Trennung des Borderliners

rk2011

Trennung des Borderliners

Beitragvon rk2011 » Mi 12. Sep 2018, 16:31

Ich (m,23), frisch getrennt von einer Borderlinerin (w,19) möchte euch gerne meine Geschichte erzählen:

Meine Ex-Freundin und ich lernten uns über eine Dating-App kennen. Schon während des ersten Austausches habe ich gemerkt, dass das mit uns etwas Besonderes werden kann. Wir waren direkt auf einer Wellenlänge, hatten scheinbar die gleichen Interessen und es machte richtig Spaß, mit ihr zu schreiben. Ich saß vor meinem Handy und mir fuhr ein Lächeln über die Lippen, wenn sie schrieb. Wir tauschten relativ schnell unsere Nummern aus und kommunizierten über WhatsApp weiter. Es wurde nie langweilig, wir wurden sehr schnell emotional und schrieben uns, wie toll wir uns fänden, und dass wir uns unbedingt treffen müssten. Auch dass sie an Borderline erkrankt sei, hat sie mir direkt mitgeteilt.

2-3 Wochen später war es dann so weit: unser erstes Treffen. Ich holte sie bei ihrem Vater ab, der 50km von mir entfernt wohnte, und wir fuhren zu mir. Wir unterhielten uns viel, lachten, tranken Wein, schauten Fernsehen. Es war genau so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Wir waren einfach auf einer Wellenlänge und es knisterte direkt. Wir lagen im Bett und kuschelten. Es war wunderschön, ich hatte Bauchkribbeln wie ich es vorher nie gehabt hatte. Die Zeit verging wie im Fluge. Mittlerweile war es 2:30 nachts und ich musste sie nach Hause fahren, weil ihr Vater sich Sorgen machte. Während der Fahrt schaute sie mich die ganze Zeit verträumt an. Als ich sie nach dem Date fragte, warum sie das getan hat, schrieb sie, dass ich so wunderschön sei und sie mich einfach beobachten musste. Der Abschied fiel uns beiden schwer, keiner traute sich, tschüß zu sagen, ehe ich es dann doch getan habe. Wir umarmten uns nochmal innig. 10 Minuten später schrieb sie mir: Es war wirklich wunderschön mit dir *Herz*.

Die Tage nach dem Treffen schrieben wir gefühlt 24/07. Es war wunderschön, ich habe mich bei einer Frau noch nie so geborgen gefühlt. Sie war in der Zeit aufgrund einer OP im Krankenhaus und wollte unbedingt, dass ich nach Feierabend vorbeikomme. Ich sagte ihr, wir können uns am Wochenende sehen, wenn sie wieder zu Hause sei. Sie war enttäuscht von mir. Aber mir ging das in dem Moment alles zu schnell. Wir hatten uns erst einmal getroffen und ich sollte sie direkt im Krankenhaus besuchen kommen. Das war mir dann doch zu viel des Guten, zumal das Krankenhaus 100km von meinem Zuhause entfernt war. Somit verabredeten wir uns für das kommende lange Wochenende, von Samstag bis Dienstag mit Übernachten.

Wie geplant, fuhr ich Samstagnachmittag zu ihr, 150km entfernt. Die Tage waren die bisher schönsten in meinem Leben. Wir haben nicht viel unternommen, lagen eigentlich nur im Bett, schauten Fernsehen, kuschelten und küssten uns. Doch das reichte mir, ich konnte mir nichts Schöneres vorstellen. Da sie wegen der OP auf Krücken war, konnten wir nichts Großes unternehmen. Der Abschied fiel uns beiden noch schwerer als nach dem ersten Treffen. Am Dienstagabend, zu Hause angekommen, legten wir uns darauf fest, dass wir nun zusammen sind.

