Nähe in der Therapie

BellaT

Nähe in der Therapie

Beitragvon BellaT » Mo 4. Dez 2017, 09:04

Hallo,


ich habe ja ein Problem mit Nähe, ich bin zwar locker und kontaktfreudig, aber so richtig lasse ich selten jemanden an mich ran.


Bie Freundschaften, die ich habe, haben auf jeden Fall eine Tiefe, aber wenn mich zum Bsp. etwas über meine Freundin bedrückt, bin ich nicht in der Lage das zu äußern..ich zieh mich dann zurück.

Ich nehme "komisches" Verhalten schnell persönlich und es wäre dann sicher gut, wenn ich das bei dem anderen das ansprechen würde, dass es mich verletzt/ irritiert hat- aber dann müsste ich ja meine Gefühle preisgeben und würde mich ja auch verletzbar machen...und das kann ich nicht.


Jetzt mache ich ja seit einer Weile eine Psychoanalyse und dort steht natürlich Beziehungsarbeit an erster Stelle.

Kommt mit der Analytiker zu nah, dann stoße ich ihn verbal schon sehr stark zurück.
Er meinte, ich kann einfach Gefühle in mir drinnen nicht aushalten, sie müssen sofort raus und weg.


Jetzt habe ich ihm heute vorgeschlagen, dass er ja immer wieder Nähe suchen kann und ich strenge mich an das dann auszuhalten.

Er meinte, warum das so einseitig sein muss und wir nicht beide Nähe anstreben könnten. Er würde mir sonst nur hinter herlaufen und ich würde ewig prüfen und mich nicht einlassen...ok hatter natürlich nicht Unrecht.


Ich weiß aber gar nicht wie das geht. Ich bin ja immer wie ich bin.
Dass wir zusammen wachsen, wenn ich da regelmäßig hinlaufe und ihm privates erzähle, das ist mir schon klar, aber das meint nicht die Nähe, die ich ihm gegenüber noch zulassen soll, also entsteht sie eben nicht, weil ich das nicht kann.


Ist das irgendwie verständlich??

Nun zu meiner Frage: Wie mache ich es, dass ich ihm näher komme und Nähe zulassen kann?

Ich erzähle ihm von Bsp aus meinem Umfeld, wie ich reagiere und es eigentlich müsste. Und er pocht dann immer so auf unserer Beziehung rum. Wenn ich sage, ich kann meiner Freundin schwer sagen (also aussprechen), dass ich sie "liebe" und ich habe Angst, sie stößt mich zurück, wenn ich sie kritisiere und nicht die perfekte Freundin bin. Dann sagt er, sie haben auch Angst, wenn Sie bei mir nicht perfekt sind, dass ich sie nciht mag und zurückstoße. Sie können ihrer Freundin Ihre Gefühle nicht mitteilen, und mir können Sie das auch nicht mitteilen, ich wäre der Letzte, bei dem Sie etwas zugeben würden, Sie zeigen sich mir nicht ganz und gar...


Ich kann mich mit ihm sachlich über fast alles unterhalten, aber er macht immer irgendwas, dass es mir unangenehm wird und ich trotzig werde und er holt mich ständig von meiner Sachebene runter...aber ich weiß dann gar nciht, wenn er mir meine Ebene weg nimmt, wo ich dann hin soll..ich kenne ja keine andere.

Und was zum Teufel, soll ich denn immer zugeben und zulassen? Wie macht man das?
Wie soll ich ihm denn näher kommen?

(als Antwort stelle ich mit eine adäquate Anleitung vor, die ich umsetzen kann, wie eine Formel in der Mathematik ..danke :whistle: also so wäre es mir am Liebsten )


Über ernsthafte Antworten wäre ich erfreut.

tja

Re: Nähe in der Therapie

Beitragvon tja » Mi 6. Dez 2017, 17:23

Ich glaube, dass man, wenn man mit sich selbst gut ist -sich also wert fühlt-das man dann auch Nähe zulassen kann. Wenn man Nähe zulässt, dann ist auch die Gefahr von Verletzungen größer.

Ein gewisses Selbstvertrauen fängt so etwas wieder auf.

Meine beste Freundin mag mich wie ich bin. Mit all meinen Macken und wenn ich mal am Rad drehe (oder etwas dämliches mache/sage), dann sagt sie mir das. Das soll sie auch! ;)
Ich liebe sie auch und das weiß sie.

