝berlegt. Also was tun? Denk nach. Alles klar. Nichts als Leere. Wie viel noch Essen? Kotzen. Essen. Kotzen. Essen ist mein Freund. Doch sei leise, wenn du kotzt. Nicht, dass sie dich h├Âren. Sei unauff├Ąllig. Du wei├čt, was sonst passiert. Es gibt kein Erbarmen. Es ├╝berlebt nur einer von beiden. Denn der Fleischesser brauch Fleisch. Sonst stirbt er. Das ist das Konzept. An dieser Tatsache kann ich nichts ├Ąndern. Wie soll man unter diesen Bedingungen gl├╝cklich werden. W├Ąre ich ein Tier aus der Massentierhaltung. Was dann? Wie sollte ich da rauskommen. Aus eigener Kraft? Ich kann unter diesen Umst├Ąnden und mit diesem Wissen nicht gl├╝cklich sein. Wie kann ich lachen w├Ąhrend ein anderer weint. Wie kann ich im ├ťberfluss leben w├Ąhrend ein anderer bettelt. Warum d├╝rfte ich gl├╝cklich sein und ein anderer nicht? Und warum darf ein anderer gl├╝cklich sein, aber Ich nicht? Ich finde einfach keinen Frieden. Was soll ich denn nur tun. Ich ersticke und bin st├Ąndig auf der Flucht. Ich will hier raus. Ich will nach Hause. Und ich will, dass jede gefolterte Seele nach Hause darf.

J├╝rgen

Re: Leben in der Nacht.. Gedankenlabyrinth

Beitragvon J├╝rgen » 19.03.2019, 11:43

Du k├Ânntest versuchen mitzuhelfen die Welt jeden Tag ein winziges St├╝ckchen besser zu machen.

"Wie kann ich lachen w├Ąhrend ein anderer weint."

Ich kann deine Gedanken nachvollziehen, der Punkt ist jedoch, dass es dem anderen exakt 0,0 n├╝tzt, wenn du aus Solidarit├Ąt ebenfalls weinst. Abgesehen davon n├╝tzt es dir auch nicht. Anstatt also solidarisch mitzuweinen, w├Ąre es hilfreicher, wenn du ├╝berlegst, wie du es verbessern kannst, f├╝r dich und f├╝r andere.

Freiheit

Re: Leben in der Nacht.. Gedankenlabyrinth

Beitragvon Freiheit » 19.03.2019, 18:56

Hallo J├╝rgen.

Danke f├╝r deine Worte und deinen Versuch zu helfen.

Die Welt besser machen klingt sch├Ân. Doch w├╝rde ich z. B. von vorn herein sagen, dass ich vegan lebe, so w├╝rde ich sofort zerfetzt werden. Als h├Ątte ich nicht das Recht dazu. Ich habe grad nicht die Kraft, um mehr dazu zu schreiben.
Dass es niemandem hilft, dass ich mitweine, sehe ich nicht so. Mir w├╝rde es sehr wohl helfen, zu wissen, dass jemand weint, weil es mir schlecht geht. Dann w├╝sste ich, dass ich jemandem etwas bedeute. Aber ich wei├č, du meinst, die Sache an sich, ├Ąndert sich dadurch nicht.

Danke

marie

Re: Leben in der Nacht.. Gedankenlabyrinth

Beitragvon marie » 19.03.2019, 19:47

Freiheit,
was ist los?
ich wei├č das Leben ist f├╝r manche Menschen nicht einfach,
ich h├Ąnge gerade auch..

dennoch, was soll das? wollest du dich von irgend welchen egozentrischen N├Ârglern kaput machen lassen und Platz machen f├╝r solche A...geigen?
Kannst du dir nicht vortellen, dass ich und so viele Menschen hundert mal lieber mit dir auf einer Insel leben m├Âchtest, als mit irgend welchen Menschen, die mir heute ├╝ber den Weg gelaufen sind.
und dennoch, wenn ich in Ruhe nachdenke, waren zwei, drei dabei, die ich auch gerne bitten m├Âchte!
Freiheit - Es gibt die Menschen, die gerne anders w├Ąren, deren suchenden Gedanken und Gef├╝hle ich gerne zum gemeinsanmen Leben einladen w├╝rde!