Die nächsten Wochen und Monate führten wir eine Fernbeziehung, wir sahen uns meistens nur am Wochenende, unternahmen tolle Dinge und waren wie frisch verliebt. Es war eine wunderschöne Zeit. Ich war im siebenten Himmel. Sie konnte mir scheinbar jeden Wunsch von den Lippen ablesen. Es ähnelte einer Seelenverwandschaft. Doch irgendwann kamen die Probleme. Sie war extrem eifersüchtig, verbot mir beispielsweise den Kontakt zu Freundinnen. Wir stritten uns häufig. Meistens wegen banalen, lächerlichen Kleinigkeiten. Eines Tages erlebte ich ihren ersten emotionalen Anfall, von dem Tag an war mir erst bewusst, auf was ich mich da eingelassen hatte. Nach einem Streit zog sie Jacke und Schuhe an und schrie mich an, dass sie nicht mehr könne und nicht mehr leben wolle und jetzt gehe. Ich hielt sie ab, drückte sie gegen die Wand und versuchte, sie zu beruhigen. Wir umarmten uns und weinten. Auch ich weinte. Im Nachhinein sagte sie mir, dass nie ein Mensch zuvor sie so gut beruhigen konnte und dass ich etwas ganz besonderes sei.

Die nächste Zeit war ein Wechselbad der Gefühle. Mal war ich der glücklichste Mensch auf der Welt, mal war ich verzweifelt und todtraurig. Jeder Montagmorgen, an dem ich von ihr aus direkt zur Arbeit fuhr, war eine Qual. Wir waren beide jedes Mal den Tränen nahe. Umso mehr freute man sich auf das nächste Wochenende. Und freitags nach Feierabend war ich auf der Autobahn voller Euphorie und happy, sie gleich in die Arme schließen zu können.

Karfreitag zog ich in meine neue Wohnung. Sie half mir beim Umzug, wir kauften gemeinsam neue Möbel und Kleinigkeiten. Es war sehr harmonisch zwischen uns. Wir lachten viel und es herrschte einfach positive Stimmung. Wir küssten uns extrem häufig und waren wie ein verliebtes Pärchen. Im Nachhinein betrachtet waren das die schönsten Tage in unserer Beziehung.

Dann folgte der Knackpunkt in unserer Beziehung. Die Tage unter der Woche ohne sie waren kaum auszuhalten. Ich entschied mich, meine Ausbildung abzubrechen, mir bei ihr eine neue zu suchen und zu ihr zu ziehen. Von Freunden und Familie kam viel Kritik, es sei viel zu früh, wir seien erst 5 Monate zusammen, das wird nicht gut gehen etc. Doch ich war einfach naiv und blind vor Liebe. Im Nachhinein ein schwerer Fehler. Hätte ich nur auf meine Angehörigen gehört.. Somit zog ich zu ihr, 2 Monate, nachdem ich in meine neue Wohnung gezogen war. Die Anfangszeit war schön. Wir waren nun jeden Tag zusammen und nicht mehr ohneeinander. Unser erster Urlaub, ein verlängertes Wochenende an den Mecklenburgischen Seenplatten. Die Tage waren vergleichbar mit den Umzugstagen an Ostern. Wir verstanden uns extrem gut, unternahmen tolle Dinge und kamen ohne Streit aus. 3 Wochen vor der Trennung…

Nach dem Urlaub stritten wir uns häufiger, sie schmiss mich mehrmals aus ihrer Wohnung, weil sie Abstand von mir brauchte. Aber es waren nie mehr als 2-3 Tage. Manchmal sogar nur 1-2 Stunden. Oft verließ sie die Wohnung abends im Dunkeln. Ich machte mir große Sorgen. Schließlich war sie krank und in gewisser Weise auch selbstmordgefährdet. Ich machte mich auf die Suche. Fuhr mit dem Auto Orte ab, an denen ich sie vermutete. Doch ich fand sie einfach nicht. Ich schlug auf das Lenkrad, war verzweifelt und weinte im Auto in dem Glauben, sie hätte sich tatsächlich das Leben genommen. Doch jedes Mal stand sie dann vor der Haustür. Jedes Mal ein Glücksgefühl, eine Erleichterung. Und wir versöhnten uns..

