Akathisie - Behandlung, Möglichkeiten?

bibi76
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Akathisie - Behandlung, Möglichkeiten?

Beitragvon bibi76 » Di 25. Apr 2017, 21:24

Ich leide nun schon seit fast 3 Jahren an einer schweren Akathisie und bin an einem Punkt an dem ich nicht mehr kann. Kein Arzt hat eine Lösung mehr für mich. Gibt es vielleicht jemanden der noch einen Tip für mich hat? Verzweifelte Grüße :cry:

Lisa
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Re: Akathisie - Behandlung, Möglichkeiten?

Beitragvon Lisa » Mi 26. Apr 2017, 08:55

Durch Neuroleptika ausgelöst?
Vielleicht magst du ein wenig zu Deiner Krankengeschichte und darüber erzählen, welche Behandlungen versucht / was alles gemacht wurde?!

bibi76
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Re: Akathisie - Behandlung, Möglichkeiten?

Beitragvon bibi76 » Mi 26. Apr 2017, 16:28

Also angefangen hat alles nach einer Fsme Impfung. Ich konnte nicht mehr aufhören die Beine zu bewegen und ich konnte nicht mehr schlafen. Die Hausärztin kontte mir auch nicht weiterhelfen. Im Internet fand ich das Restless legs syndrom und dachte es wäre das. Durch die Schlaflosigkeit kam ich in einen Zustand den man psychotisch nennen kann. Ich was komplett alltagsuntauglich und hatte vor allem Angst. Das ging so dahin und wurde immer schlimmer. Nach 6 Monaten brachte mich eine Freundin ins Krankenhaus. Dort war ich einige Wochen stationär und bekam die Diagnose Schizophrenie. Ich bekam Neuroleptika und konnte endlich wieder einigermaßen schlafen. Die Ärzte meinten das mit den Beinen wäre eine Akathisie und ich bekam Akineton und Betablocker. Leider hat das nicht geholfen. Ich nehme zur Zeit Abilify und Seroquel und kann zumindest einigermaßen schlafen. Aber die quälende Bewegungsunruhe hab ich vom Aufwachen bis zum Einschlafen. Ich habe durch all das auch meinen Job verloren und bin kaum arbeitsfähig. Durch die innere Unruhe und die offensichtlichen Beinbewegungen kann ich mich kaum auf etwas konzentrieren. Mein Leben ist seit 3 Jahren eine echte Qual. Vielleicht weiß jemand da draußen Rat? Hoffnungsvolle Grüße ;)

semmel
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Re: Akathisie - Behandlung, Möglichkeiten?

Beitragvon semmel » Do 27. Apr 2017, 22:02

Ja, Betablocker in Kombination mit einem anticholinergen Wirkstoff ist da die Standardtherapie.
Manchmal wird auch versucht, die Dosis der Neuroleptika zu verringern (wurde das schon versucht?) oder auf ein anderes Antipsychotikum umzusteigen.

bibi76
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Re: Akathisie - Behandlung, Möglichkeiten?

Beitragvon bibi76 » Do 27. Apr 2017, 22:15

Ja, ich hab schon einige Neuroleptika durchprobiert.Aber die Symptome haben schon 6 Monate bevor ich überhaupt Neuroleptika genommen habe begonnen. Da frag ich mich woher das dann überhaupt kommt. Heute war ich bei einer Homöopathin, mal schaun ob das von Ihr verschriebene etwas hilft. Meine Kräfte das auszuhalten sind auf jeden Fall zu Ende.

Gast

Re: Akathisie ohne Antipsychotika

Beitragvon Gast » Di 4. Jul 2017, 19:03

Hallo, habe auch Akathisie ohne Antipsychotika bekommen. Schlägt bei dir die Behandlung der Homöopathin an? Kannst du mir verraten, was du da bekommen hast?

bibi76
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Re: Akathisie - Behandlung, Möglichkeiten?

Beitragvon bibi76 » Di 4. Jul 2017, 19:35

Ich habe das homöopathische Mittel "Tarantula D12" genommen, das hat aber bisher nicht geholfen...

Gast

Re: Tarantula D12

Beitragvon Gast » Di 4. Jul 2017, 21:36

Danke, für die Info.
Tarantula D12, hört sich gefährlich an ;)
Tut mir leid, dass es nicht wirkt, schade.

bibi76
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Re: Akathisie - Behandlung, Möglichkeiten?

Beitragvon bibi76 » Mi 5. Jul 2017, 14:35

...und wie kommst du mit der Akathisie zurecht? Welche Symptome hast du und wodurch ist es dazu gekommen?

