Suizidal durch Schlafstöungen

Keine Ank√ľndigungen, bitte!
Rebi

Suizidal durch Schlafstöungen

Beitragvon Rebi » 19.04.2019, 10:14

Hallo, ich suche hier Gleichgesinnte ( bzw. Gleichleidende)
seit letzen Jahr leide ich unter chronischer Insomnie, hervorgerufen durch Zwangsgedanken, bzw. innere Bilder/ Vorstellungen, Inhalte sind vergangene Ereignisse, noch nicht mal aus meinem Leben, sondern aus dem Leben einer mir nahestehenden Person. Es sind keine Wahnvorstellungen, ich höre auch keine Stimmen oder so, es sind einfach nur innere Bilder, die nicht verschwinden- seit einem 3/4 Jahr. Und solange habe ich bereits nicht mehr richtig geschlafen.
W√§hrend eines Klinikaufenthalts ging es mir besonders schlecht, in der Klinik schlief ich noch schlechter, so beschloss ich, mir die Pulsadern aufzuschneiden. Dies funktionierte aber einfach nicht. Ich ritzte mir mit einem scharfen Messer ca. 10 mal vom Handgelenk einige Zentimeter an der Pulsader entlang, und als das Blut geflossen kam versp√ľrte ich heftigstes Herzrasen, der angeschnittene Arm begann zu kribbeln und ich konnte nicht mehr weiterschneiden. Durch hohe Dosen an Medikamenten ( Quetiapin 450 mg pro Tag, Trimipramin 200 mg am Tag und zeitweise zus√§tzliche Einnahme von Zopiclon und Tavor kam ich fortan auf 4 Stunden Schlaf pro Nacht, die Suizidgedanken liefen seitdem nur noch auf kleinster Sparflamme.
Ich bin nunmehr seit √ľber zwei Monaten wieder zu hause und der Schlaf hat sich trotz langen Wartens und Geduld nicht gebessert. War teilweise bei 400 mg Trimipramin, aber √ľber f√ľnf Stunden Schlaf komme ich nicht hinaus. Eine Menge an Medikamenten, mit der man wohl einen Elefanten einschl√§fern k√∂nnte wirkt nicht. Und alles wegen qu√§lenden Gedanken, von denen ich mich innerlich distanzieren kann, um deren Bedeutungslosigkeit f√ľr mein Leben ich im Klaren bin, die aber sobald ich im Bett liege die altbekannten Bilder heraufbeschw√∂ren. Ich habe Angst durch den Schlafmangel k√∂rperlich krank zu werden, der k√∂rperliche Verfall hat schon vor langer Zeit eingesetzt, ( Verfall der K√∂rpermuskulatur, Haarausfall) und denke wieder dr√ľber nach ob ich mich umbringen sollte, bevor es soweit ist und mir ein langsamer, krankheitsbedingter, qualvoller Tod droht. Ich f√ľhle mich nicht mehr als Mensch, kann nicht mehr auf Feste oder in meine alte Stammkneipe gehen. Es ist ein Martyrium ohne Anfang und Ende. Und ich bin allein.

Amo

Re: Suizidal durch Schlafstöungen

Beitragvon Amo » 19.04.2019, 14:51

Halli Rebi

Manche Kliniken sind einfach nicht f√ľr jedes Individuum konzepiert. Hattest du schon eine Therapie bei einen Psychotherapeuten? Es gibt die M√∂glichkeit √ľber diese Bilder zu sprechen. Wenn es Gewalt- oder Missbrauchsbilder sind, dann kann man daran nat√ľrlich auch nur vom h√∂ren sehr schockiert sein. Oder was es auch immer ist.

