der sinn des lebens - gedanken drehen sich im kreis

meteo

der sinn des lebens - gedanken drehen sich im kreis

Beitragvon meteo » Fr 6. Okt 2017, 17:59

hi,

ich möchte mal einen etwas philosophischeren thread erstellen.
um es vorweg zu nehmen, ich leide nicht unter einer schweren depression, aber meine gedanken drehen sich immer wieder im kreis und das ist zumindest im alltag sehr lähmend

diese gedanken beziehen sich in erster linie auf die sinnsuche. als naturwissenschaftler gibt es für mich ursache und wirkung, alles was ich tue muss einen grund haben und mittlerweile stelle ich leider auch die kleinsten alltagssituationen in frage. wenn ich früh eine tasse kaffee trinke frage ich mich warum, wenn ich zur uni gehe frage ich mich warum, wenn ich einen witz lustig finde frage ich mich warum, ich kann nicht mehr leben ohne das gefühl, alles muss einem bestimmten plan folgen. wenn ich einen spaziergang im wald mache, frage ich mich wieso ich das schön finde, weshalb mich das glücklich machen sollte. was ist glück? nur ein zusammenspiel von biochemischen und elektrodynamischen prozessen in unserem gehirn...genau wie jedes andere gefühl, sei es wut, trauer, sei es die liebe.

letztenendes komme ich dann bis zu der stelle wo ich den sinn des lebens anzweifle, wo ich im großen stil alles anzweifle, das dasein ansich, die existenz des universums, die existenz von raum und zeit. warum, weshalb, wieso? mich beunruhigen diese gedanken zutiefst, mir wird dann ganz flau, alles fühlt sich unwirklich an, es ist als könnte sich mein geist nicht damit abfinden dass das leben aus essen, schlafen, atmen, fernsehen, party machen oder sonstwas besteht.

diese zwangsgedanken hege ich übrigens schon seit meiner kindheit, einfach vor mich hin leben war meinem kopf irgendwie immer zu wenig, doch damals war es noch nicht so schlimm.
manchmal wünsche ich mir ich wäre einfach nur dumm mit so einer scheiß-egal- stimmung, würde vor mich hin leben, ohne mir soche hirnrissigen fragen zu stellen.

aber um euch zu beteiligen möchte ich diese trotzdem in die runde werfen: glaubt ihr an irgendeinen plan, glaubt ihr an gott, an einen urschöpfer von allem, an eine weltformel? oder denkt ihr dass schon immer alles da war, raum und zeit, einfach so, ohne grund, dass das leben nur eine reihe von zufällen ist, dass man sich am besten über sowas gar keine platte machen und lieber ein bier trinken sollte?

zu letzterem kann ich nur sagen, ein bier trinken is locker drin, aber dennoch hinterfrage ich pausenlos alles, das macht leider mürbe und depressiv, denn eine antwort wird man sowieso nie finden

würde mich sehr über ein paar meinungen und denkanstöße freuen

in diesem sinne (oder auch nicht ;) )

MfG

bianca

Re: der sinn des lebens - gedanken drehen sich im kreis

Beitragvon bianca » Mi 11. Okt 2017, 10:25

puh...dein beitrag kommt ja quasi wie gerufen.....ich bin derzeit auch in so einer mir dashirnzermarterphase :shock:
warum ist das so? morgen kann eh alles vorbei sein. was ist der sinn des lebens? warum geh ich arbeiten, obwohl am monatsende eh nix über bleibt? bla bla bla

das regt mich sowas von auf und macht mich depressiv und antriebslos....und natürlich ängstlich und kraftlos :???:

ich war gestern bei meinem psychologen und habe mit seiner zustimmung mein antidepressivum erhöht, da ich aus dem gedankenkarussell wohl sonst nicht raus komm.
zudem steht ein umzug bevor, der mir auch ganz schön in den knochen hängt:(

was machst du, wenn dein karrussell nicht aufhört, sich zu drehen?

