Forumsperre - Wichtiger Hinweis!

Trennung des Borderliners

rk2011

Trennung des Borderliners

Beitragvon rk2011 » Mi 12. Sep 2018, 16:31

Ich (m,23), frisch getrennt von einer Borderlinerin (w,19) m├Âchte euch gerne meine Geschichte erz├Ąhlen:

Meine Ex-Freundin und ich lernten uns ├╝ber eine Dating-App kennen. Schon w├Ąhrend des ersten Austausches habe ich gemerkt, dass das mit uns etwas Besonderes werden kann. Wir waren direkt auf einer Wellenl├Ąnge, hatten scheinbar die gleichen Interessen und es machte richtig Spa├č, mit ihr zu schreiben. Ich sa├č vor meinem Handy und mir fuhr ein L├Ącheln ├╝ber die Lippen, wenn sie schrieb. Wir tauschten relativ schnell unsere Nummern aus und kommunizierten ├╝ber WhatsApp weiter. Es wurde nie langweilig, wir wurden sehr schnell emotional und schrieben uns, wie toll wir uns f├Ąnden, und dass wir uns unbedingt treffen m├╝ssten. Auch dass sie an Borderline erkrankt sei, hat sie mir direkt mitgeteilt.

2-3 Wochen sp├Ąter war es dann so weit: unser erstes Treffen. Ich holte sie bei ihrem Vater ab, der 50km von mir entfernt wohnte, und wir fuhren zu mir. Wir unterhielten uns viel, lachten, tranken Wein, schauten Fernsehen. Es war genau so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Wir waren einfach auf einer Wellenl├Ąnge und es knisterte direkt. Wir lagen im Bett und kuschelten. Es war wundersch├Ân, ich hatte Bauchkribbeln wie ich es vorher nie gehabt hatte. Die Zeit verging wie im Fluge. Mittlerweile war es 2:30 nachts und ich musste sie nach Hause fahren, weil ihr Vater sich Sorgen machte. W├Ąhrend der Fahrt schaute sie mich die ganze Zeit vertr├Ąumt an. Als ich sie nach dem Date fragte, warum sie das getan hat, schrieb sie, dass ich so wundersch├Ân sei und sie mich einfach beobachten musste. Der Abschied fiel uns beiden schwer, keiner traute sich, tsch├╝├č zu sagen, ehe ich es dann doch getan habe. Wir umarmten uns nochmal innig. 10 Minuten sp├Ąter schrieb sie mir: Es war wirklich wundersch├Ân mit dir *Herz*.

Die Tage nach dem Treffen schrieben wir gef├╝hlt 24/07. Es war wundersch├Ân, ich habe mich bei einer Frau noch nie so geborgen gef├╝hlt. Sie war in der Zeit aufgrund einer OP im Krankenhaus und wollte unbedingt, dass ich nach Feierabend vorbeikomme. Ich sagte ihr, wir k├Ânnen uns am Wochenende sehen, wenn sie wieder zu Hause sei. Sie war entt├Ąuscht von mir. Aber mir ging das in dem Moment alles zu schnell. Wir hatten uns erst einmal getroffen und ich sollte sie direkt im Krankenhaus besuchen kommen. Das war mir dann doch zu viel des Guten, zumal das Krankenhaus 100km von meinem Zuhause entfernt war. Somit verabredeten wir uns f├╝r das kommende lange Wochenende, von Samstag bis Dienstag mit ├ťbernachten.

Wie geplant, fuhr ich Samstagnachmittag zu ihr, 150km entfernt. Die Tage waren die bisher sch├Ânsten in meinem Leben. Wir haben nicht viel unternommen, lagen eigentlich nur im Bett, schauten Fernsehen, kuschelten und k├╝ssten uns. Doch das reichte mir, ich konnte mir nichts Sch├Âneres vorstellen. Da sie wegen der OP auf Kr├╝cken war, konnten wir nichts Gro├čes unternehmen. Der Abschied fiel uns beiden noch schwerer als nach dem ersten Treffen. Am Dienstagabend, zu Hause angekommen, legten wir uns darauf fest, dass wir nun zusammen sind.