Hast du eine Vorerkrankung? Nach der Medikation scheinst du wohl mal psychotisch gewesen zu sein oder leidest an einer manisch-depressiven Erkrankung. Wenn dies nicht so ist, dann sei vorsichtig f√ľr wie krank man dich h√§lt. Quetiapin abzusetzen f√ľhrt auch zu Schlaflosigkeit und Tavor abzusetzen kann derbe Entzugserscheinungen hervorrufen. Hat man bei dir Medikamente langsam ausgeschlichen? Es ist besser wenn sowas √ľber eine wochenlange oder monatelange Reduzierung gemacht wird mit Milligrammwaage und in einer Fl√ľssigkeit. Aber nicht bei Retardkardkapseln! Sei auch vorsichtig mit den Medikamenten ob diese nicht auch Zwangsgedanken verst√§rken. Informier dich oder horche auf dich wie viel und was du brauchst bevor du so viel nimmst wenn es kaum Besserung gibt. Es gibt auch viele Erfahrungsberichte zu einzelnen Substanzen, die dir vielleicht andere Perspektiven bieten als dein Arzt oder √Ąrzte. Dazu den Namen des Medikaments eingeben und "Erfahrung" oder " Erfahrungsbericht".

Was hast du denn alles schon versucht? Pflanzliche Mittel? Sport am Tag (Nicht vor dem Zu-Bett-gehen)? Wach bleiben bis es automatisch dich in den Schlaf haut? Schlaflosigkeitsforen? Meditation? Manchmal ist Glaube und Placebo mächtig, auch wenn es vielleicht komisch klingt aber zufrieden sein ist auch ein Rätsel.

Gib nicht auf nach Heilung zu suchen. Du hast doch primär dein Zwangsgedankenproblem und du solltest aufpassen das du mit der Angst was alles passieren könnte, dir mehr Schaden anrichtest.

Trotz allem wei√ü ich echt nicht ob es √ľblich ist bei sowas einfach dir ein Neuroleptika zu geben und sonst was. Irgendwie musst du dich dem stellen. Es verarbeiten. Irgndwem der mit dir daran arbeitet und nicht dir Tabletten gibt und dich allein auf dem Zimmer l√§sst. Versuch doch vor allem einen Psychotherapieplatz zu finden. Da triffst du auf jemanden, der sich zutraut sich auch den Geschichten der heftigsten Traumata zu stellen. Man kann auch Entspannungstechniken √ľben, nur muss man daran dann auch glauben. Von da aus kann man auch in seri√∂se Selbsthilfegruppen vermittelt werden, wo du tats√§chlich Gleichgesinnte findest.

Ich bin kein Gleichgesinnter in der Form das ich Schlaglosigkeit habe. Ich hatte eher Probleme aufzustehen und will immer weiterschlafen. Doch leiden tue ich auch und Psychiatrieerfahrung habe ich auch.

Wenn du √ľber diese Bilder etwas schreiben m√∂chtest, dann bist du Willkommen. Das Forum wird so moderiert, dass b√∂swillige Kommentare garnicht zugelassen werden und du bist anonym.

Liebe Gr√ľ√üe

heast

Re: Suizidal durch Schlafstöungen

Beitragvon heast » 23.04.2019, 12:29

Hallo Rebi,

es tut mir sehr leid, dass du sich in so einem schwierigen Zustand befindest aus dem du verst√§ndlicherweise keinen Ausweg mehr siehst :(. Ich verstehe nicht ganz warum deine Zwangsgedanken nicht mit angstl√∂sendenden Medikamenten oder ggf. Antidepressiva gelindert werden k√∂nnen. So habe ich es bei einem Praktikum im Krankenhaus jedenfalls gesehen. Durch die Gabevon Benzos am Abend m√ľsste das mit dem Schlafen dann eigentlich klappen. Obwohl ich schon weiss, dass Benzos auch nicht immer das Gelbe vom Ei sind. Ich nehme bei Bedarf Delorazepam ein was mir erstmal gut hilft, mich jedoch nachts (wahrscheinlich wenn di Wirkung nachl√§sst) oft mit Herzklopfen aufschrecken l√§sst.

Was sagt denn Dein Arzt zu deiner Situation? Hast du jemanden in deinem privaten Umfeld der dir jetzt etwas zur Seite stehen könnte?