lg
bianca

meteo

Re: der sinn des lebens - gedanken drehen sich im kreis

Beitragvon meteo » Mo 16. Okt 2017, 20:06

hallo bianca,

danke für die resonanz.

ein patentrezept habe ich leider nicht um aus der gedankenspirale brechen zu können.
versuch mich einfach nur so gut es geht davon abzulenken, manchmal stelle ich mir dinge oder situationen aus meiner kindheit vor, in denen ich völlig unbeschwert etwas getan habe, ohne es zu hinterfragen, in denen ich in meiner eigenen welt gelebt habe und dabei einfach nur glücklich war.
vor allem überlege ich mir rückblickend, wie ich mich auch an den kleinsten dingen im leben erfreuen konnte, sei es ein schönes heißes bad, sei es das blumen gießen im sommerlichen garten, sei es der räuchermann zu weihnachten, den man im zimmer stehen hat und dabei nen schönen märchenfilm schaut...
ein paar lichtblicke kommen schon abundzu, doch es ist irgendwie schwer aus der jetzigen situation auszubrechen, mich kann nichts mehr rundum zufrieden stellen, jeder tag ist ein innerer kampf von gedanken die einen versuchen in den wahnsinn zu treiben =/

bianca

Re: der sinn des lebens - gedanken drehen sich im kreis

Beitragvon bianca » Sa 21. Okt 2017, 21:00

puh meteo.....ich kenn das sehr gut...leider. nimmst du denn medikamente?

meteo

Re: der sinn des lebens - gedanken drehen sich im kreis

Beitragvon meteo » Do 26. Okt 2017, 20:07

nein, medikamente nehme ich keine

Anders-als-glücklich

Re: der sinn des lebens - gedanken drehen sich im kreis

Beitragvon Anders-als-glücklich » Fr 27. Okt 2017, 14:37

Ich fand Deine Gedanken interessant und bin momentan sehr an Austausch von Meinungen und Gedanken interessiert. Den Sinn des Lebens habe ich noch nicht ergründet, glaube aber, dass man den, wenn überhaupt, in der Rückschau, d.h. wenn es einem vergönnt ist, im hohen Alter erkennen kann. Was Du da betreibst, stelle ich mir sehr anstrengend vor, einfach alles zu hinterfragen. Du hast geschrieben, dass es vielleicht einfacher wäre, wenn Du etwas weniger intelligent wärst. Den Zahn muss ich Dir ziehen. Ich habe mal einen Intelligenztest beim Arbeitsamt gemacht. Dabei kam heraus, dass mein IQ nur bei 90 liegt. Glücklich macht soviel Doofheit nicht. Man fühlt sich mit vielen Dingen, besonders technischer Natur überfordert. Grübeln tut man auch viel, da ist's auch kein Vorteil. Na, Lust auf Austausch mit ;) einer Blöden bekommen?

tja

Re: der sinn des lebens - gedanken drehen sich im kreis

Beitragvon tja » Mi 1. Nov 2017, 09:52

meteo hat geschrieben:
diese gedanken beziehen sich in erster linie auf die sinnsuche. als naturwissenschaftler gibt es für mich ursache und wirkung, alles was ich tue muss einen grund haben und mittlerweile stelle ich leider auch die kleinsten ...




Das ist doch auch (bis zu einem gewissen Grad) eine antrainierte Einstellung. Als Wissenschaftler sieht man manche Dinge eben von anderen Aspekten aus- Ich kann -da- grundsätzlich nichts Falsches dran finden.

Dingen auf den Grund gehen ist da doch beinahe eine Berufskrankheit :D

Sollte man "krankhaft" alle Dinge versuchen zu erklären, bewerten anzuschauen..dann kann es ( m M nach) dafür nur einen Grund geben:

Das ist etwas, was Wissenschaflter eben sehr gut können - auf diesem Gebiet fühlt man sich sicher. Darum wendet man dieses Können eben überall an. Daraus resultiert widerum ein "falsches" Gefühl.... weil es ja eben nicht "normal" ist jeden Fliegendreck durchleuchten zu wollen.

meteo hat geschrieben:
aber um euch zu beteiligen möchte ich die diese trotzdem in die runde werfen: glaubt ihr an irgendeinen plan, glaubt ihr an gott, an einen urschöpfer von allem, an eine weltformel?