Die n├Ąchsten Wochen und Monate f├╝hrten wir eine Fernbeziehung, wir sahen uns meistens nur am Wochenende, unternahmen tolle Dinge und waren wie frisch verliebt. Es war eine wundersch├Âne Zeit. Ich war im siebenten Himmel. Sie konnte mir scheinbar jeden Wunsch von den Lippen ablesen. Es ├Ąhnelte einer Seelenverwandschaft. Doch irgendwann kamen die Probleme. Sie war extrem eifers├╝chtig, verbot mir beispielsweise den Kontakt zu Freundinnen. Wir stritten uns h├Ąufig. Meistens wegen banalen, l├Ącherlichen Kleinigkeiten. Eines Tages erlebte ich ihren ersten emotionalen Anfall, von dem Tag an war mir erst bewusst, auf was ich mich da eingelassen hatte. Nach einem Streit zog sie Jacke und Schuhe an und schrie mich an, dass sie nicht mehr k├Ânne und nicht mehr leben wolle und jetzt gehe. Ich hielt sie ab, dr├╝ckte sie gegen die Wand und versuchte, sie zu beruhigen. Wir umarmten uns und weinten. Auch ich weinte. Im Nachhinein sagte sie mir, dass nie ein Mensch zuvor sie so gut beruhigen konnte und dass ich etwas ganz besonderes sei.

Die n├Ąchste Zeit war ein Wechselbad der Gef├╝hle. Mal war ich der gl├╝cklichste Mensch auf der Welt, mal war ich verzweifelt und todtraurig. Jeder Montagmorgen, an dem ich von ihr aus direkt zur Arbeit fuhr, war eine Qual. Wir waren beide jedes Mal den Tr├Ąnen nahe. Umso mehr freute man sich auf das n├Ąchste Wochenende. Und freitags nach Feierabend war ich auf der Autobahn voller Euphorie und happy, sie gleich in die Arme schlie├čen zu k├Ânnen.

Karfreitag zog ich in meine neue Wohnung. Sie half mir beim Umzug, wir kauften gemeinsam neue M├Âbel und Kleinigkeiten. Es war sehr harmonisch zwischen uns. Wir lachten viel und es herrschte einfach positive Stimmung. Wir k├╝ssten uns extrem h├Ąufig und waren wie ein verliebtes P├Ąrchen. Im Nachhinein betrachtet waren das die sch├Ânsten Tage in unserer Beziehung.

Dann folgte der Knackpunkt in unserer Beziehung. Die Tage unter der Woche ohne sie waren kaum auszuhalten. Ich entschied mich, meine Ausbildung abzubrechen, mir bei ihr eine neue zu suchen und zu ihr zu ziehen. Von Freunden und Familie kam viel Kritik, es sei viel zu fr├╝h, wir seien erst 5 Monate zusammen, das wird nicht gut gehen etc. Doch ich war einfach naiv und blind vor Liebe. Im Nachhinein ein schwerer Fehler. H├Ątte ich nur auf meine Angeh├Ârigen geh├Ârt.. Somit zog ich zu ihr, 2 Monate, nachdem ich in meine neue Wohnung gezogen war. Die Anfangszeit war sch├Ân. Wir waren nun jeden Tag zusammen und nicht mehr ohneeinander. Unser erster Urlaub, ein verl├Ąngertes Wochenende an den Mecklenburgischen Seenplatten. Die Tage waren vergleichbar mit den Umzugstagen an Ostern. Wir verstanden uns extrem gut, unternahmen tolle Dinge und kamen ohne Streit aus. 3 Wochen vor der TrennungÔÇŽ

Nach dem Urlaub stritten wir uns h├Ąufiger, sie schmiss mich mehrmals aus ihrer Wohnung, weil sie Abstand von mir brauchte. Aber es waren nie mehr als 2-3 Tage. Manchmal sogar nur 1-2 Stunden. Oft verlie├č sie die Wohnung abends im Dunkeln. Ich machte mir gro├če Sorgen. Schlie├člich war sie krank und in gewisser Weise auch selbstmordgef├Ąhrdet. Ich machte mich auf die Suche. Fuhr mit dem Auto Orte ab, an denen ich sie vermutete. Doch ich fand sie einfach nicht. Ich schlug auf das Lenkrad, war verzweifelt und weinte im Auto in dem Glauben, sie h├Ątte sich tats├Ąchlich das Leben genommen. Doch jedes Mal stand sie dann vor der Haust├╝r. Jedes Mal ein Gl├╝cksgef├╝hl, eine Erleichterung. Und wir vers├Âhnten uns..