Ganz liebe Gr√ľsse und viel Kraft

Gast

Re: Suizidal durch Schlafstöungen

Beitragvon Gast » 23.04.2019, 16:39

Hallo :)
Schlafstörung sind ein schwieriges Thema. Es gibt viele Ratgeber die unterschiedliches empfehlen, jedoch ist das nie auf die individuelle Geschichte einer person bezogen. Daher kann man auch viele dieser Ratgeber im die Tonne werfen. Es ist ähnlich wie bei einer Psychotherapie: Um einen Erfolg zu erzielen, muss man sich die Geschichte des Patienten angucken.
Der Mensch musste sich, als es noch keine richtigen Häuser gab und er sich vor vielen Bedrohungen sah, immer wieder nachts verteidigen. Dies ging nur indem er Nachtwache hielt. Es ist daher im Menschen verwurzelt, auch mal Nachts aufzubleiben. Und dann auch auf Abruf sein.
Vielleicht hilft dir ein sicherer Hafen bei deinen Schlafstörungen. Ein Mentaler Zufluchtsort, an dem du Abends bevor du schlafen gehst bewusst daran denkst. Das kann zum Beispiel dein letzter Urlaub sein, oder eine Fantasiereise durch Wälder oder ähnlichem Naturschauplätzen .Wichtig ist, dass du selber einen Bezug zu diesem Ort hast. Ein Ort, den du mal mit deinen Freunden oder Familie besucht hast, und jetzt entscheident:wo es dir so richtig gut ging, die beste Zeit deines Lebens gar. Daran denkst du einfach wenn du dich ins Bett legst.
Ich hoffe ich konnte dir irgendwie helfen!

Rebi

Re: Suizidal durch Schlafstöungen

Beitragvon Rebi » 24.04.2019, 09:12

Hallo,
danke f√ľr die Antworten, durch die Medikamente, die ich nehme, wird auch in jeder Nacht etwas Schlaf erzwungen, es ist nich so, dass ich v√∂llig schlaflos lebe. Aber das Ganze zieht sich schon hin, ich trage ein hohes Gesamtschlafdefizit mit rum, und es wird jede Nacht gr√∂√üer.
Es sind die Durchschlafst√∂rungen, die besonders schlimm sind. Und ich empfinde einfach nie M√ľdigkeit. Seit es dann richtig schlimm wurde habe ich im Netz in allen m√∂glichen Foren nach Leuten gesucht, bei denen die Problematik √§hnlich schwerwiegend ist, aber ich konnte niemanden finden. Alle Normalsterblichen schlafen schon allein mit 300 mg Quetiapin bis in die Puppen, ich nehme noch sehr viel zus√§tzlich und es gibt doch immer wieder 2-Stunden- N√§chte.
Mit Tavor konnte ich gut einschlafen, nach 2 bis 3 Stunden war ich wieder hellwach. Meine √Ąrzte k√∂nnen auch nicht mehr allzu viel f√ľr mich tun. Ich wollte mir Dronabinol verschreiben lassen, damit k√∂nnte ich vielleicht besser schlafen, aber trotz meiner suizidalen Lage (vielleicht deswegen) weigern sich meine √Ąrzte dies zu tun. Mein Creatin-Kinase-Wert liegt durch den Schlafmangel auch schon bei 980, auch durch den Schlafmangel, aber manche √Ąrzte sagen, es liege am Sport. Ohne Worte.

Gast

Re: Suizidal durch Schlafstöungen

Beitragvon Gast » 25.04.2019, 11:08

Hallo Rebi,
warst du schon in schlaftherapeutischer Behandlung? Wäre den Versuch wert, oder?
Einfach mal Schlaftherapeut googlen. LG

heast

Re: Suizidal durch Schlafstöungen

Beitragvon heast » 28.04.2019, 12:43

Oh mann, das tut mir alles wirklich sehr sehr leid :(!! Da ich leider kein Arzt bin und kein medizinisches Wissen habe weiß ich nicht recht was ich dir sinnvolles sagen könnte.
Warst du schon bei einem Psychologen? Ich f√§nde es sehr sehr wichtig, dass du jetzt jemanden hast der dir in dieser schwierigen Zeit zur Seite steht. Best√ľnde eventuell die M√∂glichkeit einen Spezialisten auf diesem Gebiet aufzusuchen? Wenn nicht in Deutschland, dann vielleicht im Ausland? Ich bekomme grad meine R√ľckenschmerzen im Ausland im Griff (hatte 4 Jahre lang chronische Schmerzen und es konnte mir wirklich keiner helfen, hatte die Hoffnung schon aufgegeben). Ich w√ľnsche dir auf jeden Fall nur das Allerbeste!!!

urcky

Re: Suizidal durch Schlafstöungen

Beitragvon urcky » 05.05.2019, 09:47

Hi Rebi,

hhmm, bin keine Gleichgesinnte.
Aber möchte trotzdem schreiben.

