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Angststörungen, Magenprobleme, Einschränkungen im Leben

Rapha

Angststörungen, Magenprobleme, Einschränkungen im Leben

Beitragvon Rapha » So 21. Apr 2019, 14:34

Hallo, bin auf dieses Forum gestoßen und hoffe hier eventuell etwas Hilfe zu bekommen.

Mein Name ist Rapha und ich bin 28 Jahre alt. Seit November 2018 habe ich plötzlich die Fähigkeit bei so ziemlich jeder Veranstaltung oder weiteren Touren mit dem Auto abzusagen, da mir mein Körper und vor allem der Kopf erhebliche Probleme bereiten.

Angefangen hat alles schon sehr viel früher. Ich schätze mal mit dem Alter von 13/14 habe ich unnormal oft Durchfall gehabt. Ich, nach Arztbesuch und der Aussage „ich solle einfach weniger und gesünder essen“ später, habe ich dieses Problem nie weiter beachtet. Angefangen es als normal anzusehen habe ich mit Einnahme von Magentabletten und der Verweigerung von Nahrung viele Stunden vor eines geplanten Ausfluges mein Leben die letzten ca 13 Jahre semi gut gemeistert.

Nun allerdings hat sich das Blatt gewendet. Letztes Jahr im November saßen wir in einem Restaurant wo ich plötzlich extreme Übelkeit verspürte. Dazu kamen leichte Schweißausbrüche, kribbeln in den Händen und ein extrem stark ausgeprägtes Unwohlsein. Ich ging an die frische Luft, half auch nichts und somit entschuldigte ich mich und fuhr mit meiner Frau heim. Da wurde es auch plötzlich wieder wie von alleine sofort viel besser.
Diese Situation tut sich allerdings seitdem immer mehr ausbreiten, so habe ich schon die letzten 3 Konzerte zu denen ich gehen wollte spontan „abgesagt“, natürlich ist das Geld dann auch weg und das Gefühl der Enttäuschung gegenüber meiner Frau etc ist jedesmal noch größer als beim Mal davor.
Ich hatte letzten Monat die heftigste Erfahrung überhaupt. Auf der Autobahn wurde mir plötzlich, wie momentan immer“ extrem schlecht. Bin sofort auf den nächsten Rastplatz gefahren und meine Frau fuhr weiter. Es war die Heimfahrt und wir hatten nur noch ca 80km zu fahren. Die konnte ich nur auf dem Beifahrersitz mit offenen Fenster aushalten. Die Augen mussten geschlossen bleiben und ich habe die frische Luft durch das offene Fenster mit offenen Mund eingeatmet. War die einzige Möglichkeit halbwegs klar zu kommen. Neben der extremen Übelkeit hatte ich leichtes Zittern. Hände, Arme, Füße und Beine fühlten sich halb betäubt an, ich konnte nur schwer atmen, Brustschmerzen und ein extremes Gefühl, dass der Kreislauf jeden Moment komplett zusammenbricht und ich bewusstlos werden könnte. Während den 80km hatte ich ganze 3 Mal den Gedanken ins Krankenhaus zu müssen. Selbst zu Hause angekommen hielt das Problem noch weitere 2 Stunden an..

Um ehrlich zu sein vermisse ich ganz stark die Tage wo ich vor einer Fahrt nur ca 5 Mal aufs Klo gehen musst da die Angst zu groß war unterwegs Durchfall haben zu müssen! Dieses „mir ist schlecht“, „ich breche zusammen“, „ich kann kaum noch weiter als ca 15km von meiner Wohnung wegfahren“ raubt mir noch den Verstand. Die Probleme kommen ja selbst, wenn ich zu Verwandten zu Besuch soll. Ich meine, da ist ja alles bekannt. Es gibt Toiletten, Betten falls etwas mal schief gehen sollte, warum ich mich also verrückt mache? Ich weiß es nicht! Es ist auch nie etwas vorgefallen was dies hätte auslösen können. Wie gesagt, mit dem Restaurantbesuch letztes Jahr fing es aus heiterem Himmel an.

Vomex und Co helfen auch nicht, sobald ich meinen Film fahre lässt mich mein Kopf nicht in Ruhe..

Einen Arzttermin zur Blutabnahme habe ich Anfang Mai, die Suche nach einen Psychologen war bislang erfolglos. Im Juni steht die erste große Reise für dieses Jahr nach London an und ich mache mir schon extrem viele Gedanken. Ist es machbar? Werde ich unterwegs „sterben“ oder es „überleben“? Werde ich überhaupt losfahren? Zeit bleibt nicht mehr viel übrig und bevor ich kaum Hilfe bekomme, dachte ich einmal hier nach Erfahrungen zu fragen. Kann ja nicht schaden.

Kann dies denn auch Stressbedingt sein?
Ich habe einen Vollzeitjob, mache ein Fernstudium, produziere meine eigene Musik und mache da auch bis zur Vermarktung alles alleine, bin gerade dran einen Plattenvertrag zu bekommen, habe Frau und Katzen daheim für die ich auch viel Zeit aufbringen WILL und komme aber zu kaum etwas, da wenn ich schon an alle Aufgaben die ich mir jeden Tag aufs neue Stelle denke, so „überfordert“ bin, sodass ich Netflix anmache und einfach kaum was erledige.