Eines Tages stritten wir uns bei einem Tagesausflug. Es war heftiger als sonst. Sie zitterte am ganzen Körper. So hatte ich sie vorher nie erlebt. Alle Versuche meinerseits, die Situation zu retten, scheiterten. Sie sagte mir, ich solle sie nach Hause fahren und dann ihre Wohnung für paar Tage verlassen. Gesagt, getan. Ich fuhr für 4 Tage in meine Heimat zu meiner Familie. Nach 2 Tagen schrieb sie mir, wann ich denn wiederkomme. Ich sagte ihr, ich komme Samstagabend wieder. Das war ihr zu früh. Sie wollte, dass ich erst Montag komme. Doch ich überredete sie, doch Samstag zu kommen. Ich versprach ihr, mich zu bessern und dass wir nicht mehr wegen Kleinigkeiten streiten werden. Doch am Dienstag, dem Tag der Trennung, stritten wir uns erneut. Es war der Tag vor meinem ersten Arbeitstag bei der neuen Firma. Sie wollte, dass ich gehe. Ich sagte ihr, dass das nicht gehe, schließlich müsse ich morgen arbeiten. Daraufhin packte sie ihre Sachen, rief ihre Mutter an, sie solle sie bitte abholen kommen. Ich war verzweifelt. Sie war unglaublich kalt und herzlos zu mir. So wie niemals zuvor. Ich weinte vor ihr und bat sie, zu bleiben. Doch sie schrie mich an und machte mir Vorwürfe. Ihre Mutter half ihr dabei.. Nun war sie weg. Ich stand vor einem Scherbenhaufen. Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass es nun vorbei sei. Doch ich wollte kämpfen und schrieb ihr noch am selben Abend. Aber sie war weiterhin eiskalt zu mir und wollte es diesmal wohl wirklich durchziehen.

Am nächsten Tag überredete ich sie, nach Feierabend bei ihrer Mutter vorbeizukommen. Anfangs war sie noch immer herzlos, sagte, es sei aus zwischen uns und wollte mich nicht einmal in den Arm nehmen. Ich redete auf sie ein, sich das alles nochmal gut zu überlegen. Immerhin brachte ich sie dazu, sich bis zum Wochenende Zeit zu nehmen und alles zu überdenken. Am Ende umarmte sie mich dann doch und sagte, ich solle aufhören zu weinen und vorsichtig fahren. Wir machten außerdem ab, uns auch morgen zur selben Zeit am selben Ort zu treffen. Ich war glücklich. Ich war mir sicher, dass sie sich für mich entscheiden werde.

Doch am nächsten Tag sagte sie ab. Sie habe Kopfschmerzen. Wieder ein Rückschlag. Mir ging die Frage nicht aus dem Kopf, warum sie mich nicht sehen will. Für mich war es eine Ausrede. Wir machten ab, uns am nächsten Tag zu sehen. Doch auch da sagte sie ab. Wieder aus nicht nachvollziehbaren Gründen. Nun war das Wochenende. Ich hatte schon seit Wochen geplant, mich am Samstag mit einem Freund zu treffen. Ich wollte sie aber vorher unbedingt sehen, damit sie mir ihre Entscheidung mitteilen könnte. Ich hatte bereits eine böse Vorahnung. Schließlich wollte sie mich die letzten Tage nicht sehen. Sie sagte wieder ab, sie habe angeblich viel zu tun. Ich sagte ihr, dass es mir jetzt reiche, ich möchte jetzt wissen, was Sache sei. Meinetwegen auch per WhatsApp. Ihre Antwort darauf: Sache ist, dass ich keine Beziehung mehr möchte. Das war der Moment, in dem für mich eine Welt zusammenbrach. Ich lag auf dem Boden und weinte. Ich schrie die Wohnung zusammen und kam beinahe in die Verlegenheit, alles zu zerstören. Ich rief sie an, schrieb ihr Nachrichten. Doch keine Antwort. Ich wollte einfach eine Erklärung dafür. Vor einer Woche war doch noch alles gut, wir liebten uns und waren glücklich miteinander.

Nach einigen Stunden schrieb sie mir doch. Ich bat sie, uns am nächsten Tag zu treffen und über alles zu sprechen. Sie willigte ein. Ein Lichtblick für mich. Ich wusste, dass sie mich noch liebt. Ich glaubte an eine Zwischenlösung. Dass sie für paar Tage oder Wochen bei ihrer Mutter wohnt oder wir zusammen wohnen wie in einer WG auf freundschaftlicher Basis. Irgendwann wird sie vielleicht merken, dass sie doch noch eine Beziehung mit mir möchte. Doch es kam alles ganz anders.

