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Stress mit der Betreuerin

Kanae

Stress mit der Betreuerin

Beitragvon Kanae » So 3. Feb 2019, 09:24

Hey Leute,
ich hab in letzter Zeit extremen Stress mit meiner Betreuerin und hab das Gef├╝hl, sie geht ├╝ber ihren Kompetenzbereich hinaus. Allerdings bin ich mir nicht sicher und w├╝rd gern eure Meinung einholen.
Folgendes ist passiert: Letzte Woche Samstag hatte ich eine ├ťberdosis Speed und musste ins Krankenhaus. Dort gab┬┤s dann Infusionen, ich war eine Weile an so einen Monitor angeschlossen und durfte am n├Ąchsten Morgen gehen. Mit einer Psychiaterin hab ich dort auch gesprochen, die die Situation so eingesch├Ątzt hat, dass es kein Suizidversuch war (ich hab auch den Krankenwagen selbst gerufen). Dann hatte ich noch ein Gespr├Ąch mit meinem Therapeuten, wenige Tage darauf. Auch er hat es nicht als Suizidversuch gewertet.
Meine Betreuerin allerdings schon. Sie war drauf und dran den SPD (sozialpsychiatrischen Dienst) anzurufen und meinte, die w├╝rden mich dann gegen meinen Willen holen und zwangseinweisen. Ich meinte erstmal, dass die mich nicht l├Ąnger als eine Nacht auf einer Station festhalten w├╝rden, wenn ich ihnen versichere, dass ich nicht suizidal bin, ihre Antwort war, dann w├╝rde sie mich eben wieder einweisen lassen, sobald ich zu Hause bin.
Meine Frage hierzu: Ist es nicht etwas anma├čend, sich mit ihrem fachhochschul Abschluss soziale Arbeit ├╝ber Psychiater und Psychotherapeuten zu stellen? Die sind n├Ąmlich wirklich entspannt geblieben. Es steht ohnehin eine station├Ąre Therapieauffrischung in etwa zwei Wochen an, da werde ich auch hingehen. Ich sehe ja auch ein, dass ich entgiften m├╝sste und will das auch. Aber nicht vor den Klausuren, sonst kann ich das komplette Semester wiederholen. Und wie gesagt, Psychiater und Therapeut sind auf meiner Seite.

Au├čerdem versucht sie, mir st├Ąndig neue Diagnosen aufzuschwatzen, sie ist jetzt von Depression auf PTBS gekommen. Aber ich habe Borderline, die Diagnose steht. Ich wei├č, wie ich bin, wenn ich eine Depression habe, die Situation ist nicht vergleichbar mit der jetzigen. Wenn ich es ihr erkl├Ąre, sagt sie, ich w├╝rde eh alles bagatellisieren. Ich bin ratlos. Sie will mich auch unbedingt dazu bewegen, wieder Antidepressiva zu schlucken, mein Psychiater winkt das aber ab. Und ich hab dann den ├ärger mit meiner Betreuerin, die denkt, ich w├╝rde dem sonstwas erz├Ąhlen. Ich habe das Gef├╝hl, sie will eine schwierige Patientin in mir sehen, sie ├╝berdramatisiert alles was ich tue.
Sensibel wirkt sie nicht, hat etwas von der Axt im Walde, oder sie ist einfach etwas unsicher und geht dann m├Âglichst forsch einen krassen Weg, damit ihre Unsicherheit nicht auff├Ąllt. Ach, ist mir eigentlich egal, was mit ihr ist, ich bin auch keine Psychologin.

Letztes Ereignis: Bei der Gespr├Ąchsgruppe hier im Haus hat letztens eine Klientin eine gute und interessante Frage gestellt. Ich hab geantwortet und h├Ątte es gut gefunden, h├Ątte die Betreuerin das Gespr├Ąch weiterlaufen lassen. Sie hat es allerdings so gedreht, dass sie eine pro/contra Liste schreiben konnte, meiner Meinung nach sind wir v├Âllig von der Frage abgekommen. Ich hab recht genervt reagiert- zum Gl├╝ck nur genervt, meine Anspannung war so hoch, dass ich froh war, dass es nicht eskaliert ist. Daraufhin hat die Betreuerin mich angeschrien, ich w├Ąre respektlos gegen├╝ber der Fragestellerin, dass ich sie nicht ernstnehmen und nichts sinnvolles zu der Gruppe beisteuern w├╝rde.
Ich nehm mir sowas sehr zu Herzen, weil ich niemanden, der schon mit seinen Problemen zu k├Ąmpfen hat, noch auf die F├╝├če treten will.

Jedenfalls: Ist das so ein ├╝blicher Umgang? Mir kommt das alles so komisch, fast schon wie Schikane vor.
Ich hab jetzt einen Haufen L├╝gen erz├Ąhlt, um dieser Zwangseinweisung zu entgehen. Aber so ist doch das Betreuungsverh├Ąltnis hin, wenn ich rumspinnen muss. Ich ├╝berlege nat├╝rlich auch, den Tr├Ąger zu wechseln, aber wenn das so normal ist, komm ich ja nur vom Regen in die Traufe.
Und nein, ich bin meiner Ansicht nach wirklich nicht so schwierig. In der Klinik kam ich mit Gruppentherapien und Sozialarbeitern super zurecht, Therapeuten und Psychiater haben auch gr├Â├čtenteils keine Probleme mit mir, bis auf die ├╝blichen Geschichten, dass man sich halt nicht immer super mit seinem Therapeuten versteht.

Gast

Re: Stress mit der Betreuerin

Beitragvon Gast » So 3. Feb 2019, 19:04

Hallo Kanae,
ich finde "Beurteilungen" aus der Ferne sehr schwierig, wenn nicht sogar f├╝r deine Situation kontraproduktiv.

Stattdessen schlage ich vor, dass du dich an die Ombudsperson wendest, die f├╝r dich/deine Einrichtung zust├Ąndig ist. Deine Betreuerin oder ein anderer Mitarbeiter sollten dich ├╝ber diese M├Âglichkeit der externen Beratung/Schlichtungsstelle informiert haben bzw. dich informieren k├Ânnen. Ein Ombud ist eine h├Ąufig ehrenamtliche Aufgabe einer Person, in einer Organisation oder in der ├ľffentlichkeit bei bestimmten Themen eine ungerechte Behandlung von Personengruppen zu verhindern. So gesehen bedeutet ein solches Amt eine unparteiische Vorgehensweise bei Streitfragen ÔÇô unter Ber├╝cksichtigung der Interessen von Personen, deren Belange als Gruppe infolge eines fehlenden Sprachrohrs ansonsten wenig beachtet w├╝rden.

Ein weiterer Vorschlag: ein "runder Tisch" mit Therapeut, Betreuerin und dir und ggf. mit jemandem aus dem Leitungsteam (also Vorgesetztem deiner Betreuerin) oder einer unparteiischen Person, wie z.B. o.g. Ombudsperson.
Desweiteren w├╝rde ich die Betreuerin mit an Bord holen beim Abschlussgespr├Ąch des anstehenden Klinikaufenthalt; also dass sie zum Abschlussgespr├Ąch ganz oder teilweise dazukommt. Dieses Gespr├Ąch kannst du mit dem Klinikpersonal vorbereiten und dann mit Unterst├╝tzung den Ist-Zustand, deine Ziele und darauf bezogen die weitere Zusammenarbeit mit der Betreuerin besprechen/vereinbaren.


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