Es auszusprechen geht auch. Wenn man jemandem sein Herz so weit öffnet- dann ist man wirklich verletzbar. Um das zu vermeiden, spricht man gewisse Dinge eben nicht aus. Das muß man auch gar nicht andauernd-man merkt es eben an vielen Dingen;)

Um aber Kritik (gerade von den Liebsten) wegstecken zu können, braucht man Selbstvertrauen.

DU bist so gut, wie du bist! Mit allen Ecken und Kanten (die ja nicht immer negativ sein müßen).

"Und was zum Teufel, soll ich denn immer zugeben und zulassen? Wie macht man das?
Wie soll ich ihm denn näher kommen?"



Das fängt mit winzigen Kleinigkeiten an! Dinge, die uns mitunter gar nicht so bewußt sind. Ein Lob annehmen z.B. Oder :"Ich freue mich so sehr dich zu sehen".

Ich kanns schlecht beschreiben..

Man macht sich eben immer mehr oder weniger verletzbar wenn man Gefühle zugibt/äußert.

Und...in Mathematik war ich nie gut :DD

gnu

Re: Nähe in der Therapie

Beitragvon gnu » Mo 11. Dez 2017, 10:08

BellaT hat geschrieben:
"Ist das irgendwie verständlich??"


Nö !

Wo Du Dich wegen des "Verletzbarmachens" sorgst, ist das bis da hin ersteinmal völlig normal. Kein Mensch ist gerade verletzbarer als auf dem Op-Tisch des Chirurgen. Bei Seelenklempnern nicht anders. Aber dann eben auch nur für diese Zeit der jeweils anstehenden Operation resp. Therapiesitzung. Hiernach setzen dann sofort wieder die Selbstheilungskräfte ein. Mit denen hat IMHO der Therapeut genauso zu "kalkulieren" wie auch der Chirurg nicht so viel wegschneiden darf, daß dieses nachher vielleicht gar nicht erst mehr möglich wäre.

Und so, wie der Chirurg keine "Nähe" für seine Arbeit braucht, so muß das doch auch in der Analyse nicht sein. Dieses ist eben der Punkt, wo ich nicht verstehen kann, worauf der Deine da nun immer hinaus will.
Auch wenn mir ein Handwerker in der Wohnung etwas richtet, suche ich doch da keine "Nähe" aufzubauen. Entweder versteht der sein Fach, oder eben nicht.

... und ich muß wiederum nur soweit verstehen, was er mir nachher sagt, wie ich mit der neuen Installation umzugehen habe, daß ich weiß, wie ich die Schalter betätigen muß, um es zu benützen.
Paßt, übertragen, durchaus auch auf das Ergebnis einer Therapie, finde ich.

Wichtig wäre doch wohl einzig, daß er erkennt, was Dein Problem ist, und Dir günstigenfalls Wege aufzeigt, wie Du es abstellen oder eben damit leben lernen könntest.

Nachher hätt' er halt auf Verhaltenstherapeut lernen sollen, wenn er das dann also offenbar mit Dir auch alles gleich noch trainieren möchte.

Gut, wo er merkt, daß Du etwas zurückhältst vielleicht, dann wäre schon verständlich, daß er gerade dort nachher eben bohrt. Aber das geht doch alles auch ohne diesen "Beziehungs"-Quatsch.

Wo mir ein Mann bspw. sein Leids gesteht, er könne bei Frauen nicht landen, dann sag' ich dem doch auch nicht: "Ach kommen Sie, das üben wir dann am besten gleich dort mal auf der Parkbank; die scheint mir dafür breit genug."

Was Du da Deine "Sachebene" nennst, da kann ich verstehen, daß er wohl wollen wird, daß Du eben den Bezug zu Deinen Gefühlen - über das Einlassenkönnen dann - finden sollst.
Aber doch wohl nicht über und auf seine Person bezogen dann!

Einer von Euch beiden hat da etwas ziemlich falsch verstanden, fürcht' ich.

Oh, wärest Du doch nur zu einer Frau gegangen ...

Obwohl ... sicher kann man sich ja da heutzutags auch nicht mehr sein ...

Ähm ... und tja

tja hat geschrieben:
"Ich freue mich so sehr dich zu sehen".


