Meine Erfahrung mit Pseudoephedrin Speed

rausausdersucht

Meine Erfahrung mit Pseudoephedrin Speed

Beitragvon rausausdersucht » Fr 11. Mai 2018, 12:53

Natürlich sagen alle, dass sie ihr "Drogen - Problem" im Griff haben, jederzeit aufhören könnten etc. Ich selbst sagte auch, dass ich das (selbstgekochte!)Pseudoephedrin Speed nur in "therapeutischen Dosen" verwende und nur so viel nehme, wie ich zur Bewältigung meines Alltags brauche. So ein Bullshit! NIEMAND schafft das! Ich auch nicht! Ich fing nach kürzester Zeit bereits damit an, mich total zu "verstrahlen". Ich wollte mich nicht nur "normal" fühlen sondern regelrecht "berauscht" sein! Ich wollte all meine Probleme "vergessen" und nur noch Freude empfinden. Sobald die Wirkung nachließ, hab ich nachgenommen. Sobald ich merkte, dass sich wieder ein negatives Gefühl anschlich, habe ich manchmal so viel nach getrunken, bis ich höllische Unterleibskrämpfe bekam und kaum noch einen Schritt vor den anderen setzen konnte! In so einem Fall schwore ich den Drogen ab. Sobald es mir aber wieder besser ging, machte ich den selben Fehler immer wieder auf's Neue! Obwohl ich wie einst nicht mehr tagelang am Stück wach war, begann ich zu halluzinieren. ich schwöre, dass ich überall irgendwelche "Fratzen" und Dämonen sah ! Das beunruhigte mich zum Glück aber nicht sonderlich, weil mir ja bewusst war, dass das Zeug daran Schuld gewesen ist. Trotzdem fing es irgendwann an, mich massiv zu nerven! Ich entwickelte auch Zwänge. Das heißt, dass ich zum Beispiel auch Dinge tat, die für mich total unlogisch waren. ( Immer wieder die selben Fotos machen und analysieren). Die Zeit rannte wie im Flug und 10 Stunden kamen mir wie eine Stunde vor. Also verging auch irgendwann die Freude. Ich merkte zudem, dass ich demenzartige Züge annahm und mich selbst wie eine extrem"zerstreute Professorin" wahrnahm. Ständig habe ich irgendwelche Dinge wie zum Beispiel meine Schlüssel gesucht und war völlig kopflos und verpeilt. Mein Gedächtnis war plötzlich noch viel schlechter als im "Normalzustand" und selbst meine fast 80 jährigen Eltern beneidete ich für ihre "geistige Fitness"! Meine ohnehin schon vorhandenen Ängste verstärkten sich, so dass ich fest davon überzeugt war, dass sich selbst meine vertrauten Freunde gegen mich verschworen. Hinter jedem für mich überflüssigem Punkt in einer Textnachricht vermutete ich konspirative und verschlüsselte Botschaften. Ich glaubte auch, dass mich die Leute auf der Strasse noch argwöhnischer als sonst anguckten. Ich wurde mir selbst immer unsympathischer. Ich fühlte mich sehr oft auch regelrecht narzißtisch / selbstdarstellerisch und konnte nicht genug Fotos von mir selbst schießen und im Internet "verteilen"! Als unwiderstehlich und übermäßig schön sah ich mich. Ich empfand fast alle Leute, mit denen ich zu tun hatte, als extrem langweilig. Sie waren in meinen Augen eine pure Zeitverschwendung, weil sie mir nicht das bieten konnten, was ich wollte: Lebenslust und Abenteuer! Selbst die paar Leute, die auch "drauf" waren, erlebte ich als "Bremse" und hinderlich für mein Leben. Manchmal habe ich auch bewusst provoziert und Dinge getan, von denen ich wusste, dass sie meine engsten Vertrauten abschrecken. ( Zum Beispiel stundenlang im Internet gesurft und mit Leuten geschrieben, obwohl mein in mich immer noch verliebter Ex Freund neben mir saß). Ich wurde zudem ZU mutig und schrieb meinem Therapeuten einen Liebesbrief, den er vor meinen Augen lesen sollte und es auch tat...ich bezweifle, dass ich das im "cleanen Zustand" gemacht hätte.... Wie ich gerade selber merke, ist die Auflistung von negativen Aspekten des Drogenkonsums sehr sehr groß...


Leute.... ich hätte selbst nie gedacht, dass ich irgendwann einmal so "spießerhaft" daher rede...aber ich muss es tun: Lasst die Finger von der sch...e! Ich habe die Leute auch immer belächelt, die sagten, dass Drogen nicht gut sind und auf Dauer mehr Schaden anrichten als alles andere...selbst ich als "Rebellin", die auf solche Äußerungen scheißt, muss jetzt sagen, dass es stimmt. Drogen sind nur solange gut, solange man sie im Griff hat aber das gelingt KEINEM!! NIEMAND hat Drogen auf längere Sicht im Griff. Sie kontrollieren euch und ruinieren euer Leben !

Du wirst dich von "Nicht Konsumenten", die einst deine Freunde waren, abwenden und nur noch in deinen "Drogenkreisen" verkehren, die dich immer weiter runterziehen, weil sie dich zum weiteren Konsum animieren!! Euren Job werdet ihr nicht mehr zuverlässig und gewissenhaft ausführen können, weswegen ihr zum Sozialfall werdet. Ihr werdet jetzt lachen und sagen, dass ich spinne und das alles auf euch ja nicht zutrifft...das habe ich auch gesagt und niemand hätte mich dazu bringen können, mir diesen Appell zu Herzen zu nehmen. Nun musste ich die Erfahrung machen, dass all diese spießigen Aussagen sich bewahrheiteten.

Ich habe Leute gehasst, die mir meinen "Zaubertrank" mies machen wollten und war felsenfest davon überzeugt, dass aus ihnen der pure Neid sprach...ich habe diese Leute sogar bemitleidet, dass sie eben nicht wie ich die Möglichkeit hatten, ihr Leben "aufzupeppen" !


Doch nun haben all' diese spießigen Langeweiler Recht. Das schreibe ich anonym, weil ich mich dafür schäme, nicht auf sie gehört zu haben!





Zurück zu „Sucht/Abhängigkeit/Drogen-Forum“



cron