Nein! :D

meteo hat geschrieben:
..oder denkt ihr dass schon immer alles da war, raum und zeit, einfach so



Ja!

meteo hat geschrieben:
..manchmal wünsche ich mir ich wäre einfach nur dumm mit so einer scheiß-egal- stimmung, würde vor mich hin leben, ohne mir soche hirnrissigen fragen zu stellen.



Gefährlich formuliert, Meteo 8)

Vielleicht kannst Du dir ja mal klarmachen, dass auch DU ein Anrecht auf unbeschwerten (nicht wissenschaftlich zu sezierenden) Genuß haben darfst?

"The Meaning of Live" :

Für jeden von uns etwas anderes .

Zumal es auch durchaus absolut entspannend sein kann, die Dinge einfach mal so zu nehmen wie sie sind^^

muh

Re: der sinn des lebens - gedanken drehen sich im kreis

Beitragvon muh » Fr 3. Nov 2017, 18:59

In der Depressionsgruppe in der Klinik, sollten wir Genuss neu lernen. Ich hab nie richtig verstanden warum, aber nach dem Lesen deiner Zeilen dämmert s mir.

Du scheinst Genuss (ey wird das nun mit eszäd noch geschrieben?) ein wenig verlernt zu haben (bis auf ne leckere Havanna mal so ganz selten 8) ).

Mir geht s manchmal besser, seitdem ich Zustände, Symptome anderes was passiert, nicht mehr ständig versuche zu werten. Das klappt ganz gut und ist recht hilfreich. Ich bin aber auch kein Wissenschaftler, weiß nicht ob dir das auch so gelingen mag, einfach mal alles anders zu sehen und fließen zu lassen.
Ich glaube, die (vielen) kleinen Momente sind es, die uns glücklich machen können oder sollen.

Versuche mal, die Gedankenstopps (kann man gut bildlich) anzutrainieren und dann gibt s auch sowas wie eine "gesunde Verdrängung".
Du scheinst einigermaßen klarzukommen trotz dieser Gedanken und ich hoffe, der Schein trügt nicht. Eine Depression hat dengleichen Charakter und hier ist das ständige Denken und Gedankenkreisen (nur) ein Symptom, das schwindet, wenn die Depression behandelt ist.

Ich halte es so, dass ich in der Gegenwart lebe. Das lerne ich in der Therapie. Jetzt in diesem Moment und damit schalten sich viele Gedanken, die du beschreibst automatisch weg bzw. können gar nicht aufkommen.

Reinhaun! ;)

meteo

Re: der sinn des lebens - gedanken drehen sich im kreis

Beitragvon meteo » Mo 6. Nov 2017, 20:02

meteo hat geschrieben:
..manchmal wünsche ich mir ich wäre einfach nur dumm mit so einer scheiß-egal- stimmung, würde vor mich hin leben, ohne mir soche hirnrissigen fragen zu stellen.



"Gefährlich formuliert, Meteo 8) "



fällt mir auch gerade auf sry, der satz war rein auf mich bezogen. ich unterstelle niemandem der sich mit solchen dingen nicht beschäftigt dass er dumm sei. ich möchte nur wieder 'mitten im leben' :D stecken, mein augenmerk auf kleine alltagsdinge lenken, die mir zur zeit eben so unsinnig und vergleichsweise nutzlos vorkommen...