Gedankenlabyrinth, dein Titel, wie treffend f├╝r mich gerade heute wieder,

sieh zu Kraft zu sammeln und f├╝r mich, f├╝r uns morgen ausgeschlafen den n├Ârgelnden A... geigen mit Gelassenhet entgegen zu treten und deinen Weg zu gehen - bitte deinen Lebensweg, denn ich w├╝rde echt heulen, wenn ich von deinem Scheitern des Lebens erfahre....!
liebe Gr├╝├če an dich Freiheit!

Amo

Re: Leben in der Nacht.. Gedankenlabyrinth

Beitragvon Amo » 19.03.2019, 21:02

Wenn aber viele Follower ins Labyrinth folgen, dann wird es stickig. Den Satz kenn ich gut: "Ich will nach Hause." Wichtig ist, dass du auch wenn du dich ├╝bergeben musst, deinen Kohlenhydratehaushalt im Blick hast. Ehrlich, das rate ich allen, sonst bilden sich Stresshormone im K├Ârper, weil trotz Nahrung der Hungerstoffwechsel eintritt. Nudeln, Haferflocken und Reis. Zartbitterschokolade f├╝r das Dopamin und Bananen wegen Tryptophan. Mir gehts schon besser. Und ohne Sonne fehlt Vitamin D und damit Serotonin. Aus Serotonin kann Melatonin produziert werden, welches deinen Rhythmus regelt. Deswegen stell dich ans Fenster oder geh raus Arme und Kopf direkt beleuchten lassen. Alles wird gut.

marie

Re: Leben in der Nacht.. Gedankenlabyrinth

Beitragvon marie » 20.03.2019, 06:21

guten Morgen Freiheit,
ich hoffe deine Nacht war okay,
ich m├Âchte meine letzte subjektiv emotionale Nachricht noch dahin gehend erg├Ąnzen, dass es garnicht darum geht, ob du anderen Menschen, wie zB mir, wichtig bist, sondern, dass du dich siehst, akzeptierst und vertraust.

Du hast so viel Baustellen, einen "verr├╝ckten" Tag - Nachtrhytmus, Essst├Ârung und eine fette Depression. Mein Therapeut meinte zuletzt, dass ich es"schwieriger" als depressive Menschen h├Ątte -
nein, ich kenne Depressionen und behaupte, dass es nichts auf der Welt gibt, das schlimmer sein.

Dennoch, Freiheit,
dein Leben wartet f├╝r dich. Es wartet nicht ewig, aber f├╝r dich noch eine ganze Weile.

Zuerst solltest du an deinem Schlafrhytmus arbeiten - am Tag, da kannst du Menschen treffen, die dir eine zeitweilige Hilfestellung geben k├Ânnen,
fordere deine Hilfe ein - du bist es wert!

du triffst am Tag auf Menschen mit ├Ąhnlichen Interessen und kannst Dinge erbauen, du kannst (hoffentlich demn├Ąchst das Farbspiel der Sonne geniessen und wenn du auf dich blickst auch im hellen Licht irgendwo dein Selbst erkennen.
Schau bitte, was du f├╝r dich Gutes tun kannst und sieh deine Entwicklung.

Ich w├╝nsche dir gute Tage und die (nat├╝rlich) auftretenden schlecheten Tage verh├Ąltnism├Ą├čig gelassen hin zu nehmen,
ich w├╝nsche, dass du Menschen triffst, mit denen du wachens kannst - letztlich du mit ihnen, die aber auch mit dir.
Guten Morgen Freiheit, kleine Schritte - lauf los und berichte mal wieder,
marie

Freiheit

Re: Leben in der Nacht.. Gedankenlabyrinth

Beitragvon Freiheit » 20.03.2019, 17:48

Hallo liebe Marie.

