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was ist EMDR?

Jasmin

was ist EMDR?

Beitragvon Jasmin » Sa 3. Aug 2013, 18:37

Ich war heute in einer Beratungsstelle und die Therapeutin erkl├Ąrte mir ich solle mir eine Kollegin suchen die in EMRT ausgebildet ist.
Was bedeutet das, und was macht sie so besonderes ?

dermeista

Re: 'was bedeutet EMRT ?

Beitragvon dermeista » Mo 5. Aug 2013, 13:17

Also,ich meine, da├č mit der Abk├╝rzung emrt die Magnetfeld-Resonanz-Stimulations-Therapie gemeint ist. Ist ein Naturheilverfahren und soll wirksam sein bei: Morbus Bechterew, Osteoporose, Arthrosen und anderen Wirbels├Ąulen-Erkrankungen, Stoffwechsel- und Heilungsfunktionen.

Jasmin

Re: 'was bedeutet EMRT ?

Beitragvon Jasmin » Di 6. Aug 2013, 09:52

Dann hab ich die Abk├╝rzung wohl falsch verstanden. Da ging es eher um Traumatherapie. Trotzdem danke.

Daisy

Das Ganze hei├čt EMDR

Beitragvon Daisy » Sa 10. Aug 2013, 16:21

Hallo!
Das Ganze hei├čt EMDR. Ich hab mal einen kleinen Erfahrungsbericht geschrieben, falls es Dich noch interessiert. Ich kopier ihn mal hier rein:

"vorgestern hatte ich meine erste EMDR- Sitzung und ich dachte mir, vielleicht interessiert Euch, was bei dieser Therapiemethode passiert und worum es eigentlich geht.
M├Âglicherweise entdeckt ja noch der ein oder die andere, dass es hilfreich sein k├Ânnte.

EMDR bedeutet "Eye Movement Desensitization and Reprocessing" und ist eine von Francine Shapiro entwickelte Methode zum Verarbeiten von traumatischen Erfahrungen aller Art.

Da meine Panikattacken ja nun auf bestimmte traumatische Ereignisse in meiner Kindheit zur├╝ckzuf├╝hren sind, dachte mein Therapeut, dass EMDR eine gute Methode sein k├Ânnte, um mit mir Fortschritte zu erzielen.

Bevor es richtig losging, gab es eine Vorbereitungsphase.
Ich musste einen Fragebogen ausf├╝llen, in dem nach meinen dissoziativen Erfahrungen gefragt wurde. Also ob ich meine Gef├╝hle und meine Pers├Ânlichkeit von der Umwelt abspalte (man f├╝hlt sich zum Beispiel vom eigenen K├Ârper getrennt oder erinnert sich nicht mehr an Dinge, die man getan oder gemacht hat). Dann darf man EMDR nicht anwenden, da diese Symptome dadurch verst├Ąrkt werden k├Ânnen.

Au├čerdem bekam ich eine Handreichung mit nach Hause, in der die Methode gut erkl├Ąrt wurde. Ich sollte die 10 sch├Ânsten und die 10 schlimmsten Erinnerungen meines Lebens darin festhalten. Zus├Ątzlich sollte ich die Ressourcen aufschreiben, die mir Kraft geben.

Gar nicht so einfach... Ich bin ja nicht auf den Mund gefallen und schriftlich formulieren war mir auch noch nie ein Problem. Aber Gef├╝hle und Bilder schriftlich festzuhalten, die sich bisher nur in meinem Kopf befunden haben, war ganz sch├Ân schwierig.

Was war positiv? Was habe ich dabei f├╝r positive Kognitionen ├╝ber mich selbst?
Was war wirklich so schlimm, dass es in die Liste der 10 schlimmsten Dinge hineingeh├Ârt?
Ich habe ganz schn lange ├╝ber dieser Liste gesessen und erstmal sind mir jeweils nur 5 oder 6 Sachen eingefallen.
Prompt bekam ich beim n├Ąchsten Termin einen R├╝ffel, dass das ja noch mehr werden m├╝sse.

Ok, also nochmal hingesetzt und nachgedacht.
Den Termin f├╝r die Bearbeitung des ersten schlimmen Bildes hatten wir schon vereinbart.

Ich bin zu dieser Stunde mit sehr gemischten Gef├╝hlen gegangen, denn wie ich ja schon einmal erw├Ąhnte, wei├č ich nicht so recht, was ich von meinem Therapeuten halten soll.
Ich war aufgeregt und nerv├Âs.
Der Termin fand au├čerhalb der normalen Praxiszeit statt. Es war niemand mehr da. Auch die meizinische Fachangestellte verabschiedete sich in den Feierabend.