"Zumal es auch durchaus absolut entspannend sein kann, die Dinge einfach mal so zu nehmen wie sie sind^^"



aus der erfahrung weiß ich das, aber kann es irgendwie nicht mehr

"Versuche mal, die Gedankenstopps (kann man gut bildlich) anzutrainieren und dann gibt s auch sowas wie eine "gesunde Verdrängung"."



was stellst du dir dabei vor muh?

muh

Re: der sinn des lebens - gedanken drehen sich im kreis

Beitragvon muh » Mo 13. Nov 2017, 10:42

Gelernt habe ich es mit Wasserleitungen (Rohrleitungen) und wenns zuviel wurde habe ich bildlich den Hahn abgedreht.
Als meine Thera mir das vorschlug dachte ich, das würde nie hinhauen, so ein Quatsch. Das ging aber ruckizucki und irgendwann automatisiert sich das so dass man keine Vorstellung mehr braucht sondern automatisch stoppt.
Wegzappen auf ein anderes Programm wäre auch eine Möglichkeit.

Ich bin die Gedankenkreis-Durchdreh-Meisterin und ich denke, wenn ich sowas schaffe werden das andere auch hinbekommen. :)
Es hört sich wirklich irgendwie komisch an, aber es hat so wunderbar funktioniert.

meteo

Re: der sinn des lebens - gedanken drehen sich im kreis

Beitragvon meteo » Mi 15. Nov 2017, 17:46

okay, dann werde ich mir mal etwas in der art überlegen

kann ehrlich gesagt auch noch nicht so recht glauben dass es funktioniert :D

Peli

Re: der sinn des lebens - gedanken drehen sich im kreis

Beitragvon Peli » Fr 17. Nov 2017, 18:43

Ja, ja, der Sinn des Lebens -

Du hättest den Nobelpreis verdient, wenn Du den Sinn finden würdest und ihn auch erklären könntest.

Ich glaube, es gibt keinen Sinn des Lebens.

Vielleicht gibt es aber doch einen, der könnte dann darin bestehen, dass denkende Wesen die Fähigkeit erwerben, ihn sich selber schaffen zu können - also für sich persönlich und für die Umwelt.

Der Homo Sapiens ist nämlich in der Lage, seinem eigenen Leben und allem, was um ihn herum existiert, einen besonderen Stellenwert zu verleihen, in der jedes Handeln, jedes Ereignis als ein wertvolles Detail des Ganzen angesehen werden kann.

Ein denkendes Wesen kann die Verbindungen / Verknüpfungen aller existierenden Dinge erkennen, und merkt, dass z.B. alles ein wundervolles Zusammenspiel ist, dass nichts alleine ohne den Rest aller anderen Dinge lebensfähig wäre - jedenfalls nicht unbegrenzt und nicht über längere Zeit.

Alles ist so fein abgestimmt, dass man natürlich als realistisch denkender Mensch zu dem Ergebnis kommen könnte, dass es da irgendwo / irgendwann einen Schöpfer geben muss, der dieses Programm /diesen Plan erstellt hat, und der es laufend auf den neuesten verbesserten Stand bringt - also praktisch ständig eine neue Version in Umlauf bringt. (Evolution)
Wobei "ständig" nicht morgen und nicht nächstes Jahr bedeutet, sondern eher in Größenordnungen von Millionen Erdenjahren zu suchen ist.

Auf jeden Fall sollte es nichts Beunruhigendes sein, über solche Dinge nachzudenken. Man muss nur akzeptieren, dass unser Gehirn für solche Gedankenleistungen / für solche Dimensionen nicht, oder noch nicht geeignet ist.


Ich finde es eher faszinierend / spannend, sich Gedanken über die Unendlichkeit zu machen.
Es ist aber genauso interessant, das vielfältige Leben in einer Handvoll Sand oder in einem Wassertropfen unter dem Mikroskop zu betrachten.

Fee

Re: der sinn des lebens - gedanken drehen sich im kreis

Beitragvon Fee » Mo 20. Nov 2017, 19:33

Ich denke darüber nicht mehr nach.

