Nähe in der Therapie

BellaT

Nähe in der Therapie

Beitragvon BellaT » Mo 4. Dez 2017, 09:04

Hallo,


ich habe ja ein Problem mit Nähe, ich bin zwar locker und kontaktfreudig, aber so richtig lasse ich selten jemanden an mich ran.


Bie Freundschaften, die ich habe, haben auf jeden Fall eine Tiefe, aber wenn mich zum Bsp. etwas über meine Freundin bedrückt, bin ich nicht in der Lage das zu äußern..ich zieh mich dann zurück.

Ich nehme "komisches" Verhalten schnell persönlich und es wäre dann sicher gut, wenn ich das bei dem anderen das ansprechen würde, dass es mich verletzt/ irritiert hat- aber dann müsste ich ja meine Gefühle preisgeben und würde mich ja auch verletzbar machen...und das kann ich nicht.


Jetzt mache ich ja seit einer Weile eine Psychoanalyse und dort steht natürlich Beziehungsarbeit an erster Stelle.

Kommt mit der Analytiker zu nah, dann stoße ich ihn verbal schon sehr stark zurück.
Er meinte, ich kann einfach Gefühle in mir drinnen nicht aushalten, sie müssen sofort raus und weg.


Jetzt habe ich ihm heute vorgeschlagen, dass er ja immer wieder Nähe suchen kann und ich strenge mich an das dann auszuhalten.

Er meinte, warum das so einseitig sein muss und wir nicht beide Nähe anstreben könnten. Er würde mir sonst nur hinter herlaufen und ich würde ewig prüfen und mich nicht einlassen...ok hatter natürlich nicht Unrecht.


Ich weiß aber gar nicht wie das geht. Ich bin ja immer wie ich bin.
Dass wir zusammen wachsen, wenn ich da regelmäßig hinlaufe und ihm privates erzähle, das ist mir schon klar, aber das meint nicht die Nähe, die ich ihm gegenüber noch zulassen soll, also entsteht sie eben nicht, weil ich das nicht kann.


Ist das irgendwie verständlich??

Nun zu meiner Frage: Wie mache ich es, dass ich ihm näher komme und Nähe zulassen kann?

Ich erzähle ihm von Bsp aus meinem Umfeld, wie ich reagiere und es eigentlich müsste. Und er pocht dann immer so auf unserer Beziehung rum. Wenn ich sage, ich kann meiner Freundin schwer sagen (also aussprechen), dass ich sie "liebe" und ich habe Angst, sie stößt mich zurück, wenn ich sie kritisiere und nicht die perfekte Freundin bin. Dann sagt er, sie haben auch Angst, wenn Sie bei mir nicht perfekt sind, dass ich sie nciht mag und zurückstoße. Sie können ihrer Freundin Ihre Gefühle nicht mitteilen, und mir können Sie das auch nicht mitteilen, ich wäre der Letzte, bei dem Sie etwas zugeben würden, Sie zeigen sich mir nicht ganz und gar...


Ich kann mich mit ihm sachlich über fast alles unterhalten, aber er macht immer irgendwas, dass es mir unangenehm wird und ich trotzig werde und er holt mich ständig von meiner Sachebene runter...aber ich weiß dann gar nciht, wenn er mir meine Ebene weg nimmt, wo ich dann hin soll..ich kenne ja keine andere.

Und was zum Teufel, soll ich denn immer zugeben und zulassen? Wie macht man das?
Wie soll ich ihm denn näher kommen?

(als Antwort stelle ich mit eine adäquate Anleitung vor, die ich umsetzen kann, wie eine Formel in der Mathematik ..danke :whistle: also so wäre es mir am Liebsten )


Über ernsthafte Antworten wäre ich erfreut.

tja

Re: Nähe in der Therapie

Beitragvon tja » Mi 6. Dez 2017, 17:23

Ich glaube, dass man, wenn man mit sich selbst gut ist -sich also wert fühlt-das man dann auch Nähe zulassen kann. Wenn man Nähe zulässt, dann ist auch die Gefahr von Verletzungen größer.

Ein gewisses Selbstvertrauen fängt so etwas wieder auf.

Meine beste Freundin mag mich wie ich bin. Mit all meinen Macken und wenn ich mal am Rad drehe (oder etwas dämliches mache/sage), dann sagt sie mir das. Das soll sie auch! ;)
Ich liebe sie auch und das weiß sie.

Es auszusprechen geht auch. Wenn man jemandem sein Herz so weit öffnet- dann ist man wirklich verletzbar. Um das zu vermeiden, spricht man gewisse Dinge eben nicht aus. Das muß man auch gar nicht andauernd-man merkt es eben an vielen Dingen;)

Um aber Kritik (gerade von den Liebsten) wegstecken zu können, braucht man Selbstvertrauen.

DU bist so gut, wie du bist! Mit allen Ecken und Kanten (die ja nicht immer negativ sein müßen).

"Und was zum Teufel, soll ich denn immer zugeben und zulassen? Wie macht man das?
Wie soll ich ihm denn näher kommen?"



Das fängt mit winzigen Kleinigkeiten an! Dinge, die uns mitunter gar nicht so bewußt sind. Ein Lob annehmen z.B. Oder :"Ich freue mich so sehr dich zu sehen".

Ich kanns schlecht beschreiben..

Man macht sich eben immer mehr oder weniger verletzbar wenn man Gefühle zugibt/äußert.

Und...in Mathematik war ich nie gut :DD






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