Eines Tages stritten wir uns bei einem Tagesausflug. Es war heftiger als sonst. Sie zitterte am ganzen K├Ârper. So hatte ich sie vorher nie erlebt. Alle Versuche meinerseits, die Situation zu retten, scheiterten. Sie sagte mir, ich solle sie nach Hause fahren und dann ihre Wohnung f├╝r paar Tage verlassen. Gesagt, getan. Ich fuhr f├╝r 4 Tage in meine Heimat zu meiner Familie. Nach 2 Tagen schrieb sie mir, wann ich denn wiederkomme. Ich sagte ihr, ich komme Samstagabend wieder. Das war ihr zu fr├╝h. Sie wollte, dass ich erst Montag komme. Doch ich ├╝berredete sie, doch Samstag zu kommen. Ich versprach ihr, mich zu bessern und dass wir nicht mehr wegen Kleinigkeiten streiten werden. Doch am Dienstag, dem Tag der Trennung, stritten wir uns erneut. Es war der Tag vor meinem ersten Arbeitstag bei der neuen Firma. Sie wollte, dass ich gehe. Ich sagte ihr, dass das nicht gehe, schlie├člich m├╝sse ich morgen arbeiten. Daraufhin packte sie ihre Sachen, rief ihre Mutter an, sie solle sie bitte abholen kommen. Ich war verzweifelt. Sie war unglaublich kalt und herzlos zu mir. So wie niemals zuvor. Ich weinte vor ihr und bat sie, zu bleiben. Doch sie schrie mich an und machte mir Vorw├╝rfe. Ihre Mutter half ihr dabei.. Nun war sie weg. Ich stand vor einem Scherbenhaufen. Zum ersten Mal hatte ich das Gef├╝hl, dass es nun vorbei sei. Doch ich wollte k├Ąmpfen und schrieb ihr noch am selben Abend. Aber sie war weiterhin eiskalt zu mir und wollte es diesmal wohl wirklich durchziehen.

Am n├Ąchsten Tag ├╝berredete ich sie, nach Feierabend bei ihrer Mutter vorbeizukommen. Anfangs war sie noch immer herzlos, sagte, es sei aus zwischen uns und wollte mich nicht einmal in den Arm nehmen. Ich redete auf sie ein, sich das alles nochmal gut zu ├╝berlegen. Immerhin brachte ich sie dazu, sich bis zum Wochenende Zeit zu nehmen und alles zu ├╝berdenken. Am Ende umarmte sie mich dann doch und sagte, ich solle aufh├Âren zu weinen und vorsichtig fahren. Wir machten au├čerdem ab, uns auch morgen zur selben Zeit am selben Ort zu treffen. Ich war gl├╝cklich. Ich war mir sicher, dass sie sich f├╝r mich entscheiden werde.

