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Depressive Episoden; mir fehlt der Mut zum Arzt zu gehen

MadamWolf

Depressive Episoden; mir fehlt der Mut zum Arzt zu gehen

Beitragvon MadamWolf » Di 12. Feb 2019, 12:14

Hallo zusammen!

Vor ca. 1 1/2 Jahren bekam ich eine mittelschwere Depressive Episode.
Ich war 3 Monate Zuhause und in Therapie.

Die Therapeutin hat mir zwar gesagt, dass die depressiven Episoden immer wieder kommen können und auch unterschiedlich stark sein können, trotzdem hauen sie mich jetzt wieder richtig um.

Ich hab seit Monaten (fast schon ein halbes Jahr) körperliche Beschwerden.
Bin deswegen oft von der Arbeit Zuhause geblieben.
Doch in den letzten Wochen merke ich zunehmend, dass ich wieder depressiv bin.

Dazu kommt jetzt noch die absurde Angst, dass mir die Ärzte nicht helfen und denken ich sei nur faul oder hätte keine Lust auf arbeiten.

Ich hab es jetzt so lange aufgeschoben, dass ich jetzt das erste Mal daran gedacht habe, wie es wäre nicht mehr da zu sein...

Ich hab es bereits meinen engsten Freunden erzählt, aber da kommt nur ich soll mir Mal ne Woche Pause gönnen oder mich zusammen reißen.

Meine Eltern hatten beim ersten Mal überhaupt kein Verständnis, deswegen will ich ihnen auch nichts darüber sagen.

Mein neuer Freund versucht mich immer hoch zuziehen aber ich hab das Gefühl um so mehr er es versucht um so mehr versinke ich...

Ich weiß, ich muss es einem Arzt sagen, aber mir fehlt einfach der Mut!

RedRose

Re: Depressive Episoden; mir fehlt der Mut zum Arzt zu gehen

Beitragvon RedRose » Mi 13. Feb 2019, 09:39

Hallo MadamWolf,
die Idee, ein Gespräch mit deinem Hausarzt zu führen, finde ich gut u. richtig ! Insgeheim weißt Du, dass das der richtige Anfang ist. Sag' der Sprechstundenhilfe beim Telefonat gleich in Stichpunkten, worum es geht. Mach' Dir viel. vor dem Telefonat Notizen, das senkt die Aufregung u. mache einen festen Termin aus. Am besten kurz vor Mittag o. kurz vor Schließung der Praxis. Dann hast Du einigermaßen wenig Leute im Wartezimmer u. genügend Zeit für das Gespräch.
Ich finde, Du sollst auf jeden Fall deinen Hausarzt ins Vertrauen ziehen. Du bist wahrscheinlich nicht die einzige u. erste, die vor ihm mit einer Depression sitzt. Genieren brauchst Du dich deshalb nicht.
Du schreibst, dass die Depressionen sich in den letzten Wochen wieder mehr körperl. u. psychisch bemerkbar gemacht haben. Du könntest zwar abwarten u. auf eine alleinige Besserung hoffen, doch ich denke, das Du weißt, dass es nicht von alleine passieren wird.
Mehrere Faktoren könnten Dir bei der Verbesserung deiner Depression helfen: berufl. Auszeit (Krankschreibung, da brauchst Du sowieso deinen Hausarzt), Gespräche bei einer Therapeutin (Tipps bekommst Du über den Hausarzt/die Krankenkasse), eventl. Medikamente. Gespräche mit deinem Freund, der zu Dir hält, sind auch sehr wichtig oder die engsten! Freunde, die Dich wirklich verstehen, als Stütze für die Tage, an denen es Dir nicht gut geht.
Versuche Dich an den Tagen, an denen es Dir nicht gut geht, positiv abzulenken mit Sachen, die Dir guttun, z.B. Schwimmen, Spazierengehen, Malen, Musizieren etc.
Sorge für Dich, gib' nicht auf. Denk' in kleinen Schritten u. geh' vor allen Dingen in kleinen Schritten voran, nicht zurück. Tag für Tag. Nimm' Hilfe an. Du hast schon mal Hilfe angenommen.
Ich wünsche Dir alles Gute, RedRose !
Dein Vorname fängt nicht zufälligerweise mit B an ?
War irgendwie nur so ein Gedanke von mir u. es wäre ein außergewöhnlicher Zufall hier...

KlaraGedanke

Re: Depressive Episoden; mir fehlt der Mut zum Arzt zu gehen

Beitragvon KlaraGedanke » Fr 15. Feb 2019, 09:29

Hey Madame,
welche körperlichen Beschwerden hast du denn?

RedRose

Re: Depressive Episoden; mir fehlt der Mut zum Arzt zu gehen

Beitragvon RedRose » Do 21. Feb 2019, 10:47

Hallo MadamWolf,
hast Du schon den Mut gefunden u. bei deinem Hausarzt angerufen ? Ich würde es Dir sehr wünschen !
Mir hat dieser Anruf damals wirklich geholfen. Ich hatte vor dem Hausarztgespräch Angst (was denkt er jetzt von mir), dann Angst vor einem Vorgespräch mit einer Ärztin
wg. des Klinikaufenthaltes - Psychosomatische Klinik - (die Ärztin kenne ich nicht u. ich muss mit ihr reden - na prima), schließlich Angst vor der Klinik selbst (fremde Ärzte/Psychologen, welche Menschen/Mitpatienten treffe ich dort, wie wird der Tagesablauf sein + ganz große Bedenken wg. Stigma in meiner Umgebung: "die ist psycho, muss jetzt in die Klinik"...). Ich wusste, ich komme da alleine aus der Nummer (Depression etc.) nicht mehr raus, habe keine Kraft mehr. Ich habe mir (freiwillig) Hilfe gesucht, da es so auf gar keinen Fall weitergehen konnte. Geh' o. Bleib' waren meine Gedanken, zu mehr war ich nicht mehr fähig. Meine Gedanken kreisten, setzten sich in einer Gedankenspirale fest. Nach unten, nach oben, jeder Tag war ungewiss.


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