Langsames stetes Sinken

Keine AnkĂŒndigungen, bitte!
KrÀhe

Langsames stetes Sinken

Beitragvon KrĂ€he » 04.06.2019, 00:52

Hallo,

erwartet habe ich einen freien Fall in die Ausweglosigkeit. Es ist aber gar nicht so. Die unendliche Langeweile des Nichtstuns, das Vegetieren in der Falschheit des Virtuellen, das sinnlose Aufrechterhalten der letzten falschen Fassade, ja selbst das Fehlen von gravierenden finanziellen Sorgen scheinen dies zu verhindern.

Zu mehr als Assoziation langt es momentan nicht.

Nachdenken, Reflexion, Beginnen sind zu mĂŒhsam, wollen zu nichts fĂŒhren. Ich scheine mich derart aufgehangen zu haben, daß ein Neustart das Ziehen des Steckers erfordert. In dem sicheren Glauben, dem erdachten Wissen um erneuten zwangslĂ€ufigen Absturz der Festplatte in Kopf und Brust liegt die Unmöglichkeit an den Stecker zu gelangen. Hilfe von Aussen ist unumgehbar, will aber nicht gesucht, geschweige denn angenommen werden. Diese Hilfe birgt erneutes Scheitern. Schmerz. Grelle Lichtblitze die nicht wĂ€rmen sondern verbrennen. Dann doch eher das "aber ab morgen" um den Morgen mit Sicherheit zu verschlafen

Es tut ja auch noch nicht genug weh. Kein freier Fall mit tödlichem Aufprall. Ein langsames stetes Versinken in ultrazÀhes Bitumen. Keine Bewegung mehr
gewollt. Das Warten auf das Überschreiten der kritischen Marke des Pegels. Morgen, ja morgen
fließt es endlich ins LĂŒgenmaul und verklebt die Lunge.
Dann ist endlich Ruhe. Aber den Morgen erleb ich ja nicht wachen Geistes. Den verschlaf ich ja......

Bitte verzeiht die wirren Worte.

LG, KrÀhe.

Maik

Re: Langsames stetes Sinken

Beitragvon Maik » 04.06.2019, 07:09

Liebe KrÀhe,

alles hat seine Zeit. Wenn jetzt nicht der richtige Zeitpunkt fĂŒr UnterstĂŒtzung ist, dann ist das so. Sei versichert, du wirst es bemerken wenn die richtige Zeit dafĂŒr gekommen ist.

sabrina

Re: Langsames stetes Sinken

Beitragvon sabrina » 04.06.2019, 07:44

ja, Schritt fĂŒr Schritt,
es ist Sommer,
wir kommen langsam und verschlafen alle in Bewegung. Ich sehe viele Weg, das Kleben an alten Kaugummiresten im Hirn zu erkennen ist ein wichtiger Schritt,
vllt ist heute Nachmittag der Tag, an dem du dir einen Spachstel kaufst und ĂŒbermorgen fĂ€ngst du an zu scharben,
vllt kommet der Tag erst in einer Woche oder einem Jahr

WĂŒnsche sind wichtig und Ziele sind terminierte WĂŒnsche...setzte dir einen Rahmen, den du tĂ€glich gestalten kannst

mit dem Spachtel löse den Kaugummi, um zu sehen was darunter alles leuchtet.
Nur wichtig, jeden Tag einen kleinen Spaziergang durch den Wald zum nÀchsten Baumarkt - jeden Tag etwas Bewegung - immer mehr zu dem was so schön dein Leben heisst!

bis zum nÀchsten Waldspaziergang!

KrÀhe

Re: Langsames stetes Sinken

Beitragvon KrĂ€he » 04.06.2019, 18:35

Hallo ihr Beiden,

habt Dank fĂŒr die Worte.

Was soll ich darauf schreiben? Mein GefĂŒhl sagt mir, wohl besser nichts.

Zur Zeit bin ich es einfach leid, auf etwas zu warten, zu hoffen, dass nicht kommen mag, nicht kommen kann, da ich tatsĂ€chlich Ziellos bin. Es will mir nichts einfallen, daß mich nochmal kĂ€mpfen ließe. Ich schrieb es schon einmal, wachte ich morgen nicht mehr auf, wĂ€re es gut.
Das ist kein lohnenswertes Ziel. Das ist nur ein frommer Wunsch, der starr macht.

Eine schöne, erfĂŒllte Beziehung zu einem Menschen ist wohl das grĂ¶ĂŸte GlĂŒck des Lebens.
Ich glaube jedoch nicht, dies noch einmal zu erfahren. Die Voraussetzung dafĂŒr ist einfach nicht gegeben. Diese ist in meinen Augen eine gute Beziehung zu sich zu haben. Sich zu erkennen, anzuerkennen, zu mögen. Das ist nicht der Fall.

Je tiefer ich in dem Bitumen versinke, desto mehr schlechte Eigenschaften entdecke ich in mir.
Auch deswegen möchte ich hier mehr assoziieren als reflektieren. Die Reflexion fĂŒhrte zu mir und das MIR mag ich nicht.Das tut mir weh.


Euch viele WĂŒnsche auf eurem Weg. Es ist tröstlich zu lesen, das ihr einander kĂŒmmert.

LG, KrÀhe.

