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Klinikaufenthalt Traumatherapie "konzentriertere Behandlung"

Sabrina

Klinikaufenthalt Traumatherapie "konzentriertere Behandlung"

Beitragvon Sabrina » Do 28. M├Ąr 2019, 20:56

Hi,
Ich bin seit nunmehr sechs Wochen in einer Traumatherapie,
Nun r├Ąt der Therapeut zu einer konzentrierteren Behandlung,
Hab Ihr Erfahrungswerte? Was w├╝rde mich dort erwarten, wie ist der Tagesablauf, ist es hilfreich sein gewohntes Umfeld zu verlassen und wie konntet ihr euch in Beruf und Familie wieder eingliedern? Und vor allem, konntet ihr f├╝r euch selber etwas tun, gegen Somatische Attaken und suizialen ├ťberlegungen?

RedRose

Re: Klinikaufenthalt Traumatherapie "konzentriertere Behandlung"

Beitragvon RedRose » Fr 29. M├Ąr 2019, 08:12

Hallo Sabrina,
habe keine Erfahrung mit einer Traumatherapie oder einer konzentrierteren Behandlung (was meint hier Dein Therapeut genau ?). Ich habe auch ein traumatische Erfahrungen/Erlebnisse gemacht, machte in dem Sinne jedoch keine Traumatherapie (in einer speziellen Klinik), sondern war in einer Psychosomatischen Klinik. Dort wurden neben meinen akuten Themen auch u.a. meine traumatischen Erfahrungen mitbehandelt (was aufgrund der begrenzten Zeit von 6 Wo nat├╝rlich nicht komplett aufgearbeitet u. aufgel├Âst werden konnte). Meine Erfahrungen dort waren sehr gut, ich war froh, dass ich dort war. Es gab dort Einzel- u. Gruppentherapiestunden mit Psychologen, Bezugspflegegespr├Ąche (jede/r hatte 2 feste Pfleger/innen f├╝r zus├Ątzliche Gespr├Ąche), Sozialkompetenztraining mit Sozialp├Ądagogen, Mal-, Bewegungs-, Yoga-, Stressbew├Ąltigungs- u. Progressive Muskelentspannungsstunden, medizinische Sprechstunden. Ein ganzheitliches Konzept f├╝r K├Ârper u. Seele eben. Untereinander haben wir uns auch geholfen u. unterst├╝tzt (soweit es ging). Der Tagesablauf war: Aufstehen, Medikamente (wenn welche verordnet), Fr├╝hst├╝ck, Morgenkreis (wie war die Nacht, wie geht's einem gerade, gibt's was Besonderes), dann weiter mit den obigen Stunden (es gab dazwischen auch Freistunden, die Du alleine o. mit anderen verbringen konntest), Mittagessen, weiter mit Stunden, Abendkreis (s.o.), Abendessen, dann freie Zeit zur Verf├╝gung u. Ausgang bis max. 21h. Wenn man das Klinikgel├Ąnde verlassen wollte, ging das nur mit Ab- u. Anmelden. Das erste WE darf man nicht nach Hause (zwecks Eingew├Âhnung), dann schon. Das dient zur Belastungserprobung im Alltag u. in der Familie. Diese WE werden dann auch besprochen. Du bist f├╝r die Zeit in der Klinik krankgemeldet. In der Klinik werden Deine Themen, Probleme, ├ängste, St├Ârungen behandelt. Sinnvoll war mein Aufenthalt auf jeden Fall: ich erfuhr, woher Manches kam, wie ich damit umgehen kann, lernte meine Gef├╝hle besser kennen, mich selbst (Selbstwahrnehmung), mein Selbstwertgef├╝hl wurde besser, wie setze ich das Erlernte im Alltag (Familie, Beruf, Freunde) um, wie kann ich mich st├Ąrken, was sind meine (bis dato unterdr├╝ckten) Bed├╝rfnisse etc. Alleine so weitermachen (ohne eine Auszeit u. ohne professionelle Hilfe) w├Ąre nicht gut gewesen, ich h├Ątte das nicht gepackt. Nach der Entlassung f├╝hlt man sich bereit, den Alltag mit den Problemen/Herausforderungen zu meistern. Jedoch klappt es nicht immer, das Erlernte umzusetzen. Es ist nicht so einfach. Deshalb ist es m.E. sehr wichtig, im Anschluss an den Klinikaufenthalt in Psychotherapie zu gehen, damit sich das Erlernte festigen kann, man vor allem nicht in ein emotionales Loch f├Ąllt, aufgefangen wird (von der/dem Therapeutin/Therapeuten), weiterarbeiten kann. Es ist, wie gesagt, nicht einfach. Aber ein Anfang, wenn man sich entscheidet, es nochmal mit k├Ąmpfen zu probieren. Ich war dort wg. Burnout, Depressionen (SVV-Gedanken mit teilweiser Umsetzung, Suizidgedanken), Angstattacken (Angst vor zuviel Menschen). Intensiver arbeite ich Vieles jetzt mit meiner Therapeutin St├╝ck f├╝r St├╝ck auf, d.h. immer wieder mal kommen gewisse Themen zur Sprache inkl. den dann aufkeimenden Gef├╝hlen u. das ist ganz sch├Ân hart. Sehr oft gibt es noch harte Tage mit dementsprechenden Gedanken, ├ängste. Sterben kann ich jeden Tag, jederzeit - meine Entscheidung. Doch ebenso kann ich mich jeden Tag dazu entscheiden, es zu versuchen, dass es ein einigerma├čen guter Tag wird. Sollte ein unertr├Ąglicher Tag dabei sein, so habe ich Skills erlernt u. dann hoffe ich, dass der Tag bald um ist.
Ich finde es sehr gut, dass Du dir ├╝berlegst, in eine Klinik zu gehen u. mit professioneller Hilfe an deinen Themen/Problemen zu arbeiten, zu k├Ąmpfen u. zu versuchen, Dir ein St├╝ckchen besseres Leben zur├╝ckzuholen. Suche Dir deine Klinik gut aus, sprich mit deinem Hausarzt, hole Dir Tipps und dann w├╝nsche ich Dir das Beste auf diesem Weg !
LG RedRose