Mit den Medikamenten kenne ich mich nicht aus...

Aber der Rest interessiert mich.
Also du hast gar kein Schlafbed√ľrfnis mehr?
Das kann ja fast gar nicht sein. Irgendwann kann der Körper doch nicht mehr!?
Hast du das mal ausgereizt?
Wie genau läuft es mit den Zwangsgedanken ab?
Und die Bilder haben nichts mit dir zu tun!?
Handeln sie von Sachen, die dir z.B. Freunde erlebt haben und dir erzählt haben?
Was sidn das f√ľr Bilder? Also sind die positiv, negativ? Was passiert da so?
Und das ist seit dem Suizidversuch so?
Was ist, wenn du dich auf andere Bilder konzentrierst?

Sorry, so viele Fragen. :D
Ich finde es irgendwie interessant und schräg (hoffe, das klingt jetzt nicht respektlos).

Komisch... irgendwas muss ja sein, dass dich so anknipst, dass der Körper es nicht zu lässt, dass du richtig schläfst.
Hast du eine Ahnung, warum das so ist?

Rebi

Re: Suizidal durch Schlafstöungen

Beitragvon Rebi » 08.05.2019, 14:58

Ein Schlafbed√ľrfnis habe ich, aber mein K√∂rper kann seit einiger Zeit den Schlaf durch M√ľdigkeit oder Schl√§frigkeit nicht mehr einleiten.
Ich rechne auch immer damit, irgendwann in Ohnmacht zu fallen aber es kommt nichts. Zum letzten mal richtig gut geschlafen habe ich vor Monaten.
Als ich in der Klinik war wurde es noch verr√ľckter: Trotz des extremen Schlafmangels konnte ich einen Tag lang nicht mehr still sitzen da kamen erstmals Suizidgedanken auf. Und Ausl√∂ser von all dem war ein Zwangsgedanke, er ist immer noch da , ich habe mich daran gew√∂hnt dass er mich den ganzen Tag begleitet aber er qu√§lt mich immer noch.Und ja, es handelt sich um eine Geschichte die eigentlich nichts mit mir zu tun hat, es ist absolut krank was mein Gehirn die ganze Zeit macht. In einer anderen Klinik habe ich dann √ľber Wochen unter drei Stunden pro nacht geschlafen, und dann wollte ich mich umbringen.Aber das ist schnell beschlossen und schwerer umzusetzen als man denkt. Mein Haupziel ist derzeit eine Tiefen Hirnstimulation bewilligt zu bekomen, ist f√ľr Therapieresistentete Kranke. Da werden 2 kleine L√∂cher in die Sch√§deldecke gebort, Elektroden eingef√ľhrt und die Schaltkreise, die bei einem Zwangserkrankten nicht mehr funktionieren mit Strom stimuliert. Aber vorher muss ich zum Verhaltensthreapeuten um abzukl√§ren, das meine Erkrankung eben nicht durch Gespr√§chstherapie geheilt werden kann.
Ich versuche beim Einschlafen schon seit langem an sch√∂ne Dinge zu denken, die mir in meinem Leben wiederfahren sind z.B. aber es l√§uft dann immmer drauf hinaus dass ich mich konzentrieren muss, und schlafen hat mit Konzentrieren nichts zu tun, man l√§sst sich einfach von der M√ľdigkeit einlullen und dann kann man sich fallen lassen, so habe ich das noch in Erinnerung. Das mein K√∂rper aber gar kein M√ľdigkeitsgef√ľhl mehr erzeugt ist nat√ľrlich absolut krank. Ich kann mich vom Inhalt meines Zwangsgedankes distanzieren und mir sagen IST MiR EGAL, aber die Bilder kommen dennoch dauernd. Aber so ist es schon seit einem halben Jahr, und das ist wirklich abartig. Nach so langer Zeit sollte der Effekt zur√ľckgehen, das Gehirn vom Gedanken gelangweilt sein und nicht mehr gequ√§lt. Aber anscheinend hat mein K√∂rper keine Selbstheilungskr√§fte, sondern zerst√∂rt sich quasi selbst. Es gibt dumme Psychologen, die im Studium nur alles auswendig gelernt haben und einem dann erz√§hlen wollen, dass der K√∂rper sich immer soviel Schlaf nehme wie er ben√∂tigt. Warum schlafe ich dann seit einem halben Jahr nicht? Ein paar Stunden werden jede Nacht medikament√∂s erzwungen, aber ohne Medikamente w√ľrde ich wahrscheinlich in einer zugem√ľllten Wohnung vor mich hin krepieren. Und was mir mein Kopfkino genau pr√§sentiert, das kann ich hier nicht schreiben, das kann ich h√∂chstens bei einem schweigepflichtigen Psychologen machen. Aber : der Inhalt ist nichts sch√∂nes oder angenehmes, jedoch fast allt√§glich, und im Grunde banal. Hat aber etwas mit einer mir nahestehenden Person zu tun. Ich kann aber mit dieser Person nicht dr√ľber reden,weil ich es gar nicht h√§tte erfahren d√ľrfen, also diese Person wei√ü nicht das ich es wei√ü und darf es niemals erfahren. Alles unklar!?!