Doch am n├Ąchsten Tag sagte sie ab. Sie habe Kopfschmerzen. Wieder ein R├╝ckschlag. Mir ging die Frage nicht aus dem Kopf, warum sie mich nicht sehen will. F├╝r mich war es eine Ausrede. Wir machten ab, uns am n├Ąchsten Tag zu sehen. Doch auch da sagte sie ab. Wieder aus nicht nachvollziehbaren Gr├╝nden. Nun war das Wochenende. Ich hatte schon seit Wochen geplant, mich am Samstag mit einem Freund zu treffen. Ich wollte sie aber vorher unbedingt sehen, damit sie mir ihre Entscheidung mitteilen k├Ânnte. Ich hatte bereits eine b├Âse Vorahnung. Schlie├člich wollte sie mich die letzten Tage nicht sehen. Sie sagte wieder ab, sie habe angeblich viel zu tun. Ich sagte ihr, dass es mir jetzt reiche, ich m├Âchte jetzt wissen, was Sache sei. Meinetwegen auch per WhatsApp. Ihre Antwort darauf: Sache ist, dass ich keine Beziehung mehr m├Âchte. Das war der Moment, in dem f├╝r mich eine Welt zusammenbrach. Ich lag auf dem Boden und weinte. Ich schrie die Wohnung zusammen und kam beinahe in die Verlegenheit, alles zu zerst├Âren. Ich rief sie an, schrieb ihr Nachrichten. Doch keine Antwort. Ich wollte einfach eine Erkl├Ąrung daf├╝r. Vor einer Woche war doch noch alles gut, wir liebten uns und waren gl├╝cklich miteinander.

Nach einigen Stunden schrieb sie mir doch. Ich bat sie, uns am n├Ąchsten Tag zu treffen und ├╝ber alles zu sprechen. Sie willigte ein. Ein Lichtblick f├╝r mich. Ich wusste, dass sie mich noch liebt. Ich glaubte an eine Zwischenl├Âsung. Dass sie f├╝r paar Tage oder Wochen bei ihrer Mutter wohnt oder wir zusammen wohnen wie in einer WG auf freundschaftlicher Basis. Irgendwann wird sie vielleicht merken, dass sie doch noch eine Beziehung mit mir m├Âchte. Doch es kam alles ganz anders.

Am n├Ąchsten Tag schrieb ich ihr, dass ich nun nach Hause fahre und wir uns dann treffen k├Ânnten. Keine Antwort. Ich lie├č aber nicht locker. Sie sagte, sie wolle sich heute nicht treffen, es sei aus, ich m├╝sse das akzeptieren und ausziehen. Ich fragte sie, wie sie sich das vorstelle. Schlie├člich hatte ich alles f├╝r sie aufgegeben. Ich zog f├╝r sie bzw. f├╝r uns in eine v├Âllig fremde Stadt, brach meine eigentliche Traumausbildung ab, nur um bei ihr zu sein. Sie k├Ânne mich doch jetzt nicht einfach rausschmei├čen, 2 Monate nach dem Einzug, 3 Tage habe ich bei der neuen Firma gearbeitet. Ich k├Ânne doch nicht die n├Ąchste Ausbildung abbrechen. Es war ihr alles egal. Sie war ein Stein. Sie schickte mir Sprachnachrichten, in denen sie mich anschrie, ich solle aufh├Âren zu nerven, sonst w├╝rde sie mich blockieren. Ich h├Ątte vorher nie gedacht, dass sie so sein kann. Sie war normalerweise ein so herzenslieber Mensch.

Ich musste es akzeptieren. Schlie├člich war es ihre Wohnung und auch ihre Mutter ├╝bte Druck auf mich aus. Doch dann der n├Ąchste Lichtblick: Sie schrieb, wir k├Ânnen uns gerne in 1 Monat sehen und dann weiterschauen. Vielleicht w├╝rden wir ja wieder zusammen kommen. Ich fragte sie, ob sie mich noch liebe. Sie antwortete mit: ja. In dem Moment war es aber f├╝r mich kein Lichtblick. Ein Monat ist eine schrecklich lange Zeit. Ich fragte mich, wie sie das aushalten k├Ânne, sonst hielt sie nicht mal 2 Tage ohne mich aus. Aber ich akzeptierte es und wir einigten uns darauf, den einen Monat in Kontakt zu bleiben und zu schreiben.