sabrina

Re: Klinikaufenthalt Traumatherapie "konzentriertere Behandlung"

Beitragvon sabrina » Fr 29. M├Ąr 2019, 18:43

Vielen lieben Dank f├╝r die ausf├╝hrliche Nachricht RedRose, die mich etwas mehr in Richtung station├Ąre Therapie weist.
Heute m├Âchte ich sagen, ist einer der wenigen Tage, wo ich auf den Fluss schauen konnte, ohne an meinen suizialen Impuls zu denken, mir hat das Glitzern, bei dem strahlenden Sonnenschein, sogar sehr gut gefallen.

Meine ├ťberlegungen hinsichtlich der Therapie gehen dahin, ob ich es denn Wert bin auch noch eine station├Ąren Aufenthalt in Anspruch zu nehmen. Immerhin bin ich im letzten Jahr davon ausgegangen mich von der Welt zu entfernen, um nicht noch mehr Leid in der Welt zu halten.
Au├čerdem bin ich mir nicht sicher, ob ich nicht komplett aus dem Berufsleben rausfliege, doch wenn ich ehrlich bin, bin ich das schon seit fast zwei Jahren.

Ich denke noch, du siehst,
ich w├╝nsche dir viel Lebenserf├╝llung und in kritischen Momenten, ja die gibt es sicherlich oftmals, eine R├╝ckbesinnung auf deine Kur,
danke f├╝r deine unglaubliche St├Ąrke, sch├Ân, dass du da bist,
Sabrina

sabrina

Re: Klinikaufenthalt Traumatherapie "konzentriertere Behandlung"

Beitragvon sabrina » Sa 30. M├Ąr 2019, 08:36

Meine ├ťberlegungen hinsichtlich der Therapie gehen dahin, ob ich es denn Wert bin auch noch eine station├Ąren Aufenthalt in Anspruch zu nehmen. Immerhin bin ich im letzten Jahr davon ausgegangen mich von der Welt zu entfernen, um nicht noch mehr Leid in der Welt zu halten.
bitte lasst mich meinen eigenen Satz korrigieren,
warum auch immer bei mir die Gef├╝hle der Wertlosigkeit immer noch vorhanden sind, ich bin im Wissen, dass dies unlogisch ist,
ich wei├č dass ich hiermit vergleiche und positioniere,
ich mich,
nicht die anderen, die mir ja die Therapie erm├Âglichen ;)
genau deshalb werde ich das Angebot annehmen,
danke nochmals Forum!

RedRose

Re: Klinikaufenthalt Traumatherapie "konzentriertere Behandlung"

Beitragvon RedRose » Sa 30. M├Ąr 2019, 10:36

Hallo Sabrina,
das mit dem Selbstwertgef├╝hl ist immer so eine Sache, ich denke, dass dieses Thema f├╝r viele Menschen ein gro├čes Problem ist. Mal geht's an einem Tag, mal ist ist man wirklich im Keller angelangt. Ein Kampf eben.
Du kannst gut reflektieren, auch Dich selbst. Das ist etwas wirklich Wertvolles u. wird Dich auf deinem (hoffentlich Lebens-)Weg weiterhelfen. Weil Du dich damals fast aufgegeben hast, hei├čt das nicht, dass Du den Kreislauf nicht durchbrechen kannst. Einfach wird es nicht werden (wenn Du in eine Psychosomatischen Klinik gehst), doch dass ist das Leben generell nicht. Du wirst dort Hilfe zur sp├Ąteren Selbsthilfe erfahren. Vor allem aber, wirst Du dich selbst besser kennenlernen, deine Bed├╝rfnisse, deine Grenzen u. auch, wie Dich andere sehen u. wahrnehmen. Und das weicht manchmal ganz sch├Ân von der eigenen Wahrnehmung ab. Dir wird bewusst (gemacht), dass Du doch ein wertvoller Mensch bist - und das st├Ąrkt dein Selbstwertgef├╝hl. LG RedRose


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