... wo frau ihren Therapeuten erst einmal schon Duzt, ist eh alles verloren ...
Bella hatte gefragt, wie sie sich ihm gegenüber verhalten soll. ;)

rah

Re: Nähe in der Therapie

Beitragvon rah » Mi 13. Dez 2017, 16:59

Wie ist es denn mit der Nähe in der Partnerschaft, BellaT? Ich gebe zu, ich frage aus Eigeninteresse, ich hab nämlich dasgleiche Problem - denke ich, jedenfalls habe ich ein Nähe-Problem.

BellaT

Re: Nähe in der Therapie

Beitragvon BellaT » So 17. Dez 2017, 12:01

danke für eure beiden Antworten.


Es ist natürlich klar, dass man nicht bei jedem seine Gefühle auf den Tisch legen sollte. Manche, wie Freunde, lässt man an sich heran und andere eben auch legitimerweise nicht.

Ich kann das aber nicht mal gut bei Freunden. Was mir dabei hilft, mit ihnen trotzdem seitlich schon recht eneg beziehungen zu führen, ist, dass ich weiß, ich kann sie ja jederzeit wieder weg schicken. Bei meinem Mann ist das dann anders, den hab ich ja für immer und da scheinen mir solche Momente der ganz nahen Nähe gefährlicher.

Ich brauch brauch immer die Sicherheit auf Distanz gehen zu können, notfalls acuh mit einer Trennung.


Wenn mir etwas komisch wird, dann bin ich oft nicht so richtrig in der Lage das zu retten. Ich müsste ja hingehen und meine "Verzweiflung" zugeben und dann säge ich den anderen eher ab als mich da abhängig zu machen.

Und das ist eben mein Problem, warum ich mir auch selber wünsche einfach mal schwach sein zu können, wäre im Alltag manchmal besser, wenn man es ab und zu könnte.


Tjej, du hast Recht, natürlich kann man das alles besser aushalten und stürzen mich Kritik / komische Situationen nicht gleich in Verzweiflung, wenn ich Selbstbewusstsein hätte ich nicht über alles dann zweifeln nachsinnen müsste.

Hab ich aber nicht wirklich.


Ich habe ihn gefragt, wie ich mein Selbstwertgefühl aufbauen könnte, da mit ich sicherer im nahen Umgang mit anderen bin.
Jetzt kommt´s: Er meinte wieder, wenn ich hier Nähe zulassen könnte und sehen würde, dass er mch nicht zurück stößt, dann würde das mein Selbstbewusstsein aufbauen. Also sei mir nah und die Nähe wird dich heilen.


Immer alles über diese Nähekiste.....das macht mich ganz wahnsinnig.

Ich sagte ihm in der vorletzten Stunde, dass ich mich über seine Äußerungen geärgert habe und seine Reaktion: Aber Sie ahben an mich gedacht! (So jetzt hat er den Beweis :roll: ) Ich sagt: Natürlich habe ich an Sie gedacht, ich habe mich ja furchtbar über sie geärgert.

Er meinte dann, ich solle ihm Bescheid geben, wenn sich meine Emfpindungen zu ihm ändern und ich soll dann ALLES (was zum Teufel alles???) ansprechen...
Ich sagte, ich solle ihm sagen, wenn ich wieder bockig auf ihn bin? Er: nein, das meinte ich eigentlich nicht, Sie wissen schon, was ich meine...wtf?



Er will mich mit seiner Nähe oder unserer nahen Beziehung( die es nciht gibt) heilen..

Wenn ich ihm sage, wir sollen mal nach Möglichkeiten schauen, wie ich das anders machen könnte, sagt er immer irgedwas, was die Situation auf in und mich wirft.
Ich hab ja das Problem außerhalb oder generell und nicht seinetwegen.


Egal was für ein Beispiel ich anbringe, mpnzt er das sofort auf sich um. Und bei mir haben Sie auch diese Befürchtungen/ Ängste etc...ich sage: nö, ich meinte das jetzt auf den und den bezogen...

Ich sage, ich passe mcih anfangs zu sehr an andere an- er: oh Sie passen sich hier zu sehr an mich an und haben Angst, dass ich dann blabla....ich sage NEIHEIN, ich meinte das jetzt bei meiner Freundin...


Wir können doch nur das analysieren, was entweder wirklich in der Therapie zwischen uns passiert oder ich ihm erzähle und nciht das, was NICHT in der Therapie sondern mir außerhalb geschieht...