Und besonders be√§ngstigend ist, dass ich tags√ľber nie m√ľde bin. Ich schlafe nicht mal bei langweiligen Vortr√§gen ein. Man k√∂nnte meinen, dass sei doch prima nie m√ľde zu sein, ist es aber nicht, was ich in jeder Zelle meines K√∂rper sp√ľre ist eine bleischwere, k√∂rperlich wie geistig l√§hmende Ersch√∂pfung, die mich rund um die Uhr absolut handlungsunf√§hig macht. Seit einiger Zeit suche ich im Netz in allen erdenklichen Foren nach einem Menschen mit einer √§hnlichen Erkrankung, aber ich finde niemanden.

Maik

Re: Suizidal durch Schlafstöungen

Beitragvon Maik » 08.05.2019, 21:12

Ich kannte fr√ľher eine Frau mittleren Alters, die hat zwei Jahre nicht geschlafen. Man konnte sie auch nachts immer anrufen, weil sie sowieso auf war.
Am Ende wurde es aber dann doch aufgelöst und sie konnte wieder schlafen. Leider ist es schon soviele Jahre her, dass ich nicht mehr weiß, wie ihr das gelungen ist. Jedenfalls kommt das häufiger vor als du vielleicht denkst. Und ich tendiere auch zu der Auffassung der Psychologen (ohne Psychologie studiert zu haben...): ich vermute, du schläfst ausreichend soviel, dass dein Körper rein physisch damit klarkommt. Wäre es nicht so, wärst du nicht mehr da, denn komplett ohne Schlaf gehts nachweislich nicht.

Sprich doch mit jemanden was dich exakt bewegt, egal wie peinlich, egal wie schamvoll, oder schreibs hier auf. Du wirst es nicht gelöst kriegen, wenn du weiterhin Schotten dicht machst und das ist ja auch das, was dein Körper dir sagt. Zwangsgedanken kann man normalerweise therapieren.

Ehrlich gesagt denke ich nicht, dass du eine Tiefen Hirnstimulation brauchst oder bei dir angezeigt ist. Ein 3/4 Jahr ist keine solange Zeit, ich glaube dir, dass dein Leidensdruck sehr, sehr, sehr hoch ist, aber ich bin nicht √ľberzeugt, dass man bei dir anderweitig nichts ausrichten kann (abgesehen davon, dass es keinesfalls sicher w√§re, dass die Elektroden bei dir √ľberhaupt was bringen). Gedanken - auch Zwangsgedanken - sind und bleiben Gedanken. Nicht was man denkt ist entscheidend, sondern was man tut. Es gibt keinen Grund sich f√ľr Gedanken selbst zu gei√üeln oder anderweitig zu drangsalieren.

