Psychologe, Psychotherapeut, Psychiater oder Neurologe? Zu wem

Angst

Psychologe, Psychotherapeut, Psychiater oder Neurologe? Zu wem

Beitragvon Angst » Di 10. Apr 2018, 13:32

Huhu ihr lieben,

Ich habe eine Angststörung. Nun will ich es endlich wieder anpacken und mit jemanden sprechen, der mir helfen kann.

Meine Frage ist nur, an wen soll ich mich wenden?
Nehme ich nen Psychologen? Nen Psychotherapeuten, Psychiater? Oder gar erstmal den Neurologen?
Irgendwie weis man in dem Wald der Bezeichnungen gar nicht was man machen soll. Und dann dazu wieder zu warten, bis mal einer einen Termin frei hat.
Soll ich einfach mal bei allen möglichen in der Nähe versuchen um irgendwo schnell auf die Liste zu kommen.
Ich weis nicht wie und was und wo :wirr:

sumsum

Re: Psychologe, Psychotherapeut, Psychiater oder Neurologe? Zu wem

Beitragvon sumsum » Mi 11. Apr 2018, 16:51

Ein Neurologe sollte auch gleichzeitig Psychiater sein .. am besten aber zusätzlich psychotherapeut. ich empfehle immer einen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Die haben einen umfassenden Plan.

Psychologen müssen nicht zwingend Psychotherapeut sein und viele haben keine Kassenzulassung. Ein nicht ärztlicher gut ausgebildeter Therapeut wäre der Psychologische Psychotherapeut, aber der darf keine medis verschreiben. Dann gibt es noch Heilpraktiker für Psychotherapie aber die zahlt man auch privat und die Ausbildung ist nicht so der Bringer.

Offtopic: Und dann gibts noch psychologische Berater ... Finger von lassen, denn so kann sich jeder nennen. Aber die dürfen auch nicht "heilen". :thumbdown:

Angst

Re: Psychologe, Psychotherapeut, Psychiater oder Neurologe? Zu wem

Beitragvon Angst » Do 12. Apr 2018, 20:29

hm, danke sumsum,

hab jetzt erstmal einen Termin für nächste Woche bei einem, der ist Neurologe und Psychologe, mal sehen wie das wird, was er so sagt. Dann schau ich aber noch bei Zweien, bei denen ich schon mal vor langem war, sie ist glaube ich, Psychiater und er ist ein ein Psychotherapeut. Hauptsache erstmal Termin bekommen und dann sehen wer am besten hilft und wie es weiter geht. Verhaltenstherapie, Muskelrelaxtion, oder was mir empfohlen wird, was ich brauche.

sumsum

Re: Psychologe, Psychotherapeut, Psychiater oder Neurologe? Zu wem

Beitragvon sumsum » Sa 14. Apr 2018, 14:09

Muskelrelaxtion kann man auch sehr gut alleine mit CD lernen. Bei mir wirkt das so gut das ich zum Ende hin wegpenne, dann lässt man die "Aufwachsequenz" auf der Cd einfach weg und kann es auch gut als Einschlafhilfe nutzen ..

Klara Gedanke

Re: Psychologe, Psychotherapeut, Psychiater oder Neurologe? Zu wem

Beitragvon Klara Gedanke » So 22. Apr 2018, 21:54

Hallo "Angst",
ich ergänze ein wenig zu dem, was schon geantwortet wurde, vielleicht hilft's dir durch den "Dschungel".
Also... :)