Am nächsten Tag schrieb ich ihr, dass ich nun nach Hause fahre und wir uns dann treffen könnten. Keine Antwort. Ich ließ aber nicht locker. Sie sagte, sie wolle sich heute nicht treffen, es sei aus, ich müsse das akzeptieren und ausziehen. Ich fragte sie, wie sie sich das vorstelle. Schließlich hatte ich alles für sie aufgegeben. Ich zog für sie bzw. für uns in eine völlig fremde Stadt, brach meine eigentliche Traumausbildung ab, nur um bei ihr zu sein. Sie könne mich doch jetzt nicht einfach rausschmeißen, 2 Monate nach dem Einzug, 3 Tage habe ich bei der neuen Firma gearbeitet. Ich könne doch nicht die nächste Ausbildung abbrechen. Es war ihr alles egal. Sie war ein Stein. Sie schickte mir Sprachnachrichten, in denen sie mich anschrie, ich solle aufhören zu nerven, sonst würde sie mich blockieren. Ich hätte vorher nie gedacht, dass sie so sein kann. Sie war normalerweise ein so herzenslieber Mensch.

Ich musste es akzeptieren. Schließlich war es ihre Wohnung und auch ihre Mutter übte Druck auf mich aus. Doch dann der nächste Lichtblick: Sie schrieb, wir können uns gerne in 1 Monat sehen und dann weiterschauen. Vielleicht würden wir ja wieder zusammen kommen. Ich fragte sie, ob sie mich noch liebe. Sie antwortete mit: ja. In dem Moment war es aber für mich kein Lichtblick. Ein Monat ist eine schrecklich lange Zeit. Ich fragte mich, wie sie das aushalten könne, sonst hielt sie nicht mal 2 Tage ohne mich aus. Aber ich akzeptierte es und wir einigten uns darauf, den einen Monat in Kontakt zu bleiben und zu schreiben.

Ich fuhr zu meiner Schwester. Ich konnte das alles nicht begreifen. Doch ich hatte die berechtigte Hoffnung, dass wir in einem Monat wieder zusammen sein könnten. Aber dann noch am selben Abend schrieb mir ihre Mutter, machte mir heftige Vorwürfe. Ich konterte und sagte, sie solle mal ganz Ruhig sein, schließlich sei sie Schuld an der Krankheit ihrer Tochter (was wirklich der Wahrheit entspricht). Es begann ein Streitthema nach dem anderen. Irgendwann schickte meine Ex-Freundin mir eine Sprachnachricht, in der sie mich anschrie, ich solle aufhören, ihrer Mutter solche Vorwürfe zu machen und erst mal selber auf die Krankheit klarkommen. Ich verteidigte mich, indem ich schrieb, dass ich mir nicht alles gefallen lasse und ich nur die Wahrheit gesagt habe. Sie wisse schließlich selber, dass ihre Mutter Schuld daran ist, das hat sie mir sogar selber öfter gesagt. Doch ich war plötzlich der Böse. Alles, was sie mir vorher anvertraute, war nun hinfällig. Ihre Mutter ist gut, ich bin schlecht. Vorher war es andersrum. Sie sagte mir, ich solle sie in Ruhe lassen und dass jetzt alles vorbei sei.

Das tat ich nun auch. Bis zum nächsten Abend. Ich hatte die Vermutung, sie würde sich gerade mit einem anderen treffen. Diese war auch begründet. Ich war so emotional geladen und verzweifelt. Wie kann sie sich nach einem Tag mit einem anderen treffen? Ich war mir in meiner Sache sicher, meine Schwester redete auf mich ein, dass das alles ein Missverständnis sein. Doch ich war überzeugt. Ich schrieb ihr, wie es sein kann, sich nach einem Tag anders zu orientieren. Sie antwortete nicht, ich wurde immer wütender. Schließlich beleidigte ich sie aufs Übelste. Sie schrieb, sie hätte sich nur mit einer Freundin getroffen und machte mir nun endgültig klar, dass es für immer aus sei. Sie blockierte mich. Bei WhatsApp, bei Facebook, einfach überall. Ich bereute meine Kurzschlussreaktion auf Anhieb. Hätte ich nur auf meine Schwester gehört.