insom

Re: Suizidal durch Schlafstöungen

Beitragvon insom » 12.05.2019, 07:52

hallo 'leidensgenosse'


mir gehts so √§hnlich wie dir - nur, dass¬ībei mir 2 verschiedene phasen gibt, die sich abwechseln. entweder schlafe ich pro nacht 2-3 stunden, oder ich schlafe mehrere tage gar nicht. seit mitte juni ist das bei mir so, dass ich ungef√§hr 4-7 tage "wach" bin, komplett ohne schlaf und dann mehr oder weniger umfall und einen tag durchschlafe. dann geht¬īs wieder von vorne los.

bez√ľglich medikation: ich hab eine zeit lang seroquel bekommen (gleicher wirkstoff wie quetiapin) und hab auch bei 2500mg nicht schlafen k√∂nnen, ich war nur noch mehr ko. ich muss aber dazu sagen, dass ich einige jahre drogenabh√§ngig war und deswegen ist mein k√∂rper anscheinend etwas mehr gew√∂hnt (leider).
mir hat nozinan etwas geholfen, dadurch konnte ich mich besser entspannen und manchmal sogar einschlafen.
am besten hat mir rohypnol geholfen. ich w√ľrde es aber nicht unbedingt weiterempfehlen weil¬īs abh√§ngig macht. aber wenn sonst nix hilft...

abgesehen von den medikamenten hilft es mir, wenn ich im sitzen, zb auf der couch, einschlafe. ich habe zwar keine bilder vor augen wenn ich versuche einzuschlafen, aber durch das liegen im bett werde ich sehr unruhig. außerdem hilfts mir auch wenn ich dabei musik höre und mich so ein bisschen ablenke.

Rebi

Re: Suizidal durch Schlafstöungen

Beitragvon Rebi » 13.05.2019, 09:38

Hi insom
das liest sich heftig bei dir,2500mg Seroquel das war aber vollstation√§r oder, wie hat das dein Darm verkraftet, ich muss bei meiner Dosis jeden Tag Unmengen Abf√ľhrmittel nehmen. Hast du trotz des hohen Schlafmangels noch Lebensfreude bzw. sowas wie Lebensqualit√§t oder kannst du noch Arbeiten gehen? ist deine Schlaflosigkeit drogenindiziert ( ich vermute es waren harte Drogen?)? Das du irgendwann umf√§llst ergibt Sinn, warum passiert das bei mir nicht? Die Medis die du genannt hast kenne ich noch nicht, bin fr√ľher in schlimmsten Zeiten mit 400mg Trimipramin am besten gefahren aber auf Dauer habe ich Angst das in der Dosis zu nehmen. Was tust du noch zur Linderung deiner Not?
LG

insom

Re: Suizidal durch Schlafstöungen

Beitragvon insom » 14.05.2019, 07:55

ja da war ich stationär in einer psychiatrie. ich hab dort leider unmengen an medikamenten bekommen, auch benzos, valium usw. obwohl ich gesagt habe dass ich erst einen entzug hinter mir habe. mein magen und darm hat das nicht wirklich gut verkraftet, deswegen hab ich dann die meisten medikamente als infusionen bekommen. aber seitdem hab ich magenbeschwerden, mal leichter mal stärker.
die schlafprobleme liegen bei uns zum teil auch in der familie und die drogen haben das ganze bestimmt nicht besser gemacht (erster entzug war von amphetaminen und ketamin, der zweite von benzos und morphium (das hab ich legal bekommen weil ich im "substi-programm" war)) . vor ungefähr 6 jahren haben bei mir die schlafprobleme angefangen. dazwischen gings aber auch immer wieder mal ganz gut, also das schlafen. zu der zeit ist es mir psychisch auch gut gegangen. das hängt bei mir also zusammen. ist das bei dir auch so? dass du vor allem nicht schlafen kannst wenn es dir schlecht geht?
ich musste wegen den schlafproblemen leider das studium abbrechen. also ja, wirkt sich schon auf meine lebensfreude aus. ich hab mir dann hobbies gesucht die ich auch zuhause machen kann und wo ich mich nicht so anstrengen muss, so vergeht die zeit wenigstens ;)
bist du bei einem psychiater in behandlung, wegen der medikamente, oder beim hausarzt?
und ist das bei dir auch so, dass du leichte psychosen bekommst, vom schlafmangel?