Melissa

Re: Akathisie - Behandlung, Möglichkeiten?

Beitragvon Melissa » Di 25. Jul 2017, 21:40

Hallo Bibi!

Hat sich die Art der Akathisie, wie Du sie nun seit drei Jahren kennst, in ihrer Form geändert oder ist sie gleichbleibend?

Hast Du das Gefühl, dass die Bewegungsunruhe vom Becken ausgeht?

Ich sage Dir eines: Ich hatte auch mehrere Monate unter einer Bewegungs- und Sitzunruhe (Akathisie) zu leiden.

Bei mir wurde sie durch Medikamente (Antidepressiva oder Neuroleptika) ausgelöst. Die Ärzte in der Klinik haben sich

bezüglich dieser Nebenwirkungen in Schweigen gehüllt und diesen Zusammenhang für unwahrscheinlich gehalten.

Ich wusste zu diesem Zeitpunkt auch nicht mehr weiter, musste von einer Stunde zur nächsten kämpfen und das wochen - ja,

monatelang. Man kann diesen Bewegungsdrang auch nicht unterdrücken, er war sehr sehr quälend, selbst noch in der Bewegung.


Wie Du nun schon drei Jahre diese Akathisie aushalten kannst, ist mir ein Rätsel. Ich umarme Dich erst einmal in Gedanken, weil

ich weiß, was für einen Alptraum Du jeden Tag erlebst. Und ich sage Dir noch eines: Du bist sehr stark, dass Du bis jetzt durchgehalten hast.

Ich wünschte, dass Dir eines Tages geholfen werden kann, dass es da irgendein Kraut gibt. Man sagt ja, für alles sei ein Kraut gewachsen.

Aber man muss es eben erst finden.

Was ist nun, wenn die durch eine FSME Impfung ausgelöste Akathisie nach 7, 8 Monaten von selbst verschwunden wäre?

Du hast erzahlt, dass Du 6 Monate nach der FSME Impfung mit Neuroleptika behandelt wurdest. Seit der FSME Impfung bestehen aber die

Symptome. Von Neuroleptika und Antidepressiva weiß man laut Beipacktext, dass sie Akathisie verursachen können. Was ist nun, wenn die

jetzige Akathisie gar nicht mehr durch die FSME Impfung "genährt", sondern durch die Neuroleptika "genährt" wird. Wäre es nicht ein Versuch wert,

Deine Medikamente nach und nach über drei, vier Wochen abzusetzen. Ich hatte die Unruhe auch noch mehrere Wochen nach der allerletzten

Medikamenteneinnahme, aber von der Intensität wurde es immer weniger, bis sie schließlich ganz verschwand.


Was mir noch einfällt, weil ich glaube, das es helfen könnte:

Nimm einen hochdosierten Vitamin B-Complex über ein paar Wochen zu Dir, ebenso Magnesiumcitrat zu 400mg täglich.


Viele als "psychisch" diagnostizierte "Erkrankungen" wie Depressionen, Schizophrenie, Demenz ... haben ihre Ursache in einem

Vitamin/Nährstoffmangel. (insbesondere Vitamin B, Vitamin D Mangel, Magnesium).

bibi76
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Re: Akathisie - Behandlung, Möglichkeiten?

Beitragvon bibi76 » Mi 26. Jul 2017, 16:39

Hi Melissa,
Danke für deine Nachricht!
Ich habe mittlerweile die Neuroleptika abgesetz und es ist ein ganz klein wenig besser geworden. Nur zum Schlafen brauche ich noch ein Medikament. Bei mir geht die Bewegungsunruhe von den Füßen und Zehen aus. Und es gibt alle paar Tage eine Phase wo es ganz arg ist und die ganzen Beine sich wild bewegen...Ich hab jetzt sogar die Invalidätspension beantragt weil ich absolut arbeitsunfähig bin.
Vlg von Bibi

Melissa

Re: Akathisie - Behandlung, Möglichkeiten?

Beitragvon Melissa » Mi 26. Jul 2017, 20:01

Hallo Bibi!

Das freut mich außerordentlich, dass sich Deine Beschwerden etwas gebessert haben.

Es besteht also noch Grund zur Hoffnung, dass Du eines Tages - so wie bei mir auch - von diesen Qualen befreit bist.

Haben die Ärzte so ohne weiteres dem Absetzten Deiner Medikamente zugestimmt oder hast Du es in Eigenregie gemacht?