Ich fuhr zu meiner Schwester. Ich konnte das alles nicht begreifen. Doch ich hatte die berechtigte Hoffnung, dass wir in einem Monat wieder zusammen sein k├Ânnten. Aber dann noch am selben Abend schrieb mir ihre Mutter, machte mir heftige Vorw├╝rfe. Ich konterte und sagte, sie solle mal ganz Ruhig sein, schlie├člich sei sie Schuld an der Krankheit ihrer Tochter (was wirklich der Wahrheit entspricht). Es begann ein Streitthema nach dem anderen. Irgendwann schickte meine Ex-Freundin mir eine Sprachnachricht, in der sie mich anschrie, ich solle aufh├Âren, ihrer Mutter solche Vorw├╝rfe zu machen und erst mal selber auf die Krankheit klarkommen. Ich verteidigte mich, indem ich schrieb, dass ich mir nicht alles gefallen lasse und ich nur die Wahrheit gesagt habe. Sie wisse schlie├člich selber, dass ihre Mutter Schuld daran ist, das hat sie mir sogar selber ├Âfter gesagt. Doch ich war pl├Âtzlich der B├Âse. Alles, was sie mir vorher anvertraute, war nun hinf├Ąllig. Ihre Mutter ist gut, ich bin schlecht. Vorher war es andersrum. Sie sagte mir, ich solle sie in Ruhe lassen und dass jetzt alles vorbei sei.

Das tat ich nun auch. Bis zum n├Ąchsten Abend. Ich hatte die Vermutung, sie w├╝rde sich gerade mit einem anderen treffen. Diese war auch begr├╝ndet. Ich war so emotional geladen und verzweifelt. Wie kann sie sich nach einem Tag mit einem anderen treffen? Ich war mir in meiner Sache sicher, meine Schwester redete auf mich ein, dass das alles ein Missverst├Ąndnis sein. Doch ich war ├╝berzeugt. Ich schrieb ihr, wie es sein kann, sich nach einem Tag anders zu orientieren. Sie antwortete nicht, ich wurde immer w├╝tender. Schlie├člich beleidigte ich sie aufs ├ťbelste. Sie schrieb, sie h├Ątte sich nur mit einer Freundin getroffen und machte mir nun endg├╝ltig klar, dass es f├╝r immer aus sei. Sie blockierte mich. Bei WhatsApp, bei Facebook, einfach ├╝berall. Ich bereute meine Kurzschlussreaktion auf Anhieb. H├Ątte ich nur auf meine Schwester geh├Ârt.

Eine Woche herrschte Funkstille. Es waren die schlimmsten Tage meines Lebens und ich realisierte, dass ich alles verloren hatte. Diese Frau hat mein Leben zerst├Ârt. Ich bin arbeitslos, muss bei meiner Schwester wohnen, habe meinen Traumberuf f├╝r sie aufgegeben, f├╝r den ich alles getan habe, und das schlimmste, ich habe meine gro├če Liebe verloren. Meine Gedanken waren voller Leere und gleichzeitig voller Fragezeichen. Wie konnte es nur so weit kommen? Wieso habe ich mich so abh├Ąngig von ihr gemacht? Wieso habe ich das und das getan? Nach einiger Zeit meldete sich ihre Mutter bei mir, wann ich meine restlichen Sachen abhole. Wir machten einen Termin aus, das Wochenende in 3 Woche.

Eine Woche sp├Ąter schrieb meine Schwester meiner Ex-Freundin. Meine Ex war erstaunlich sachlich und offenbarte ihre Gef├╝hle. Ich w├Ąre einfach mit ihrer Krankheit nicht klargekommen, sie musste sich aus Selbstschutz trennen. Sie liebe mich immer noch und ihre Gef├╝hle w├╝rden auch in 5 Monaten nicht weg sein. Doch dass ich sie eine Schlampe genannt habe, habe sie so sehr verletzt, das k├Ânne sie mir nicht verzeihen. Sie habe mich ├╝berall blockiert, weil sie ERSTMAL auf keiner Weise etwas von mir h├Âren m├Âchte. Nun hatte ich wieder Hoffnungen. Ich musste sie weiterhin in Ruhe lassen, vielleicht w├╝rde sie sich ja irgendwann melden, wenn sie mir verziehen hat.