Eine Woche herrschte Funkstille. Es waren die schlimmsten Tage meines Lebens und ich realisierte, dass ich alles verloren hatte. Diese Frau hat mein Leben zerstört. Ich bin arbeitslos, muss bei meiner Schwester wohnen, habe meinen Traumberuf für sie aufgegeben, für den ich alles getan habe, und das schlimmste, ich habe meine große Liebe verloren. Meine Gedanken waren voller Leere und gleichzeitig voller Fragezeichen. Wie konnte es nur so weit kommen? Wieso habe ich mich so abhängig von ihr gemacht? Wieso habe ich das und das getan? Nach einiger Zeit meldete sich ihre Mutter bei mir, wann ich meine restlichen Sachen abhole. Wir machten einen Termin aus, das Wochenende in 3 Woche.

Eine Woche später schrieb meine Schwester meiner Ex-Freundin. Meine Ex war erstaunlich sachlich und offenbarte ihre Gefühle. Ich wäre einfach mit ihrer Krankheit nicht klargekommen, sie musste sich aus Selbstschutz trennen. Sie liebe mich immer noch und ihre Gefühle würden auch in 5 Monaten nicht weg sein. Doch dass ich sie eine Schlampe genannt habe, habe sie so sehr verletzt, das könne sie mir nicht verzeihen. Sie habe mich überall blockiert, weil sie ERSTMAL auf keiner Weise etwas von mir hören möchte. Nun hatte ich wieder Hoffnungen. Ich musste sie weiterhin in Ruhe lassen, vielleicht würde sie sich ja irgendwann melden, wenn sie mir verziehen hat.

Doch ich hielt es gerade mal 1 ½ Wochen aus, ehe ich sie per E-Mail kontaktierte. Ich sprach sie auf das Gespräch mit meiner Schwester an. Daraufhin rief sie mich an, sie brüllte, ich solle sie für immer in Ruhe lassen, sie habe das meiner Schwester nur geschrieben, damit sie sie in Ruhe lässt und sie wolle nichts mehr von mir. Und legte einfach auf, ohne meine Reaktion abzuwarten. Mir ging es wie am Tag der Trennung. Alle Hoffnungen plötzlich wieder erloschen. Doch ich kam darauf einfach nicht klar. Hätte sie gewollt, dass meine Schwester sie in Ruhe lässt, hätte sie entweder gar nicht erst geantwortet oder geschrieben, dass ich sie in Ruhe lassen soll und sie keine Gefühle mehr hat. Es passte einfach nicht zusammen, ich konnte mir keinen Reim draus machen.

Am selben Tag schrieb mich auch noch ihr Vater an, ich solle seine Tochter in Ruhe lassen, er würde mich jagen und finden und wir würden uns dann gegenüber stehen. Ich zog diese Aussage ins Lächerliche, woraufhin meine Ex mich anrief, ich aber nicht ranging. Ich wollte ihre Stimme nicht hören, ihren Hass nicht spüren. Ich fragte mich, warum mich plötzlich alle hassen. Ihre Mutter, ihr Vater und vor allem SIE. Eine Woche vorher sprach sie gegenüber meiner Schwester noch von Gefühlen und nun wieder dieser Hass. Warum hasst sie mich?!

Am darauffolgenden Wochenende holte ich mit einem Freund meine restlichen Sachen ab. Sie war wie zu erwarten nicht da, nur ihre Mutter und ihre beste Freundin, die auch von Anfang an gegen mich war. Es war hart, nochmal dort zu sein, Erinnerungen kamen hoch und ich musste mir die Tränen verdrücken. Ich konnte nicht klar denken, die Planung und Verantwortung übernahm mein Freund. Vor 2 Monaten bin ich hier eingezogen. Ich war glücklich. Und nun alles zurück. Ich kam darauf einfach nicht klar. Ich habe wirklich gedacht, das mit uns hält für immer oder zumindest ein paar Jahre, aber nicht 6 Monate... Mein Freund konfrontierte ihre Mutter damit, wie es angehen kann, einem Menschen sowas anzutun. Er habe einfach alles verloren, was man verlieren kann. Und das alles wegen ihrer Tochter. Aber sie beharrte darauf, ich sei Schuld an allem. Es war zwecklos, mit ihr vernünftig zu reden. Auch ihr Vater schrieb mir an diesem Tag nochmal, sagte, ich solle mit meinen Drohungen aufpassen. Mein Freund hat ihrer Mutter nämlich erzählt, ihr Ex solle mich in Ruhe lassen, sonst stehe er mal vor seiner Tür. Ich fing einen heftigen Streit mit ihrem Vater an, gab auch ihm die Schuld an der Krankheit ihrer Tochter, er hetzte zurück, sagte, ich sei ein Versager, habe 2 Ausbildungen innerhalb kürzester Zeit weggeschmissen. Und vieles mehr. Überall dieser Hass von allen Seiten. Ich war froh, diesen Tag hinter mich gebracht zu haben.