Dann ging es los.
Mein Therapeut ├╝berflog noch einmal meine Liste ("Warum hab ich mir eigentlich so eine M├╝he damit gegeben, wenn er eh nur sporadisch draufguckt?!?" *├Ąrger*) und setzte sich dann mir gegen├╝ber. Wir haben herausgearbeitet, was der zentrale Satz meines Traumas ist und welcher Satz, welche positive Annahme ├╝ber mich selbst, eigentlich an dieser Stelle stehen sollte.

EMDR basiert auf der Annahme, dass nach einer traumatischen Erfahrung die Bilder des Erlebten in der rechten Hirnh├Ąlfte gespeichert werden. Da aber das Sprachzentrum in der linken H├Ąlfte liegt und bei einer solchen Erfahrung aktiv unterdr├╝ckt wird, kann man das Geschehene nicht inWorte fassen, bekommt keinen Zugang und kann es nicht verarbeiten. ("Aha, deswegen fiel mir das mit dem Aufschreiben so schwer.")

In einer EMDR-Sitzung sollen nun beide Hirnh├Ąlften miteinander synchronisiert werden, indem man sich die traumatische Erfahrung vorstellt und gleichzeitig mit den Augen der Hand des Therapeuten schnell von rechts nach links folgt - so wie im REM-Schlaf, in dem das Gehirn im Traum wichtige Dinge verarbeitet und dabei die Augen schnell hin- und herbewegt werden.

Ich durfte w├Ąhlen: Der Hand mit den Augen folgen oder die H├Ąnde in den Scho├č legen und dann klopft der Therapeut abwechselnd auf die rechte und linke Hand.
Weil ich mir Dinge besser vorstellen kann, wenn ich die Augen geschlossen habe und weil ich au├čerdem dachte, dass mir bestimmt schwindelig wird, wenn ich die Augen so schnell bewege, w├Ąhlte ich die "Klopfmethode".

Nun sollte ich mir das Bild vorstellen, das wir in Angriff nehmen wollten. Mit allen Gef├╝hlen, die damit verbunden sind und mit der negativen Annahme, die wir zuvor herausgearbeitet hatten.
Mein Therapeut fragte, wie unwohl auf einer Skala von 0 bis 10 ich mich damit f├╝hle. Ich gab 9 an (schlimmer geht immer :) ).
Er hat dann immer etwa eine Minute lang auf meine H├Ąnde geklopft und mir gesagt, ich solle die Bilder einfach an mir vorbeiziehen lassen wie einen Film. Zwischendurch hat er mich immer mal gefragt, wie das Bild nun aussieht und wie ich mich dabei f├╝hle.

Irgendwann war - oh Wunder - nichts mehr von der Bedrohlichkeit der Situation ├╝brig. Die Skala stand auf 1 (100% wohlf├╝hlen war einfach nicht drin...).

Dann haben wir uns die positive Annahme vom Anfang noch einmal angeschaut und ich sollte feststellen, wo in meinem K├Ârper sich dieses Bild befindet.

Nun sollte ich mir das Ausgangsbild noch einmal vorstellen und die positive Annahme ├╝ber mich selbst sozusagen ├╝ber dieses Bild blenden.

W├Ąhrend der ganzen Zeit hat mein Therapeut immer weiter auf meine H├Ąnde geklopft. So lange, bis sich das schlimme Bild mit der positiven Annahme verkn├╝pft hatte.
Psychologisch gesehen ja ganz simpel. Ich h├Ątte nicht gedacht, dass es wirklich was bringt. Vor allem so schnell.

In den letzten Wochen verging kein Tag ohne mindestens eine Panikattacke.
Bisher hatte ich seit Donnerstag nachmittag keine mehr.
Einzige Nebenwirkung war, dass ich direkt nach der Sitzung todm├╝de war. Au├čerdem habe ich trotz Brille ein wenig unscharf gesehen. Vielleicht lag das an den Prozessen, die im Gehirn in Gang gesetzt wurden.

Einen weiteren Termin haben wir nicht vereinbart.
Gestern habe ich noch einmal mit meiner Seelsorgerin telefoniert und auch wir haben erst einmal keinen weiteren festen Termin vereinbart.

Ich werde das Ganze noch ein paar Tage sacken lassen, aber ich bin zuversichtlich, dass EMDR mir wirklich weitergeholfen hat.

Im Internet habe ich zwar gelesen, dass dieses Verfahren von den Krankenkassen nicht bezahlt wird, aber entweder scheint meine Kasse eine Ausnahme zu sein oder es ist eine veraltete Information. Extrakosten habe ich dadurch jedenfalls nicht.

Ich hoffe, ihr konntet mit meinem Bericht ein bisschen was anfangen."

Lisa

EMDR

Beitragvon Lisa » So 11. Aug 2013, 14:42

Toller Bericht zum EMDR...vielen Dank


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