Danke f├╝r deine "subjektiv emotionale Nachricht". Sie hat mir das Gef├╝hl gegeben, ein Mensch zu sein. Ich hatte mir schon als Teenager gew├╝nscht, ein Mensch sein zu d├╝rfen. So wie Pinochio ein echter Junge sein wollte. Das Wort A....geige hat mich ├╝brigens zum lachen gebracht. Es ist so kindlich, unschuldig. Ich hab es lang nicht mehr geh├Ârt.
Du hast eine Gabe zu motivieren und einen hochzuziehen. Durch deine direkte und starke, liebevolle, f├╝rsorgliche Art.

Ich f├╝hle mich als w├╝rde ich die ganze Zeit mit einer offenen Wunde rumlaufen.

Und es ist, dass jeder kleinste Windsto├č sich wie ein Tornado auf mich auswirkt.

Aber ja, ich nehme meine Kraft zusammen. Ich versuchs.

Und wei├čt du was du bewirkt hast? Du hast mir einen liebevollen Schubser gegeben, etwas zu tun wovor ich eine riiiiesen Angst hatte. Ich mache mich erneut auf die Suche nach einem Therapeuten. Wenn das nicht cool ist, dann wei├č ich auch nicht. Ich freue mich voll. Aber ich habe auch Angst.

Danke liebe Marie und ich hoffe auch, es geht dir heute besser und es waren nicht so viele A....geigen unterwegs. Oder wie du sagtest, du hast sie nicht beachtet.


Hallo Amo.

Zuhause. Wo auch immer es ist, ich freue mich darauf. Auch f├╝r dich. Danke sch├Ân f├╝r deine Hinweise. Vitamin D supplementiere ich bereits. Es freut mich, dass es dir besser geht.

Freiheit

Re: Leben in der Nacht.. Gedankenlabyrinth

Beitragvon Freiheit » 09.06.2019, 01:34

Was soll ich sagen? Nun bin ich hier wieder in meiner geliebten Nacht an einem Samstag und f├╝hre innere Selbstgespr├Ąche. Die Nacht hat so viele Facetten und kann so unterschiedlich sein. Genau vor einem Jahr war mein letzter geplanter Suizid. Und wisst ihr, was mich davon abgehalten hat? Ich hatte seit drei Monaten meine Miete nicht bezahlt, hatte kein Geld und dachte ÔÇô du kannst doch nicht einfach gehen und Schulden hinterlassen. Denn ich bezahle immer meine Schulden. Und so war es immer. Immer wieder hielt mich kurz vorher etwas davon ab. Ein Mensch sagte mir mal, wenn es immer wieder nicht klappt, dann hat das seinen Grund. Ich glaube daran, dass jeder Mensch so etwas wie einen Lebensplan hat. Und mir sind die Menschen heilig, die durch Suizid diesen Planeten verlassen haben. Denn scheinbar war es ihr Plan. Doch jeder Mensch hat nun mal seinen eigenen Plan und meiner ist es wohl, noch hier zu sein. Ich konnte fr├╝her nicht nachvollziehen, wieso man Angst vor dem Tod hat. Und nun merke ich, dass ich am Leben h├Ąnge. Was passiert nur mit mir? Ich ver├Ąndere mich. Ich wei├č nicht warum, aber so ist es. Ich sa├č vorhin auf dem Balkon, vor mir die B├Ąume, der Mond im Himmel und die Musik einer Feier. Auch die Menschen der Feier waren zu h├Âren. Und ich habe gef├╝hlt, dass ich ganz vergessen habe, wie es sich anf├╝hlt zu leben. Wie f├╝hlt es sich an, irgendwo dazu zu geh├Âren, willkommen zu sein? Einerseits w├╝nsche ich es mir, doch andererseits macht es mir eine riesen Angst. Doch ich laufe weiter. Ich hoffe, bis ich mein Ziel erreicht habe.

Mondenkind82

Re: Leben in der Nacht.. Gedankenlabyrinth

Beitragvon Mondenkind82 » 09.06.2019, 09:25

Manchmal ist man so tief drin. Kein Halt mehr, nichts mehr. Ich mag auch die Nacht, das Gewitter, den Sturm und ertrage im Sommer die Familien auf den wiesen nicht, die gl├╝cklich sind. Du schreibst mir aus der Seele, Freiheit.

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