Rebi

Re: Suizidal durch Schlafstöungen

Beitragvon Rebi » 15.05.2019, 14:42

Ja, vor Jahren im Studium war ich erstmals √ľberfordert u. dann noch ungl√ľcklich verliebt war hatte ich oft mehrer Tage ohne Schlaf , aber das hat sich immer nach sp√§testens 4 Wochen gelegt. Nun habe ich haber seit √ľber einem halben Jahr einen Zwangsgedanken der nicht weggeht. Es handelt sich um eine ungl√ľckliche aber eher banale Geschicht, oder zumindest allt√§gliche. Das Wissen, die Grundlage f√ľr den Zwangsgedanken hatte ich schon seit 7 oder 8 Jahren im Bewusstsein, und dann, durch ein eingentlich harmloses Gespr√§ch mit der involvierten Person brach der Zwangsgedanke aus. Wollte mir wg. den Schlafst√∂rungen die Pulsadern aufschneiden, aber als das Blut kam konnte ich nicht weiterschneiden, da muss man schon reinrammen wie ein Metzger, das h√§tte ich nie gepackt, aber es kam genug Blut um mich in Panik zu versetzen. Und heute ist seit meiner Entlassung der absolute Tiefpunkt erreicht. Ich habe zwei N√§cht nur 2 Stunden geschlafen, und werde mit zunehmendem Schlafmangel tags√ľber immer panischer.Vielleicht liegts auch daran dass ich zuvor 10 N√§chte NOrmoc genommen habe, das hatte ich noch vom Hausarzt und habs auf eigene Faust genommen wahr vielleicht ein Fehler. Ich will mich im Augenblick nicht umbringen. Aber ich habe seit einem halben Jahr kaum geschlafen und bef√ľrchte, dass mich das noch umbringen wird. Ich habe schon seit Anfang 20 Depressionen aber mit Medis konnte ich die lindern sodass ich meine Lebensfreude nie verloren habe, ich habe √ľber 10 Jahre Langstreckenlauf auf Leistungssportlerniveau gemacht, das geht kaum noch da durch den Schlafmangel meine Muskeln verk√ľmmert sind und ich Schmerzen habe, ich bin auch gerne saufen gegangen oder auf Konzerte aber seit dieser Zwangsgedanke mit der Schlaflosigkeit ausgebrochen ist traue ich mich kaum noch unter Leute weil ich so schlimm aussehe. Im Grunde ist es bei mir schon eine Minute vor zw√∂lf, ich geh√∂re in eine Spezialklinik, oder Elektrokrampftherapie, oder Tiefe Hirnstimulation, aber das dauert alles und ob ich die THS bekommen wei√ü ich nicht weil ich auch Pers√∂nlichkeitsst√∂rung habe. Ob ich eine Psychose habe wei√ü ich nicht, hat man eine wenn man Dinge wahrnimmt die nicht da sind, oder auch, wenn man einfach kein strukturiertes und gesellschaftskonformes Leben mehr f√ľhren kann? Es war in j√ľngeren Jahren bei mir so, dass ich mich bei Depressionen immer, auch tags√ľber schlafen legen konnte. Und ich kenne genug Leute denen es psychisch schlecht geht u. die das einfach √ľberschlafen. Was bei mir noch hinzukommt ist leider, dass es in meiner Familie v√§terlicherseits eine H√§ufung schwerster psychischer Erkrankungen gibt. Ich habe einen Termin bei einem neuen Therapeuten, ich MUSS ihm alles sagen was sich in meinem kranken Hirn rund um die Uhr so abl√§uft, dann kann er vielleicht die bestm√∂gliche Entscheidung treffen. Aber ich muss mich zu meinen Zwangsgedanken outen, und ich habe eine Schei√üangst dass ich es nicht packe, nicht weil es um was Schlimmes geht, sondern weil ich mich daf√ľr sch√§me, dass mich eine solche Banalit√§t zu einem kaputten Wrack gemacht hat.