Für mich pers. ist der Sinn des Lebens das Leben selbst. Das hat auch schon jemand anderes schlaues gesagt und ich habe das so für mich angenommen und dieser Sinn reicht mir. :)

Lilian

Re: der sinn des lebens - gedanken drehen sich im kreis

Beitragvon Lilian » Do 23. Nov 2017, 12:22

Ein wenig erinnert mich diese Denkweise an meinen Partner, der auch ständig an alles wissenschaftlich rangeht und in meinen Augen viel zu viel, viel zu kompliziert denkt und eigtl -mMn- nichts in Gänze genießen kann. Ein wenig hat das für mich auch mit dem Bedürfnis nach Kontrolle zu tun. Was ich komplett entschlüsselt habe, lässt sich eher kontrollieren als das völlig Unbekannte. Kann das bei dir sein, meteo?

Ich selber sehe es oder versuche es mittlerweile so zu sehen wie Fee. Leider ist mir die Freude am Leben als Selbstzweck verlorengegangen, was ich durchaus den Depressionen zuschiebe, denn früher war ich- obwohl jetzt hofftl nicht so ganz doof;)- durchaus in der Lage mich in Kleinigkeiten vollends verlieren zu können. Eine Gabe, die ich sehr vermisse.

Um mal den Bogen zum ständigen Analysieren zu schlagen: Vllt hat jeder von uns bestimmte Dinge im Leben zu lernen und die Masteraufabe für solche wissenschaftlichen Vieldenker liegt eben darin, Sachen einfach mal hinzunehmen und nicht mehr gedanklich zu sezieren. Das schließt dann an das an, was tja schon schrieb. :)

prodomo

Re: der sinn des lebens - gedanken drehen sich im kreis

Beitragvon prodomo » Sa 25. Nov 2017, 12:28

vielleicht siehst du als naturwissenschaftler (und depressiver), den sinn etwas zu global?

von "oben" betrachtet, hat die einzelne existenz höchstwahrscheinlich nicht so viel sinn. ob da oder nich, die welt dreht sich weiter. aber ich denke, wie auch schon meine "vorredner" gemeint haben, jeder ist auf der sinnsuche, findet diesen auch im optimalfall und lebt diesen.

der sinn is also aus kleiner sicht wohl eher ein ziel...ein lebensmodell und so vielfältig wie eben menschen so sein können. der eine sieht seinen sinn im familie-gründen und der andere vielleicht im weltbereisen.

mein sinn muss sich ändern, was wiederum schwer ist. aber entsprechend neuer erkenntnisse über mein wesen, sind die alten ziele teilweise nicht mehr realistisch. aber was sich nich geändert hat ist mein streben nach wohlbefinden und glück....der weg ist jetzt eben ein anderer.

und ja, gefühle sind biochemische prozesse. und?

Tab

Re: der sinn des lebens - gedanken drehen sich im kreis

Beitragvon Tab » Di 28. Nov 2017, 09:37

Ich kenne diese Gedankenspirale sehr gut.
Ich hinterfrage alles und jeden und dreh dabei völlig durch.
Die ganzen Gedanken mal zu lassen wie sie sind und mal nicht nachzudenken, scheint für mich schier unmöglich :hammer:
Es ist wirklich sehr anstrengend und lähmend, weil ich mich an den Kleinigkeiten nicht mehr erfreuen kann.
Die Methode, die muh vorgeschlagen hat, werd ich mal ausprobieren (klammer mich ja an jeden Strohhalm :lol: ).
Desweiteren stimme ich Lilian zu: für mich ist der Sinn des Lebens leben.
Zu fühlen und zu schaffen.
Für mich ist auch das Universum ein Trost. Was vielen Menschen Angst macht, nämlich die Unendlichkeit, ist für mich etwas erfüllendes. Kennt ihr den Film mit Jodie Foster *Contact*? Der gibt mir echt viel Kraft, so blöd es sich auch anhört.
Das Wissen ein Teil des Ganzes, Unendlichen zu sein, gibt mir die Sicherheit nicht allein zu sein und, dass mein Leid, für mich so groß, doch nur ein kleiner Teil ist.
Ich glaube nicht an -den Gott-, aber ich glaube an das Universum :D

