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Schauspielerei bei Depression

M├╝de

Schauspielerei bei Depression

Beitragvon M├╝de » Do 11. Okt 2018, 10:33

Hasst ihr das auch so? Immer was vorspielen zu m├╝ssen vor den Menschen dass alles in Ordnung ist...soll doch ja niemand mir ansehen wie schlecht es geht. Immer sch├Ân l├Ącheln, qu├Ąlendes Gequatsche ├╝ber Belanglosigkeiten..es ist so anstregend. Man kann da eigentlich nichts machen, wollte mich halt mal ausheulen kurz bevor es wieder mit der Schauspielerei weitergeht.

lost

Re: Schauspielerei bei Depression

Beitragvon lost » Sa 13. Okt 2018, 11:57

Hallo M├╝de,
ohja, ich kenne das sehr gut.
Bei mir ging das mit der Schauspielerei letztes Jahr im April los. Als es mit meinen Depressionen richtig abw├Ąrts ging.
Ich wollte niemandem zeigen, dass ich schwach bin, dass es mir nicht gut geht und das habe ich auch erfolgreich geschafft.
Denn nach meinem Suizidversuch im Oktober letztes Jahr waren alle total geschockt, da niemand etwas davon geahnt hat.
Also davon, dass es mir so schlecht geht.
Schauspielern, eine Kunst f├╝r sich, die manch einer bis zu Perfektion beherrscht. Doch mittlerweile bin ich schlauer geworden.
Schauspielern lohnt sich nicht, es macht mehr kaputt als es n├╝tzt. Nat├╝rlich sollte man dieses auch nicht bei jedem Menschen ablegen.
Ich habe angefangen zu reden, zu weinen, zu n├Ârgerln, wenn es mir nicht gut geht. Bei meiner Familie und meinen engsten Freunden und ich fahre bisher ganz gut damit, da ich nicht mehr das Gef├╝hl habe einen Knoten in der Brust zu haben, der mit jedem Tag gr├Â├čer und gr├Â├čer wird.
Schauspielern kann ein n├╝tzliches Werkzeug sein, doch kann es auch genauso viel Schaden anrichten.

M├╝de

Re: Schauspielerei bei Depression

Beitragvon M├╝de » Mo 15. Okt 2018, 18:34

Ja...ich empfinde es auch als ungemein belastend. Kommt mir so vor als wenn das noch depressiver macht. Das Problem ist grade, es geht eigentlich nicht sich den Situationen zu entziehen. Bei mir vielleicht aber nochmal etwas vesrt├Ąrkt wegen der Sozialphobie (ganz ablegen kann man sowas wohl nie obwohl es in der Klinik besser wurde..). Man sitzt dann eben so Abends nach dem Essen rum und es wird geredet und niemand steht auf. Ich w├╝rde das dann auch nicht hinkriegen einfach mich zu entschuldigen und zu gehen. Der Freund meiner Schwester ist da und ich kannte den nicht. Zudem muss man da auch noch Englisch sprechen "eigentlich" und mir fallen nicht mal die Begriffe und so ein gerade. Echt schlimm. Grade war Verabschiedung von meinem Vater in einer Turnhalle. In der Schule wo ich selbst Sch├╝ler war bei meinen Eltern (auch ├╝ble Sache damals) da kommt einiges zusammen :rolleyes:

lost

Re: Schauspielerei bei Depression

Beitragvon lost » Do 18. Okt 2018, 08:47

Oje, das klingt gar nicht gut.
Da kommen dann na├╝rlich viele Komplikationen zusammen, die das Problem an sich noch verst├Ąrken.
Leider kann ich das nicht so wirklich nachvollziehen, da ich nie auch nur ansatzweise unter einer Sozialphobie gelitten habe.
Aber hmm vllt k├Ânnte es dir helfen, wenn du versuchst immer mal wieder einen kleinen und wenn es auch nur ein Minischritt ist, nach vorn zu gehen. Klar klingt jetzt einfach, wenn man sowas gesagt bekommt, aber das wird es mit Sicherheit nicht sein.
Aber was anderes w├╝sste ich jetzt ehrlich nicht. Also wie du dieses Problem in den Griff bekommen k├Ânntest.
Vllt solltest du dir auch erstmal nur eine einzige Person suchen, bei der du dich auskotzen k├Ânntest. Weil es oft einfacher ist, nur mit einer Person zu reden, als mit mehreren.

Mondenkind

Re: Schauspielerei bei Depression

Beitragvon Mondenkind » So 23. Dez 2018, 21:26

Hallo ,
ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen, dasss es auf Dauer noch depressiver macht, man lernt diese Maske aufrecht zu erhalten. Man trinkt, man lebt irgendwie, aber nicht f├╝r sich.
lg

Schattenmann

Re: Schauspielerei bei Depression

Beitragvon Schattenmann » Mo 24. Dez 2018, 20:08

Wenn du schwere Depris hast, kannst du nicht mehr Schauspielern! Da gehe ich von Stimmungsschwankungen aus, da kann man Schauspielern.

Maik

Re: Schauspielerei bei Depression

Beitragvon Maik » Di 25. Dez 2018, 09:22

Wenn du schwere Depris hast, kannst du nicht mehr Schauspielern! Da gehe ich von Stimmungsschwankungen aus, da kann man Schauspielern.
Das sehe ich auch so, vor allem interessiert es einen dann absolut nicht mehr, ob irgendjemand das merkt oder nicht.

Man "muss" anderen nichts vorspielen. Man tut es, weil man das selbst will, aus den unterschiedlichsten Motiven (Konfliktvermeidung und andere).
In den meisten F├Ąllen sollte es besser sein, die Dinge zu benennen wie sie sind. Wenn man traurig ist, sollte man nicht so tun, als w├Ąre es nicht so. Ein Mensch mit Empathie wird es sowieso bemerken.

Schattenmann

Re: Schauspielerei bei Depression

Beitragvon Schattenmann » Di 25. Dez 2018, 20:50

Hi liebe Betroffene, ich habe wieder Vollzeit Gearbeitet, habe mich so rein Gekniet und auch wieder Geschafft richtig Gesch├Ątzt und Gut zu sein. Nach ca. 1,5 Jahre habe ich Bemerkt, das die Depri wieder kommt, der Anfang, da habe ich Geschauspielert und weiter ein knappes Jahr, da ich es nicht Wahrhaben wollte. Danach gings gleich ab in die Klinik und jetzt bin ich ├╝ber ein Jahr Krank! Habe inzwischen die K├╝ndigung bekommen, was mich weiter zur├╝ck Geworfen hat, aber ich h├Ątte ein Jahr nicht Schauspielern k├Ânnen! Jetzt, bin ich noch nicht Heraussen, aber so weit, das ich Schauspielern k├Ânnte, eventuell, aber wie Lange, das wei├č ich nicht, den letztes Mal dachte ich auch ich Schaffe es. Muss euch noch was Erz├Ąhlen, bin ca. 25 Krank und habe fr├╝her oft einen ├╝ber die Str├Ąnge geschlagen, aber die letzten 7-8 Jahre lebe ich wie ein M├Ânch und immer wieder kommt diese Verdammte Depri! W├╝nsche euch alles Gute.


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