Er drängt ja dauernd auf die Nähe zwischen uns, die ich ihm jetzt mal zukommen lassen soll, denn er würde mir nicht ewig hinterher rennen und ich solle auch auf ihn zugehen und zulassen und offen aussprechen, was dann da ist, wenn es dann endlich da ist und wenn es nciht da ist (und ich ihn nicht vermisse - seine Worte) dann zeigt das nur, dass die Therapie noch nicht so weit fortgeschritten ist...sagt er.

ich versteh ihn nicht, alle Probleme, die ich habe, werden sich lösen, wenn ich ihn endlich an mich ranlasse..so scheints nach ihm...


Ich habe ihm heute gesagt, dass ich denke, dass er ein narzisst ist, der immer auf dieses "ich bin dem Patienten fruchtbar wichtig" aus ist und sich daran einen Narzistischen Gewinn raus zieht. Er will alle dazu bringen ihn ja anzuhimmeln und dann wird es [strike]ihm[/strike] ihnen besser gehen...

Er meinte, warum ich meine, dass es ihm gefallen würde, wenn die Patienten in anhimmeln. Ich sagte, das gefällt jedem, sagen Sie nicht Ihnen ist es egal.
Er: Und was wäre dabei, dass es ihm gefällt.


????

Was will der verdammt nochmal?

Und wie lerne ich mein Selbstbewusstsein zu steigern.
Wie er es meint, indem mir alle nachrennen und mich unsere Naheziehung heilt, das ist doch Quatsch. Es rennen mir genug hinterher und da find ich auch immer genug Ausreden, warum ich es dann doch nicht glauben kann.
Was nützt mit einer mehr, der mich nciht ablehnt, hilft doch bei den andern Leuten auch nicht viel.

Ich sagte ihm, ich analysiere hier meine Probleme alleine und suche nach Lösungen, er soll gefölligst auch was machen, dafür ist er ja da.

Luisa

Re: Nähe in der Therapie

Beitragvon Luisa » Di 19. Dez 2017, 18:22

Hallo BellaT,

ehrlich gesagt ein Therapeut der ständig mit diesem Thema kommt, wäre mir suspekt. Ich hatte auch mal so einen und fand das höchst lästig, hatte immer das Gefühl man kommt gar nicht zum Kern es geht immer wieder nur um die Beziehung" dort. Grade in der Konstellation Mann - Frau finde ich sollte man dieses Thema nicht überstrapazieren.
Habe ja schon einige Therapeuten "verschlissen" :lol: es dauert eben bis man jemanden findet der zu einem passt.
Jetzt habe ich eine Thera gefunden, mit der es von Anfang an unkompliziert und gelöst war und da steht das Thema Nähe gar nicht im Focus, denn die entwickelt sich von allein, wenn alles Drumherum in der richtigen Schwingung ist.

Gold
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Re: Nähe in der Therapie

Beitragvon Gold » Sa 23. Dez 2017, 19:24

"Jetzt habe ich ihm heute vorgeschlagen, dass er ja immer wieder Nähe suchen kann und ich strenge mich an das dann auszuhalten."


:shock:

Never ever ! Denkt Euch Aufgaben aus, die Du jeweils zwischen Deinen Sitzungen zu bewältigen versuchst. OHNE Deinen Therapeuten. Nichts stelle ich mir schlimmer vor, als mit der oder dem noch in irgendwelchen Gefühlsdingen verwurschtelt zu sein. Es sein dann, man sucht mehr als die reine professionelle Hilfe. Für einen Profi sollte sowas eigentlich auch tabu sein.

BellaT

Re: Nähe in der Therapie

Beitragvon BellaT » Di 26. Dez 2017, 19:17

Hallo rah,

ich dachte in Beziehungen immer, ich bin dem anderen nah.

Ich dachte auch immer, was ich an Gefühlen zugelassen habe (nämlich so gut wie nichts), dass das auch normal ist, so wie ich es eben nur kenne.

Seitdem ich nun gelernt habe Gefühle zu zulassen, hab ich zum ersten Mal begriffen, was es überhaupt heißt, Gefühle richtig zu spüren.


Und so ist das mit der Nähe in Beziehung zu meinem Mann auch.
Wenn ich die Beziehung zu meinem Sohn anschaue, dann muss ich zugeben, derjenige der mir wirklich ganz nah kommen darf, ist einzig mein Sohn.


Ich hab ja einen ziemlich rationalen Mann, einen andern könnte ich mit meiner Näheangst gar nicht aushalten. 8) Und da hab ich manchmal die Befürchtung, wenn cih nciht coll bin und auch Oberwasser habe, dann würde der mich vielleicht überrobben. Wenn ich ihm zu sehr hinterher renne, nutzt der es vielleicht aus.