Luisa

Re: der sinn des lebens - gedanken drehen sich im kreis

Beitragvon Luisa » Mi 29. Nov 2017, 20:00

Hallo Meteo, ich kenne dieses Hinterfragen auch nur zu gut (bin ja auch halbe Naturwissenschaftlerin ;) mich hat dies Frage (nein das ewige Nachdenken darüber wirklich und ehrlich in die Klappsmühle gebracht (also ich wollte dort dann selber hin, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe) und dann etliche Therapiestunden später hatte ich bei einem Spaziergang meine persönliche Erleuchtung....ganz simpel der Sinn des Lebens ist das Leben selbst ... (ich weiß, wurde hier schon geschrieben) aber mich hat diese Erkenntnis (die ich da meinte aus mir selbst generiert zu haben wahrlich wie ein Blitz getroffen) ich habe dann einfach aufgehört darüber nachzudenken. Später kam es mir richtig anmaßend vor, überhaupt darüber nachgedacht zu haben, denn wer bin ich, all das was mich umgibt (und ich meine damit jetzt die Wunder der Natur) anzuzweifeln? Ich habe auch erkannt, dass ich nicht zweifle, wenn es mir gut geht, wenn ich mit mir selbst zufrieden und im Reinen bin, ich finde zweifeln und ständiges hinterfragen (vor allem der Alltagsdinge ) ohne Resultat, hat was depressives. Ich habe früher auch mal gedacht, wieso kann ich nicht ganz simpel gestrickt sein und einfach so vor mich hin leben (hey, das hat ja schon Goethe ausführlichst beschäftigt ;) aber es ist eine Sackgasse so zu denken. Und auch viele vermeintlich einfach gestrickte Menschen haben ihre Probleme, ein sorgenfreies Dasein ist offensichtlich nicht vorgesehen auf dieser Welt.
Heute verlege ich mein Hinterfragungsspleen wieder mehr auf wirklich naturwissenschaftliche Dinge und es geht mir entschieden besser damit.

Achso, es gibt im Tchechien eine Redewendung , die heißt "Sich in die Klappsmühle philosophieren" ;)

BellaS

Re: der sinn des lebens - gedanken drehen sich im kreis

Beitragvon BellaS » Fr 1. Dez 2017, 11:46

Ich habe mich als Kind immer gefragt, was passiert irgendwann mal, wenn wir die Welt runter gewirtschaftet haben. Gibt es dann nichts mehr? Und ist mein ganzen Leben vielleicht nur ein Traum und wenn ich sterbe, wache ich auf und ein neuer Tag beginnt? Warum passiert dieses oder jenes.. es fesselte mich oft.

Ich glaube zwar nicht, dass das Leben in bestimmten Bahnen vorgeschrieben ist, aber das jeder so seine Aufgabe hat. Ich habe mal eine sehr interessante Reportage über eine Familie mit einem behinderten Kind gesehen. Und die Eltern fragten sich, warum ist uns das passiert und die Mutter sagte dann: Weil wir es aushalten können.

Ich sinniere gern über mein Hirngespinste. Und über alles intensiv nachzudenken, ist für mich genauso wichtig wie etwas praktisches erledigt zu haben. Für mich ist es wichtig mich kognitiv mit allem, was ich sehe, höre, schmecke, fühle... zu befassen und zu eruieren.

Der Sinn des Lebens ist meiner Meinung nach, seinen eigenen Weg zu finden. Man muss sich seinen "Wirkungskreis" suchen, da wo man glücklich ist und hingehört. Dann fühlt man sich wohl, ist zufrieden und kann auch genießen. Und man muss zu sich selbst finden, lernen sich anzunehmen und mit sich umzugehen.

Wieder auf das eigene Bauchgefühl hören und nicht nur auf äußere Werte und Normen.