Hast du eine (von einem Arzt oder Psychologen) aktuell diagnostizierte Angsterkrankung?
Wenn nein, sollte die erste Anlaufstelle jemand sein, der befähigt ist, eine gute Diagnostik zu machen. Deine Krankenkasse hilft dir weiter!
Sie haben Listen über entsprechende Fachleute und können dir alle nennen, bei denen sie eine Diagnostik und Behandlung übernehmen und zum Teil auch, wie lange bei welchem Therapeuten die Wartezeiten sind.
Wende dich an einen Psychiater oder psychologischen Psychotherapeuten von der Liste der Krankenkasse und frage gezielt nach Diagnostik von Angsterkrankungen.
In passenden Fragebögen, Test, Interviews kann so gut herausgefunden werden, welche Therapie am besten für dich wirksam ist (gibt ja nicht nur eine Angsterkrankung und die Behandlungen unterscheiden sich zum Teil massiv!). So bekommst du auch die Sicherheit, dass sich nicht weitere Erkrankungen "eingeschlichen" haben (Als Komorbidität bezeichnet man vor allem in der Psychologie das Auftreten zusätzlicher Erkrankungen im Rahmen einer definierten Grunderkrankung. Die zusätzlichen können mit Grunderkrankung zusammenhängen (kausale Folgeerkrankung) oder unabhängig von dieser auftreten)
Oft wird "drauf los therapiert" und der Patient verliert wertvolle Zeit, weil einfach nicht richtig hingeguckt wurde. (z.B.: Hinter mancher Depression "versteckt sich" eine PTBS, generalisierte Angststörungen werden durchschnittlich erst nach 7 Jahren richtig diagnostiziert, usw.).
Gute Diagnose = höhere Chance der Heilung/Besserung durch passend gewähltes Therapieverfahren, passenden Therapeuten

Mit einem Psychiater kannst du darüber sprechen, welche Möglichkeiten es gibt, die Erkrankung medikamentös zu behandeln und sie dir von diesem verschreiben lassen. Viele Psychiater arbeiten auch psychotherapeutisch.
Bei einem Psychotherapeuten erarbeitest du (je nach Therapieverfahren gibt es unterschiedlichen theoretischen Grundannahmen und zum Teil eingesetzte Methoden), eine Veränderung deines Zustandes ohne Medikamente. Manchmal ist eine medikamentöse Behandlung vor Aufnahme einer Psychotherapie sinnvoll, um u.a. die Therapiefähigkeit zu verbessern.


Psychiater: Medizinstudium + Facharztausbildung für seelische Erkrankungen
Neurologe: Medizinstudium + Facharztausbildung Diagnostik, Therapie und Rehabilitation von Erkrankungen des Nervensystems
Psychologe: Psychologiestudium (Diplom, Neu: Bachelor, Master of Science Psychologie)
Psychotherapeut: Ärztlicher Psychotherapeut = Sammelbezeichnung für approbierte Mediziner + psychotherapeutische Qualifikation,
Psychologischer Psychotherapeut = Psychstudium + Therapeutenausbildung
Nur Mediziner dürfen Medikamente empfehlen und verschreiben.
Nicht jeder Psychologischer Psychotherapeut hat eine kassenärztliche Zulassung. Heißt: die Kosten müssen hier vom Patienten übernommen werden.
Zurzeit bekommt nur jemand eine Zulassung der seine Therapieausbildung in Tiefenpsychologie oder Verhaltenstherapie gemacht hat. Andere Therapieverfahren haben keine kassenärztliche Anerkennung (im Erwachsenenbereich).

Im Internet
findest du auch kurz und knackig Infos zu Erstkontakten zu Psychotherapeuten, von wegen Wartezeit und so. Da hat sich viel geändert seit einem Jahr!

Und guck mal auf der Seite der Psychotherapeutenkammer deines Bundeslandes. Da gibt es alles an Infos, die das Herz begehrt :)

Ich hab jetzt viel vielleicht technisch klingendes Zeug geschrieben... für deine Wahl aber mindestens genauso wichtig, halte ich die emotionale Komponente. Der Arzt/Therapeut kann noch so eine tolle Ausbildung, das passende Therapieverfahren usw anbieten: wenn es nicht passt zwischen euch: lass es, such dir jemand anderen!
Und wenn du weiterlesen magst: Wie und warum Psychotherapie erfolgreich ist:
Internet


Ich drück dir die Daumen, dass du bald jemand passendes findest!
Voll toll, dass du es erneut in Angriff nimmst :)
Alles Gute, Klara






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