Maik

Re: Suizidal durch Schlafstöungen

Beitragvon Maik » 15.05.2019, 15:20

Wenn du nicht redest, dann kann dir keiner helfen. Also sprich mit dem Therapeuten √ľber deinen Zwangsgedanken. Du glaubst ja nicht, was sich ein Therapeut alles den ganzen Tag so anh√∂rt, da ist es wirklich kein Problem zu reden. Es ist sein Job und du bist bestimmt nicht sein schwierigster Fall. Du geh√∂rst eben nicht eine Spezialklinik oder Elektrokrampftherapie oder Tiefe Hirnstimulation, wenn dieser Zwangsgedanke der Grund f√ľr die Schlaflosigkeit ist. Was er zu sein scheint. Ein Zwangsgedanke ist wie so manche andere St√∂rung nur eine St√∂rung unter vielen, das kann man behandeln. Du bist wahrlich nicht der erste Mensch mit Zwangsgedanken und den anderen wurde auch geholfen.

H√§ufig ist es au√üerdem so, dass man ein bestimmtes, tiefliegendes Problem hat und sich auf Grundlage dieses Problems unterschiedlichste St√∂rungen etablieren. Der eine ritzt sich, der andere hat eine Esst√∂rung, der n√§chste Phobie oder Depression, gibts alles, kann einzeln oder in Kombination auftreten. Man k√∂nnte also meinen ein Berg voller St√∂rungen liegt vor einem, wie soll man den nur abtragen?? Dauert das nicht ewig, geht das √ľberhaupt??? Nun, wenn das grundlegende, tiefliegende Problem angegangen wird, werden h√§ufig mit einem Schlag gleich mehrere St√∂rungen auf einmal abger√§umt. Wenn du also fr√ľher Depressionen hattest, dann ist das f√ľr mich ein Hinweis, dass das alles miteinander verkn√ľpft sein k√∂nnte und man dir wirklich helfen kann, wenn du nur an der Wurzel anpackst. Also, mache das. Du bist schon so weit gekommen, da wirst du es doch auch noch hinkriegen dir helfen zu lassen.

stefanie

Re: Suizidal durch Schlafstöungen

Beitragvon stefanie » 22.05.2019, 19:45

hallo Rebi,
eigentlich suche ich nicht nach Gleichgesinnten sondern nach einer Möglichkeit.

Ich kann seit etwas √ľber einem Jahr nicht mehr schlafen. Sicherlich, ich habe ich nur wenige Probleme, denn wenn ich einschlafe, in der Regel mit Schlaftabletten, dann schlafe ich immerhin zwei bis drei Stunden. Danach schrecke ich hoch, das wars. Ich w√ľnschte die N√§chte nicht immer nur warten zu m√ľssen. Ich bin so fertig am n√§chsten Tag und warte, dass die Tage vorbei gehen. Nat√ľrlich kann ich weiter in Ausbildung sein, kann weiter machen Tag f√ľrTag √ľberleben, doch jeden Morgen wird mir klarer, dass das doch lange schon nicht mehr will. Schafen ist sch√∂n. Ich habe gelesen, dass Schlaf der kleine Bruder des Todes ist. Ich mache mir morgens viele Gedanken - kann einfach nicht verstehen, warum wir leben und uns so durch die Tage qu√§len m√ľssen. Wir Menschen verletzen einander, wir k√§mfen um da zu sein und werden doch, und das ist gut so, alle sterben.

Ich habe bereits meinen Arzt auf die Schlafst√∂rungen angesprochen. Er hat mir TRIMIPRAMIN verschrieben. Ich nehme dieses Medikament in geringer Dosierung und - es hilft. Ich schlafe nach dem Hochschrecken wieder ein, aber ich wache nur schwerlich auf. Mir fehlt die Motivation, der Sinn im Leben, jeden Tag ein St√ľck mehr... vielleicht kommt das von den Tropfen. Geht also nicht mehr weiter, mit oder ohne Hilfsmittel.

Es gibt Menschen die leben und Menschen die sterben ewig lang.
willst du noch leben?

Gast

Re: Suizidal durch Schlafstöungen

Beitragvon Gast » 02.06.2019, 19:35

Hallo lieber Rebi,

Wie geht es dir?
Wie schläfst du?
Hat sich an deiner Situation etwas geändert?
Hast du dir irgendwo Hilfe/ einen Rat geholt?

MfG

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