Die Tage danach ging es mir etwas besser. Doch irgendwann kamen wieder diese Gedanken, die Einsamkeit, dieses Vermissen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass mich jemals eine Frau wieder so glücklich machen würde, mich so zum Lachen bringen würde. Es war einfach alles perfekt mit ihr. Sie war und ist meine Traumfrau. Aber so denkt wahrscheinlich jeder, der Liebeskummer hat. Ich offenbarte ihr in einer E-Mail meine Gefühle. Doch sie war weiterhin ein Eisblock, zog es ins Lächerliche, ignorierte mich oder machte mich seelisch fertig. Ich ertrage diesen Hass einfach nicht mehr. Mehrmals versuchte ich im Abstand von einigen Tagen, sie zu kontaktieren, doch es kam jedes Mal die gleiche Reaktion. Hass, purer Hass. Sie schrieb sogar, sie hasse mich und würde ohne mich viel glücklicher sein, sie unternehme tolle Dinge, lerne viele neue Leute kennen und habe Spaß in ihrem Leben. Ich frage, mich ob wir keine tollen Dinge unternommen haben und keinen Spaß hatten?! Doch, das hatten wir. Sie verdrängt es. Ich habe das Gefühl, sie will mich hassen. Auch schrieb sie mir, sie habe keine Gefühle mehr für mich. Das war der Knackpunkt, an dem ich dachte, ich muss sie jetzt vergessen. Wenn keine Gefühle mehr im Spiel sind, hat es auch wenig Sinn, zu hoffen und zu betteln.

Die Tage und Wochen danach stöberte ich täglich stundenlang in Borderline-Foren, um Antworten auf meine etlichen Fragen zu bekommen. Unter anderem fand ich heraus, dass Borderliner ein schwarz-weiß denken haben. Sie erleben nur Extreme. Entweder sie sind glücklich oder todtraurig. Entweder sie hassen oder sie lieben. Eine graue Mitte gibt es bei ihnen nicht. Nun wurde mir auch langsam klar, warum sie mich hasst. Aber eine Frage beschäftigt mich bis heute, mittlerweile 6 Wochen nach der Trennung: Warum hat sie mich verlassen? Überall liest man, Borderliner haben Angst vor dem Verlassenwerden und tun alles dafür, die Beziehung aufrecht zu erhalten. In 99% der Fälle ist es so, dass der Partner den Borderliner verlässt, weil er dieses Hin und Her, diese Ups und Downs nicht mehr länger erträgt. Anscheinend muss ich mich damit abfinden, dass ich zu den 1% gehöre…


Mittlerweile habe ich die Trennung akzeptiert. Mir bleibt ja auch nichts anderes übrig. Ich kann nicht sagen, dass es mir gut geht oder dass ich damit klarkomme. Mir geht es immer noch sehr schlecht. Ich weine oft und denke an die schöne Zeit zurück. Mich plagen noch immer viele Fragen:

Hat sie einen neuen weißen Ritter? Borderliner stürzen sich nämlich in der Regel von einer Beziehung in die nächste. Ich will es ehrlich gesagt gar nicht wissen und wenn ich es wüsste, würde er mir Leid tun, er wird irgendwann das durchmachen, was ich durchmachen musste/muss.

Denkt sie nicht an die schönen Tage zurück? Auch darüber habe ich viel gelesen. Borderliner verdrängen die Vergangenheit, wenn sie diese mit Schmerz und Leid verbinden. Sie packen sie in eine Schublade ganz weit hinten in ihrem Gedächtnis. Sie fühlen sich nach Trennungen frei und reden sich ein, es gehe ihnen gut. Doch irgendwann wird auch sie in eine depressive Phase kommen, in der sie vielleicht doch an unsere Beziehung denkt. Und wer weiß, vielleicht wird sie sich ja irgendwann bei mir melden, wenn sie dieses Alleinsein nicht mehr erträgt. Ich hoffe, ich kann dann stark sein… Es sei denn, sie hat bereits einen neuen weißen Ritter, den sie idealisiert, manipuliert und ihre angeblich große Liebe vorspielt.