Doch ich hielt es gerade mal 1 ┬Ż Wochen aus, ehe ich sie per E-Mail kontaktierte. Ich sprach sie auf das Gespr├Ąch mit meiner Schwester an. Daraufhin rief sie mich an, sie br├╝llte, ich solle sie f├╝r immer in Ruhe lassen, sie habe das meiner Schwester nur geschrieben, damit sie sie in Ruhe l├Ąsst und sie wolle nichts mehr von mir. Und legte einfach auf, ohne meine Reaktion abzuwarten. Mir ging es wie am Tag der Trennung. Alle Hoffnungen pl├Âtzlich wieder erloschen. Doch ich kam darauf einfach nicht klar. H├Ątte sie gewollt, dass meine Schwester sie in Ruhe l├Ąsst, h├Ątte sie entweder gar nicht erst geantwortet oder geschrieben, dass ich sie in Ruhe lassen soll und sie keine Gef├╝hle mehr hat. Es passte einfach nicht zusammen, ich konnte mir keinen Reim draus machen.

Am selben Tag schrieb mich auch noch ihr Vater an, ich solle seine Tochter in Ruhe lassen, er w├╝rde mich jagen und finden und wir w├╝rden uns dann gegen├╝ber stehen. Ich zog diese Aussage ins L├Ącherliche, woraufhin meine Ex mich anrief, ich aber nicht ranging. Ich wollte ihre Stimme nicht h├Âren, ihren Hass nicht sp├╝ren. Ich fragte mich, warum mich pl├Âtzlich alle hassen. Ihre Mutter, ihr Vater und vor allem SIE. Eine Woche vorher sprach sie gegen├╝ber meiner Schwester noch von Gef├╝hlen und nun wieder dieser Hass. Warum hasst sie mich?!

Am darauffolgenden Wochenende holte ich mit einem Freund meine restlichen Sachen ab. Sie war wie zu erwarten nicht da, nur ihre Mutter und ihre beste Freundin, die auch von Anfang an gegen mich war. Es war hart, nochmal dort zu sein, Erinnerungen kamen hoch und ich musste mir die Tr├Ąnen verdr├╝cken. Ich konnte nicht klar denken, die Planung und Verantwortung ├╝bernahm mein Freund. Vor 2 Monaten bin ich hier eingezogen. Ich war gl├╝cklich. Und nun alles zur├╝ck. Ich kam darauf einfach nicht klar. Ich habe wirklich gedacht, das mit uns h├Ąlt f├╝r immer oder zumindest ein paar Jahre, aber nicht 6 Monate... Mein Freund konfrontierte ihre Mutter damit, wie es angehen kann, einem Menschen sowas anzutun. Er habe einfach alles verloren, was man verlieren kann. Und das alles wegen ihrer Tochter. Aber sie beharrte darauf, ich sei Schuld an allem. Es war zwecklos, mit ihr vern├╝nftig zu reden. Auch ihr Vater schrieb mir an diesem Tag nochmal, sagte, ich solle mit meinen Drohungen aufpassen. Mein Freund hat ihrer Mutter n├Ąmlich erz├Ąhlt, ihr Ex solle mich in Ruhe lassen, sonst stehe er mal vor seiner T├╝r. Ich fing einen heftigen Streit mit ihrem Vater an, gab auch ihm die Schuld an der Krankheit ihrer Tochter, er hetzte zur├╝ck, sagte, ich sei ein Versager, habe 2 Ausbildungen innerhalb k├╝rzester Zeit weggeschmissen. Und vieles mehr. ├ťberall dieser Hass von allen Seiten. Ich war froh, diesen Tag hinter mich gebracht zu haben.

