Wie gehen Betroffene damit um

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Wie gehen Betroffene damit um

Beitragvon someone » Mi 28. Nov 2018, 14:04

Hallo,

Ich ritze mich seit meinem 13. Lebensjahr, weil ich Essstörungen habe und Depressionen. Ich betreibe dieses SVV nun seit 10 Jahren und Anfangs waren es nur leichte Schnitte mit einer Rasierklinge, nun sind es eher tiefe Schnitte mit Stanleymesser und ich kann einfach nicht aufhören damit. Ich habe wirklich einen supertollen Beruf mit viel Verantwortung und ich bin eher am Weg in eine Führungsposition. Die meisten Menschen, die mich kennen, akzeptieren meine auffallenden Narben am Unterarm und auf den Schultern. Ich habe vieles ausprobiert um aufzuhören, aber ich habs nie geschafft. Es ist zwar weniger geworden, aber wenn ich so einen "Anfall" habe kann ich mich durch nichts stoppen, da komm ich mir vor, als würd ich mir selber von einer Entfernung dabei zusehen. Ich spüre mich nicht und es ist so eine Erleichterung. Einerseits schäme ich mich für die Narben und ich schäme mich auch immer gleich nachdem ich es gemacht habe, aber andererseits (ohne dies schönzureden) gibt es mir auf eine etwas sehr komische Weise Sicherheit. Die Tatsache, dass niemand sonst die Schlüssel in mein Innerstes hat, außer ich, macht mich manchmal sehr einsam und manchmal sehr stark. Ich bemerke auch immer wieder, wie ich mir meiner linken Hand sanft über die Narben streiche, als würd ich ein krankes Tier beruhigen. Ich habe ewig lange dafür gekämpft zu lernen, mich einfach zu akzeptieren, aber mein freund hat mit mir Schluss gemacht vor einem Monat, weil er sich so für mich schämt und nicht möchte, dass seine Freunde denken er hätte eine "geisteskranke" Freundin. Es verletzt mich sehr und nun schäme ich mich wieder extrem dafür. ich kann gerade an nichts anderes denken und ich wünsche mir Erfahrungsberichte wie andere damit umgehen, dass sie sich selbst verletzen.

Danke und liebe Grüße

Freiheit

Re: Wie gehen Betroffene damit um

Beitragvon Freiheit » Mo 10. Dez 2018, 18:28

Hallo someone.

Dein Freund schämt sich in Wirklichkeit nicht für Dich sondern für sich selbst. Er hat keine Angst zu Dir sondern zu sich selbst zu stehen. Er ist nicht so selbstbewusst und gefestigt genug, um mit Spott und Ablehnung umgehen zu können. Er ist abhängig von der Meinung anderer. Dafür kannst du nichts.

Als du geschrieben hast, wie du über deine Narben fährst als würdest du ein krankes Tier beruhigen, war das für mich wie ein Stich ins Herz.






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