Thema Plattenvertrag ist noch so ein Punkt der meine Gedanken jeden Tag auch etwas strapaziert. Es ist ein Ziel welches ich von klein auf mir gesetzt habe, allerdings dank meines Problems mich total fertig mach, ob ich überhaupt fähig wäre so jetzt Konzerte zu spielen etc. Das dies geht hat die Vergangenheit zwar gezeigt, allerdings ging es mir da auch wesentlich besser.

Fakt ist, es wird immer schlimmer mit mir und neben dem ganzen Enttäuschen der Familie mache ich mir Riesen große Sorgen bezüglich meiner Frau da Sie ja auch Leidtragende ist in dem Moment und ich will nicht enttäuschen aber mich quälen, damit alle anderen Glücklich sind ist auch nicht gerade das gelbe vom Ei für mich.

In der Familie wird es schon gar nicht mehr großartig ernst genommen, da höre ich eher nur noch, dass man nicht mehr hören könne, dass mir schlecht ist etc. Keiner kann oder will es verstehen, außer meine Frau.

Kennt Ihr ähnliche Probleme und habt irgendeinen Rat wie ich selber schon einmal was dagegen machen könnte? Ich lass mich ja selber nicht zu 100% davon einschränken. Unternehme ja auch ab und zu etwas, da mir selber bewusst ist, dass es nur schlimmer werden kann, wenn ich nur noch daheim bleibe, aber die Situation, dass ich zu Hause bleibe häufigt sich gefühlt immer mehr.


Gruß Rapha

Maik

Re: Angststörungen, Magenprobleme, Einschränkungen im Leben

Beitragvon Maik » Mo 22. Apr 2019, 20:20

Störungen dieser Art können viele Ursachen haben und sind gar nicht so selten. Stress - Belastungen allgemein - für sich genommen ist/sind normalerweise nicht die Ursache, kann jedoch der Auslöser sein. Normalerweise kann man eine solche Störung jedoch gut behandeln. Lass das in jedem Fall erstmal auf körperliche Ursachen abklären. Ansonsten würde ich dir psychotherapeutische Unterstützung empfehlen.

Sinnvoll wäre es, wenn du dich nach Möglichkeit deiner Angst stellst, also dich insbesondere nicht auf eine Vermeidung von vermuteten problematischen Situationen zurückziehst. Letztlich geht es darum, dass das wovor man Angst hat so eben nicht eintritt bzw. möglicherweise eine körperliche Reaktion eintritt, die letztlich aber aushaltbar und leistbar ist. Ein Zuckerschlecken wird es eher nicht, aber du hast gute Chancen mit Unterstützung wieder ohne Einschränkungen leben zu können und das dann auch dauerhaft.
Alles Gute.

Rapha

Re: Angststörungen, Magenprobleme, Einschränkungen im Leben

Beitragvon Rapha » Di 30. Apr 2019, 00:58

Danke erst einmal für deine Antwort.

Habe heute die Ergebnisse von Arzt bekommen. Blutwerte sind ok, EKG und Blutdruck waren leicht erhöht als ich beim Arzt war (natürlich auch mit Angstzuständen), allerdings war es unbedenklich.

Jetzt erhoffe ich mir von nächsten Arzttermin eine schnelle Überweisung zu einem Psychologen.

Noch irgendwelche Tipps die Probleme auch vorzeitig schon etwas zu lindern. Keine dauerhafte Lösung, nur vorerst, da demnächst Rock am Ring und das Wochenende daraufhin eine Reise nach London ansteht und ich schon richtig Angst habe diese nicht antreten zu können.

Seit 5 Tagen probiere ich außerdem CBD Öl und ich muss sagen, es geht schon etwas besser. Natürlich ziehe ich mich noch stark zurück was weitere Strecken betrifft aber ich geb die Hoffnung nicht auf :)

Gast

Re: Angststörungen, Magenprobleme, Einschränkungen im Leben

Beitragvon Gast » Di 30. Apr 2019, 11:56

Hey Rapha,
hier nur kurz meine Tipps:
-in die Apotheke gehen und freiverkäufliche Sachen kaufen. Zum Beispiel Neurexan, Baldiparan, BachblütenRescueTropfen, etc..
-Auf's Handy entsprechende entspannende, anleitende HörkramsSachen (Meditationen, Anleitungen gegen Stress, Frequenzmusik, etc) zum runterkommen laden - kannst du im Flieger und unterwegs hören. Mit Kopfhörer bekommt das auch so erstmal keiner mit, wenn du gerade Panik schiebst.
-Du könntest versuchen, eine Sache (Klang, Duft, Bewegung) mit Entspannung zu konditionieren. also, wenn du eh entspannt bist, es mit dieser Sache zu koppeln. Immer wieder. Irgendwann wirst du entspannen, wenn du diesen Duft, Klang, etc. riechst/hörst und kannst es dann in Stresssituationen für dich nutzen.
-Dich damit anfreunden, dass du deine Unternehmungen/Reisen nicht überlebst, sondern stirbst.
Good luck!


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