Die Tage danach ging es mir etwas besser. Doch irgendwann kamen wieder diese Gedanken, die Einsamkeit, dieses Vermissen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass mich jemals eine Frau wieder so gl├╝cklich machen w├╝rde, mich so zum Lachen bringen w├╝rde. Es war einfach alles perfekt mit ihr. Sie war und ist meine Traumfrau. Aber so denkt wahrscheinlich jeder, der Liebeskummer hat. Ich offenbarte ihr in einer E-Mail meine Gef├╝hle. Doch sie war weiterhin ein Eisblock, zog es ins L├Ącherliche, ignorierte mich oder machte mich seelisch fertig. Ich ertrage diesen Hass einfach nicht mehr. Mehrmals versuchte ich im Abstand von einigen Tagen, sie zu kontaktieren, doch es kam jedes Mal die gleiche Reaktion. Hass, purer Hass. Sie schrieb sogar, sie hasse mich und w├╝rde ohne mich viel gl├╝cklicher sein, sie unternehme tolle Dinge, lerne viele neue Leute kennen und habe Spa├č in ihrem Leben. Ich frage, mich ob wir keine tollen Dinge unternommen haben und keinen Spa├č hatten?! Doch, das hatten wir. Sie verdr├Ąngt es. Ich habe das Gef├╝hl, sie will mich hassen. Auch schrieb sie mir, sie habe keine Gef├╝hle mehr f├╝r mich. Das war der Knackpunkt, an dem ich dachte, ich muss sie jetzt vergessen. Wenn keine Gef├╝hle mehr im Spiel sind, hat es auch wenig Sinn, zu hoffen und zu betteln.

Die Tage und Wochen danach st├Âberte ich t├Ąglich stundenlang in Borderline-Foren, um Antworten auf meine etlichen Fragen zu bekommen. Unter anderem fand ich heraus, dass Borderliner ein schwarz-wei├č denken haben. Sie erleben nur Extreme. Entweder sie sind gl├╝cklich oder todtraurig. Entweder sie hassen oder sie lieben. Eine graue Mitte gibt es bei ihnen nicht. Nun wurde mir auch langsam klar, warum sie mich hasst. Aber eine Frage besch├Ąftigt mich bis heute, mittlerweile 6 Wochen nach der Trennung: Warum hat sie mich verlassen? ├ťberall liest man, Borderliner haben Angst vor dem Verlassenwerden und tun alles daf├╝r, die Beziehung aufrecht zu erhalten. In 99% der F├Ąlle ist es so, dass der Partner den Borderliner verl├Ąsst, weil er dieses Hin und Her, diese Ups und Downs nicht mehr l├Ąnger ertr├Ągt. Anscheinend muss ich mich damit abfinden, dass ich zu den 1% geh├ÂreÔÇŽ


Mittlerweile habe ich die Trennung akzeptiert. Mir bleibt ja auch nichts anderes ├╝brig. Ich kann nicht sagen, dass es mir gut geht oder dass ich damit klarkomme. Mir geht es immer noch sehr schlecht. Ich weine oft und denke an die sch├Âne Zeit zur├╝ck. Mich plagen noch immer viele Fragen:

Hat sie einen neuen wei├čen Ritter? Borderliner st├╝rzen sich n├Ąmlich in der Regel von einer Beziehung in die n├Ąchste. Ich will es ehrlich gesagt gar nicht wissen und wenn ich es w├╝sste, w├╝rde er mir Leid tun, er wird irgendwann das durchmachen, was ich durchmachen musste/muss.

Denkt sie nicht an die sch├Ânen Tage zur├╝ck? Auch dar├╝ber habe ich viel gelesen. Borderliner verdr├Ąngen die Vergangenheit, wenn sie diese mit Schmerz und Leid verbinden. Sie packen sie in eine Schublade ganz weit hinten in ihrem Ged├Ąchtnis. Sie f├╝hlen sich nach Trennungen frei und reden sich ein, es gehe ihnen gut. Doch irgendwann wird auch sie in eine depressive Phase kommen, in der sie vielleicht doch an unsere Beziehung denkt. Und wer wei├č, vielleicht wird sie sich ja irgendwann bei mir melden, wenn sie dieses Alleinsein nicht mehr ertr├Ągt. Ich hoffe, ich kann dann stark seinÔÇŽ Es sei denn, sie hat bereits einen neuen wei├čen Ritter, den sie idealisiert, manipuliert und ihre angeblich gro├če Liebe vorspielt.