SkywalkerMCMIV

Re: Trennung des Borderliners

Beitragvon SkywalkerMCMIV » Mi 26. Sep 2018, 22:56

Puhh hört sich fast so an wie das was ich die letzten Wochen durchgemacht habe. Wusste nur nicht das sie Borderlinerin ist, mir wurde das erst von einem Therapeuten deutlich gemacht nachdem ich in der Wut die Beziehung beendet habe und sie ziemlich heftig beleidigt habe. Kam mit meiner Reaktion selber nicht klar und hab mich ohne Erfolg versucht zu entschuldigen einfach keine Reaktion seit 2 Wochen. Das Problem bei uns war zusätzlich noch das ihre Lesbische Freundin, die laut meinem Therapeuten auch borderline haben wird, seit tag 1 Feuer in der Beziehung gelegt hat. Schon wahnsinnig dass die beiden überhaupt noch Kontakt haben nachdem was zwischen den beiden in der Vergangenheit vorgefallen ist. Habe mit der mutter und der oma meiner ex gesprochen als ich mich entschuldigen wollte und hab auch erzählt was die lesbische Freundin meiner ex so erzählt und was zu meinem Ausraster geführt hat. Daraufhin ist meine ex wohl ziemlich sauer auf ihre Lesbische Freundin gewesen und hat sie damit konfrontiert. Diese hat mich dann nur mal wieder der lüge bezichtigt mich bei Whatsapp angefeindet und mich nachdem ich nicht geantwortet habe blockiert. Bin total hin und her gerissen rede mir ein ein Therapeut hat unrecht und will sie zurück. Werde dieses Gefühl nie wieder so lieben zu können nicht los!

Gast

Re: Trennung des Borderliners

Beitragvon Gast » Fr 28. Sep 2018, 20:26

Oh man.. wie lange wart ihr zusammen wenn ich fragen darf und wie alt bist du? Bei uns herrscht mittlerweile seit einem Monat komplette Funkstille.. sie geht mir einfach nicht aus meinem Kopf ich frage mich wann diese Gedanken endlich aufhören

SkywalkerMCMIV

Re: Trennung des Borderliners

Beitragvon SkywalkerMCMIV » So 30. Sep 2018, 10:46

Bin jetzt 24 sie ist 20. Waren "nur" 7 Monate zusammen das aber im Positiven wie im Negativen sehr intensiv. Haben zwar nicht zusammen gewohnt aber es war eigentlich immer einer bei dem anderen. Hab mich 2 Monate eigentlich nur um sie gekümmert weil sie starke schmerzen hatte und gerade so die Arbeit überstanden hat. Hab nichts mehr für mich gemacht und saß nur noch an ihrem Bett. Bin dann selber in ein Extremes Loch gefallen was dann in Kombination mit der Besten Freundin eine extreme Belastung für die Beziehung war.Glaube uns fehlte danach einfach die kraft uns gegenseitig rauf zu ziehen was mich einfach Enttäuscht hat nachdem ich mich für sie so aufgeopfert habe bis es ihr besser ging. Am ende war sie einfach nur noch abgekühlt und hat nur noch auf extremes reagiert hat meine sorgen nicht mehr ernst genommen, hat kontakt zu leuten gesucht mit denen sie aus gutem Grund den kontakt abgebrochen hat. Wenn ich dann gesagt habe dass ich mir sorgen mache war ich nur noch der eifersüchtige Ars... Trotz allem hat sie dann auch wieder extrem gezeigt wie sehr sie mich liebt. Hat wohl tagelang nach der Trennung nichts gegessen und nur geweint.Weiss nicht ob das Verhalten durch die Medikamente verstärkt wurde die sie gegen die Schmerzen bekommen hat weil die AUCH als Antidepressiva verwendet werden aber ich konnte das alles nicht mehr ertragen geschweige denn einordnen und bin durchgedreht. Bereue das extrem aber sie will mich nicht sehen.






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