Wenn ich mit 80 auf einer Parkbank sitze und zurück schaue, dann werde ich mich fragen, ob alles so gut war oder ob ich es nochmal ganz anders machen würde. Und dann möchte ich sagen, genauso wollte ich es haben, ich habe nichts verpasst und alles gemacht, was ich wollte. Die Zeit, die ich hier habe, möchte ich für mich nutzen. Eine Susi Sorglos werde ich mein Leben nicht, es darf nur nicht so zwanghaft werden. Aber das ist es bei mir nicht, es belastet mich nicht, ich leben eben bewusst. Hat ja auch was für sich.

meteo

Re: der sinn des lebens - gedanken drehen sich im kreis

Beitragvon meteo » Sa 2. Dez 2017, 19:22

hallöle

erstmal vielen dank für die große resonanz :)
ich bin vor allem froh dass ihr meine gedanken doch irgendwie nachvollziehen könnt


"Auf jeden Fall sollte es nichts Beunruhigendes sein, über solche Dinge nachzudenken. Man muss nur akzeptieren, dass unser Gehirn für solche Gedankenleistungen / für solche Dimensionen nicht, oder noch nicht geeignet ist."

ja mir kommt es manchmal vor als hätte mein gehirn ein programm geöffnet dass aus einer endlosschleife besteht xD



"Ein wenig hat das für mich auch mit dem Bedürfnis nach Kontrolle zu tun. Was ich komplett entschlüsselt habe, lässt sich eher kontrollieren als das völlig Unbekannte. Kann das bei dir sein, meteo?"


da ist definitiv etwas dran, ich fühle mich oft überrumpelt von dieser chaotischen welt in der quasi jeden augenblick etwas unvorhergesehenes passieren kann. ich habe auch ein großes bedürfnis nach ordnung und bin leider oft sehr perfektionistisch veranlagt, eine sache die einen schnell mal verzweifeln lassen kann



"und ja, gefühle sind biochemische prozesse. und?"

für mich eine art selbstbetrug, stichwort freier wille. gibt es den überhaupt? sind entscheidungen und handlungen die wir tätigen, seien sie noch so simpel oder auch wiedersprüchlich, wirklich frei oder doch einzig und allein das trockene resultat der kleinsten teilchen aus denen wir bestehen in wechselwirkung mit unserer umwelt? ich weiß das klingt nach zeitverschwendung darüber nachzudenken aber jetzt wo wir schon dabei sind würde mich eure meinung dazu natürlich interessieren :D



"Desweiteren stimme ich Lilian zu: für mich ist der Sinn des Lebens leben.
Zu fühlen und zu schaffen."

...einfach vom strom treiben lassen, ohne sich den kopf zu zermürben wo er herkommt und wo er hinfließt.
da es wahrscheinlich nicht vorgesehen ist das große und ganze zu verstehen sollte man das leben einfach so gut es geht genießen, nur meine negativgedanken stehen mir ständig dabei im weg =/




"ein sorgenfreies Dasein ist offensichtlich nicht vorgesehen auf dieser Welt."

ich frage mich manchmal ob ein sorgenfreies leben überhaupt sinn machen würde :D
wenn es nur schöne dinge auf erden gäbe, warum sollten wir uns dann noch an ihnen erfreuen? wenn es nichts schlechtes gäbe, wie sollten wir wissen was gut ist?



"Wenn ich mit 80 auf einer Parkbank sitze und zurück schaue, dann werde ich mich fragen, ob alles so gut war oder ob ich es nochmal ganz anders machen würde. Und dann möchte ich sagen, genauso wollte ich es haben, ich habe nichts verpasst und alles gemacht, was ich wollte."

ich habe oft das problem orientierungslos zu sein und überhaupt nicht zu wissen was ich will, das sollte ich mir dringend wieder erarbeiten.

Na dann, schöne Weihnachten und Feiertage an alle.

Nobbi

Re: der sinn des lebens - gedanken drehen sich im kreis

Beitragvon Nobbi » Mi 6. Dez 2017, 21:56

mit dem ständigen Hinterfragen versaut man sich viel:schöne Musik empfinde ich nur in dem Moment, wo ich mich nicht frage, wieso ich sie als schön empfinde! Durch den Filter des Verstandes wird alles polarisiert und relativiert und dadurch begrenzt.
Die Verbindung zum Göttlichen/Absoluten geht verloren!






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