Keine Ahnung ob es dann so wäre, hab ich ja ncoh nicht probiert.

Je ferner mir jemand ist umso näher kann ich dann kommen, sucht er dann Nähe, gehe icha uf Distanz. Mein Mann hätte gern mehr Nähe, hat sich aber damit abgefunden, dass ich nie bedürftig erscheine...ihv verwundert es, dass ich jetzt ab und an mal in den Arm genommen werde möchte, aber nciht zu lang :D


Es ist natürlich schwierig zu erwarten, dass der andere genau immer dann erspürt, wenn man mal ausnahmsweise Nähe möchte. Das macht meine Sehnsucht nach Schwachsein und Nähe noch größer, dass ich es eben nicht zeigen kann und nie kriege, wenn ich es wirklich brauche.
Aber ich kann das gut übe anderen Sachen kompensieren und es ist kein Hindernis für eine glückliche Ehe, man muss nicht den ganzen Tag Händechenhaltend dasitzen und sich Gedichte vortragen um glücklich zu sein, mein mann zum Glück auch nicht..

tja

Re: Nähe in der Therapie

Beitragvon tja » Sa 30. Dez 2017, 11:22

Das war natürlich nicht auf den Therapeuten bezogen, sondern eher für den privaten Bereich gedacht :D

BellaT

Re: Nähe in der Therapie

Beitragvon BellaT » Di 2. Jan 2018, 11:36

@ Luisa was meinst du mit verschlisse? Was war denn letzendlich bei dir das Problem, was der Therapie den Garaus gemacht hat?


@ Gold danke für deine Antwort, das stimmt schon sehr. Es ist besser ich übe an Freunden und ich frage ja auch immer bei den Bsp meines Alltags und sage ja selber schon Lösungen an...und er holt das dann immer zu uns in die Therapie die Themen und will sie auf sich übertragen haben

Mit kommt es manchmal vor wie ein Auslosen, wer wem hinterher rennt.

Ich will nicht mit Gefühlen verwurschtelt sein, ich mag ja sowieso nicht so richtig Gefühle ansich. Und ich suche auch keinen zum unprofessionelle sachen machen, das kann ich genug woanders haben, wenn ich es wollte.

Ich versteh ihn auch nicht.


Wenn ich ihn frage, was er immer meint, welche Gefühlsstände ich unbedingt mit ihm besprechen sollte, sagt er entweder, ich wüsste was ich meine und wenn ich sage, definieren sie die jetzt genau, sagt er dann, er meint alle ihn betreffend. Was ist denn immer so wichtig ihn betrffend. Ich erläutere doch eigentlich mehr mit ihm meine Probleme außerhalb der Theraie.

Bald haben wir wahrschienlich auch eines innerhalb der therapie, wenn der mich weiter so nervt.
Er meinte, wenn es mir hier nicht gefallen würde, wäre ich ja schon längst weg, bei meinem Temperament :roll:

rah

Re: Nähe in der Therapie

Beitragvon rah » Sa 6. Jan 2018, 16:38

Das kann ich alles genauso unterschreiben, wie du es mir erklärt hast! (außer dass ich in der Lage bin es zu kompensieren, ich suche den ganzen tag nach harmonie, obwohl ich weiß, das geht ja gar nicht......).

Aber das mit deinem Thera finde ich arg suspekt! Er muss doch merken, dass er mal woanders ansetzen sollte.......
Es erinnert mich ein wenig an meine strange Theratante.....zu der ich ja ursprünglich wegen EMDR ging und die mir drei Jahre lang vorgehalten hat, dass ich noch nicht so weit wäre, sie so nah an mich heranzulassen........
Bei einem Mann als Therapeuten hat das für mich noch nen bittern Beigeschmack, wenn er ständig "über euch" in einer Beziehungsposition reden möchte.

BellaT

Re: Nähe in der Therapie

Beitragvon BellaT » Di 9. Jan 2018, 18:22

rah harmoniebedürftig bin ich natürlich auch ohne Ende, obwohl mir hin und wieder bei der ganze Anpasserei und Rücksichtnahme auch der Kragen platz, ich dann aber relativ zeitnah sachte angekrochen komme, in der Angst jemand könnte mir böse sein.

Oder ich breche den Kontakt ab, wenn es mir zuviel wird.