SkywalkerMCMIV

Re: Trennung des Borderliners

Beitragvon SkywalkerMCMIV » Mi 26. Sep 2018, 22:56

Puhh h├Ârt sich fast so an wie das was ich die letzten Wochen durchgemacht habe. Wusste nur nicht das sie Borderlinerin ist, mir wurde das erst von einem Therapeuten deutlich gemacht nachdem ich in der Wut die Beziehung beendet habe und sie ziemlich heftig beleidigt habe. Kam mit meiner Reaktion selber nicht klar und hab mich ohne Erfolg versucht zu entschuldigen einfach keine Reaktion seit 2 Wochen. Das Problem bei uns war zus├Ątzlich noch das ihre Lesbische Freundin, die laut meinem Therapeuten auch borderline haben wird, seit tag 1 Feuer in der Beziehung gelegt hat. Schon wahnsinnig dass die beiden ├╝berhaupt noch Kontakt haben nachdem was zwischen den beiden in der Vergangenheit vorgefallen ist. Habe mit der mutter und der oma meiner ex gesprochen als ich mich entschuldigen wollte und hab auch erz├Ąhlt was die lesbische Freundin meiner ex so erz├Ąhlt und was zu meinem Ausraster gef├╝hrt hat. Daraufhin ist meine ex wohl ziemlich sauer auf ihre Lesbische Freundin gewesen und hat sie damit konfrontiert. Diese hat mich dann nur mal wieder der l├╝ge bezichtigt mich bei Whatsapp angefeindet und mich nachdem ich nicht geantwortet habe blockiert. Bin total hin und her gerissen rede mir ein ein Therapeut hat unrecht und will sie zur├╝ck. Werde dieses Gef├╝hl nie wieder so lieben zu k├Ânnen nicht los!

Gast

Re: Trennung des Borderliners

Beitragvon Gast » Fr 28. Sep 2018, 20:26

Oh man.. wie lange wart ihr zusammen wenn ich fragen darf und wie alt bist du? Bei uns herrscht mittlerweile seit einem Monat komplette Funkstille.. sie geht mir einfach nicht aus meinem Kopf ich frage mich wann diese Gedanken endlich aufh├Âren

SkywalkerMCMIV

Re: Trennung des Borderliners

Beitragvon SkywalkerMCMIV » So 30. Sep 2018, 10:46

Bin jetzt 24 sie ist 20. Waren "nur" 7 Monate zusammen das aber im Positiven wie im Negativen sehr intensiv. Haben zwar nicht zusammen gewohnt aber es war eigentlich immer einer bei dem anderen. Hab mich 2 Monate eigentlich nur um sie gek├╝mmert weil sie starke schmerzen hatte und gerade so die Arbeit ├╝berstanden hat. Hab nichts mehr f├╝r mich gemacht und sa├č nur noch an ihrem Bett. Bin dann selber in ein Extremes Loch gefallen was dann in Kombination mit der Besten Freundin eine extreme Belastung f├╝r die Beziehung war.Glaube uns fehlte danach einfach die kraft uns gegenseitig rauf zu ziehen was mich einfach Entt├Ąuscht hat nachdem ich mich f├╝r sie so aufgeopfert habe bis es ihr besser ging. Am ende war sie einfach nur noch abgek├╝hlt und hat nur noch auf extremes reagiert hat meine sorgen nicht mehr ernst genommen, hat kontakt zu leuten gesucht mit denen sie aus gutem Grund den kontakt abgebrochen hat. Wenn ich dann gesagt habe dass ich mir sorgen mache war ich nur noch der eifers├╝chtige Ars... Trotz allem hat sie dann auch wieder extrem gezeigt wie sehr sie mich liebt. Hat wohl tagelang nach der Trennung nichts gegessen und nur geweint.Weiss nicht ob das Verhalten durch die Medikamente verst├Ąrkt wurde die sie gegen die Schmerzen bekommen hat weil die AUCH als Antidepressiva verwendet werden aber ich konnte das alles nicht mehr ertragen geschweige denn einordnen und bin durchgedreht. Bereue das extrem aber sie will mich nicht sehen.


Zur├╝ck zu ÔÇ×Borderline-ForumÔÇť



cron