RedRose

Re: Langsames stetes Sinken

Beitragvon RedRose » 04.06.2019, 22:20

Hallo KrÀhe,
ich bin auch noch da.
Ich habe mir Hilfe geholt:
Erst durch einen Arzt, Klinikaufenthalt wg. meiner Depression usw., jetzt durch eine Psychotherapie zur Stabilisierung, Erkennen warum was ist.
Ich öffne meinen emotionalen (Wrack-)Rucksack u. nehme immer wieder mal ein Teil raus. Schaue es an, was halte ich in meiner Hand, wie fĂŒhlt es sich an, kann ich was damit anfangen, will ich das Teil behalten o. soll es weg...
An einem Tag möchte ich Weitergehen, nicht stehenbleiben. Mich weiterentwickeln, schauen wie mein Leben weitergeht. Neugierig sein u. bleiben.
An einem anderen Tag möchte ich der Welt meinen Mittelfinger zeigen, gegen mich selbst rebellieren, aufgeben.
Ich-bin-noch-da.
Ich hoffe, dass es irgendwann bald ein Ich-bin-da wird
u. dann ein Ich-bleibe-hier.
LG RedRose

sabrina

Re: Langsames stetes Sinken

Beitragvon sabrina » 05.06.2019, 07:13

hallo KrÀhe,
bist du inzwischen in Therapie?

um zu sein, hier zu sein, dies zu begreifen, braucht es eine gespĂŒrte Ordnung. vielleicht fehlt auch dir der Rahmen, den du zum FĂŒllen mit Momenten brauchst. Therapie ist da sehhhhr hilfreich!

um die Worte meiner Vorschreiberin auf zu nehmen -
ein - ich bleibe hier - kann es niemals geben, denn wir sterben (meine Vorstellung vom Leben) irgendwann.
Das Subjekt ist damit ausgelöst (deine Energie fließt dann anders),
doch jetzt bist du hier.
es geht um deinen Lebensfluss - sinken, aufsteigen - rechts - links - im Fluss sein - nicht bleiben sondern sein.

Hilfreich wĂ€re das zu begreifen und damit auch das Recht zu spĂŒren direkt nach Hilfe zu fragen. Die Hilfe ist nur hilfreich, wenn du weißt was du willst. Viele warten auf Hilfe und ihr Leben, dabei verpassen sie es leider jeden Tag. Heute ist, du bist, und daraus entwickelst du deine Ziel (dein Ziel ist ĂŒbrigens immer richtig - und - du darfst es immerfort Ă€ndern, die hast die Freiheit)
Ausruhen ist gut. Dann in Bewegung kommen! egal wie es heute lÀuft, es ist dein Leben.

ich wĂŒnsche dir sehr, dass du dies (zumindest auch ) als schön begreifen kannst ;)

Maik

Re: Langsames stetes Sinken

Beitragvon Maik » 05.06.2019, 08:28

Liebe KrÀhe,

im Leben geht es maßgeblich darum, sich zu trauen. Es ist nicht so sehr entscheidend, in irgendwas besonders gut zu sein, ĂŒber besondere Eigenschaften oder Talente zu verfĂŒgen. Alle FĂ€higkeiten, alles was von anderen als liebenswert bei einem erkannt werden könnte, kann man in die Tonne werfen, wenn es gar nicht erst dazu komt, weil man sich nicht traut. Das ist das eine.

Zum anderen möchte ich dir zu deinen Eigenschaften mal ganz platt formulieren:
Wenn dich dein Verhalten stört, Àndere es.
Wenn du nicht weißt wie das gehen soll, wenn es quasi in dir so verwurzelt ist, dass es quasi du bist...dann ist das ein Hinweis, dass es nicht zu Ă€ndern ist. Das ist allerdings dann trotzdem kein Grund zum Verzweifeln, sondern kann Hilfestellung sein sich nicht vergeblich an irgendwas aufzureiben was ist wie es ist, sondern sich auf das zu konzentrieren, was tatsĂ€chlich Ă€nderbar ist. Aktzeptiere dich wie du bist. Sprich mit dir selbst in Gedanken, wie du mit einem Freund sprechen wĂŒrdest. Die meisten Menschen sind mit sich selbst viel strenger als mit anderen. Wozu? Weshalb sollte man fĂŒr sich selbst die Messlatte viel höher legen als fĂŒr einen guten Freund, der so sein darf wie er ist und mit dem man sich offensichtlich vortrefflich versteht? Aktzeptiere dich selbst, jeder hat Eigenschaften die einem selbst gefallen und andere, die einem selbst weniger gut gefallen. Das ist normal. Wenn du ĂŒberhaupt nicht damit zurechtkommst, könntest du dir immer noch ĂŒberlegen, in welchen Situationen deine unvorteilhaften Eigenschaften besonders negativ zum Tragen kommen und - wenn schon nicht an den Eigenschaften - dann doch zumindest an diesen Situationen (HĂ€ufigkeit Auftreten und deren QualitĂ€t) arbeiten.

Alles hat seine Zeit. Gestern war fĂŒr dich Zeit hier im Forum zu schreiben. An einem anderen Tag ist Zeit fĂŒr etwas anderes. Mache dir keinen Druck. Es lĂ€uft dir nichts davon und du wirst erkennen was zu tun ist, wenn die Zeit dafĂŒr da ist.

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