Ich hole mir meine Portion Liebe trotzdem noch und bekommen zum Glück viel zuspruch und werde hofiert. Dann genieße ich kurz, dass es so ist, zweifle es an und heb mir ein ganz kleines Stück auf, dass es mein herz erwärmt und zeig natürlich niemaden, dass ich mir was daraus mache.

Ich habe einen ganz charmanten Freundeskreis und der und meine Kolleginnen mögen mich schon sehr, das merke ich schon, aber es hält nciht so lange vor, irgendwie geht es in meine Birne nicht rein, dass ich liebenswürdig bin. Bei Komlimenten schrecke ich zurück und geh auf Abstand. Ich habe jetzt wenigstens gelernt, dann einfach nur danke zu sagen.

Aber das mir die anderen ihre Wertschätzung zeigen, mich drücken und küssen und in der Nähe haben wollen, befriedigt ja etwas meine Sehnsucht nach Nähe.
Auch wenn ich dann zweifle und sie solange nicht aushalte, deswegen nähert es mich auch nicht richtig und die Sehnsucht und die Selbstzweifel bleiben.

Gold
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Registriert: Sa 20. Mai 2017, 08:56

Re: Nähe in der Therapie

Beitragvon Gold » Fr 12. Jan 2018, 19:38

Mir riecht das alles zu sehr nach Beziehungsanbändelung. In erster Linie sollte eine Therapie eine rein geschäftliche Basis besitzen. Fertig. Wenn er zu tiefe Gefühle Deinerseits vermutet oder seinerseits festgestellt hat, sollte das klar kommuniziert werden. Das im Rahmen der Therapie jedoch dann weiter zu beackern, halte ich für wenig hilfreich.

gnu

Re: Nähe in der Therapie

Beitragvon gnu » Mi 17. Jan 2018, 18:49

Ach was!

Den reizt nicht BellaT ...

... sondern die offenbar erkannte Möglichkeit, auf diesem Wege über sie, ein ganzes Forum "ausdeutungswilliger" Küchen- und sonstiger Hobby-Psychologen in Erregung zu halten. :D

Lara

Re: Nähe in der Therapie

Beitragvon Lara » Sa 20. Jan 2018, 09:57

Ich hab bei meinem Psychoanalytiker diese Woche Rotz und Wasser geheult und kindisches Zeugs geredet. Das musste irgendwie raus und es war mir möglich, weil ich zu meinem Therapeuten keine Nähe spüre, sondern das Vertrauen habe, dass er die Kompetenz und das Einfühlungsvermögen besitzt mir zu helfen.

Zu meinem Verhaltenstherapeuten vor ein paar Jahren habe ich eine Nähe gespürt. Ich fand ihn attraktiv und als ich nach drei Jahren nochmals kam, hat sich in seinem Verhalten mir gegenüber etwas geändert. Es ist persönlicher geworden. Ich fühlte mich schnell angegriffen oder wurde es vielleicht auch.
Er verstand meine Probleme nicht mehr, sagte ich wäre arrogant. Zu dem drängensten Problem damals, nämlich meiner riesengroßen Schuldgefühle, die mich vom Studium abhielten sagte er, das würde immer so sein.

Mein bester Freund hat mich von diesem Verhaltenstherapeuten weggeholt. Ich landete bei meinem jetztigen Psychoanalytiker. Der hat mir dann die Sache mit den Schuldgefühlen erklärt und Rollenspiele mit mir gemacht. Seither geht es mir diesbezüglich gut.

Wenn ich grad so drüber nachdenke, dann meine ich, dass ich gerade dadurch, dass ich keine Nähe zu meinem Anayliker empfinde, ich in der Lage bin dort mein Inneres herauszulassen.

Es erscheint mir geradezu vernünftig. Wenn ich jemanden kennenlerne, dann baut sich die Nähe doch langsam auf. Das kann man nicht in einen einstündigen Wochentermin pressen, bei dem der eine dafür bezahlt wird. Andersrum: Wenn wirkliche Nähe zwischen Analytiker und Klient möglich wäre, dann müssten die ganzen Therapeuten mit ihren Klienten weiter "befreundet" sein und die Nähe pflegen, oder?

Nein... Ich möchte keine Nähe zu jemandem, der sich mit mir trifft, weil das die Krankenkasse bezahlt....

Liebe BellaT, kann es sein, dass Du versuchst diesen Analytiker unter Kontrolle zu halten, damit er Dich nicht verletzt? Und kann es sein, dass dieser sich sagen wir mal im günstigsten Falle ungeschickt anstellt?






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