Bei mir ging die Akathisie damals gefühlt vom Ende der Wirbelsäule aus und breitete sich eben im Körper aus, vor allem in den gesamten Beinen,

der Oberkörper war jetzt nicht betroffen, allerdings reichte es mir schon, dass meine Beine gingen, obwohl ich das nicht wollte. Ich hatte auch immer

den ganzen Tag zu kämpfen, 7-8 Stunden am Tag, davon ungefähr 2 Stunden beschwerdefrei. In der Nacht musste ich auch mehrmals aufstehen und

meine Runden im Dunkeln drehen.


Falls es doch ein Restleg Less Syndrom ist: Hast Du davon schon gehört, die Beine mit kaltem Wasser mehrere Minuten abzuduschen und sich

dann mit NICHT abgetrockneten Beinen hinzulegen. Eine Zimmerkollegin von mir hat dies immer gemacht und ich bilde mir ein, es hat ihr geholfen.

Natürlich nahm sie auch zusätzlich noch Medikamente.


Wir werden ja sehen, ob sich Deine Beschwerden auch nach und nach zurückbilden, ich wünsche es Dir von ganzem

Herzen!!!!!!

Melissa

Re: Akathisie - Behandlung, Möglichkeiten?

Beitragvon Melissa » Mi 26. Jul 2017, 20:16

Noch eine Frage, Bibi.


Kannst Du, wenn sich Deine Beine so unwillkürlich bewegen, denn auf einem Platz sitzenbleiben oder hast Du dann auch diesen Trieb in Dir, Dich

bewegen zu müssen? Wie lange hält bei Dir dieser Bewegungsdrang denn jetzt noch an? Empfindest Du diese Bewegungsunruhe auch als quälend?

Hast Du das Video von dem Jungen Reece gesehen? Er hat auch eine starke Bewegungsunruhe der Beine, aber bei ihm wurde eine seltene Erkrankung

festgestellt, GLUT1, die er schon als Baby hatte!!! , von dieser Erkrankung sind gerade einmal weltweit nur 16 Menschen betroffen.

siehe: "Involuntary, uncontrollable body movements"
von Mszkjones

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Re: Akathisie - Behandlung, Möglichkeiten?

Beitragvon bibi76 » Do 27. Jul 2017, 15:48

Hi Melissa,
Also der Bewegungsdrang ist permanent und sehr quälend. Den Drang aufzustehen und herumzugehen habe ich nicht. Außerdem habe ich in den 3 Jahren fast 20 kg zugenommen und jede Art von Bewegung und Sport ist mir sehr unangenehm...

bibi76
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Re: Akathisie - Behandlung, Möglichkeiten?

Beitragvon bibi76 » Fr 28. Jul 2017, 15:21

...allgemein ist es jede Sekunde des Tages sehr anstrengend diese Akathisie durchzustehen. Es ist auch im ganzen Körper das Gefühl als ob man aus der Haut fahren möchte. In der Öffentlichkeit,z.B. beim Busfahren,im Warteraum.. kann ich die Füße natürlich auch nicht ruhig halten. Ich hab keine Arbeit und Hobbies mehr und frage mich immer womit ich diese Qualen verdient habe.

Melissa1

Re: Akathisie - Behandlung, Möglichkeiten?

Beitragvon Melissa1 » Fr 11. Aug 2017, 00:35

Hallo Bibi!

Welche Medikamente nimmst Du jetzt eigentlich noch?

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Re: Akathisie - Behandlung, Möglichkeiten?

Beitragvon bibi76 » So 13. Aug 2017, 21:26

Hi Melissa, also momentan nehme ich noch Seroquel am Abend zum Schlafen. Ich möchte es aber auch bald mit einem anderen Schlafmittel ersetzen. Außerdem nehm ich noch das homöopatische Mittel. Im Moment sind die Beine größtenteils aushaltbar. Bei mehr Aufregung und Anstrengung ist es aber immer der Horror. Allgemein ist mein Leben abet nicht mehr lebenswert...

zappel

Re: Akathisie - Behandlung, Möglichkeiten?

Beitragvon zappel » Mi 4. Okt 2017, 20:20

Also bei mir war die Unruhe in den Beinen sehr stark ... ich habs nicht ausgehalten und schlafen konnte ich immer erst vor Erschöpfung. Mein Arzt hat mir dann den Vorschlag gemacht Tiaprid auszuprobieren. Es hat geholfen...es ist ein unbeschreibliches wunderbares Gefühl!





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